![]() |
|
||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
von Matthias Hörtzsch
Haben Sie schon unter Windows so genannte Newsgroups gelesen und dort eigene Beiträge verfasst, stehen die Chancen gut, dass Sie dabei Outlook Express verwendet haben. Das Programm ist unter Windows vorinstalliert und bietet die bequeme Option, Beiträge herunterzuladen und danach im Offline-Modus zu lesen. Offline-Reader sind unter Linux eher die Ausnahme als die Regel, da viele erfahrene Linux-Nutzer lieber einen lokalen Newsserver einrichten. Das ist jedoch gar nicht nötig, wenn Sie einfach nur ohne tickenden Gebührenzähler am Usenet teilnehmen wollen. Pan beherrscht den Online- ebenso wie den Offline-Modus und fühlt sich auch in Binärgruppen daheim. Obwohl er eigentlich eine Anwendung für den Gnome-Desktop ist, läuft Pan auch unter KDE.
Alle von EasyLinux unterstützten Distributionen bringen Pan von Haus aus mit. Da der Gnome-Newsreader nicht vorinstalliert ist, holen Sie das über die Paketverwaltung nach.
Mandrake-Linux-Nutzer starten die Paketverwaltung über System / Einstellungen / Paketierung / Software installieren aus dem Startmenü. Geben Sie das Root-Passwort ein und wählen Sie in RpmDrake pan als Suchbegriff. Markieren Sie bei den Suchergebnissen das Paket pan 0.14.2.91 und klicken Sie auf Installieren.
Wer mit Suse Linux arbeitet, spielt den Gnome-Newsreader mit YaST ein. Starten Sie das Konfigurations-Tool über den Eintrag System / YaST im K-Menü. Im Bereich Software sind Sie im Modul Software installieren oder löschen genau richtig. Geben Sie in das Suchfeld pan ein und starten Sie die Suche mit einem Druck auf [Eingabe]. In der Software-Liste in der rechten Fensterhälfte setzen Sie ein Häkchen vor pan und klicken auf Übernehmen. YaST fordert nun die Installationsmedien an und spielt Pan sowie alle von ihm benötigten Pakete ein.
Sie starten Ihre Neuerwerbung über ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster, in das Sie pan eingeben. Beim ersten Start meldet sich der Einrichtungsdruide, der dialogbasiert die Grundeinstellungen des Programms abfragt. Zunächst benötigt er Ihren Namen und eine E-Mail-Adresse. Geben Sie als Adresse am besten eine extra für das Usenet angelegte an. Sie erhalten erfahrungsgemäß viel Spam an Adressen, die Sie in News-Gruppen verwenden. Nutzen Sie hier also ein "Spam-Grab", dessen Posteingang Sie nur sporadisch kontrollieren. Optional können Sie auch eine Organisation sowie eine Signaturdatei wählen, deren Inhalt Pan an Ihre erstellten Nachrichten anhängt. Viele Usenet-Teilnehmer nutzen als Signatur beispielsweise einen lustigen Spruch oder die Adresse ihrer privaten Homepage.
Die nächste Seite nimmt die Angaben zum Newsserver auf, von dem Pan die Nachrichten bezieht. Im Internet existieren die unterschiedlichsten Newsserver, etwa kostenfreie und kostenpflichtige, sowie Provider-eigene. In das Feld Adresse gehört der Server-Name, bei T-Online-Kunden ist hier news.t-online.de die richtige Wahl (Abbildung 1). Nutzen Sie einen anderen Anbieter, erfahren Sie die genauen Daten gewöhnlich auf dessen Internet-Seite. Die Einstellung hinter Port lassen Sie unverändert, als Kurzname dürfen Sie eine beliebige Bezeichnung wählen. Müssen Sie sich mit Benutzername und Passwort beim Newsserver anmelden, etwa wenn Sie das Angebot von news.individual.de nutzen, aktivieren Sie die Checkbox Server erfordert Autorisierung. Tragen Sie danach in die beiden unteren Felder den Benutzernamen und das Passwort ein, die Sie von Ihrem News-Anbieter erhalten haben.
