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Erschienen in EasyLinux 05/2005   »   Ausgabe bestellen

OpenOffice-Tipps

Tipps und Tricks zu OpenOffice

von Thomas Hümmler


OpenOffice ist für Umsteiger zunächst ungewohnt, vor allem, wenn Sie früher mit dem Programmpaket von Microsoft gearbeitet haben. Die folgenden Tipps und Tricks helfen Ihnen bei der Gestaltung von und beim Umgang mit Diagrammen und Grafiken.

Tipp: Diagrammdaten mit Grafiken versehen

Statt einer Farbe oder einem Farbverlauf ordnen Sie einzelnen Datenreihen eines Diagramms alternativ eine Bitmap-Grafik zu. Dafür klicken Sie doppelt auf das betreffende Diagramm, um es zum Bearbeiten zu öffnen. Anschließend markieren Sie eine Datenreihe mit einem einfachen Klick. Nun wählen Sie Format / Objekteigenschaften, um den Dialog Datenreihe zu öffnen.

Wechseln Sie zur Registerkarte Fläche und wählen Sie als Füllung die Option Bitmap. Daraufhin erscheint eine Liste mit 20 verschiedenen Grafiken. Klicken Sie auf eine, um sie als Textur für die Datenreihe zu wählen.

Rechts sehen Sie eine Vorschau. Unter Größe ist zunächst die Option Original voreingestellt. So behält die Grafik beim Füllen des Objekts ihre Originalgröße bei. Möchten Sie das ändern, schalten Sie die Option Original ab. Nun geben Sie die neue Breite und Höhe der Bitmap-Grafik in Zentimetern ein. Markieren Sie hingegen die Option Relativ, bestimmen Sie in den Eingabefeldern Breite und Höhe eine Prozentzahl, um die sich die Größe der Grafik relativ zur Datenreihe ändert (Abbildung 1).

Abb. 1: Datenreihen in einem Diagramm verwenden als Hintergrund auch Grafiken.

Tipp: Transparente Datenreihen im Diagramm

Ein hilfreicher Effekt tritt auf, wenn Sie die vorderen Datenreihen eines 3D-Diagramms transparent erscheinen lassen (Abbildung 2): Die dahinter liegenden Datenreihen werden komplett sichtbar. Das funktioniert nicht nur mit Farben, sondern auch mit Farbverläufen, Schraffuren und Bitmaps.

Um Datenreihen durchsichtig darzustellen, klicken Sie doppelt auf ein Diagramm. Im Bearbeitungsmodus markieren Sie eine Datenreihe mit einem einfachen Klick und wählen Format / Objekteigenschaften, um den Dialog Datenreihe zu öffnen.

Wechseln Sie zum Register Transparenz und wählen Sie Transparenzmodus. Klicken Sie nun entweder auf Transparenz oder auf Verlauf. Stellen Sie die Transparenz auf einen Wert zwischen 0 (undurchsichtig) und 100 Prozent. Wählen Sie Verlauf, müssen Sie diesen noch näher definieren: Einen Typ wählen Sie aus sechs Arten des Transparenzverlaufs: Linear, Axial, Radial, Ellipsoid, Quadratisch oder Rechteckig. Bei allen Verläufen außer Linear und Axial stellen Sie in den Feldern Zentrum X und Zentrum Y die horizontale sowie die vertikale Verschiebung für den Verlauf ein. Den Winkel (0 bis 359 Grad) passen Sie in 15-Grad-Schritten an. Mit Rand (Voreinstellung: 0 %) legen Sie fest, um wieviel die transparente Fläche im Verlauf geändert werden soll.

Abb. 2: Verleihen Sie Datenreihen Transparenz, um ein 3D-Diagramm besser darzustellen.

