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Erschienen in EasyLinux 06/2005   »   Ausgabe bestellen

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Adobe Reader 7 für Linux freigegeben

Linux-Anwender hatten lange Zeit das Nachsehen bei der amerikanischen Firma Adobe: Erst vor kurzem veröffentlichte das Unternehmen eine Version des gleichnamigen Readers für das freie Betriebssystem. Damit zieht Linux endlich mit Windows und Macintosh gleich, und Linux-Anwendern stehen dieselben Funktionen zur Verfügung (http://www.adobe.com/products/arcobat/) wie den Benutzern anderer Betriebssysteme.

Der neue Version erlaubt es, PDF-Dokumente zu lesen, zu drucken und Formulare auszufüllen. Änderungen lassen sich nur vornehmen, wenn der Ersteller die Funktion aktiviert hat.

Adobe verteilt den Reader in der Linux-Variante als RPM-Paket oder so genanntes Tar-Archiv. Letzteres enthält aber -- anders als in vielen anderen Fällen -- nicht den Sourcecode, sondern Binärdateien, die sich distributionsübergreifend installieren lassen. Das RPM-Paket arbeitet laut beiliegender Beschreibung mit allen aktuellen Systemen zusammen. Die Installation aus dem Tar-Archiv erfordert das manuelle Ausführen von Skripten und sollte nur von erfahrenen Anwender vorgenommen werden.

Ubuntu Linux in neuer Version

Wie ein "altersgrauer Igel", so die deutsche Übersetzung des Codenamens Hoary Hedgehog, kommt die neue Ubuntu-Version (http://www.ubuntu.com) beileibe nicht daher. Die Entwickler integrierten vielmehr die neusten Pakete der wichtigsten Anwendungen für einen Linux-Desktop. Dabei setzen sie auf Gnome 2.10, Kernel 2.6 und X.org 6.8.2. Auch der Browser Firefox liegt in der neusten Version 1.0.2 bei. Damit erhält der Anwender nicht nur einen aktuellen, sondern auch gut vorkonfigurierten Arbeitsplatz.

Das Projekt verfolgt weiterhin das Ziel, in der Standard-Installation für alle Arbeiten nur ein Tool auf die Festplatte zu heben. So vereinfacht sich für den Anwender die Einarbeitungszeit. Und aus diesem Grund reicht nach wie vor eine CD, um das System komplett auf einen Rechner aufzuspielen.

Da nicht alle Anwender mit der Grundsatzentscheidung für Gnome als Standard-Desktop zufrieden waren, bildete sich schnell ein Projekt, das KDE in die Distribution integrierte. Mit Kubuntu 5.04 (http://www.kubuntu.org) legten auch hier die Entwickler eine stabile Variante vor, die die gleiche Versionsnummer trägt wie die aktuelle Ubuntu-Version.

Beide Distributionen basieren auf Debian und lassen sich mit Paketen aus dem freien Projekt erweitern. Wer sich Ubuntu oder Kubuntu lieber vor der Installation erst mal ansehen möchte, der sollte zu den Live-CDs greifen, die beide Projekte zur Verfügung stellen.

Abb. 1: Die Debian-basierte Linux-Distribution Ubuntu setzt nach wie vor auf Gnome als Standard-Desktop.

Wikipedia zum Mitnehmen

Bisher brauchte man einen Internet-Anschluss, um im umfangreichen Archiv des Wikipedia-Projektes (http://de.wikipedia.org) zu recherchieren. Mit der Wikipedia-DVD stehen dem Anwender nun über 200 000 Artikel der deutschen Wikipedia auch offline zur Verfügung.

Der deutsche Zweig bietet auf seiner Web-Seite ein Iso-Image zum Download an. Wer das Projekt jedoch aktiv unterstützen möchte, bestellt alternativ bei Directmedia (http://www.digitale-bibliothek.de) eine fertig konfektionierte Version für rund 10 Euro. Davon geht ein Euro wieder an die Wikipedia zurück.

Neben den Artikeln enthält der Datenträger zusätzlich Dateien für den Einsatz auf Mobiltelefonen oder PDAs. So lassen sich die Daten sogar leicht mit auf die Reise nehmen. Wegen des großen Erfolges der ersten Ausgaben denken die Beteiligten schon über weitere Projekte nach: So soll die nächste DVD boot-fähig sein und ein System mitbringen, mit dem sich die Artikel gleich anschauen und durchsuchen lassen.

Um die englischsprachige Wikipedia auf DVD zu bannen, benötigt man mehr als einen Datenträger. Daher gibt es derzeit noch keine konkreten Pläne, die deutsche Erfolgsgeschichte auch international zu wiederholen.

Abb. 2: Das Wikipedia-Projekt sammelt Artikel von Freiwilligen zu allen möglichen Wissensgebieten.

Neue Versionen von Kanotix und Knoppix

Das Live-System Kanotix (http://kanotix.com) liegt in einer neuen Version vor. Mit der Release 2005-02 integrierte der Hauptentwickler Kano neben der Desktop-Umgebung KDE 3.4 auch Kernel 2.6.11.7 mit zusätzlichen Patches.

