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Erschienen in EasyLinux 06/2005   »   Ausgabe bestellen

Sechs Internet-Fotodienste im Vergleich

Erinnerungen Online

von Marcel Hilzinger


Fotos über das Internet zu bestellen, ist nicht nur bequem, sondern spart auch Zeit. Dieser Artikel stellt sechs Online-Anbieter vor und prüft diese auf ihre Linux-Tauglichkeit.

Im Zeitalter von DSL und digitaler Fotografie trennen Sie lediglich ein paar Mausklicks von Ihren Erinnerungen: Computer einschalten, Fotos auf den PC laden, Bestellung im Browser aufgeben, und in rund zwei Tagen finden Sie die fertigen Bilder im Briefkasten. Doch auch hier gilt die Weisheit: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt". So bestehen zwischen den einzelnen Anbietern deutliche Preis- und Qualitätsunterschiede. Auch ist nicht bei allen garantiert, dass die Bestellung unter Linux problemlos abläuft.

Für unsere Tests benutzten wir die Browser Konqueror und Firefox. Bei Konqueror kamen die Standardversionen der unterstützten EasyLinux-Distributionen zum Einsatz, bei Firefox die Version 1.0.1. Die sechs Foto-Services mussten jeweils die selben acht Fotos im Format 10x15 entwickeln und per Post an die EasyLinux-Redaktion senden.

Bilderservice

Als erster Anbieter musste Bilderservice sein Können zeigen. Der schnelle Weg zum Erfolg führt über den Knopf Direktbestellung - hier starten auf http://www.bilderservice.de. Der Online-Fotoservice startet dann in einem neuen Fenster ein Java-Programm, mit dessen Hilfe Sie einzelne Dateien, ganze Ordner, Zip- oder sogar Tar-Archive hochladen können. Dazu ziehen Sie einfach die gewünschten Elemente auf das Fenster mit dem roten Punkt (Abbildung 1).

Leider funktioniert diese Variante mit Konqueror nicht bei allen Versionen. Der KDE-Browser zeigt dann anstelle des roten Punktes ein leeres Feld an. In diesem Fall bleibt immer noch der Umweg über den HTML-Upload. Hier müssen Sie allerdings jedes Bild einzeln hochladen.

Mit dem Preis von 0,19 Euro pro Bild bewegt sich Bilderservice in der mittleren Preisklasse. Auch die Lieferfrist von zwei Tagen gehört zum Durchschnitt. Die Qualität der Bilder war nur befriedigend. Sämtliche Fotos wiesen einen deutlichen Rotstich auf, und insgesamt wirkten die Farben eher zu dunkel. Positiv fiel hingegen auf, dass Bilderservice als einziger der getesteten Provider die Fotos in einem zugeklebten Umschlag verschickt. Weitere Details zu Bilderservice finden Sie in der Tabelle Testkandidaten im Überblick.

Abb. 1: Bei Bilderservice laden Sie Fotos per Drag & Drop hoch.

Drogerie-Markt

Der Online-Service von Drogerie-Markt bietet ebenfalls eine HTML- und eine Komfortbestellung an. Beide funktionieren sowohl unter Konqueror als auch unter Firefox. Wählen Sie dazu auf der Startseite http://www.dm-digifoto.de unter Fotobestellung online die gewünschte Methode aus.

Abb. 2: Drogeriemarkt zeigt zu jedem Bild eine kleine Vorschau an.

Die Komfort-Methode bietet im Gegensatz zu Bilderservice eine weniger benutzerfreundliche Oberfläche, da Sie sich zuerst durch den ganzen Linux-Dateibaum klicken müssen, bis Sie die gewünschten Bilder auswählen können. Als Dateiformat unterstützt Drogerie-Markt lediglich Bilder im JPEG-Format. Alternativ zu den Browser-basierten Möglichkeiten bietet Drogerie-Markt eine Windows-Software an. Diese funktioniert mit dem Windows-Emulator Wine auch unter Linux. Details dazu lesen Sie im Kasten Wine macht's möglich.

Die ausgewählten Fotos landeten nach zwei Tagen auf unserem Schreibtisch. Von den sechs Testkandidaten lieferte DM die besten Bilder: Die Fotos sind durchgehend scharf, die Farben satt. Mit einem Preis von 0,14 Euro pro Bild ist Drogerie-Markt zudem der günstigste Anbieter im Feld und legt zusätzlich auch noch einen Foto-Index bei. Möchten Sie auch an den Versandkosten von 2,95 Euro sparen, können Sie die Bilder für 0,65 Euro in einer DM-Filiale persönlich abholen.

