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Erschienen in EasyLinux 05/2005   »   Ausgabe bestellen

Linux mit Emulatoren unter Windows starten

Linux-Fenster öffnen

von Hans-Georg Eßer


In der idealen Welt arbeiten Sie exklusiv unter Linux, doch die Welt ist nicht ideal, und mancher Anwender will sich weder mit ständigen Neustarts quälen noch Windows-Programme unter Linux laufen lassen. Es geht auch anders herum.

Über die Möglichkeiten der Emulation hat EasyLinux schon mehrfach berichtet, auch im aktuellen Schwerpunkt finden sich wieder Hinweise, wie Windows-Programme oder gleich ein komplettes Windows-System unter Linux zum Laufen gebracht werden. Dieser Artikel beleuchtet die umgekehrte Richtung: Wer überwiegend mit Windows arbeitet und Linux nur als Zweitsystem betrachtet, hat damit die Möglichkeit, in seiner gewohnten Betriebssystemumgebung zu bleiben und dennoch Linux kennen zu lernen.

Emulatoren

Es gibt zur Zeit drei brauchbare Ansätze, ein Linux-System unter Windows laufen zu lassen. Zwei davon kosten Geld, der dritte ist zwar gratis aber sehr kompliziert einzurichten.

Die beiden kommerziellen Produkte VMware und Virtual PC sind benutzerfreundlich und unter Windows schnell installiert. Allerdings sind sie nicht ganz billig: Die Download-Version von VMware Workstation [1] kostet 189 US-Dollar (169 Euro bei ixsoft [2]), Virtual PC 2004 [3] ist bei Amazon ebenfalls für 169 Euro erhältlich.

Eine kostenlose Lösung stellt CoLinux [4] dar -- das ist eine angepasste Version des Linux-Kernels, die direkt unter Windows läuft. Leider ist die Einrichtung nicht unproblematisch, im Test ließ sich zwar ein speziell an CoLinux angepasstes Debian Linux starten, erhielt aber keinen Netzwerkzugriff und war damit praktisch unbrauchbar.

Im Rest dieses Artikels werden wir daher nur die beiden kommerziellen Varianten besprechen. Beide erlauben sehr komfortabel die Nutzung eines zweiten Betriebssystems: VMware und Virtual PC können beide auch mehrere virtuelle Rechner gleichzeitig starten (so dass Sie beispielsweise parallel mit mehreren Linux-Distributionen arbeiten können), und beide bieten ein "Suspend" genanntes Feature, mit dem sich der aktuelle Zustand eines emulierten PC einfrieren lässt. Danach können Sie den Emulator schließen und nach einem späteren Neustart einfach an der Stelle weiter arbeiten, an der Sie die Suspend-Funktion aufgerufen haben.

Testumgebung

In allen Tests haben wir Suse Linux 9.2 im Emulator installiert. Als Testrechner kam ein sehr aktueller PC mit AMD-Athlon-64-3400+ Prozessor (2,2 GHz echter Takt), 1 GByte Arbeitsspeicher und einer schnellen 300-GByte-SATA-Festplatte zum Einsatz, auf dem der Hersteller Windows XP Home (mit Service Pack 2) vorinstalliert hatte.

Microsoft Virtual PC 2004

Gleich vom Hersteller des Windows-Betriebssystems selbst kommt der Emulator Virtual PC: Den früheren Anbieter Connectix hat Microsoft vor einiger Zeit übernommen. Mit der aktuellen Version Virtual PC 2004 gibt es allerdings ein potenzielles Problem -- es läuft laut Produktbeschreibung nur unter den Professional-Versionen von Windows 2000 und XP.

Der Versuch, den Installer auf einem XP Home zu starten, wurde auch wie erwartet mit einer Fehlermeldung quittiert (Abbildung 1). Interessanterweise ging es nach einem Klick auf Next trotzdem mit der Installation weiter. Beim ersten Start der installierten Anwendung erscheint ein erneuter Hinweis darauf, dass Virtual PC eigentlich nur für Professional-Versionen gedacht ist -- diese Meldung kommt bei jedem neuen Start, bis man sie deaktiviert.

Abb. 1: Virtual PC verrichtet seine Dienste unter Windows XP Home nur widerwillig.

Via Assistent erstellt man nun einen neuen virtuellen PC. In der Liste der möglichen Gastsysteme taucht Linux zwar nicht auf; das macht aber nichts. Nach Auswahl von Anderes geht es weiter.

Die Vorgabe, 128 MByte Arbeitsspeicher für den PC im PC bereitzustellen, sollte man nur bei knappem Hauptspeicher übernehmen -- wer einen aktuellen PC mit 1 GByte RAM oder mehr verwendet, kann den Wert auf 256 MByte hochsetzen.

