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Erschienen in EasyLinux 06/2005   »   Ausgabe bestellen

Das Rätselspiel Enigma

Die Kugel rollt

von Oliver Frommel


Computer-Spiele sind nicht jedermanns Sache, denn viele erschöpfen sich im plumpen Ballern. Wer gerne spielt und dabei Rätsel löst, sollte einen Blick auf Enigma werfen: In zahlreichen Spiellandschaften fordert es Geschick und Geist heraus.

Jedes Kind spielt gern mit Bällen. Murmeln sind zwar etwas aus der Mode, aber prinzipiell gilt: Was rollt, macht Spaß. So gibt es auch einige Computer-Spiele, in denen die Kugel die Hauptrolle spielt. Zu Homecomputer-Zeiten war Marble Madness ein großer Hit, bei dem die Schwierigkeit darin bestand, die Kugel durch eine dreidimensionale abstrakte Landschaft zu navigieren. Auf dem später folgenden Atari ST überzeugte das in schwarz-weiß gehaltene Oxyd durch realistische Spielphysik und knifflige Rätsel [1]. Eine Renaissance erlebt es unter Linux, wo es den Spieler unter dem Namen Enigma mit fast 600 Landschaften herausfordert [2].

Steine finden

Das Spielprinzip ist einfach: Durch die Berührung mit der Kugel geben spezielle Steine ihre Identität preis, die sie durch eine Farbmarkierung anzeigen, zum Beispiel einen grünen Punkt. Es gilt nun, einen zweiten Stein mit derselben Farbe zu finden. Gelingt das, bleiben beide Steine aufgedeckt. Berühren Sie dagegen einen Stein, der eine andere Farbmarkierung besitzt, verschwindet die Farbmarkierung des ersten Steins wieder. Haben Sie alle solchen Steine aufgedeckt, ist das Spiele-Level gelöst. Das ist es allerdings nicht immer einfach, denn meistens versperren andere Steine den Weg.

Die Kugel rollt

Suse und Mandrake Linux bringen Enigma schon mit, Fedora-Benutzer finden ein passendes Paket im EasyLinux-Download-Bereich. Das Spiel setzt mehrere Pakete voraus: SDL, SDL_image, SDL_mixer und SDL_ttf, die entweder schon installiert sind oder auf der Heft-CD zu finden sind.

Sie starten das Spiel, indem Sie den passenden Eintrag aus dem K-Menü wählen oder im Schnellstartfenster ([Alt-F2]) enigma eintippen -- bei Mandrake Linux heißt das ausführbare Programm enigma-freeoxyd. Unter Fedora stürzt Enigma eventuell ab, nachdem es kurz den Startbildschirm zeigt. Um es zum Laufen zu bringen, beenden Sie den Arts-Audioserver, indem Sie eine KDE-Konsole öffnen und dort killall artsd eingeben. Um nach dem Spielen die KDE-Geräusche wieder einzuschalten, starten Sie in der noch geöffneten Konsole wieder artsd.

Nach dem Start von Enigma erscheint der in Abbildung 1 gezeigte Bildschirm mit dem Hauptmenü. Leider sind zur Zeit noch alle Menüpunkte englisch, deshalb geben wir hier einige Hinweise zu ihrer Funktion.

Abb. 1: Der Enigma-Startbildschirm mit dem Hauptmenü.

Der Punkt Manual führt zum ebenfalls englischsprachigen Handbuch, durch das Sie mit wiederholtem Drücken beliebiger Tasten bzw. der Maustaste blättern. Options ermöglicht verschiedene Spiele-Einstellungen, die vor allem Grafik und Musikausgabe betreffen (Abbildung 2). Die Schaltfläche Window bzw. Fullscreen lässt Sie zwischen der Anzeige im Fenster und dem Vollbildmodus umschalten. Mit dem Punkt Play all levels legen Sie fest, ob Enigma bereits gelöste Levels überspringt; dann zeigt das Menü auf der Schaltfläche den Text Skip solved levels.

Abb. 2: Die Spieloptionen ermöglichen unter anderem, zwischen Vollbild- und Fenstermodus umzuschalten.

Der Knopf Video: 640x480 stellt die Auflösung des Spielbildschirms ein. Wenn Sie diese umstellen, müssen Sie Enigma neu starten, damit Ihre Änderungen wirksam werden. Bei den Schaltflächen zu Sound-Effekten und Musik schalten Sie mit wiederholten Mausklicks die Lautstärke von 1 bis 10 durch oder auch ganz ab. Der Stereo-Schalter lässt Sie schließlich den linken und rechten Stereokanal vertauschen oder auf Mono-Ausgabe umstellen. Mit Back gelangen Sie wieder ins Hauptmenü.

