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Erschienen in EasyLinux 04/2005   »   Ausgabe bestellen

Drucker im KDE Kontrollzentrum einrichten

Auf Abwegen

von Marcel Hilzinger


Es geht auch ohne Yast & Co. Das KDE Kontrollzentrum bietet ein komfortables Modul zur Druckereinrichtung und -verwaltung. Dieser Artikel zeigt Ihnen die notwendigen Schritte.

Im Normalfall richtet Ihr Betriebssystem den Drucker bereits während der Installation ein, oder es konfiguriert ihn automatisch, wenn Sie das Gerät zum ersten Mal anschließen. Bereitet Ihnen das Drucken Probleme oder möchten Sie einige Zusatzeinstellungen vornehmen, die das distributionsspezifische Tool nicht bietet, bietet sich der Einsatz des KDE-Druckereinrichtungs-Tools an. Das KDE-Modul bietet einige Funktionen, die bei Yast & Co. nur schwer oder gar nicht zu finden sind.

Vorbereitungen

Haben Sie bereits Versuche unternommen, Ihren Drucker einzurichten, müssen Sie den eingestellten Drucker erst löschen, bevor Sie mit der Einrichtung über das KDE-Kontrollzentrum beginnen. Das Drucksystem sieht sonst Ihren Drucker doppelt. Unter Suse Linux starten Sie dazu Yast und wählen das Modul Hardware / Drucker. Unter Bereits installierte Drucker und Warteschlangen klicken Sie auf Ändern, markieren den Drucker, den Sie über das KDE-Kontrollzentrum einrichten möchten, und klicken auf Löschen / Beenden.

Benutzer von Mandrake Linux starten das Mandrake-Kontrollzentrum über System / Einstellungen / Konfigurieren Sie Ihren Computer. Hier wählen Sie den Punkt Hardware / Drucker aus. Im neuen Fenster markieren Sie den eingerichteten Drucker, klicken auf Löschen und bestätigen die Nachfrage mit Ja. Sie können die Druckerverwaltung nun über Datei / Beenden wieder verlassen. Bei Fedora Core finden Sie die Druckereinrichtung unter Systemeinstellungen / Druckereinrichtung.

Nach dem Entfernen des Druckers sollten Sie überprüfen, ob auf Ihrem System der CUPS-Server installiert ist und läuft. Ohne CUPS-Server (Common Unix Printing System) können Sie nur auf entfernten Rechnern drucken, auf Ihrem eigenen nicht.

  1. Öffnen Sie über [Alt-F2] und die Eingabe von konsole das KDE-Terminal-Fenster.
  1. Mit der Eingabe von su -, dem Drücken der Eingabetaste und Angabe des Root-Passwortes werden Sie zum Systemadministrator root.
  1. Geben Sie nun den Befehl /etc/init.d/cups status ein, steht unter Suse Linux am Ende der Zeile entweder running oder unused. Bei Fedora Core lautet die entsprechende Meldung cupsd wird ausgeführt order cupsd wurde gestoppt. Im ersten Fall läuft der Server, und Sie können das Terminal-Fenster schließen. Trifft der zweite Fall zu, starten Sie den Dienst über /etc/init.d/cups start.

Alternativ benutzen Sie für das Einrichten des CUPS-Dienstes den so genannten Runlevel-Editor Ihrer Distribution. Benutzer von Suse Linux finden ihn in Yast unter System / Runlevel-Editor. Unter Fedora Core wählen Sie Systemeinstellungen / Servereinstellungen / Dienste aus dem Hauptmenü. Bei Mandrake Linux starten Sie das Mandrake-Kontrollzentrum und wählen das Modul System / Dienste. Suchen Sie im jeweiligen Runlevel-Editor den Dienst cups und starten Sie Ihn. Lässt sich CUPS nicht starten oder fehlt der Dienst in der Liste, müssen Sie eventuell noch die CUPS-Pakete Ihrer Distribution nachinstallieren.

