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Erschienen in EasyLinux 04/2005   »   Ausgabe bestellen

Java-Plug-in in Firefox verwenden

Buntes Treiben

von Martin Loschwitz


Wenn Java mit Firefox 1.0 nicht mehr funktioniert, ist die Lösung des Problems meist eine Sache von Sekunden. Wir erklären den Weg und helfen allen, die seit dem Upgrade auf Firefox 1.0 im Regen stehen.

Als Antwort auf den Artikel "Fuchs und Fertig" in EasyLinux 01/2005 erreichten die Redaktion viele Leserbriefe. Ein Problem beschrieben die Benutzer dabei besonders häufig: Nach dem Upgrade oder der Installation von Firefox 1.0 funktioniert Java für Websites nicht mehr. Das lässt sich in der Regel schnell beheben -- meist fehlt nichts als ein so genannter symbolischer Link an der richtigen Stelle auf das Java-Plug-in. Ein symbolischer Link entspricht in etwa einer Dateiverknüpfung unter Windows -- ein Verweis an einer Stelle im Dateisystem, der auf die Originaldatei zeigt. Ausführlich behandelt haben wir das Thema symbolische Links in [1].

Diesen Link legt normalerweise die Java-Setup-Routine bei der Installation an, wenn Sie von beiden Programmen die Distributionspakete verwenden. Firefox erkennt den Link beim Start und lädt das entsprechende Plug-in. Danach steht die Java-Funktionalität in Firefox zur Verfügung.

Das Problem liegt nun genau an der Stelle, bei der im Firefox-Ordner der Java-Link angelegt wird. Als Sie Firefox auf das System gebracht haben, war Java natürlich schon installiert. Daher fehlt der Link im Firefox-Ordner. Obwohl Java installiert ist, erkennt der Browser es nicht. Sie müssen also lediglich jenen Link manuell setzen.

Auch wenn Sie vorher gar kein funktionstüchtiges Java hatten, müssen Sie auf den Komfort der Bibliothek nicht verzichten. Die Java-Installation ist bei allen Distributionen schnell erledigt. Wenn Sie Java auf Ihrem System bereits benutzt haben, überspringen Sie den folgenden Schritt.

Diese Beschreibung geht davon aus, dass Firefox im Verzeichnis firefox in Ihrem Home-Verzeichnis installiert ist. Überprüfen Sie zuerst im Konqueror, ob das auch bei Ihnen der Fall ist, und passen Sie sonst die Verzeichnisnamen in den Befehlen an.

Java unter Suse Linux 9.1 und 9.2

Sowohl den verschiedenen Versionen von Suse Linux 9.1 als auch Suse Linux 9.2 liegt eine komplette Java-Umgebung bei. Sie installieren diese mit YaST2.

  1. Starten Sie YaST2 über System / YaST im K-Menü und geben Sie das Passwort des Systemverwalters root an. Wählen Sie im links Software aus.
  1. Klicken Sie auf Software installieren oder löschen und geben Sie in das Suchfeld oben links java2-jre für Suse Linux 9.1 bzw. java-1_4_2-sun-plugin für Suse Linux 9.2 ein.
  1. Suchen Sie in der Trefferliste das Paket mit dem passenden Namen und markieren Sie es zur Installation.
  1. Bestätigen Sie die Auswahl, legen Sie die angeforderte DVD oder CD ein und warten Sie, bis YaST2 seine Arbeit beendet hat. Die Installation des Java-Plug-ins ist damit abgeschlossen.

Fedora Core 2

Fedora Core liegen keine Java-Pakete bei. Wie so oft sprang aber Dag Wieers in die Bresche und bietet fertige Pakete an, die Sie problemlos in Fedora Core 2 installieren.

  1. Öffnen Sie im Konqueror die Adresse http://dag.wieers.com/packages/j2re/ und laden Sie die beiden Pakete j2re-1.4.2-11.1.fc2.rf.i586.rpm und mozilla-j2re-1.4.2-11.1.fc2.rf.i586.rpm herunter. Speichern Sie sie in Ihrem Home-Verzeichnis.
  1. Öffnen Sie Ihr Home-Verzeichnis im Konqueror und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf j2re-1.4.2-11.1.fc2.rf.i586.rpm. Wählen Sie im Menü Öffnen mit und geben /usr/bin/system-install-packages als Programm an.
  1. Wiederholen Sie den letzten Schritt für das Paket mozilla-j2re-1.4.2-11.1.fc2.rf.i586.rpm. Damit ist die Installation von Java für Fedora Core 2 abgeschlossen.

Mandrake Linux 10.1

Bei Mandrake Linux 10.1 gestaltet sich die gesamte Angelegenheit schwieriger. MandrakeSoft stellt keine passenden RPM-Pakete bereit und auch im Netz finden sich keine, die problemlos mit RpmDrake installierbar wären. Deswegen ist der Umweg über ein RPM-Paket von Sun notwendig.

  1. Öffnen Sie in einem Browser Ihrer Wahl die Sun-Java-Website unter http://java.sun.com/j2se/1.4.2/download.html. Klicken Sie dort auf Download J2SE JRE. Bestätigen Sie die Lizenz durch einen Haken vor Accept und klicken Sie auf Continue. Wählen Sie auf der folgenden Seite den Link RPM in self-extracting file (j2re-1_4_2_07-linux-i586-rpm.bin, 13.23 MB) aus und speichern Sie die Datei in Ihrem Home-Verzeichnis (Abbildung 1).