Auf der nächsten Seite erfragt Pan den Mail-Server, über den er Antworten per E-Mail versenden soll. Antworten per Mail verschicken Sie, wenn eine Diskussion vom Thema abkommt und die anderen Teilnehmer der Gruppe stört. Dann können Sie die Unterhaltung mit einem anderen Teilnehmer per E-Mail fortsetzen. Tragen Sie dort einfach denselben Mail-Server ein wie in Ihrem E-Mail-Programm. Mit einen Klick auf Vor ist die Konfiguration abgeschlossen. Klicken Sie auf Speichern, um Ihre Einstellungen zu bestätigen.
Pan fragt Sie nun, ob er eine Gruppenliste vom Newsserver abrufen soll. Klicken Sie auf Ja und haben Sie ein wenig Geduld. Je nach Umfang der Liste und Geschwindigkeit der Internet-Verbindung dauert es einige Minuten, bis Pan die vollständige Liste übertragen hat. Hat er seine Arbeit beendet, sehen Sie in der linken Fensterhälfte alle Gruppen, die der Server anbietet. Die Liste können Sie jederzeit über Server / Liste neuer Gruppen holen aktualisieren. So erfahren Sie, ob es inzwischen weitere Gruppen gibt, deren Themen für Sie interessant sind.
Da die meisten Server mehrere hundert Gruppen anbieten, finden Sie am schnellsten über das Feld Suchen oberhalb der linken Fensterhälfte die Gruppen, die ein bestimmtes Thema behandeln. Geben Sie dort beispielsweise linux als Suchbegriff ein und drücken Sie [Eingabe]. Pan zeigt daraufhin nur die Gruppen an, deren Name den Suchbegriff enthält. Wollen Sie in eine der gefundenen Gruppen nur einmal hineinschnuppern, genügt ein Klick auf den Namen: Dann öffnet sich ein Fenster, in dem Pan nachfragt, ob Sie alle oder nur einen Teil der Beiträge herunterladen möchten. Die Voreinstellung liegt bei 150 Kopfzeilen. In den Kopfzeilen stehen gewöhnlich der Absender, das Datum und der Betreff der Nachricht. Wollen Sie die Artikel nicht online, sondern offline lesen, markieren Sie zusätzlich die Checkbox Auch Artikelinhalte herunterladen (Abbildung 2). Sind alle Nachrichten übertragen, können Sie die Internet-Verbindung trennen und in Ruhe in den einzelnen Beiträgen schmökern.
Beachten Sie, dass Pan bei der Auswahl von Neue Kopfzeilen herunterladen beim ersten Besuch der Gruppe alle Kopfzeilen empfängt, was je nach Gruppe recht zeit- und volumenintensiv sein kann. Haben Sie eine längere Aktion wie diese gestartet und möchten sie abbrechen, erreichen Sie das mit einem Klick auf das rote Kreuz in der Symbolleiste.
Sagen Ihnen das Thema und der Diskussionsstil einer Gruppe zu, bietet es sich an, sie zu abonnieren. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Gruppennamen und wählen Sie Abonnieren aus dem Kontextmenü. Mit der Auswahl Abonnierte Gruppen im Drop-down-Menü vor dem Suchfeld reduzieren Sie die Gruppenliste auf die abonnierten Newsgroups. Um die Nachrichten abonnierter Gruppen abzurufen, reicht es aus, in der Symbolleiste hinter Abrufen auf das erste Icon zu klicken. Noch einfacher ist es, diese Aufgabe von Pan automatisch beim Programmstart erledigen zu lassen: Öffnen Sie dazu das Konfigurationsmenü über Bearbeiten / Einstellungen und setzen Sie auf dem Registerreiter Verhalten ein Häkchen vor Neue Kopfzeilen abonnierter Gruppen beim Programmstart herunterladen. Möchten Sie die Nachrichten offline lesen, wählen Sie stattdessen Neue Kopfzeilen und Artikel abonnierter Gruppen beim Programmstart herunterladen.
Um ein Abonnement zu kündigen, öffnen Sie das Kontextmenü einer Gruppe und klicken auf Abbestellen.