Damit eine Installation möglich ist, muss man nun eine virtuelle Festplatte anlegen. Als Größe wurden auf unserem Testrechner automatisch 16 GByte reserviert -- diese Vorgabe kann man nur nachträglich ändern.

Jetzt kann es los gehen: In das CD- oder DVD-Laufwerk kommt ein Linux-Installationsdatenträger, und im Virtual-PC-Kontrollfenster klickt man auf Starten. Es erscheint der Boot-Manager der Suse-DVD (Abbildung 2).

Abb. 2: Der Boot-Manager der Suse-DVD im Virtual-PC-Fenster.

Der Start der Suse-Installation zog sich hin: Beim Punkt Loading data into RAM disk, der normalerweise in wenigen Sekunden erledigt ist, ging es erst nach mehreren Minuten weiter.

Host key

Nach einem ersten Klick in das Fenster des virtuellen PCs ist die Maus dort gefangen, auch ein Fensterwechsel mit [Alt-Tab] ist nicht möglich, da Virtual PC diese Tastenkombination an das Gastsystem weiterreicht.

Um die Emulation mit der Maus verlassen zu können, definiert Virtual PC einen so genannten Host key -- in der Demoversion war dafür die rechte [Umsch]-Taste vorgesehen, funktionierte aber nicht. Mit folgendem Trick kann man sich behelfen: [Strg-Alt-Entf] öffnet wie gewohnt den Windows-Task-Manager, dadurch wird die Maus befreit. Im Verwaltungsfenster kann man dann in den Optionen (Datei/Optionen) unter Tastatur den Host key beispielsweise auf die rechte Windows-Taste umstellen -- das funktioniert.

Alle Vorgaben von YaST wurden im Test übernommen, dazu gehört auch die Partitionierung der virtuellen Festplatte. An den Partitionen der echten Festplatte ändert die Linux-Installation nichts: Das Gastsystem "sieht" nur die virtuelle Hardware.

Wie schon beim Einlesen der RAM-Disk war der Zugriff auf die DVD während der gesamten Installation schleichend langsam, die Gesamtdauer für eine Standardinstallation betrug fast zweieinhalb Stunden (Abbildung 3).

Abb. 3: Drei Viertel der Suse-Installation unter Virtual PC benötigten schon zwei Stunden.

Netzwerk, Grafik, Sound

Die Netzwerkeinbindung hat Virtual PC gut gelöst: Virtuelle Rechner werden in das normale lokale Netzwerk eingebunden und erhalten zum Beispiel automatisch eine IP-Adresse, wenn im Netz ein DHCP-Server läuft. Die virtuelle Netzwerkkarte meldet sich übrigens als DECchip 21140 und wurde automatisch erkannt. Dadurch funktionierten auch direkt alle Internet-Anwendungen (Abbildung 4).

Abb. 4: Die EasyLinux-Web-Seite im Internet Explorer und im Konqueror in der Virtual-PC-Sitzung.

Als Grafikkarte verwendet der virtuelle PC einen älteren S3-Chip. Der Versuch, damit eine Auflösung von 1400x1050 oder 1280x1024 Pixeln einzustellen, misslang; die maximal mögliche Auflösung war im Test 1152x768; das reicht aber auch für die meisten Zwecke.

Die Soundkarte im virtuellen PC ist eine alte SoundBlaster 16, die zwar korrekt eingerichtet wurde, aber nur mit großer Verzögerung sehr zittrige Töne erzeugte und damit praktisch unbenutzbar war.

Geschwindigkeit

Von einer Emulation, die einen kompletten Rechner nachbildet, kann man generell keine Höhenflüge erwarten, was die Rechenleistung des emulierten PCs angeht. Auf dem Testrechner verhielt sich Suse Linux in der Virtual-PC-Emulation ausreichend schnell für normale Arbeiten. So war beispielsweise die Texteingabe in OpenOffice Writer unverzögert. Lediglich bei Mausbewegungen irritierte, dass die Maus teilweise sprunghaft statt in einer kontinuierlichen Bewegung über den Bildschirm wanderte -- das ist aber ein rein optisches Problem. Beim Test mit einem im Vergleich zu KDE weniger ressourcenhungrigen Window Manager (WindowMaker) reduzierte sich dieser Effekt ein wenig.

Probleme gab es übrigens mit der Belegung der AltGr-Taste: Zwar funktionierten Tastenkombinationen wie [AltGr-E] (Euro-Zeichen) und [AltGr-M] (griechisches Mü), aber der Backslash "\" ([AltGr-ß]) und das Pipe-Zeichen "|" ([AltGr-<]) waren unerreichbar.

