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Erschienen in EasyLinux 04/2005   »   Ausgabe bestellen

Katalog und Cdcat

Jäger und Sammler

von Marcel Hilzinger


Bei der Suche nach bestimmten Programmen oder Dateien befinden sich die Dokumente meistens auf dem Datenträger, den man zuletzt durchsucht. Mit Cdcat und Katalog erledigt die Suche Ihr Computer.

Es gibt viele Gründe, von den eigenen Datenbeständen einen Katalog anzufertigen, egal, ob es sich dabei um eine CD, eine externe Festplatte oder eine ZIP-Diskette handelt. Cdcat und Katalog sind relativ neue Programme, die Ihnen bei der Archivierung und Suche gute Dienste leisten. Katalog bietet zwar für den Moment noch relativ wenig an speziellen Eigenschaften, ist allerdings fest in KDE und in den Dateimanager Konqueror integriert. Das Programm ist zudem klein und flink. Cdcat versteht sich als Alternative zu Gtktalog und dem Windows-Pendant Whereisit.

Installation

Zur Zeit beinhaltet keine der EasyLinux-Distributionen Katalog oder Cdcat. Laden Sie sich deshalb die Programme vom Easylinux-Download-Bereich herunter und speichern Sie sie auf der Festplatte. Im Folgenden ist die Installation für jeweils ein Paket beschrieben. Möchten Sie beide Pakete installieren, müssen Sie die Schritte wiederholen.

Unter Suse Linux klicken Sie im Dateimanager Konqueror auf das entsprechende Paket und wählen dann den Punkt Install Package with YaST aus. Nach Eingabe des root-Passwortes startet YaST und installiert das Paket. Bei Mandrake Linux verläuft die Installation ähnlich: Hier erscheint nach dem Anklicken des Paketes in Konqueror und der Eingabe des Root-Passwortes ein Hinweisfenster. Mit einem Klick auf Installieren startet das Programm rpmdrake, das das ausgewählte Paket auf die Festplatte kopiert. Benutzer von Fedora Core 2 gehen nach dem Download der RPM-Pakete folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie über [Alt-F2] und die Eingabe von konsole das KDE-Terminalprogramm.
  1. Geben Sie den Befehl su - ein, um die Rechte des Systemadministrators zu erlangen.
  1. Wechseln Sie mit cd /Pfad/zum/Verzeichnis in das Verzeichnis, in dem Sie die Dateien gespeichert haben.
  1. Installieren Sie die Pakete mit dem Befehl rpm -ivh Paketname.

Katalog

Katalog [1] ist keine selbständige Anwendungen, sondern eine in Konqueror integrierte Funktion, um Katalogdateien anzulegen. Die Pakete des EasyLinux-Downloadbereiches weisen gegenüber dem Originalprogramm einige Änderungen auf, die die Bedienung des Programmes erleichtern. Diese Modifikationen fließen auch in die zukünftigen Versionen von Katalog ein.

Um einen neuen Katalog anzulegen klicken Sie in Konqueror mit der rechten Maustaste auf ein Verzeichnis und wählen den Eintrag Aktionen / Katalog-Datei anlegen aus (Abbildung 1).

Abb. 1: Katalog starten Sie über das Kontextmenü des KDE-Datei-Managers Konqueror.

Im darauf erscheinenden Dialogfenster (Abbildung 2) geben Sie unter Name dem Katalog einen Namen. Da eine Katalog-Datei mehrere Kataloge enthalten kann, sollten Sie den Namen so wählen, dass er Rückschlüsse auf den Inhalt des Kataloges zulässt. Hinter File tragen Sie den gewünschten Dateinamen ein. Damit KDE die Katalog-Dateien richtig erkennt, müssen Sie den Dateinamen mit der Endung .katalog eingeben. Haben Sie bereits einen Katalog mit diesem Dateinamen angelegt, fügt das Programm die eingelesenen Daten dem Katalog hinzu. Existiert die Datei noch nicht, legt Katalog sie an. Den fertigen Katalog speichert das Programm in Ihrem Home-Verzeichnis.

