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von Andrea Müller
Sie sind verbreiteter als Office-Dokumente und selbst Computer-Abstinenzler haben schon von ihnen gehört: MP3-Dateien. Dieses Format ermöglicht das Speichern von Audio-Datein in komprimierter Form mit mit kaum hörbaren Qualitätsverlusten. Neben MP3-Dateien erfreuen sich unter Linux auch OggVorbis-Dateien großer Beliebtheit. Wie MP3s speichern sie Musik in komprimierter Form, im Gegensatz zu MP3 handelt es sich bei OggVorbis jedoch um ein patentfreies Format.
In den so erzeugten Klangdateien ist nicht nur Platz für die Musik selbst, sondern die Formate bieten Felder für zusätzliche Informationen zu den Musikstücken. Mit so genannten ID3-Tags speichern Sie den Interpreten, den Namen des Titels und des Albums, Erscheinungsjahr, Genre oder auch einen Kommentar zu dem Lied direkt in der MP3- oder OggVorbis-Datei. Die meisten Audio-Player, wie etwa amarok, werten diese Informationen aus (Abbildung 1), so dass Sie unabhängig vom Dateinamen sehen, mit welchem Lied Sie es zu tun haben.

Bei selbst ausgelesenen Audio-CDs vergisst man leicht einmal das Setzen der Tags, auch MP3-Dateien von Bekannten oder aus dem Internet bringen die praktischen Informationen manchmal nicht mit. Zwar können Sie sie mit einem Abspielprogramm wie juk oder über Eigenschaften / Meta-Info aus dem Konqueror-Kontextmenü einer Datei leicht ändern, doch bei mehreren Dutzend Liedern kostet das zuviel Zeit. Deshalb existieren spezielle Tag-Editoren: Einer davon ist EasyTag, mit dem Sie komfortabel die ID3-Tags Ihrer Musiksammlung anpassen.
Im EasyLinux-Download-Bereich (http://www.easylinux.de/Download) finden Sie EasyTag-Pakete für alle von uns unterstützten Distributionen. Am schnellsten gelingt die Installation unter Suse Linux, da dort alle Pakete, die EasyTag benötigt, schon bei einer Standardinstallation auf der Festplatte landen. Laden Sie EasyTag aus unserem Download-Bereich herunter und klicken Sie die Datei im Konqueror an. Über die Schaltfläche Installiere Paket mit YaST (Install package with YaST unter Suse Linux 9.2) starten Sie das Verwaltungs-Tool der Distribution. YaST spielt die Software ein, bringt die Konfigurationsdateien auf den neuesten Stand und beendet sich.
Mandrake-Linux-Nutzer müssen die Distributions-CDs bereithalten, da EasyTag noch einige weitere Dateien benötigt, beispielsweise die Bibliothek libflac, mit deren Hilfe EasyTag auch mit Dateien im Flac-Format zurechtkommt. Das EasyTag-Paket für Mandrake Linux liegt in einer höheren Version vor als die Pakete für die anderen Distributionen, bei der Programmoberfläche hat sich jedoch fast nichts geändert.
Unter Fedora Core 2 benötigen Sie nicht nur das EasyTag-Paket, sondern zusätzlich die Datei id3lib-3.8.3-7.1.fc2.fr.i386.rpm aus unserem Download-Bereich. Doppelklicken Sie auf das id3lib-Paket und weisen Sie sich mit dem root-Passwort als Administrator aus. Das Programm system-install-packages überprüft daraufhin die Abhängigkeiten, spielt die Software ein und beendet sich. Ein Doppelklick auf das EasyTag-Paket startet danach dessen Installation. Sie müssen nicht erneut das Administratorpasswort eingeben, da Fedora Core 2 es einige Minuten im Arbeitsspeicher vorhält.
Starten Sie EasyTag über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]), in das Sie easytag eingeben. Neben dem Programmfenster (Abbildung 2) öffnet sich das Scanner-Fenster. Mit dessen Hilfe benennen Sie im Batch-Modus mehrere Dateien um oder setzen Tags. Da Sie es für die Grundfunktionen des Programms nicht benötigen, schließen Sie es. Sie können es später jederzeit über die Einträge des Scanner-Menüs erneut öffnen.