Zahlreiche Levels

Drücken Sie auf Start Game, zeigt Enigma eine Übersicht der verfügbaren Spiellandschaften (Abbildung 3). Dort stellen Sie mit dem Difficulty-Knopf den Schwierigkeitsgrad ein: einfach (Easy) oder normal. Klicken Sie auf Level listet das Programm die installierten Level-Pakete auf, in der Default-Installation fünf Stück. Zum Beispiel bietet die Sammlung Oxyds Spiele-Levels, die sich am klassischen Vorbild Oxyd orientieren.

Abb. 3: Die ersten Enigma-Spiele-Level in der Übersicht.

Drücken Sie während eines Levels Esc, stoppt das Spiel und präsentiert ein Menü, in dem Sie auswählen, ob Sie es abbrechen (Abort Level), neu beginnen (Restart) oder weiterspielen (Resume) möchten. (Abbildung 4)

Abb. 4: Beim ersten Enigma-Level hängt die Spielkugel an einem Gummifaden.

Prinzipiell gibt es drei unterschiedliche Level-Typen: normal, für zwei Spieler und so genannte Meditations-Level. Zweispieler-Level sind zur Zeit nicht sinnvoll spielbar, denn Enigma besitzt noch keinen funktionierenden Netzwerk- oder Mehrspielermodus. Die Meditations-Level erinnern an die bekannten Geschicklichkeitsspiele aus Holz oder Plastik, die man in der Hand hin und her kippt, um mehrere Kugeln gleichzeitig in kleine Vertiefungen zu versenken (Abbildung 5).

Abb. 5: Ein so genanntes Meditations-Level: Die Kugeln hängen (unsichtbar) aneinander. Sie alle in die Vertiefungen zu befördern, erfordert Geschicklichkeit und Geduld.

In Enigma steuern Sie dabei ebenfalls mehrere Kugeln gleichzeitig und müssen die rechte Mischung aus Schwung und Vorsicht finden, um das Ziel zu erreichen. In den Normal-Levels lösen Sie die Rätsel wie oben beschrieben.

Steuerung und Steine

Wenn Sie die Kugel über ein Objekt bewegen, das auf dem Spielfeld liegt, nehmen Sie es auf. Es erscheint dann in der unteren Leiste, wo Sie es mit der linken Maustaste anklicken, um es zu aktivieren. Die Reihenfolge der Objekte in der Leiste ändern Sie mit der rechten Maustaste oder dem Mausrad. So finden Sie ab und zu kleine Zettel, die Lösungstipps enthalten.

Um zu den zusammenpassenden Spielsteinen zu gelangen, müssen Sie häufig passende Hilfsmittel einsetzen. So gibt es Sprengstoffe, die lästige Hindernisse aus dem Weg schaffen, und Steine, die Objekte an abgelegene Orte transportieren. Einige senden Laserstrahlen aus, die Sie mit Spiegeln und Prismen umleiten können. Nutzen Sie Holzklötze, um Wasserstraßen zu überwinden. Kleine Schirme machen Ihre Kugel für kurze Zeit unzerstörbar. Elektrisch geladene Steine stoßen sich bei gleicher Ladung ab und ziehen sich bei unterschiedlicher Ladung an. Andere lassen sich wiederum zu Puzzlegebilden zusammenschieben.

Häufig sind interessante Steine auch gar nicht als solche zu erkennen. So verstecken sie sich im Level It's easy im mutmaßlichen Spielfeldrand. Wenn Sie Ihre Kugel entlang des Rands schlittern lassen, werden Sie schnell alle wichtigen Objekte erkennen (Abbildung 6).

Abb. 6: Ist es leicht? Im Level "It's Easy" verstecken sich die wichtigen Steine im Spielfeldrand.

Entdeckungsreise

Mehr Tipps wollen wir an dieser Stelle nicht geben, um nicht jeden Spielspaß zu zerstören. Erforschen Sie einfach selbst die Möglichkeiten und probieren Sie unbekannte Steine aus. Sollten Sie ein Level gar nicht schaffen, können Sie es immer noch überspringen. (ofr)

Infos
[1] Oxyd -- das Original: http://members.chello.at/theodor.lauppert/games/oxyd.htm
[2] Enigma: http://www.nongnu.org/enigma

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