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von Till Kamppeter und Marcel Hilzinger
Multifunktionsgeräte, bestehend aus Drucker, Scanner, Faxgerät und Kartenleser, erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei vielen Geräten ist auch die Linux-Unterstützung kein Problem mehr. Stehen Sie jetzt vor dem Kauf, sollten Sie sich aber trotzdem gut informieren, bevor Sie das vermeindliche Schnäppchen nach Hause bringen. Lediglich Modelle von HP und Epson laufen problemlos unter Linux. Bei anderen Herstellern sind Sie entweder auf veraltete Treiber angewiesen, oder die Geräte funktionieren nur teilweise. Überhaupt keinen Support gibt es zur Zeit für das direkte Versenden von Faxen über den PC. Sie müssen also Dokumente zunächst ausdrucken und auf den Scanner legen, um sie zu versenden. Eine Liste der von Linux unterstützten Multifunktionsgeräte finden Sie in der Linux-Druckerdatenbank [1].
Am einfachsten ist die Einrichtung der Multifunktionsgeräte von HP und Epson unter Mandrake Linux. Gerät anschließen, das jeweilige Konfigurationsmodul starten, und schon sind Drucker und Scanner betriebsbereit. Die Vorgehensweise unterscheidet sich nicht von der Einrichtung eines normalen Druckers und eines normalen Scanners.
Epsons Multifunktionsgeräte verhalten sich so, als ob jeweils ein einzelner Drucker, Scanner und/oder Speicherkartenleser per USB an den Rechner angeschlossen wären. HPs Multifunktionsgeräte erfordern die spezielle Software HPOJ [2], um Zugriff auf Scanner und Kartenleser zu gewähren. Mandrake Linux installiert und konfiguriert HPOJ vollautomatisch, wenn es für das angeschlossene Gerät erforderlich ist. Zur Zukunft des Treibers lesen Sie auch die Hinweise im Kasten "HP und Linux".
Um Ihr Multifunktionsgerät in Betrieb zu nehmen, gehen Sie folgendermaßen vor:
Ihr System sucht nun nach neuen Druckern und sollte das Multifunktionsgerät automatisch erkennen. Hatten Sie bisher noch keinen Drucker an Ihrem Rechner, erscheint ein Hinweisfenster, das den Namen des gefundenen Druckers anzeigt (Abbildung 1). Klicken Sie auf Ja, um die Installation des Drucksystems und die Konfiguration Ihres Gerätes einzuleiten.
Sollten Sie Ihr System von CD/DVD installiert haben, werden Sie jetzt aufgefordert, den ersten Datenträger einzulegen. Dieser enthält die benötigten Software-Pakete. Jetzt gönnen Sie sich einen Kaffee oder schauen Mandrake Linux zu, wie es vollautomatisch Ihr Multifunktionsgerät konfiguriert und alle zum Betrieb des Gerätes notwendigen Software-Pakete installiert. Je nach Leistungsfähigkeit Ihres Rechners dauert das einige Minuten.
Nach Beendigung des Einrichtungsvorganges erscheint Ihr Drucker im Hauptfenster von Printerdrake, dem Druckerkonfigurationswerkzeug von Mandrake Linux (Abbildung 2). Hier können Sie die Standardeinstellungen zum Drucken mit Ihrem Multifunktionsgerät ändern, wie zum Beispiel das zu verwendende Papierfach, die Druckqualität oder doppelseitigen Druck.
Klicken Sie dazu auf den Eintrag Ihres Gerätes und dann auf die Schaltfläche Bearbeiten. Im erscheinenden Dialog wählen Sie Drucker-Optionen und Ausführen.
Während Mandrake Linux bei HP-Geräten sowohl Drucker als auch Scanner automatisch einrichtet, müssen Sie bei Epson-Modellen noch die Scan-Software nachinstallieren.
Jetzt ist Ihr Multifunktionsgerät komplett konfiguriert, und Sie können drucken und scannen. Besitzt Ihr Gerät einen eingebauten Speicherkartenleser, sollte automatisch auf dem Desktop ein neues Laufwerkssymbol erscheinen, sobald Sie eine Speicherkarte einsetzen. Klicken Sie auf das Symbol, um mit Konqueror auf die Dateien auf der Karte zuzugreifen. Vor dem Entnehmen der Speicherkarte melden Sie diese durch Klick mit der rechten Maustaste auf das Symbol und Auswahl von Laufwerkeinbindung lösen im erscheinenden Pop-up-Menü vom System ab.
Stellt Ihr HP-Multifunktionsgerät den Kartenleser nicht als USB-Massenspeicher zur Verfügung, erfolgt der Zugriff auf die Karte mittels MToolsFM. Sie starten das Programm über System | Dateiwerkzeuge | MTools Dateiverwaltung aus dem KDE-Hauptmenü. Die Anwendung zeigt links den Inhalt Ihrer Speicherkarte (Laufwerk p:) und rechts den Inhalt Ihres Benutzerverzeichnisses auf der Festplatte an (Abbildung 3). Mit wenigen Mausklicks kopieren Sie die Bilder auf Ihren Rechner. Beachten Sie, dass diese Methode sehr langsam ist, langsamer als das direkte Herunterladen der Bilder von den meisten Digitalkameras mit USB-Anschluss. Ein separater USB-Kartenleser für wenige Euro ist hier sein Geld mehr als wert.