KDE-Druckerverwaltung

Sind Sie mit den Vorbereitungen fertig, starten Sie das KDE-Kontrollzentrum über [Alt-F2] und die Eingabe von kcontrol. Öffnen Sie das Modul Angeschlossene Geräte / Drucker. Unter Suse Linux suchen Sie den entsprechenden Eintrag vergeblich: Suse hat das Drucker-Modul aus dem Kontrollzentrum entfernt. Sie müssen es deshalb folgendermaßen starten:

  1. Öffnen Sie wie oben beschrieben das KDE-Terminal über [Alt-F2] und die Eingabe von konsole.
  1. Geben Sie den Befehl sux - ein. Dieser Befehl ermöglicht es, als Benutzer root Programme auf der grafischen Oberfläche zu starten.
  1. Starten Sie das Kontrollzentrum-Modul mit dem Befehl kcmshell printmgr &.

Das Hauptfenster des KDE-Druckmanagers (Abbildung 1) listet oben die bereits eingerichteten Drucker auf. Hier sollten Sie mindestens folgende Einträge sehen:

Diese "Drucker" bietet KDE von Haus aus an. Arbeiten Sie in einem Firmennetz, sehen Sie vermutlich noch weitere Drucker, wie in Abbildung 1. In der unteren Fensterhälfte befinden sich vier Reiter. Auf dem Reiter Information zeigt Ihnen das KDE-Kontrollzentrum eine kurze Information zum ausgewählen Drucker an. Über einen Klick auf Druckaufträge sehen Sie, welche Aufgaben der Drucker gerade erledigt. Auf dem Reiter Eigenschaften ändern Sie die grundlegenden Einstellungen des Druckers, wie Treiber, Name und Zugangsberechtigung. Der Reiter Profile schließlich erlaubt das Anlegen von verschiedenen Konfigurationen. So können Sie zum Beispiel ein Profil erstellen, um auf A4 schwarzweiß zu drucken, und ein zweites für farbige, randlose Ausdrucke im Format A5.

Abb. 1: Das Hauptfenster der KDE-Druckerkonfiguration bietet eine Übersicht über alle verfügbaren Drucker.

Da nur der Benutzer root Modifikationen am Drucksystem durchführen darf, müssen Sie zunächst mit dem Knopf in der linken unteren Ecke in den Systemverwaltungsmodus wechseln, bevor Sie die aktuellen Einstellungen ändern können. Unter Suse Linux entfällt dieser Schritt, da Sie das Modul bereits als Systemadministrator gestartet haben.

Neuen Drucker einrichten

Um einen neuen Drucker hinzuzufügen, wählen Sie Hinzufügen / Drucker/Klasse hinzufügen.... Darauf startet der Assistent für die Druckereinrichtung. Nach einem Klick auf Weiter markieren Sie, welche Art von Drucker Sie einrichten möchten. Ist Ihr Drucker direkt am PC angeschlossen, wählen Sie Lokaler Drucker (parallel, seriell, USB) und klicken auf Weiter. In einem Firmennetz wählen Sie die SMB-Druckressource oder einen der Netzwerkdrucker. Im nächsten Fenster legen Sie fest, an welche Schnittstelle der Drucker angeschlossen ist. Bei fast aktuellen Modellen finden Sie Ihr Gerät hier bereits aufgelistet (Abbildung 2). Sieht KDE den Drucker nicht, überprüfen Sie, ob der Drucker eingeschaltet und korrekt angeschlossen ist.

Abb. 2: In der Regel müssen Sie Ihren Drucker im Einrichtungsassistenten nur noch anklicken.

Markieren Sie den erkannten Drucker und klicken Sie auf Weiter. Der Assistent lädt nun die Datenbank mit den verfügbaren Druckermodellen und den zugehörigen Treibern. Je nach Modell existieren für Ihren Drucker mehrere Treiber. Wählen Sie in diesem Fall den Treiber, der als empfohlen markiert ist, oder denjenigen, der im Test die besten Druckergebnisse liefert.

Nach einem Klick auf Weiter haben Sie die Möglichkeit, den Drucker zu testen (Abbildung 3). Bevor Sie damit beginnen, sollten Sie über Einstellungen erst die Papiergröße (Page Size), die Druckqualität (Printout Mode) und die Auflösung (Resolution, Quality, Ink Type, Media Type) des Gerätes bestimmen. Sonst kann es vorkommen, dass Ihr Fotodrucker in schlechtester Qualität mit 150 dpi, anstelle der möglichen 1200 dpi druckt. Welche Werte sich einstellen lassen, hängt vom Drucker und vom ausgewählten Treiber ab.