Hat Pan die Beiträge einer Gruppe abgeholt, zeigen Sie die Beitragsliste durch einen Doppelklick auf den Gruppennamen an. Pan benutzt dasselbe Fensterlayout wie Outlook Express: Im rechten oberen Fenster sehen Sie alle Beiträge. Sobald Sie einen markieren, zeigt Pan die Nachricht im Fensterbereich unten rechts an.
Zum Erstellen neuer Artikel oder Antworten dient der Bereich Schreiben in der Symbolleiste. Alternativ nutzen Sie die Einträge im Menü Schreiben. Mit Neuen Artikel schreiben beginnen Sie eine Diskussion. Wollen Sie auf einen markierten Artikel antworten, gelingt das über den (schlecht übersetzten) Menüpunkt Fortschritt in der Gruppe erstellen. Daraufhin öffnet sich das Nachrichtenfenster, in dem Sie Ihre Antwort eingeben und über Jetzt senden abschicken (Abbildung 3). Sind Sie gerade offline, wählen Sie stattdessen Später senden. Sobald Sie wieder online sind, verschicken Sie diesen Artikel über Schreiben / Wartende Nachrichten senden.
Lesen Sie eine Newsgroup, in der es einen besonders unangenehmen Teilnehmer gibt, der immer Streit anfängt, blenden Sie seine Beiträge mit Hilfe einer Filterregel aus:
Per Default wird Pan nun alle Beiträge, auf die die Filterkriterien zutreffen, als gelesen markieren, sobald Sie die Regel im Menü Filter aktivieren. Ärgern Sie sich so über die Nachrichten des Teilnehmers, dass Sie sie gar nicht sehen wollen, passen Sie das Verhalten von Pan entsprechend an: Öffnen Sie den Dialog Regeln aus dem Menü Filter und klicken Sie dort auf Hinzufügen. Wählen Sie auf dem Register Filter die eben erstellt Regel aus dem Drop-down-Feld und setzen Sie unter Aktionen ein Häkchen vor Artikel löschen.
Pan fühlt sich auch in Newsgroups zu Hause, in denen die Teilnehmer binäre Inhalte wie Bilder oder Dateien austauschen. Die meisten freien und Provider-gebundenen Newsserver bieten keine Binärgruppen an -- schon allein wegen dem hohen Übertragungsvolumen sind solche Angebote meistens kostenpflichtig. Haben Sie eine Gruppe mit binären Inhalten im Abonnement, blendet Pan vor Artikeln mit Anhang ein Symbol ein, das wie ein Puzzle-Stück aussieht. Ein grünes Puzzle-Teil bedeutet, dass Pan den Anhang herunterladen und erkennen konnte. Pan stellt die Anhänge direkt in der Artikelansicht dar, soweit er sie verarbeiten kann. Er unterstützt unter anderem die Dekodierungsformate uu, Base64 und yEnc.
Sind die Anhänge über mehrere Artikel verteilt, führt Pan die einzelnen Teile zusammen. Markieren Sie einfach die Artikel, deren Anhänge Sie sichern wollen, mit gedrückt gehaltener Strg-Taste. Klicken Sie einen der markierten Artikel mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Artikelanhänge speichern aus dem Kontextmenü. Pan legt die zusammengesetzten Anhänge nun im Ordner News/Pan in Ihrem Home-Verzeichnis ab. Um den Speicherort selbst zu bestimmen, ist Anhänge speichern unter aus dem Kontextmenü eines markierten Artikels die richtige Wahl.
Pan ist ein vielseitiger Newsreader, der auch mit binären Formaten gut zurecht kommt. Leider wird er momentan nur sehr sporadisch weiterentwickelt, und ein gutes Handbuch lässt noch auf sich warten. Auch eine Volltextsuche für Artikel wäre angebracht. Wer allerdings einen schnellen und schlanken Newsreader für On- und Offline-Betrieb sucht, ist mit Pan bestens bedient. (amü)
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite |
Datenschutz |
© 2010 Linux New Media AG |
Last modified: 2007-04-05 11:10
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[Linux-Community]
[Linux Events]
[Linux Magazine]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Community Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[Linux Magazine Spain]
[Linux Technical Review]