VMware 4.5.2

Die Alternative VMware ist ein alter Bekannter, gibt es doch auch eine VMware-Version für Linux, welche dort die Installation eines Windows-Systems erlaubt.

Anders als unter Linux ist es bei der Windows-Version von VMware nicht notwendig, spezielle Konfigurationsschritte für die Netzwerkverbindung auszuführen -- das erledigt der grafische Installer direkt bei der Einrichtung von VMware. Für die Installation ist ein Lizenzschlüssel notwendig -- den gibt es nach Registrierung bei VMware bei E-Mail.

Auch in VMware hilft ein Assistent beim Anlegen eines neuen virtuellen Rechners. Anders als bei Virtual PC ist Linux für VMware kein Unbekannter; er bietet unter der Kategorie Linux sogar verschiedene Linux-Distributionen an, darunter auch Suse (Abbildung 5): Prima. Als Speichergröße schlägt VMware 256 MByte vor; das ist die Einstellung, mit der wir auch Virtual PC getestet haben. Die Netzwerkoption Bridged Networking ist vorgegeben und erzielt das gleiche Resultat wie im Virtual-PC-Test, also eine transparente Einbindung in das lokale Netzwerk.

Abb. 5: Der VMware-Assistent für neue virtuelle Rechner kennt verschiedene Linux-Distributionen.

Der Assistent schlägt vor, die virtuelle Festplatte als SCSI-Platte einzurichten; die vorgeschlagene Plattengröße von 4 GByte ist allerdings etwas niedrig für aktuelle Linux-Distributionen; wir haben den Wert auf 16 GByte erhöht.

Beim Booten von der Suse-9.2-DVD wird die Grafikkarte nicht korrekt eingebunden, das Installationsprogramm bietet an, im Textmodus weiter zu arbeiten. Nach einem Neustart und manueller Auswahl des Grafikmodus VESA ist aber auch eine grafische Installation möglich -- allerdings verwendet der Installer dann die gleiche Auflösung wie sie auf dem Windows-Desktop eingestellt ist. So passt die virtuelle Anzeige nicht komplett ins Fenster, und man darf häufig scrollen. Auf dem Athlon-64-Rechner musste zudem manuell auf die 32-Bit-Version von Suse Linux umgeschaltet werden -- der 64-Bit-Kernel hängt sich beim Initialisieren auf.

Ausgezeichnet: Nach nur 25 Minuten waren alle Pakete auf der Platte -- unter Virtual PC dauerte das sechs mal so lang. Leider bootete das fertige System nicht: Es erschien nur ein Grub-Boot-Manager-Prompt ohne Menü. Über den Menüpunkt Installiertes System starten der Suse-Installations-DVD konnte das installierte Linux zwar aktiviert werden, aber auch eine Nachbearbeitung der Grub-Konfiguration verhalf nicht zum eigenständigen Start. Die Lösung bestand in einer Neuinstallation -- vorher musste in der VMware-Konfiguration die virtuelle Festplatte "getauscht" werden: VMware schlägt bei Linux-Installationen vor, eine virtuelle SCSI-Platte anzulegen. Nach Auswahl der Alternative (ATAPI-Festplatte) gab es auch mit dem Boot-Manager keine Probleme mehr.

Netzwerk, Grafik, Sound

Auch in VMware gab es keine Probleme mit dem Netzwerk: Die virtuelle AMD-PCnet-Netzwerkkarte wurde über DHCP korrekt eingebunden, und Zugriff auf das Netzwerk (und darüber aufs Internet) war sofort möglich (Abbildung 6).

Abb. 6: Auch unter VMware bereitete der Netzwerkzugriff keine Probleme.

Die Grafik konfigurierte Suse Linux auf dem virtuellen VMware-PC mit 640x480 zunächst Punkten schlecht, bei der manuellen Anpassung auf 1280x1024 Punkte gab es aber keine Probleme. Nur von der Versuchung, im laufenden Betrieb unter KDE die Auflösung zu ändern, sollte man absehen: Das Resultat ist eine unleserliche Anzeige.

Auch klanglich konnte VMware auftrumpfen: Die Soundkarte wurde als 128-Bit-SoundBlaster-Karte erkannt und funktionierte tadellos, die Ausgabe von Testklängen war unterbrechungsfrei.