Katalog speichert in der Grundeinstellung folgende Informationen:

Möchten Sie auch den Inhalt von ZIP- und Tar-Archiven im Katalog festhalten, wählen Sie zusätzlich die Option Scan inside archve(s) an. Über den Punkt Store Meta Info of files weisen Sie Katalog an, Meta-Informationen von MP3- und HTML-Dateien festzuhalten. Die von uns getestete Version 0.3 lieferte aber mit der Option keine zusätzlichen Informationen.

Abb. 2: Die Option Scan inside archive(s) überprüft auch ZIP- und Tar-Archive.

Suchen und Finden

Nach einem Klick auf OK durchsucht das Programm den ausgewählten Ordner und fügt die gefundenen Informationen der Katalogdatei hinzu. Hat Katalog seine Arbeit beendet, erscheint in der linken oberen Ecke des Bildschirmes ein entsprechender Hinweis. Sie finden nun den Katalog in Ihrem Home-Verzeichnis.

Um einen Katalog zu öffnen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Katalog-Datei und wählen den Eintrag Aktionen / Katalog öffnen aus. Alternativ tragen Sie in der URL-Zeile von Konqueror folgende Adresse ein (wobei USER durch Ihren Benutzernamen und DAT.katalog durch den Namen der Katalog-Datei zu ersetzen ist):

katalog:/home/<I>user<I>/<I>dat<I>.katalog

Auf den ersten Blick ist der Unterschied zu einem echten Verzeichnis kaum zu sehen. Lediglich die Symbole sind leicht anders. Zur totalen Verwirrung trägt auch das Programm selbst bei: Klicken Sie auf eine der Dateien, fragt Konqueror nach, ob Sie sie öffnen oder speichern möchten. Lassen Sie sich aber nicht täuschen, in Wirklichkeit geschieht dabei nichts. Gewissheit gibt ein Wechsel des Ansichtsmodus. Wählen Sie Ansicht / Anzeigemodus / Baumansicht aus dem Hauptmenü von Konqueror, sehen Sie unter der Spalte Dateityp, dass Sie die Katalog-Datei geöffnet haben (Abbildung 3).

Um in einem größeren Katalog nach Dateien zu suchen, müssen Sie zuerst den entsprechenden Katalog öffnen, da das Programm zur Zeit nur in einem Katalog auf einmal sucht. Danach starten Sie über Extras / Dateien suchen die Suchfunktion des Konquerors. In Zukunft will der Autor des Programmes Katalog so ändern, dass Konqueror nach Eingabe der URL katalog:/ automatisch alle vorhandenen Kataloge auflistet.

Abb. 3: Die Katalog-Datei sieht dem originalen Verzeichnis zum Verwechseln ähnlich.

Cdcat

Cdcat [2] ist ein eigenständiges Programm. Nach dem Start über [Alt-F2] und die Eingabe von cdcat sehen Sie das Hauptfenster des Programmes (Abbildung 4). Damit es auch CDs und DVDs fehlerfrei einliest, müssen Sie zuerst über Andere / Konfiguration den Pfad des CD/DVD-Laufwerkes angeben. Tabelle 1 gibt Auskunft darüber, welchen Einhängepunkt Sie einstellen müssen. Um einen neuen Katalog zu erstellen, klicken Sie auf das sechste Symbol von links mit der Überschrift Add. Im folgenden Dialogfenster bestimmen Sie den Namen des neuen Kataloges. Tragen Sie dazu unter Datenbank-Name einen beliebigen Namen ein und klicken Sie auf OK. Besteht der Katalog berereits, fügt Cdcat die neuen Verzeichnisse als Unterordner ein.

Abb. 4: Cdcat macht einen aufgeräumten Eindruck.

Cdcat durchsucht daraufhin zunächst das CD/DVD-Laufwerk. Findet es ein Medium, zeigt es dessen Namen an. Mit einem Klick auf OK / Durchsuchen startet das Program den Lesevorgang. Als Fortschrittsanzeige sehen Sie dabei ein animiertes Herz. Nachdem Cdcat den Scan-Vorgang beendet hat, erscheint der Dialog In Datei speichern. Hier geben Sie einen beliebigen Namen, gefolgt von der Endung .hcf, ein und bestätigen mit [Eingabe].