Wine macht's möglich

Die meisten Online-Fotolabors bieten neben der Möglichkeit des Uploads über den Browser auch entsprechende Software an. Damit können Sie Ihre Bestellung bequem auf dem PC erledigen und müssen nur zum Hochladen der Bilder eine Internet-Verbindung aufbauen. Die benötige Software steht meistens nur für Windows oder Mac OS zur Verfügung. Das Programm dm-DIGI-Foto von Drogerie-Markt funktioniert auch mit dem Windows-Emulator Wine [1].

Die Foto-Software ist online oder auf CD in den Filialen von Drogerie-Markt erhältlich. Unter Suse Linux lässt sie sich mit Wine genau so gut bedienen wie unter Windows (Abbildung 6). Auch die Sonderfunktionen wie Kalenderdruck oder Grußkarte stehen vollumfänglich zur Verfügung. Die einzigen Unterschiede in der Bedienung bestehen darin, dass Sie unter Linux die Internet-Verbindung vor dem Versand selbst herstellen müssen und Wine den für die Brennfunktion benötigten CD-Brenner nicht erkennt. Das Programm bemerkt aber letzteres und erstellt dann auf Wunsch eine ISO-Abbilddatei. Mit dieser Abbilddatei und K3b brennen Sie dann ohne Windows-Emulator die CD.

Abb. 6: Die Foto-Software "dm-DIGI-Foto" von Drogerie-Markt funktioniert auch tadellos unter Wine.

Fotokasten

Mit 0,29 Euro pro Bild ist Fotokasten der teuerste Anbieter im Feld. Wie sich jedoch im Test herausstellt, sind die Bilder von Fotokasten mit einem Format von 11,4 x 15,1 cm die einzigen, die an das versprochene Format von 10 x 15 cm herankommen. Die restlichen Online-Dienste halten sich nur an die Höhe und liefern mit Abmaßen von 10,1 x 13,3 in Wirklichkeit eher Bilder im Format 9 x 13, denn 10 x 15. Fotokasten liefert zudem bei Bestellungen vor 14 Uhr innerhalb von 24 Stunden.

Als einziger Online-Service unterstützt der Anbieter nicht nur das Hochladen über Java oder HTML, sondern auch per FTP-Server. Das Java-Applet erkennt zudem das Home-Verzeichnis als solches, so dass das mühsame Navigieren durch den Dateibaum ausbleibt (Abbildung 3).

Abb. 3: Das Java-Applet von Fotokasten zeigt automatisch die Bilder des Home-Verzeichnisses an.

Wie auf http://www.fotokasten.de versprochen, lagen die bestellten Bilder am nächsten Tag in unserem Briefkasten. Die Qualität der Abzüge ist gut, die Farben wirken allerdings auf Kosten des Kontrastes etwas zu matt, und dunkle Töne erscheinen bereits als Schwarz. Als Dateiformate unterstützt Fotokasten TIF und JPEG.

Pixum und Quelle

Pixum und Quelle bieten keine Komfortbestellung an (Abbildung 4). Sie müssen deshalb sämtliche Bilder einzeln zum Upload auswählen. Klicken Sie dazu unter http://www.pixum.de auf den Link Sofort loslegen und wählen Sie dann die Bilder aus, die im JPEG-Format vorliegen müssen. Bei Quelle heißt die URL http://www.fotoquelle.de. Hier finden Sie unter Digitale Fotografie den Menüpunkt Direkt bestellen. Auch Fotoquelle unterstützt lediglich JPEG-Bilder.

Abb. 4: Pixum und Quelle stellen lediglich einen HTML-Upload zur Verfügung.

Mit einem Preis von 0,15 Euro pro Foto gehört Pixum zu den günstigeren Anbietern. Die Firma liefert zu den Bildern auch einen Foto-Index mit. Für Erstbesteller sind zudem zehn Abzüge im 10cm-Format -- wie es Pixum nennt -- gratis. Bei einer Bestellung von zehn Bildern fallen so nur die Versandkosten von 2,75 Euro an.

Bei Fotoquelle schlägt der Abzug mit 0,19 Euro zu Buche, dafür fallen die Versandkosten ab einem Bestellwert von 10 Euro weg. Beide Anbieter liefern zu den bestellten Fotos auch einen Index. Die Lieferzeit betrug bei Pixum die gewöhnlichen zwei Tage. Von Fotoquelle gingen die Bilder hingegen erst nach einer Woche und mehrmaligem Nachfragen in der Redaktion ein.