Tipp: Vorbelegte Tastenkürzel verwenden

Manche Tastenkombinationen können Sie in OpenOffice nicht nutzen, da die KDE-Oberfläche sie bereits belegt. Beispielsweise sollte [Strg-F9] unter OpenOffice die Feldnamen anzeigen und [Strg-Umschalt-F5] zu einer bestimmten Seite im Dokument wechseln. KDE jedoch zeigt damit in der Standardeinstellung die Arbeitsflächen 9 bzw. 17 an. Da die meisten Benutzer nicht so viele Arbeitsflächen eingerichtet haben, passiert in diesen Fällen gewöhnlich überhaupt nichts, denn OpenOffice berücksichtigt nur die Tastenkombinationen, die die Desktop-Oberfläche nicht bereits belegt.

Wollen Sie den Befehl trotzdem über ein Kürzel nutzen, haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie ändern die Tastenkombination für KDE; dazu öffnen Sie das Kontrollzentrum und wechseln ins Menü Regionaleinstellungen & Zugangshilfen / Tastenkürzel. Dort suchen Sie auf den Registerkarten Allgemeine Tastenkürzel und Tastenkürzel-Serien die zu ändernde Hotkey. Markieren Sie diese und wählen Sie im Bereich Tastenkombination für die ausgewählte Aktion die Option Keine, um das Kürzel zu löschen. Oder Sie klicken auf Benutzerdefiniert und geben im folgenden Fenster eine andere Kombination ein.

Wollen Sie die KDE-Tastenkürzel beibehalten, belegen Sie sie in OpenOffice neu. Dazu wählen Sie den Befehl Extras / Anpassen und wechseln zum Register Tastatur. Markieren Sie in der Liste Tastenkombinationen die bereits von KDE beansprucht und klicken Sie auf Löschen, um die Zuordnung aufzuheben.

Nun suchen Sie im Bereich Funktionen die gerade gelöschte Funktion, im Beispiel des Kürzels [Strg-Umschalt-F5] den Eintrag Zur Seite. Ihn finden Sie im Bereich Navigieren. Wenn Sie dort die Funktion markiert haben, suchen Sie in der Liste Tastenkombinationen eine neue Kombination heraus. Markieren Sie diese und klicken Sie auf Ändern und anschließend OK, um zurück zum Text zu gelangen (Abbildung 3).

Abb. 3: Wenn eine Tastenkombination nicht funktioniert, weil KDE sie bereits belegt, ordnen Sie der Aktion ein anderes Tastenkürzel zu.

Tipp: Bilder in OpenOffice laden

OpenOffice-Dokumente jeder Art lassen sich mit Bildern bereichern. In der Textverarbeitung und der Tabellenkalkulation wählen Sie dazu den Befehl Einfügen / Grafik / Aus Datei. Im Präsentations- und im Zeichenmodul lautet der Befehl Einfügen / Grafik.

Das folgende Dialogfenster zeigt alle Dateien in den OpenOffice bekannten Grafikformaten: BMP, DXF (Autocad Interchange Format), EMF (Enhanced Metafile), EPS (Encapsulated Postscript), GIF, JPEG, MET (OS/2-Metadatei), PBM (Portable Bitmap), PCD (Kodak Photo CD in den Auflösungen 192x128, 384x256 und 768x512), PCT (Mac Pict), PCX, PGM (Portable Greymap), PNG, PPM (Portable Pixmap), PSD (Adobe Photoshop), RAS (Sun Rasterbild), SGF (StarWriter Graphics Format), SGV (StarDraw 2.0), SVM (Starview Metadatei), TGY (Truevision Targa), TIFF, WMF (Windows Metadatei), XBM (X Bitmap) und XPM (X PixMap).

Diese Auswahl lässt sich für eine bessere Übersicht einschränken. Die Option Vorschau ist standardmäßig eingeschaltet, so dass beim Markieren eines Dateinamens rechts ein Miniaturbild erscheint. Wenn Sie auf die Vorschaufunktion verzichten möchten -- etwa, weil Sie einen langsamen Rechner haben --, schalten Sie die Option ab, bevor Sie eine Datei markieren. Mit Öffnen laden Sie Bilddatei schließlich ins OpenOffice-Modul.

