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Erschienen in EasyLinux 05/2005   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Zweite Runde für OpenOffice

Im Sommer soll das neue OpenOffice 2.0 (http://www.openoffice.org) erscheinen. Die Entwickler veröffentlichten jedoch schon jetzt eine Betaversion. Die augenfälligsten Änderungen gegenüber dem aktuellen OpenOffice 1.1.4 liegen in der Oberfläche: Das Programmpaket passt sich künftig stärker an die Optik des Betriebssystems an, unter dem es läuft. So integriert es sich unter Linux/Gnome und Windows XP perfekt in den Desktop und wechselt dann auch beispielsweise Themes und Icons. Die KDE-Integration wird in OpenOffice 2.0 noch fehlen und soll in einer späteren Version hinzu kommen.

Viel Aufmerksamkeit widmeten die Entwickler den Import- und Exportfiltern: Das Schreiben und Lesen fremder Dateiformate, wie Microsoft-Word-Dokumente oder Excel-Tabellen, soll besser funktionieren. Auch für Word-Perfect existiert jetzt ein Importfilter.

Das neue OpenOffice Base ersetzt das alte Datenbank-Frontend. Es setzt auf dem ebenfalls neu integrierten Java-Datenbanksystem HSQLDB auf. Zudem soll es deutlich benutzerfreundlicher sein soll als der Vorgänger.

Verbesserungen im PDF-Export ermöglichen jetzt eingebettete Thumbnails und Hyperlinks sowie die Einstellung der Bildkompression und das Erzeugen von Formularen. Eingebettete Signaturen stellen bei Bedarf die Authentizität des Dokumentes sicher.

Abb. 1: Die neue OpenOffice-Version bietet einen verbesserten PDF-Export sowie neue Möglichkeiten zum Erstellen von Formularen.

Neue Gnome-Version 2.10

Die Gnome Foundation (http://www.gnome.org) hat eine neue stabile Version des Desktop Environments Gnome freigegeben. Unter der Versionsnummer 2.10 bringt die aktuelle Release einige Neuigkeiten, die aber hauptsächlich Details betreffen. Der Help-Browser Yelp zeigt jetzt nicht mehr nur Dokumentation im Docbook-Format, sondern auch HTML-Hilfeseiten und GNU-Info-Files an. Der Nautilus-CD-DVD-Brenner kann jetzt RW-Medien löschen.

Das E-mail- und Kalenderprogramm Evolution erweiterten die Entwickler um eine Plugin-Architektur. Diese vereinfacht das Entwickeln und Einbinden von Erweiterungen. So zeigt das Kalendermodul beispielsweise die Wetterdaten am jeweiligen Tag an. Leider funktioniert die neue Version des Wetterberichts-Plug-Ins bisher nur mit US-amerikanischen Wetterdiensten.

Zusätzlich zum transparenten Panel bietet Gnome 2.10 transparente Applets. Umfangreiche Änderungen an den System-Tools sind in Arbeit, schafften jedoch den Sprung in diese Version nicht mehr. Hingegen trieben die Entwickler die Umstellung der Multimedia-Anwendungen auf das Sound-System GStreamer weiter voran: Ein neuer Mixer setzt beispielsweise direkt auf dieses Programm auf.

Einige Gnome-Spiele mit Netzwerk-Unterstützung nutzen bereits jetzt die automatische Konfiguration über Zeroconf, das heißt Mitspieler im lokalen Netzwerk entdecken diese Spiele automatisch.

LUG-Camp in Wuppertal

Linux-Anwender treffen sich schon seit langem regional in Linux-Usergroups. Unter dem Motto "Tux trifft Tuffi" gibt das LUG-Camp 2005 vom 5. bis 8. Mai in Wuppertal wieder Mitgliedern der lokalen Linux-Usergroups die Möglichkeit, sich im größeren Rahmen zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Die diesjährige Veranstaltung stellt die fünfte Auflage eines Events dar, der einmal im Nördlinger Ries in Schwaben seinen Anfang nahm. Das Motto leitet sich ab von dem Maskottchen von Linux (Tux) und dem der Stadt Wuppertal -- dem Elefanten Tuffi.