Abb. 3: Hier legen Sie vor dem Testdruck die wichtigsten Parameter fest.

Haben Sie die druckerspezifischen Einstellungen vorgenommen, klicken Sie auf Test. Hier ist es wichtig, dass Sie das entsprechende Hinweisfenster erst dann mit OK schließen, wenn der Drucker die Seite vollständig ausgedruckt hat. Sonst bricht der Assistent den Druck frühzeitig ab. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, klicken Sie auf Weiter. Über Zurück lassen sich die Einstellungen ändern.

Im Dialogfenster Textauswahl für Trennseiten legen Sie fest, ob Sie vor und nach dem Druck jeweils eine besondere Seite ausdrucken möchten. Vorsicht: Diese Einstellung betrifft alle Ausdrucke. In der Regel benötigen Sie keine solche Zwischenseite. Im nächsten Dialog können Sie die Benutzung des Druckers nach Zeitraum, Größe des Dokumentes oder Anzahl der Seiten einschränken. Diese Einstellungen sind in der Regel für Firmennetze relevant. Für den Hausgebrauch lohnt sich allenfalls die Beschränkung der Seitenzahl, damit Ihr Drucker nicht versehentlich 500 anstatt 50 Exemplare druckt.

Der nächste Dialog bietet eine minimale Benutzerverwaltung an. Über das Menü Typ: legen Sie fest, welche Benutzer Sie vom Drucken ausschließen möchten und welchen das Drucken erlaubt ist. Wählen Sie als Typ Zugelassene Benutzer, geben Sie Ihren Benutzernamen ins entsprechende Feld ein und klicken Sie anschließend auf Hinzufügen.

Im vorletzten Fenster müssen Sie Ihrem Drucker einen Namen geben. Unter diesem Namen erscheint das Gerät dann im Auswahldialog des Druckmenüs. Der Name darf keine Leerzeichen enthalten. Betreuen Sie mehrere Drucker, ist auch die Angabe der Adresse (zum Beispiel Im Keller) und einer kurzen Beschreibung (Lauter Matrixdrucker) sinnvoll. Im letzten Dialogfenster listet der KDE-Druckerassistent die Einstellungen noch einmal übersichtlich auf (Abbildung 4). Nach einem Klick auf Abschließen ist der Drucker eingerichtet und betriebsbereit.

Abb. 4: Vor dem Abschließen listet der Assistent alle Parameter übersichtlich auf.

Spezielle Drucker

KDE bietet in der Grundeinstellung bereits einige spezielle Drucker für den PDF-Export und den Faxversand an. Über die KDE-Druckerverwaltung können Sie weitere Spezialdrucker einrichten. Wählen Sie dazu den Punkt Hinzufügen / Speziellen Drucker/Pseudo-Drucker hinzufügen. Im neuen Fenster (Abbildung 5) tragen Sie zunächst den Namen des Druckers ein. Mit folgendem Beispiel legen Sie einen PDF-Drucker an, der auf einem Blatt mehrere Seiten druckt. Dieser Drucker eignet sich dazu, ein Fotoalbum im PDF-Format zu erstellen, bevor Sie es auf Ihrem Fotodrucker ausdrucken.

  1. Tragen Sie als Name zum Beispiel 8 Bilder pro Blatt (PDF) ein.
  1. Mit einem Klick auf das Drucker-Symbol wählen Sie ein Icon aus, damit der Drucker leichter zu erkennen ist.
  1. Markieren Sie das Feld Befehl verwenden und wählen Sie den Eintrag Umwandlung von PDF-Dateien in Postscript aus.
  1. Kreuzen Sie die Option Ausgabedatei aktivieren an und wählen als Format application/pdf.
  1. Unter Dateierweiterung tragen Sie ebenfalls pdf ein.

Abb. 5: Anlegen eines speziellen Druckers im KDE-Kontrollzentrum.