EasyTag durchforstet beim Start automatisch Ihr Home-Verzeichnis und dessen Unterordner nach Audio-Dateien. In der dreigeteilten Ansicht zeigt es ganz links den Verzeichnisbaum, daneben eine Liste der gefunden Musikstücke und auf der rechten Seite den Tag-Editor an. Sobald Sie eine der Audio-Dateien markieren, blendet die Software die schon gesetzten ID3-Tags ein. Im obersten Eingabefeld finden Sie den Dateinamen, der Bereich ID3-Tag nimmt die zusätzlichen Informationen auf. Informationen wie Titel, Künstler und Album müssen Sie selbst eintragen, beim Feld Genre nimmt EasyTag Ihnen die meiste Arbeit ab. Ein Klick auf die Pfeil-Schaltfläche öffnet ein Drop-down-Menü, aus dem Sie die Musikrichtung per Mausklick auswählen (Abbildung 3).
Alle Angaben, die Sie im Tag-Editor ändern, speichert EasyTag nur intern. Sobald Sie in der Baumansicht in einen anderen Ordner wechseln oder das Programm beenden, fragt EasyTag, ob Sie die Änderungen speichern wollen. Haben Sie die ID3-Tags mehrerer Dateien bearbeitet, sollten Sie in der nächsten Dialogbox Aktion für die übrigen Dateien wiederholen ankreuzen, damit das Programm nicht für jede Datei nachfragt, ob es die Änderungen speichern soll.
Die ID3-Tags bei einigen wenigen Dateien manuell zu setzen, ist kein Problem, haben Sie es jedoch mit einer größeren Sammlung zu tun, artet das Eintragen der Informationen leicht in mehrstündige Arbeit aus. Damit Sie Ihre Zeit nicht damit verschwenden, bietet EasyTag einige Komfortfunktionen, die das Setzen der Tags erleichtern. Besitzen Sie beispielsweise mehrere Titel vom selben Interpreten, markieren Sie all diese Dateien mit gedrückt gehaltener Strg-Taste. Tragen Sie nun den Sänger in das Feld Künstler ein und klicken Sie auf den rechteckigen Button rechts neben dem Eingabefeld. Damit füllen Sie bei allen ausgewählten Stücken das Interpretenfeld aus. Ebenso einfach gelingt das in den Feldern Album, Jahr, Genre und Kommentar.
Entspricht der Dateiname Ihrer Musikdateien dem Titel des Lieds, automatisieren Sie den Eintrag ins Titelfeld im Scanner-Fenster: Öffnen Sie es über Scanner / Fülle Tags. Im Drop-down-Feld Scanne Tag hat das Programm schon einige Umbenennungsmasken vordefiniert. Um für alle Stücke den Dateinamen als Titel-Tag zu verwenden, definieren Sie eine eigene Maske:
Haben Sie es mit Dateien zu tun, bei denen das Titelfeld falsch ausgefüllt ist, löschen Sie zuvor die gesetzten Tags über Datei / Tags entfernen.
Wenn Sie öfter mit EasyTag arbeiten, passen Sie das Programm über Einstellungen / Eigenschaften leicht an Ihre Bedürfnisse an. Liegt Ihre MP3-Sammlung nicht unterhalb Ihres Home-Verzeichnisses, stellen Sie auf dem Register Auswahl hinter Lade dieses Verzeichnis beim Start einen anderen Standardordner ein. Den automatischen Start des Scanner-Fensters unterbinden Sie durch Deaktivieren von Scanner / Öffne das Scannerfenster beim Start. Auf dem Reiter Bestätigen unterbinden Sie schließlich die Nachfragen von EasyTag vor dem Schreiben der ID3-Tags. Die im Konfigurationsmenü geänderten Einstellungen sichern Sie mit einem Klick auf Speichern.
EasyTag hilft Ihnen, Informationen zu Ihren Liedern schneller einzutragen, als Sie die CD ausgelesen oder die Dateien heruntergeladen haben. Wer für diese Aufgabe ein flexibles Kommandozeilen-Tool sucht, sollte einen Blick in das Guru-Training ab Seite 82 werfen: Dort dreht sich alles um den Umgang mit ID3-Tags auf der Kommandozeile. (amü)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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