Tabelle 1: Einhängepunkte für CD/DVD-Laufwerke
DistributionGerätEinhängepunkt
Suse Linux 9.xCD-ROM/media/cdrom
DVD-ROM/media/dvd
CD-RW/media/cdrecorder
DVD-RW/media/dvdrecorder
Mandrake LinuxAlle/mnt/cdrom
Fedora Core 2Alle/mnt/cdrom
Fedora Core 3Alle/media/cdrom

Fast Alleskönner

Cdcat bietet ungefähr den gleichen Funktionsumfang wie Gtktalog [3]. Das Programm liest Inhalte von zahlreichen Archiven, MP3- und AVI-Dateien ein und bietet eine komfortable Benutzeroberfläche. Die wahre Stärke von Cdcat liegt in seinen Einstellungs-, Import- und Exportmöglichkeiten. Möchten Sie, dass das Programm bei jedem Start eine Datenbank automatisch öffnet, wählen Sie Andere / Konfiguration, markieren den Punkt Datenbank beim Start automatisch laden und wählen anschließend die Datenbank über einen Klick auf das Symbol mit den drei Punkten aus. Lesen Sie hauptsächlich CDs und DVDs ein, ist auch die Option CDROM beim Start mounten / auswerfen, wenn beendet hilfreich.

Hinter dem Knopf Weitere Dateieigenschaften erkennen (Auswahl) befindet sich ein wahres Schmankerl: Cdcat erlaubt im Katalog auch das Speichern von Dateien bis zu einer festgelegten Größe (Abbildung 5). Damit ist es möglich, bereits im Katalog einen ersten Blick auf die Datei zu werfen. Kreuzen Sie dazu die Option Inhalt von einigen Dateien speichern an und tragen Sie dann die Dateiendung der gewünschten Dateien ins darunterliegende Feld ein. Das Einlesen dauert mit dieser Option allerdings wesentlich länger, da Cdcat dann alle aufgeführten Dateien bis zur angegebenen Größe einliest. Bei der Begrenzung der Inhaltsgröße ist deshalb Vorsicht geboten: Bei Werten über 100 KByte wächst der Katalog schnell über 10 MByte an.

Abb. 5: Cdcat liest auf Wunsch auch den Inhalt von Dateien ein.

Das Programm bietet zudem diverse Symbole für die verschiedenen Datenträger. Sie sehen damit auf den ersten Blick, ob es sich bei einem Katalog um eine CD, DVD, Festplatte, ein Netzwerklaufwerk oder einen Flash-Speicher handelt. Das entsprechende Symbol wählen Sie im Dialog Medium zur Datenbank hinzufügen unter Typ aus. Bei CDs und DVDs stellt Cdcat automatisch das entsprechende Symbol ein. Für Umsteiger von anderen Katalogisierungsprogrammen, wie Gtktalog oder dem in der Windows-Welt beliebten Whereisit, bietet Cdcat eine Import-Funktion an. Wählen Sie dazu den Punkt Import/Export / Datenbank importieren.

Abb. 6: HTML-Export der gleichen Datenbank von Cdcat (oben) und Gtktalog (unten).

Möchten Sie einen Katalog veröffentlichen oder ausdrucken, wählen Sie Import/Export / Datenbank exportieren. Im neuen Dialogfenster markieren Sie unter Verfügbare Medien die Kataloge, die Sie ausdrucken möchten und fügen sie über den >>-Knopf zu Liste der zu exportierenden Medien hinzu. Möchten Sie alle Kataloge exportieren, kreuzen Sie den Punkt Alle Medien an. Schließlich geben Sie unter Datei zum exportieren den gewünschten Dateinamen ein. Einen Vergleich zum HTML-Export von Gtktalog liefert Abbildung 6.

Schließlich bietet Cdcat auch eine Ausleihhilfe. Über Andere / Ausleihinfomation legen Sie zu jedem Medium fest, ob und an wen es zur Zeit ausgeliehen ist. Um den Status einer CD/DVD auf ausgeliehen zu setzen, füllen Sie einfach die Spalte Wo ist es jetzt aus. Cdcat ändert dann den Eintrag automatisch. (mhi)

Infos
[1] Katalog-Homepage: http://salvaste.altervista.org/
[2] Cdcat-Homepage: http://cdcat.sourceforge.net/
[3] Andrea Müler, "Archiviert und abgeheftet": EasyLinux 2005/03, S.40.

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