Geschwindigkeit

Im Vergleich zu Virtual PC war die Arbeit mit VMware deutlich angenehmer, was die Reaktion des Gast-Linux-Systems anging: Hakelige Mausbewegungen gab es nicht, und auch Programmstarts waren im Vergleich deutlich schneller. Bei der Texteingabe in OpenOffice war dieser Unterschied zwar nicht mehr zu spüren, dennoch vergrößert das viel flüssigere Arbeiten den Spaß an Linux.

Von den unter Virtual PC aufgefallenen Problemen mit der AltGr-Taste, die für Zeichen wie "\" und "|" benötigt wird, war VMware übrigens nicht betroffen -- alle Tastenkombinationen funktionierten wie erwartet. An diesem Punkt wird sichtbar, dass VMware Linux als Gastsystem nicht nur in den Konfigurationsassistenten aufgenommen, sondern auch getestet hat.

Mehr Komfort -- nicht für jeden

VMware bietet für ein Linux-Gastsystem die Installation spezieller Treiber an, die einige Komfortfunktionen ergänzen. Dazu wählt man in VMware den Menüpunkt VM / Install VMware Tools, wechselt unter Linux mit [Strg-Alt-F1] in den Textmodus und greift nach Abschalten der grafischen Oberfläche auf die Treiberdatei zu, die über das DVD-Laufwerk verfügbar ist:

init 3
tar xzf /media/dvd/vmware-linux-tools.tar.gz
cd vmware-tools-distrib
./vmware-install.pl

Das ist für Einsteiger sicher ein wenig umständlich und führt auch nicht immer zum Erfolg: Unter Suse Linux 9.2 geht es hier nach mehreren Bestätigungen mit [Eingabe] nicht weiter -- VMware liefert zwar fertige Module für zahlreiche Distributionen mit, Suse Linux wird aber nur in den Versionen 7.1 bis 9.1 unterstützt. Das Installationsprogramm benötigt die Entwicklungsumgebung und die Linux-Kernel-Header-Dateien, aber auch eine Nachinstallation der Paketgruppen C/C++ Compiler und Werkzeuge und Kernel-Entwicklung helfen nicht weiter: Die Quelltexte von VMware sind nicht mit dem Suse-Kernel und auch nicht mit dem so genannten X-Server x.org kompatibel, den Suse Linux 9.2 verwendet. Hier hilft nur Warten auf die bald erscheinende VMware-Version 5.0.

Um die Features zu testen, haben wir noch die ältere Suse-Version 9.1 unter VMware installiert und auch dort die VMware-Tools eingerichtet -- hier gab es keine Probleme (Abbildung 7).

Abb. 7: Die Installation der VMware-Tools funktioniert unter Suse Linux 9.1.

Nach Installation der VMware-Tools konnte man unter Linux den Mauszeiger einfach aus dem Desktop heraus bewegen und damit die übrigen Windows-Fenster erreichen -- ohne die Tools ist dazu (wie bei Virtual PC) eine Tastenkombination notwendig. Den im VMware-Fenster gefangenen Mauszeiger kann man generell mit [Strg-Alt] freigeben -- der schnelle Weg durch Herausbewegen der Maus ist aber deutlich angenehmer.

In eingeschränktem Umfang erlauben die VMware-Tools auch Copy & Paste zwischen Windows- und Linux-Anwendungen: So fügt man Inhalte der X-Window-Zwischenablage unter Windows ein und umgekehrt. Formatierungen gehen dabei allerdings verloren: Der Versuch, fett und kursiv sowie in unterschiedlichen Schriftgrößen formatierte Texte zwischen OpenOffice unter Linux und dem direkt unter Windows laufenden Wordpad auszutauschen, schlug fehl (Abbildung 8). Immerhin: Für einfache Textinformationen, etwa die Inhalte einer Konfigurationsdatei, reicht dieses Feature aus.

Abb. 8: Sind die VMware Tools unter Linux installiert, funktioniert auch Copy & Paste -- allerdings ohne Formatinformationen.

Virtual PC bietet solche Features nicht: Das Verlassen der Emulation ohne "Host key" ist nicht möglich, und wer dort Daten zwischen Linux und Windows austauschen will, muss sie in eine Datei schreiben und den Umweg über das Netzwerk gehen.

VMware 5.0 Beta

Bei VMware steht die neue Version 5.0 fast in den Startlöchern [5]. Wir haben neben der aktuellen Version 4.5.2 die Beta-Version 5.0 angetestet. Diese unterstützt offiziell auch Suse Linux 9.2 und Mandrake Linux 10.