Die Bilder von Pixum weisen zwar einen sehr hohen Kontrast auf, wirken aber auch etwas überbelichtet. Auch ist ein leichter Rotton zu sehen. Die Qualität der Fotoquelle-Bilder ist in Ordnung. Weiße Farben sehen auch weiß aus, bei den dunklen Tönen hätten die Abzüge etwas mehr Kontrast vertragen.

Saturn

Saturn stellt Linux-Benutzer bereits beim Öffnen der URL http://saturn.de/fotoservice vor Hindernisse. So zeigte Konqueror die Seite nur dann an, wenn der Dateimanager über Extras / Browser-Kennung ändern vorgibt, ein Internet Explorer zu sein. Firefox öffnet die Seite hingegen problemlos. Eine weitere Diskriminierung erfahren Linux-Benutzer beim Anwählen der Komfortbestellung. Diese funktioniert nur mit Internet Explorer (Abbildung 5).

Das Hochladen der Bilder über HTML funktioniert hingegen problemlos. Saturn unterstützt dazu neben JPEG auch die Formate TIF und PNG sowie ZIP- und RAR-Archive. Dies beschleunigt den sonst mühsamen HTML-Upload bei mehreren Bildern enorm.

Abb. 5: Bei dem Komfortbestellung von Saturn bleiben Linux-Benutzer außen vor.

Nach zwei Tagen lagen die bestellten Bilder inklusive Foto-Index auf unserem Schreibtisch. Mit 0,15 Euro pro Foto gehört Saturn zu den Billig-Anbietern, die Versandkosten von 2,95 Euro liegen hingegen am oberen Ende der Skala. Für die richtig Geizigen bietet sich da der persönliche Gang zur Saturn-Filiale an. Die Versandkosten fallen dann zwar nicht ganz weg, beschränken sich aber immerhin auf 1 Euro. Bei den Bildern von Saturn fällt auf, dass weiße Flächen mit einem leichten Grünstich behaftet sind und die dunklen Farben zu wenig Kontrast aufweisen.

Testkandidaten im Überblick
AnbieterURLUnterstützte FormateHTML-BestellungKomfortbestellungFilialabholungTatsächliches Format (in cm)Preis/BildVersandkostenEndpreisIndexLieferdauerErmäßigungen
Bilderservicehttp://www.bilderservice.deTIF, JPG, PNG, ZIP, TARxx 1)-10,1 x 13,40,19 Euro2,95 Euro2,95 EuroNein2 TageErste zehn Bilder gratis. Ab einem Bestellwert von 40.- Euro keine Versandkosten
Drogerie-Markthttp://www.dm-digifoto.deJPGxx0,65 Euro10,1 x 13,30,14 Euro2,95 Euro3,87 EuroJa2 Tage 
Fotokastenhttp://www.fotokasten.deTIF, JPGxx-11,4 x 15,10,29 Euro 2,69 Euro5,01 EuroNein24 StundenAb 75.- Euro 10%, ab 150.- Euro 15%, ab 250.- Euro 25%
Pixumhttp://www.pixum.deJPGx--10,1 x 13,50,15 Euro2,75 Euro2,75 EuroJa2 TageErste zehn Bilder gratis.
Quellehttp://fotoquelle.deJPGx--10,1 x 13,30,19 Euro 2,55 Euro4,07 EuroJa1 WocheAb 30 Bildern 15 Cent/ Bild, ab 100 Bildern 10 Cent/ Bild. Versandkosten entfallen ab einem Bestellwert von 10.- Euro
Saturnhttp://www.saturn.de/fotoserviceTIF, JPG, PNG, GIF, RAR, ZIPx- 2)1.- Euro10,1 x 13,30,15 Euro2,95 Euro4,15 EuroJa2 Tage 
1) Funktioniert nicht mit allen Konqueror-Versionen
2) Funktioniert nur mit Internet Explorer

Fazit

Online zu bestellen, ist auch unter Linux ein Kinderspiel. Mit wenigen Ausnahmen funktionierten im Test sämtliche Fotodienste auch mit den Browsern Konqueror und Firefox. Als besonders Linux-freundlich erwiesen sich Bilderservice, Drogerie-Markt und Fotokasten, da hier auch die Komfortbestellung unter Linux funktioniert. In puncto Qualität der Abzüge erreichte Drogerie-Markt die besten Noten, wobei außer Bilderservice alle Fotodienste Bilder in ausreichender Qualität lieferten. Somit gibt es -- außer dem netten Verkaufspersonal -- eigentlich keine Gründe mehr, seine Fotos persönlich beim Labor vorbeizubringen. (mhi)

Infos
[1] Andrea Müller, "In vino veritas -- Windows-Programme mit Wine nutzen": EasyLinux 05/2005, S. 12.

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