| HP und Linux |
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HP bietet die beste Unterstützung für Drucker und Multifunktionsgeräte unter Linux. Die Firma hat sowohl den Druckertreiber HPIJS [3] als auch den Multifunktionsgerätetreiber HPOJ [2] entwickelt und diese als freie Software veröffentlicht. Andere Hersteller bieten in der Regel, wenn überhaupt, nur proprietäre Lösungen an. Da diese Treiber nicht frei sind, beinhalten sie die meisten Distributionen nicht. In naher Zukunft wird die Nutzung von HPs Multifunktionsgeräten noch einfacher und komfortabler. HP hat den Nachfolger von HPOJ, HPLIP (Hewlett-Packard Linux Imaging and Printing) herausgebracht. Dieses System verfügt über eine Toolbox, welche Statusabfragen, Tintenstandsanzeige, Druckerwartung (Düsen reinigen, Druckköpfe justieren, ...) sowie das Herunterladen der Bilder von Speicherkarten über ein grafisches Interface mit Vorschaubildern erlaubt. Bei neueren Druckermodellen ist mit HPLIP auch randloser Druck an allen vier Seiten des Papiers möglich. Es wird kein Papier mit Abreißstreifen mehr benötigt. Spätere Versionen sollen auch das PC-gestützte Faxen erlauben. |
Unter Suse Linux gibt es große Unterschiede zwischen der Einrichtung von HP- und von Epson-Multifunktionsgeräten. Während Sie bei Epson Drucker und Scanner über Yast einrichten können, funktioniert bei den HP Officejets nur der Scanner über Yast. Den Drucker müssen Sie über das Web-Interface des CUPS-Servers einrichten, da es sonst zu Kollisionen mit der Scanner-Einrichtung kommt. Da sich die Epson-Geräte ohne Probleme über Yast einrichten lassen, beschränkt sich der Artikel im Folgenden auf die HP-Multifunktionsgeräte.
Überprüfen Sie nun mit den Befehlen rcptal status und rccups status, ob der Officejet-Treiber und der Cups-Server laufen. Als Ausgabe sollten Sie jeweils eine oder mehrere Zeilen mit running sehen. Bevor Sie das Terminal-Fenster schließen können, müssen Sie mit folgendem Befehl ein Passwort für den CUPS-Administrator festlegen:
lppasswd -g sys -a root
Geben Sie hier zweimal dasselbe Passwort ein (am besten das Root-Passwort, dann gibt's keine Verwechslungen) und bestätigen Sie jeweils mit der Eingabetaste.
Starten Sie nun den Browser Konqueror und geben Sie folgende Adresse in der URL-Leiste ein:
http://127.0.0.1:631
Sie sehen nun die Web-basierte Konfigurationsoberfläche von CUPS (Abbildung 4). Klicken Sie den Punkt Einrichtungsaufgaben an, erscheint ein Dialog zur Authentifizierung. Geben Sie hier unter Benutzername root und unter Passwort das mit dem Befehl lppasswd eingestellte Passwort ein. Im nächsten Dialog wählen Sie den Punkt Drucker hinzufügen aus und füllen anschließend mindestens das Feld Name: aus. Nach einem Klick auf Weiter wählen Sie den Eintrag USB Printer #1 aus. Haben Sie bereits einen USB-Drucker angeschlossen und eingerichtet, wählen Sie den Eintrag USB Printer #2 aus.
In den nächsten zwei Dialogen wählen Sie als Hersteller HP und als Modell Ihren Drucker. Die Officejets befinden sich ziemlich weit unten in der Liste. Existieren für den Drucker mehrere Einträge, wählen Sie denjenigen aus, der die Markierung recommended trägt. Nach einem Klick auf Weiter ist Ihr Drucker eingerichtet und betriebsbereit. Sie können nun den Scanner über System / YaST / Hardware / Scanner einrichten. Achten Sie dabei darauf, nicht den USB-Scanner, sondern den Eintrag HP OfficeJet All-in-One auszuwählen.
Sind Sie mit der Drucker- und Scanner-Konfiguration fertig, starten Sie Yast und überprüfen im Modul System / Runlevel-Editor, ob die Dienste cups, ptal und sane aktiviert sind.
Unter Fedora Core müssen Sie zunächst einige Pakete nachinstallieren. Öffnen Sie dazu den Paketmanager über Systemeinstellungen / Hinzufügen/Entfernen von Applikationen und klicken Sie hinter dem Eintrag Drucker-Unterstützung auf Details. Markieren Sie das Paket hpoj und klicken Sie auf Schließen. Jetzt suchen Sie den Eintrag Grafik und klicken wiederum auf Details. Wählen Sie hier die Pakete xsane und xsane-gimp aus. Nach einem Klick auf Aktualisierung installiert der Paket-Manager die ausgewählten Pakete.
Die weitere Einrichtung gleicht der unter Suse Linux beschriebenen:
Öffnen Sie nun den Runlevel-Editor von Fedora Core über Systemeinstellungen / Servereinstellungen / Dienste und starten Sie die Dienste cups und hpoj neu. Drucker und Scanner sind nun betriebsbereit.
Multifunktionsgeräte anderer Hersteller unterstützt Linux in der Regel nicht. Es gibt zwar unter [4] proprietäre Treiber für einige Brother-Geräte, diese basieren aber auf dem veralteten Lpr-Drucksystem. Dieses unterstützt zum Beispiel Fedora Core nicht mehr. (mhi)
| Infos |
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[1] Druckerdatenbank: http://www.linuxprinting.org/
[2] HPOJ: http://hpoj.sourceforge.net/ [3] HPLIP und HPIJS: http://hpinkjet.sourceforge.net/ [4] Treiber für Brother-Geräte: http://solutions.brother.com/linux/sol/printer/linux/lpr_drivers.html |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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