Die wichtigste Nachricht am Anfang: Die Installation von Suse Linux 9.2 hatte auch unter der VMware-Beta noch Probleme mit dem Grafikmodus; hier half im Boot-Manager wiederum die Auswahl des VESA-Modus. Die VMware-Tools funktionierten hier und waren auch etwas einfacher zu installieren: VMware 5.0 Beta liefert ein RPM-Paket mit. Der Aufruf eines Skripts (vmware-config-tools.pl) mit Root-Rechten war allerdings auch hier notwendig. Die für Suse Linux 9.2 nötigen Module waren vorhanden und funktionierten gut (Abbildung 9).

Abb. 9: VMware 5.0 Beta mit Suse Linux 9.2 und installierten VMware-Tools.

Ein nützliches neues Feature ist die Videoaufzeichnung: Damit erstellen Sie von Teilen einer Linux-Sitzung ein Video (Abbildung 10). Anwendungen dafür gibt es viele: Schulungsanbieter können kleine Fortbildungsvideos erstellen, aber auch als normaler Anwender können Sie beispielsweise die Schritte auf Video aufzeichnen, die Sie unternommen haben, um ein bestimmtes Linux-Problem zu lösen -- gibt es einen Linux-Experten im Freundes- oder Bekanntenkreis, kann der Ihnen viel besser helfen, wenn er das Video sieht.

Abb. 10: VMware zeichnet ab Version 5.0 auch Videos auf.

Der Wechsel in den Suspend-Modus, mit dem Sie das Gastsystem unterbrechen und später an der gleichen Stelle weiter arbeiten können, ist in bei VMware 5.0 Beta deutlich schneller geworden -- das Anhalten einer Suse-Linux-Sitzung benötigte gerade mal zwei Sekunden.

Fazit

Die Installation von Suse Linux 9.2 unter Virtual PC war einfacher als unter VMware, und Virtual PC besitzt eine deutschsprachige Oberfläche, während VMware sich nur auf Englisch präsentiert -- aber damit endet die Liste der Pluspunkte für dieses Programm auch schon.

Nach den nötigen Korrekturen lief das Linux-System unter VMware deutlich schneller als im Microsoft-Emulator. Über die VMware-Tools für Linux wird das Linux-Gastsystem zudem besser integriert: Copy & Paste zwischen den beiden Welten gibt es nur mit VMware. Dazu kommt bei Virtual PC noch die -- möglicherweise nur theoretische -- Einschränkung, dass sich die Software eine Professional-Version von Windows wünscht und mit dem meist verbreiteten System (Windows XP Home) offiziell nichts zu tun haben will. Als Virtual PC noch ein Connectix-Produkt war, gab es diese Einschränkung übrigens nicht.

Bei Virtual PC gab es keine Sound-Ausgabe, und die Tastatur funktionierte nicht vollständig (AltGr-Taste), beides war unter VMware problemlos. VMware 4.5.2 fehlen die VMware-Tools für aktuelle Linux-Distributionen, aber Version 5.0 wird dieses Problem beheben.

Übrigens scheinen sich die beiden Emulatoren nicht zu vertragen: Beim Versuch, einen Screenshot mit zwei laufenden Linux-Systemen unter VMware und Virtual PC auf einem Desktop zu erzeugen, hängten sich beide PCs auf.

In diesem Test haben wir nur untersucht, wie einfach eine Standardinstallation von Suse Linux abläuft und wie gut das Linux-System im Emulator läuft -- neben diesen Eigenschaften gibt es weitere große Unterschiede zwischen VMware und Virtual PC, die beide über sehr lange Feature-Listen verfügen. Bei speziellen Anforderungen sollten Sie daher einen Blick auf die Produktbeschreibungen werfen.

Prima: Beide Emulatoren kann man vor dem Kauf ausgiebig testen -- VMware 30 Tage lang und Virtual PC sogar 45 Tage. Preislich liegen beide Programme gleichauf, daher lautet unsere Empfehlung trotz der auf dem Testrechner deutlichen Vorteile von VMware: Prüfen Sie beide Programme und wählen Sie den Emulator, der in Ihrem Szenario am besten arbeitet -- sofern Sie bereit sind, den doch stolzen Preis von ca. 170 Euro auszulegen; billiger (sprich: umsonst) ist der Weg, die Festplatte neu aufzuteilen und zwischen Windows und Linux hin und her zu booten. (hge)

Infos
[1] VMware Workstation, http://www.vmware.com/de/products/desktop/ws_features.html
[2] ixsoft, http://www.ixsoft.de/
[3] Microsoft Virtual PC 2004, http://www.microsoft.com/germany/virtualpc/default.mspx
[4] CoLinux, http://www.colinux.org/
[5] VMware 5 Beta, http://www.vmware.com/products/desktop/ws5_beta.html

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