Tipp: Bilder als Verknüpfung laden

Wer mit Windows arbeitet, kennt den OLE-Mechanismus ("Object Linking and Embedding"; Objekte verknüpfen und einbinden). Linux bietet das nicht, aber OpenOffice verfügt dazu über eine eigene Funktion, mit der es Bilder als verknüpfte Grafiken in ein Dokument lädt. Dazu schalten Sie beim Einfügen einer Grafik im Dialogfenster Grafik einfügen die Option Verknüpfen ein (Abbildung 4).

Dadurch wird das Dokument nicht so groß, weil es statt einer Kopie der Grafik nur einen Verweis darauf enthält. So lädt OpenOffice bei jedem Öffnen eines solchen Dokuments die verknüpften Grafiken erneut von ihrem externen Speicherplatz. Daraus ergibt sich auch das Manko dieser Methode: Liegt das Bild nicht mehr an derselben Stelle, kann OpenOffice es nicht mehr laden.

Abb. 4: Schalten Sie die Option "Verknüpfen" (links unten) ein, um statt einer Kopie eines Bilds nur einen Verweis darauf einzufügen.

Tipp: Bildverknüpfungen nachträglich ändern

Haben Sie ein Bild als Verknüpfung in ein Dokument eingefügt, lässt diese sich auch nachträglich ändern. Dazu wählen Sie in einem Dokument, das verknüpfte Bilder enthält, den Befehl Bearbeiten / Verknüpfungen. Im folgenden Dialogfenster passen Sie die Eigenschaften der Verknüpfungen und die Bilder oder die Pfade zu den Dateien an (Abbildung 5).

Das Dialogfenster enthält eine Liste aller mit dem Dokument verknüpften Daten. Die Quelldatei zeigt jeweils den Dateinamen sowie den Pfad. Als Element erscheint -- wenn bekannt -- die Anwendung, in der das Bild zuletzt gespeichert wurde. Typ gibt den Dateityp und Status zusätzliche Informationen zur Aktualisierung wieder. Hier steht entweder Automatisch oder Manuell. Da OpenOffice verknüpfte Bilder jedoch nicht automatisch aktualisieren kann, lautet der Eintrag meist Manuell.

Über die rechten Schaltflächen bearbeiten Sie die jeweils markierte Verknüpfung. Klicken Sie auf Aktualisieren, erscheint deren zuletzt gespeicherte Version. Wollen Sie statt des aktuellen Bildes ein anderes laden oder den Pfad zu einer verknüpften Datei ändern -- weil Sie diese zum Beispiel verschoben haben -- markieren Sie eine Grafik und klicken auf Ändern. Es öffnet sich ein Dialogfenster, in dem Sie eine neue oder die verschobene Datei auswählen.

Der Befehl Lösen hebt schließlich die Verknüpfung zwischen der Ursprungsdatei und dem Dokument auf. Daraufhin bettet OpenOffice eine zuvor als Verknüpfung eingefügte Grafik als Kopie ins Dokument ein.

Abb. 5: Verknüpfungen zu Grafikdateien lassen sich nachträglich anpassen.

Tipp: Grafikfilter in der Tabellenkalkulation

Einige Bilder benötigen noch etwas Kosmetik, bis sie Druckreife erlangen. OpenOffice bietet selbst einige Bildbearbeitungsfunktionen, so dass ein externes Grafikprogramm nicht immer nötig ist.

Sobald Sie ein Bild per Klick auswählen, verändert sich die Objektleiste. Ganz links auf der Grafikobjektleiste finden Sie die Abreißleiste Filter (Abbildung 6). Sie bietet folgende Funktionen:

Abb. 6: Die Abreißleiste "Filter" bietet einige Bildbearbeitungsfunktionen.