Neben einem technischen Teil mit Vorträgen und Workshops wartet in diesem Jahr wieder ein Rahmenprogramm auf die Teilnehmer, bei dem natürlich eine Fahrt im Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn nicht fehlen darf. An einem Tag öffnet das Camp zudem seine Pforten für Publikumsverkehr, so dass die Mitglieder der LUGs und interessierte Besucher Fragen und Themen rund um das freie Betriebssystem diskutieren können.

Für die Teilnahme am LUG-Camp fällt ein Unkostenbeitrag von 45 Euro an. Dieser schließt eine Breitband-Netzwerk- sowie eine Kaffee-Flatrate, einen Schlafplatz und das Essen ein. Weitere Informationen finden sich auf den Web-Seiten http://lug-camp-2005.de sowie http://www.tux-trifft-tuffi.de. Dort ist auch die Anmeldung möglich.

Linux-Tag Chemnitz 2005

In der Technischen Universität Chemnitz trafen sich am 5. und 6. März 2005 Linux- und Open-Source-Anhänger aus Deutschland und anderen Ländern zu den Chemnitzer Linux-Tagen. Rund 2500 Besucher nahmen an Vorträgen und Workshops teil und informierten sich bei den Projekten vor Ort über neue Trends und Entwicklungen.

Weder Schneefall noch die weite Anreise stellten sich als ein Hindernis heraus: Maximilian Ibel von Google Zürich gab den Zuhörern einen Einblick in die Techniken, die hinter der Web-Suchmaschine stecken. Kurt Gramlich, Mitglied im Projekt Skolelinux, verdeutlichte mit anschaulichen Vergleichen aus der Tütensuppen-Industrie, welche Folgen sich aus der Verbreitung proprietärer Software (ohne die Möglichkeit zum Einblick in den Quelltext oder zur Anpassung) für Schüler, Lehrer und Schulen ergeben. Mit einer Vielzahl von weiteren Beiträgen deckten die Vortragenden fast alle Themen aus der Welt der freien Software ab.

Eines war ihnen jedoch allen gemeinsam: die Antipathie gegen Software-Patente. Die Schlacht, die derzeit in Brüssel rund um die Patentierbarkeit computer-implemtierter Erfindungen tobt, bewegte auch in Chemnitz viele Menschen. Sehr deutlich wurde in dieser Hinsicht Florian Schießl von LiMux-Projekt aus München: "Software-Patente bedrohen alle Software-Hersteller, nicht nur Open-Source-Projekte", so sein Statement.

Schießl berichtete zudem über den aktuellen Stand der Dinge bei der IT-Umstellung der Stadtverwaltung München, die mehr auf offene Standards setzen will und plattformunabhängige Lösungen anstrebt.

Das komplette Programm der Chemnitzer Linux-Tage steht online unter http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/info/ zur Verfügung. Hier finden sich auch viele Folien sowie Mitschnitte der Vorträge. Die Veranstalter zeigten sich rundweg zufrieden mit dem Verlauf des Events.

Abb. 2: Rund 2500 Besucher lockten die Chemnitzer Linux-Tage 2005 in die Technische Universität Chemnitz.

Linux-Wochen in Österreich

Schon zum vierten Mal lädt die österreichische Open-Source-Szene dieses Jahr zu den Linux-Wochen ein. Die zahlreichen Veranstaltungen in den einzelnen Landesteilen bieten Vorträge und Workshops für Einsteiger, Anwender und Entwickler. Das Themenspektrum reicht dabei von der Bearbeitung digitaler Fotos bis zum Einsatz freier Software in der öffentlichen Verwaltung.

Im Februar fand bereits der Auftakt in Klagenfurt statt, die nächste Station wird vom 14. bis 16. April Linz sein. Ab Mai stehen unter anderem Veranstaltungen in Graz, Eisenstadt und Wien auf dem Programm. Den Abschluss bildet ein Linux-Camp unter freiem Himmel (http://www.valug.at/camp/), das vom 11. bis 17. Juli im oberösterreichischen Pettbach stattfindet. Weitere Informationen gibt es unter http://linuxwochen.at.