Schließen Sie die Einstellungen mit OK ab und klicken Sie den Reiter Profile an. Hier wählen Sie Einstellungen / Filter. Mit einem Klick auf das Filtersymbol ordnen Sie nun dem Drucker spezielle Filterregeln zu. Um mehrere Bilder auf einer Seite zu drucken, wählen Sie den Eintrag Ausdruck mehrerer Seiten auf einem Blatt und bestätigen mit OK. Falls nach der Auswahl des Filters der Hinweis Nicht verfügbar: Voraussetzungen nicht erfüllt erscheint, müssen Sie das Paket psutils mit dem Paket-Manager Ihrer Distribution nachinstallieren.

Im nächsten Schritt legen Sie die Zahl der Seiten fest, die Sie auf einem Blatt drucken möchten. Markieren Sie dazu den angelegten Filter und klicken Sie auf das Symbol mit dem Werkzeugschlüssel (Abbildung 6). Stellen Sie den Parameter Seiten pro Blatt auf die gewünschte Anzahl. Mit der Option Border line with legen Sie die Dicke der Trennlinie fest. Eine Linie von zwei Punkten eignet sich als Hilfslinie, wenn Sie die Fotos später ausschneiden möchten. Bevorzugen Sie einen Ausdruck ohne Trennline, lassen Sie den Wert bei Null. Vergessen Sie nicht, die Filtereinstellungen über Speichern zu sichern.

Abb. 6: Die Bilderdruckfunktion richten Sie über eine besondere Filterregel ein.

Starten Sie nun den KDE-Druckerdialog über [Alt-F2] und die Eingabe von kprinter. In einem ersten Durchgang erstellen Sie aus den gewünschten Bildern eine PDF-Datei, die ein Bild pro Seite enthält. In einem zweiten Durchgang erstellt der neue PDF-Drucker die Datei mit mehreren Bildern pro Seite. Diese drucken Sie anschließend mit Ihrem "echten" Drucker aus. Das KDE-Druckprogramm benötigt für diese Schritte die Tools jpegtopnm und pnmtops. Sie finden die zwei Programme im Paket netpbm (Suse und Mandrake Linux), respektive netpbm-progs (Fedora Core).

  1. Klicken Sie im KDE-Druckdialog unten rechts auf Ausklappen, damit Sie die Reiter Dateien, Exemplare, Optionen und Anmerkungen sehen.
  1. Wählen Sie auf dem Reiter Dateien das Symbol zum Öffnen von Dateien an, und fügen Sie nacheinander die Fotos hinzu, die Sie drucken möchten. Einfacher geht es, wenn Sie auf der Kommandozeile ins entsprechende Verzeichnis wechseln und den Befehl kprinter *.jpg eingeben, um zum Beispiel alle Fotos im JPEG-Format zu drucken.
  1. Stellen Sie unter Name: den Eintrag In Datei Drucken (PDF) ein.
  1. Wählen Sie einen passenden Namen für die Ausgabedatei, und klicken Sie auf Drucken. Erscheint eine Warnung, dass das Drucksystem das Dateiformat image/jpeg nicht direkt unterstützt, wählen Sie Umwandeln. Beachten Sie, dass der Druckvorgang je nach Anzahl und Format der Bilder mehrere Hundert Megabyte an Festplattenplatz benötigt.
  1. Überprüfen Sie nach dem Druck das Ergebnis mit dem Programm Kghostview. Auf jeder Seite des Dokumentes sollte ein Bild sein. Das Drehen der Bilder übernimmt das Druckprogramm automatisch, deshalb sind alle Bilder im Hochformat.

Abb. 7: Dieses PDF-Dokument erstellte ein Spezialdrucker mit 16 Seiten pro Blatt.

Im zweiten Durchgang kommt nun der neu erstellte Spezial-Drucker zum Einsatz. Haben Sie die Datei in Kghostview noch geöffnet, klicken Sie einfach auf das Druckersymbol und wählen den neu erstellten Drucker aus. Den Namen der Ausgabedatei ändern Sie beispielsweise auf print4x4.pdf. Überprüfen Sie auch die neu erstellte Datei auf Fehler. Sind Sie mit dem Resultat zufrieden (Abbildung 7) drucken Sie das Album auf Ihrem Fotodrucker aus. (mhi)

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