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Erschienen in EasyLinux 06/2005   »   Ausgabe bestellen

Das KDE-Adressbuch

Bequem arbeiten mit Kontakten

von Thomas Hümmler


Das Adressbuch in KDE nimmt eine zentrale Rolle ein zwischen E-Mail-Programm und Terminkalender. Es dient darüber hinaus auch dazu, eine Adresse schnell als Zielort eines Routenplaners zu definieren oder Ihre gesamten Kontakte zu ordnen.

Der Rolodex hat ebenso ausgedient wie das Telefonbüchlein mit sämtlichen Adressen von Verwandten und Freunden. Heutzutage verwaltet man seine Kontaktadressen auf dem Computer. Spezielle Programme für diesen Zweck machen die Sache einfach. KDE-Adressbuch heißt das Programm von KDE für diesen Zweck. Es funktioniert ähnlich wie das Windows-Adressbuch, besitzt aber ein paar ausgeklügelte Funktionen, mit denen die Arbeit mit diesem Programm noch angenehmer ist.

Adressbuch starten

Das KDE-Adressbuch können Sie über das K-Menü, aber auch aus einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]) starten. Im Schnellstartfenster haben Sie zudem fünf weitere interessante Startmöglichkeiten:

Virtuelle Visitenkarten importieren

Gerade die zuletzt genannte Option ist sehr interessant -- spart sie doch eine Menge Tipparbeit. Wollen Sie Ihre Adresse weitergeben, so exportieren Sie sie als vCard. Der Empfänger kann sie dann mit dem Befehl kadressbook URL importieren, wobei URL der Name und der Speicherort der vCard-Datei ist. Auf die gleiche Weise importieren Sie die Visitenkarte eines anderen. Wenn Sie nichts weiter angeben, nimmt das Adressbuch Ihr Home-Verzeichnis als Ausgangsbasis an. Mit dem Befehl

kaddressbook thomas.vcf

versucht das Adressbuch, die vCard-Datei thomas.vcf aus Ihrem Home-Verzeichnis zu laden. Schickt Ihnen jemand einen Link zu seiner vCard im Internet, importieren Sie diese mit

kaddressbook http://adresse.der.vcard

Es geht sogar noch einfacher: Klicken Sie im Konqueror auf eine Adressdatei mit der Endung .vcf, öffnet sich der Import-Dialog und Sie können die Adresse(n) importieren (Abbildung 1).

Abb. 1: Import von Adressen: Klicken Sie in Konqueror auf eine vcf-Datei, öffnet das Adressbuch sogleich den Import-Dialog für diese Adresse(n).

Adressen aus Mozilla und Outlook importieren

Das KDE-Adressbuch hat noch weitere sechs Möglichkeiten, Adressen zu importieren. Zwei oft benutzte Anwendungen sind Netscape (bzw. Mozilla) und Outlook (und Outlook Express). Netscape nutzt zum Speichern der Adressbücher das LDIF-Format, eine Textdarstellung von LDAP-Daten. PAB steht für "Personal Adress Book", das persönliche Adressbuch. Dateien mit dieser Endung werden in Outlook und Outlook Express von Microsoft als Adressspeicher benutzt. Beide Formate kann das KDE-Adressbuch importieren. Wählen Sie dazu Datei / Importieren und das gewünschte Format und folgen den Anweisungen.

Adressbuch sichern

Wenn Sie viele Adressen importieren und eigene ins Adressbuch eintragen, wird es mit der Zeit immer voller und Sie sollten es gelegentlich sichern -- denn es wäre sehr ärgerlich, wenn die Datei zerstört würde. Das Standard-Adressbuch ist .kde/share/apps/kabc/std.vcf in Ihrem Home-Verzeichnis. Diese Datei sollten Sie in regelmäßigen Abständen auf Diskette oder USB-Stick sichern, um bei Datenverlust eine relativ aktuelle Version wiederherstellen zu können.

Besonderheiten bei Kontakten

Bei der Eingabe der Kontaktdaten (Neuer Kontakt oder Kontakt bearbeiten im Datei-Menü) ist das KDE-Adressbuch sehr flexibel. So können Sie bis zu 13 Telefonnummern zu einem Kontakt speichern. Die werden rechts in der Detailansicht angezeigt. Dort sind sie auch klickbar, und wenn eine Anwendung damit verbunden ist, wird diese ausgeführt. Das ist der Fall bei Faxnummern: Klicken Sie auf eine, wird das Programm kdeprintfax gestartet. Auf der Registerkarte Diverses können Sie ein Foto zu dem Kontakt laden. Auch das erscheint selbstverständlich in der Detailansicht. Schalten Sie zusätzlich Als Internetadresse (URL) speichern ein, wird diese Adresse in der Adressbuchdatei std.vcf gespeichert. Wenn Sie dann in dem Datei-Öffnen-Dialog einen Internet-Link eintragen und die Karte jemand anderes senden, wird bei ihm -- falls sein Programm das unterstützt -- das Bild ebenfalls in die Detailansicht geladen. Tipp: Falls ein Logo in der Detailansicht angezeigt werden soll, laden Sie dieses nicht im Bereich Logo, sondern im Bereich Photo (Abbildung 2).