Massenweise Live-CDs

Live-Distributionen wie Knoppix erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie booten direkt von CD und stellen ein komplettes Linux-System zur Verfügung. Ständig werden neue Varianten für die verschiedensten Einsatzzwecke entwickelt -- die Website http://www.livecdlist.com führt über 220 Live-CDs auf.

Ein Sortierung dieser umfangreichen Liste nach verschiedenen Kriterien, beispielsweise nach der Prozessorarchitektur oder Einsatzgebieten wie Datenrettung, Spielen, Desktop oder Server, ist möglich. Links führen zu den Homepages der Projekte und den Downloads. Das Verzeichnis ergänzen ein Forum und ein Nachrichtenportal zum Thema Live-CDs.

Cliparts zum Download

Cliparts, also Bildchen, die symbolhaft ein Objekt oder eine Handlung darstellen, stellen eine sinnvolle Ergänzung für viele Textdokumente dar. Im Internet finden sich auf zahllosen Seiten umfangreiche Sammlungen. Eine davon ist http://openclipart.org, die aber eine Besonderheit darstellt: Hier liegen die Cliparts unter anderem im SVG-Format, einem XML-Dialekt, vor. Dieser stellt in der Open-Source-Welt beispielsweise auch den kommenden Standard für Icons oder Desktop-Hintergründe dar. Es gibt jedoch ebenso Einsendungen im Format Windows Meta File (WMF).

Die Sammlung von Openclipart.org besteht aus Werken von Anwendern, die diese nach Möglichkeit zur allgemeinen Nutzung nach der Creative Commons License, http://creativecommons.org, bereitstellen sollten. Nicht alle Autoren machen bis jetzt jedoch davon Gebrauch.

Die Archivsuche bietet einen Zugang über Schlagworten oder über einen Index mit verschiedenen Kategorien. Die Qualität der Bilder schwankt zwischen fast professionellen Grafiken und Werken mit Mängeln in der Perspektive oder Farbgebung.

SVG-Grafiken kommen beispielsweise in den Programmen Inkscape, http://www.inkscape.org, und Sodipodi, http://www.sodipodi.com, zum Einsatz. Daher können die Clips hier weiterverwendet werden. (Andreas Bohle/agr)

Abb. 3: Die Web-Seite Openclipart.org sammelt Cliparts unter anderem im freien Dateiformat SVG.

Kurz notiert

Suse 9.3: Die kommende Version 9.3 von Suse Linux Professional soll eine Desktop-Suchmaschine enthalten, die neben lokalen Dateien auch Adressbücher sowie das Web durchsucht. Dabei kommt das Open-Source-Programm Beagle zum Einsatz. Eine weitere Neuerung stellt die komfortable Ingration des Apple-Musik-Players Ipod dar. Dieser wird vom System automatisch gemountet. Der Anwender fügt Musikdateien und Playlists einfach per Drag & Drop im Konqueror hin.

Kernel 2.6.11: Mit der neuen Release des Linux-Kernels verbessert sich die Unterstützung für DVB-Karten. Außerdem integrierten die Entwickler eine neue Version des Sound-Systems und ergänzten den Quellcode so, dass der Linux-Kernel auf verschiedenen Plattformen, wie beispielsweise PowerPC, noch besser läuft. http://www.kernel.org

FreeNX 0.3.0: Client-/Server-Architektur, die es ermöglicht, einen kompletten Desktop über eine Netzwerkverbindung zu bedienen. Durch Kompression der Daten läuft dies sogar über eine Modem-Verbindung in einer erträglichen Geschwindigkeit. Die aktuelle Version erlaubt es dem Anwender, seine eigenen Konfigurationsdateien zu schreiben. Das Tool ist eine freie Variante eines ähnlichen Tools von NoMachine http://www.nomachine.com/developers.php

Krusader 1.60.0-Beta1: Wer auf der Suche nach einem komfortablen Dateimanager ist, sollte einen Blick auf Krusader http://krusader.sourceforge.net wagen. Das Programm steht kurz vor der Fertigstellung der Version 1.60 und bietet dann noch bessere Möglichkeiten, um Suchergebnisse zu speichern, Tastenkürzel zu exportieren oder zu importieren, sowie die Möglichkeit, eigene Themes für die Software zu installieren.

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