Tipp: Grafikobjektleiste nutzen

Zum Bearbeiten von Bildern dienen nicht nur die vordefinierten Grafikfilter. In der Grafikobjektleiste, die erscheint, sobald Sie ein Bild per Klick markiert haben, gibt es außer der Filter-Abreißleiste diese Funktionen:

Tipp: Grafik als Hintergrund in Calc

Mit dem Befehl Format / Zelle öffnen Sie ein Dialogfenster, in dem Sie die markierten Zellen eines Tabellenblatts formatieren. Auf dem Register Hintergrund etwa stellen Sie die Farbe für den Zellhintergrund ein.

Das geht aber noch raffinierter. Statt eintöniger Farbe legen Sie zum Beispiel ein Bild als Zellhintergrund fest. Dazu fügen Sie zunächst mit dem Befehl Einfügen / Grafik / Aus Datei ein Bild ein. Anschließend ändern Sie den Kontrast, die Helligkeit oder die Transparenz, wie im Tipp ### beschrieben. Sie können auch Effekte wie Weichzeichnen, Altern oder Mosaik einsetzen, wie es Tipp ### beschreibt.

Ist das Bild angepasst, positionieren Sie es an der richtigen Stelle oder verändern die Größe mit Hilfe des Befehls Format / Position & Größe. Danach wählen Sie Format / Anordnung / In den Hintergrund, um das Bild hinter die Zellen zu legen (Abbildung 7).

Abb. 7: Bevor Sie ein Bild hinter die Zellen eines Tabellenblatts legen, bereiten Sie es vor, indem Sie z. B. die Helligkeit erhöhen und den Kontrast verringern.

Tipp: Hintergrundgrafik bearbeiten

Nachdem Sie ein Bild mit dem Befehl Format / Anordnung / In den Hintergrund hinter die Zellen verschoben haben, können Sie das Bild nicht mehr markieren und bearbeiten. Dadurch ist es weder möglich, das Bild über den Befehl Format / Anordung / In den Vordergrund wieder nach vorn zu holen, noch die Helligkeit weiter zu erhöhen oder den Kontrast zu mindern.

Hier hilft nur der Umweg über den Navigator, der alle Elemente eines Dokuments auflistet. Öffnen Sie diesen mit Bearbeiten / Navigator oder [F5] und klicken Sie auf das Plus-Symbol vor Grafiken. Das Hintergrundbild heißt hier Grafik 1 -- gibt es mehrere Bilder in einem Tabellenblatt, kann es auch einen anderen Namen tragen.

Klicken Sie doppelt auf den Navigatoreintrag Grafik 1, um das Bild zu markieren (Abbildung 8). Jetzt bearbeiten Sie es über die üblichen Funktionen oder holen es mit dem Befehl Format / Anordnung / In den Vordergrund wieder nach vorn.

Abb. 8: Wenn Sie im Navigator doppelt auf den Eintrag für das Hintergrundbild geklickt haben, können Sie es wieder bearbeiten.

Tipp: Aktive Hilfe nutzen in OpenOffice

Die so genannte Aktive Hilfe schalten Sie in jedem OpenOffice-Modul über das Hilfe-Menü ein. Sobald ein Häkchen vor dem Eintrag steht, liefert sie zu Menüeintragen, Textfeldern und Symbolen automatisch eine kurze Funktionsbeschreibung, wenn der Mauszeiger einige Sekunden auf dem Befehl, Textfeld oder Symbol verharrt.

Um die aktive Hilfe nur einmalig zu aktivieren, drücken Sie die Tastenkombination [Umschalt-F1]. Der Mauszeiger verwandelt sich in ein Fragezeichen ohne Punkt. Wenn Sie damit auf einen Befehl, ein Textfeld oder ein Symbol zeigen, blendet sich die Funktionsbeschreibung ein.

Sobald Sie einmal die Maustaste drücken, schaltet sich die aktive Hilfe wieder aus. Das gilt auch in den Menüs. Um trotzdem die Beschreibung eines Menübefehls zu erhalten, lassen Sie die Maustaste nicht los, wenn Sie ein Menü öffnen. (csc)

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