Laut Web-Seite erlaubt das System im Live-Modus das Nachladen der Treiber für Nvidia- und ATI-Radeon-Grafikkarten. Ein Fehler im Bootloader Grub, der auch auf der Live-CD zum Einsatz kommt, wurde behoben, und der Datenträger startet nun besser von SCSI-CD-ROM-Laufwerken.

Ein interessantes Feature, das jedoch etwas technischen Einblick erfordert, ist UnionFS. Es handelt sich dabei um eine Methode, mit der sich physikalisch verschiedene Verzeichnisse virtuell in einem neuen zusammenfassen lassen. Diese Option lässt sich bei Kanotix mittels Cheatcode aktivieren. Sowohl Kanotix als auch das ebenfalls neu erschienene Knoppix (http://www.knoppix.de) legen mit UnionFS das virtuelle Dateisystem im Arbeitsspeicher und das feste auf dem Datenträger zusammen. So kann man -- scheinbar -- Änderungen an Dateien auf der CD vornehmen, verliert die Änderungen aber nach einem Reboot.

Bei der aktuellen Knoppix-Version stehen hauptsächlich Fehlerbereinigungen im Vordergrund. Die Grundlage für die Release bildet die CD, die Klaus Knopper zu CeBIT angefertigt hat.

Mandrake benennt Firma in Mandriva um

Nach der Fusion des französischen Linux-Distributors Mandrakesoft (http://www.mandrakelinux.com) und der brasilianischen Linux-Firma Conectiva (http://www.conectiva.com.br) benannte sich das neue Unternehmen nun in Mandriva (http://www.mandriva.com) um.

Der Namenswechsel erfolgte aus zwei Gründen: Zum einen reflektiert er natürlich den Zusammenschluss der beiden Unternehmen. Zum anderen endet damit ein Markenrechtsstreit, der schon seit längerem zwischen Mandrakesoft und der Hearst-Corporation schwelte.

Abb. 4: Mit dem Namenswechsel ändert das neue Unternehmen auch das Design der Logos und Boxen.

Schicker, schwarzer Winzling

Klein und flüsterleise macht der DT166 von DT Research als Mini-PC einen guten Eindruck auf dem Schreibtisch. Das lüfterlose System nimmt weniger als 10 Watt Leistung auf und eignet sich so ideal für Büroarbeitsplätze oder den Einsatz als Surf-Station. Die Stromversorgung übernimmt ein kleines externes Netzteil.

Das 400 Gramm schwere schwarze Kästchen misst 13 x 14 x 3,5 Zentimeter -- das ist etwa so groß wie drei übereinander gelegte CD-Hüllen. In dem kompakten Gehäuse sind eine 40-GByte-Festplatte und 256 MByte RAM untergebracht. Daneben verfügt das Gerät über vier USB-Ports, eine Ethernet-Schnittstelle und einen VGA-Ausgang, der eine maximale Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln bei 85 Hz ermöglicht.

Zurzeit wird das Gerät mit Windows XP ausgeliefert, doch eine Version mit vorinstalliertem Linux ist laut Hersteller bereits in Arbeit. Sie soll ab Mai über Concept Distribution (http://www.concept-distribution.com) vertrieben werden und inklusive Mehrwertsteuer rund 347 Euro kosten.

Abb. 5: Für ein wenig Surfen und E-Mail-Schreiben muss es nicht immer ein Tower sein: Der Mini-PC von DT-Research spart Strom und Platz.

Support für die Firefox-Entwicklung

Das amerikanische Unternehmen Round Two (http://www.roundtwo.com) möchte die Arbeit mit dem Browser Firefox (http://www.mozilla.org/products/firefox/) durch Erweiterungen und Drittanwendungen für den Anwender noch sicherer und komfortabler machen. Bis neue Projekte am Horizont auftauchen, unterstützt die Firma die bereits sehr erfolgreichen Zusatzprodukte FlashGot (Integration externer Download-Manager), SwitchProxy (Management von Proxy-Servern) und einen Bandbreiten-Tester.

Die enge Verbindung zwischen dem Startup-Unternehmen und dem Mozilla-Projekt ergibt sich vor allem über den CEO Bart Decrem, der bei der Mozilla Foundation für das Marketing zuständig war. (Andreas Bohle/agr)

Kurz notiert

XAMPP 1.4.13: Leicht zu installierendes Setup für den Webserver Apache mit integrierter MySQL-Datenbank sowie PHP-Unterstützung. Die Release des Bundles enthält aktualisierte Programmversionen der einzelnen Komponenten. http://www.apachefriends.org/en/xampp-linux.html

KlamAV 0.17: Frontend für den Virenscanner ClamAV zur besseren Integration in den KDE-Desktop. Das Tool untersucht Dateien auf Schädlinge und säubert sie bei Bedarf. Die aktuelle Programmversion behebt einige kleinere Programmfehler. http://klamav.sf.net

Dico 1.0: Java-basiertes Tool, mit dem sich der Aufbau diverser Datenbankentabellen darstellen lässt. Relationen, Schlüssel und Datentypen zeigt die Software in Form von Grafiken an. Darüber hinaus erlaubt das Programm den Export der Darstellung in verschiedene Formate wie SVG oder PDF. http://www.guh-software.de/dico_en.html

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