Abb. 2: Falls ein Logo in der Detailansicht zu sehen sein soll, laden Sie es als "Photo".

Namenszusätze eingeben

Den Dr. und den Prof. kennt das KDE-Adressbuch bereits, und sen. ist ebenfalls ein Begriff wie jun.. Andere Namenszusätze wie Dr.-Ing., Ministerialrat oder M.A. müssen Sie dem Adressbuch erst bekannt machen. Dazu wählen Sie Einstellungen / KDE-Adressbuch einrichten und wechseln unter Adressbuch auf die Registerkarte Kontakt. Hier tragen Sie in den Bereichen Voranstellungen, Einschübe und Anhänge die erforderlichen ein (Abbildung 3). Diese können Sie dann ebenso wie den Dr. Mustermann sen. in dem Kontaktdialog auswählen.

Abb. 3: Im "Einrichten"-Dialog fügen Sie weitere Titel und Namenszusätze ein, aus denen Sie später während der Kontakteingabe wählen können.

Wo Sie gerade hier sind: Auf dieser Registerkarte stellen Sie außerdem den Vorgabetyp für formatierte Namen einstellen, der für neue Kontakte verwendet wird. So wird der Name dann auch in der Detailansicht angezeigt.

Routenplanung mit dem Adressbuch

Eine nützliche Funktion ist das Verlinken der Postadresse mit dem Internet-Routenplaner von Map24. Straße, Postleitzahl und Ort werden als Aufrufparameter an die Routenplaner-Site übergeben; bei Übergabe von Geodaten (also Längen- und Breitengrade) scheitert der Routenplaner jedoch.

Sobald Sie rechts in der Detail-Ansicht auf die Adresse klicken, startet Konqueror und baut eine Verbindung zu Map24 auf und die Adresse wird in einem Fenster angezeigt (Abbildung 4). Dort können Sie diese als Start- oder Zieladresse für die Routenplanung festlegen.

Abb. 4: Routenplanung ganz einfach: Klicken Sie auf die Postadresse, zeigt der Internet-Routenplaner Map24 Straße und Ort des Kontakts an.

Hinweis: Für diese Funktion muss JavaScript aktiviert sein. Sollte Konqueror zunächst die Meldung "Falls Ihr Webbrowser keine Weiterleitung unterstützt, klicken Sie bitte hier" anzeigen und es geht nicht weiter, ist JavaScript nicht eingeschaltet. Sie schalten es entweder für die aktuelle Sitzung mit Extras / HTML-Einstellungen / JavaScript ein oder dauerhaft, indem Sie die JavaScript-Regelung von Konqueror anpassen. In beiden Fällen müssen Sie die Seite mit [F5] erneut laden.

Um die JavaScript-Regelung anzupassen, wählen Sie in Konqueror Einstellungen / Konqueror einrichten. Wechseln Sie ins Menü Java & JavaScript und klicken auf die Registerkarte JavaScript. Im Bereich Domain-spezifisch klicken Sie auf die Schaltfläche Neu un geben im folgenden Dialog als Domain-Namen link2.map24.com an. Als JavaScript-Regelung muss Annehmen gewählt werden. Bestätigen Sie mit OK und öffnen den Dialog abermals mit Neu. Nun tragen Sie die Domain www.de.map24.com ein und bestätigen ebenfalls mit OK. Künftig erfolgt die Weiterleitung korrekt und die Postadresse wird im Konqueror angezeigt.

Eigene Kontaktdaten pflegen

Noch ein Tipp zum Schluss: Sie sollten auch Ihre eigenen Kontaktdaten in das KDE-Adressbuch eingeben. Anschließend markieren Sie Ihren Eintrag und wählen Bearbeiten / Als persönliche Kontaktdaten speichern und antworten im folgenden Dialog mit Ja. Einige KDE-Programme wie KMail oder KWord greifen auf diese Daten zurück und Sie brauchen sie dort nicht neu eingeben. Halten Sie Ihre Kontaktdaten deshalb auch immer aktuell. (hge)

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