Abb. 1: Mandrake kommt nicht mit vorgefertigten RPM-Paketen. So müssen Anwender auf die offizielle Sun-Implementation zurückgreifen.
  1. Es handelt sich bei dieser Datei um ein RPM-Paket, das sich in einem ausführbaren Archiv versteckt. Öffnen Sie mit [Alt-F2] und konsole ein Terminal. Der Befehl chmod +x j2re-1_4_2_07-linux-i586-rpm.bin macht die Datei ausführbar. Tipp: Statt den langen Dateinamen abzutippen, geben Sie die ersten Buchstaben ein und drücken die Tabulatortaste, die Shell vervollständigt den Namen automatisch.
  1. Werden Sie mit su zum Systemverwalter.
  1. Führen Sie die Datei mit ./j2re-1_4_2_07-linux-i586-rpm.bin aus. Es erscheint der Lizenztext. Scrollen Sie bis zum Ende und geben Sie yes, gefolgt von [Eingabe] ein. Das RPM-Paket wird ausgepackt.
  1. Installieren Sie das RPM-Paket mit dem Kommando rpmdrake -i j2re-1_4_2_07-linux-i586.rpm.

Plug-in einbinden

Nun fehlt noch der symbolische Link. Der folgende Schritt ist distributionsunabhängig; Sie müssen lediglich den Pfad zum Java-Plug-in anpassen.

  1. Ein Problem ist, dass das Java-Plug-in bei allen Distributionen an einer anderen Stelle liegt und zum Teil auch einen anderen Namen trägt. Öffnen Sie zunächst mit [Alt-F2] und konsole ein Kommandofenster. Wenn Sie Firefox in das Unterverzeichnis firefox in Ihrem Home-Verzeichnis installiert haben, wechseln Sie mit cd firefox/plugins in das Verzeichnis, in dem der Browser beim Start nach Plug-ins sucht. Liegt er woanders, passen Sie den Pfad entsprechend an.
  1. Führen Sie den Befehl ln -s Pfad-zum-Plug-in aus. Pfad-zum-Plug-in ersetzen Sie bei Suse Linux 9.1 durch /usr/lib/SunJava2-1.4.2/jre/plugin/i386/ns610-gcc32/libjavaplugin_oji.so, bei Suse Linux 9.2 durch /usr/lib/j2sdk1.4.2_03/jre/plugin/i386/ns610-gcc32/libjavaplugin_oji.so, bei Mandrake 10.1 durch /usr/java/j2re1.4.2_07/plugin/i386/ns610-gcc32/libjavaplugin_oji.so und bei Fedora Core 2 durch /usr/lib/jre/plugin/i386/ns610-gcc32/libjavaplugin_oji.so. Abbildung 2 zeigt einen entsprechenden symbolischen Link für Suse Linux 9.2.

Abb. 2: Mit diesem symbolischen Link bringt man Firefox auf Suse Linux 9.2 bei, wo es die Java-Umgebung zu suchen hat.
  1. Schließen Sie sämtliche noch offenen Firefox-Fenster, so dass Firefox vollständig beendet ist, und starten Sie den Browser neu.
  1. Ob die Installation funktioniert hat, prüfen Sie so: Geben Sie in die Adresszeile des Browser about:plugins ein. Sie sollten dann in der Liste einen Abschnitt Java(TM) Plug-in 1.4.2_05-b04 oder ähnlich finden (Abbildung 3).

Abb. 3: Hat die Installation geklappt, erscheint Java in der Liste der geladenen Plug-ins.

Fehlersuche

Wenn Java nun noch immer nicht in der Liste der Plug-ins steht, gibt es dafür leider viele mögliche Gründe. Oft ist ein Tippfehler beim Erstellen des Links der Schuldige. Wenn ein Link auf eine nicht existierende Datei verweist, zeigen alle Distributionen ihn in der Kommandozeile beim Aufruf von ls in $HOME/firefox/plugins in roter Farbe unterlegt.

Sind Sie sicher, dass der Link stimmt, ist intensive Fehlersuche angesagt. In diesem Fall sollten Sie zunächst Firefox vollständig beenden. Rufen Sie danach mit [Alt-F2] und konsole ein Kommando-Fenster auf und führen Sie dann den Befehl $HOME/firefox/firefox aus. So sehen Sie im Terminal eventuelle Hinweise auf Fehler, die Firefox beim Start ausgibt. Diese verschwinden ansonsten im Nirvana, wenn Firefox aus einem Menü heraus gestartet wird. Die Fehler, die in der Konsole angezeigt werden, geben meist schon einen Hinweis darauf, wo das Problem genau liegt. Eine Suche im Netz nach der jeweiligen Fehlermeldung bringt oft letzte Erkenntnis, zumal man fast sicher sein kann, dass man nicht der Einzige mit einem Problem ist. (eba)

Infos
[1] Daniel Molkentin: "Verknüpfungen per Shell", EasyLinux 11/2004 S. 81f.

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