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von Claudia Dotterweich
Gimp bietet Ihnen eine Reihe fotografischer Filter, um an einem Bild im Nachhinein bekannte Effekte der traditionellen Fotografie wie Weichzeichnung oder Bewegungsunschärfe zu simulieren.
Der Radiale Weichzeichner erzeugt zum Beispiel von einem Mittelpunkt ausgehende strahlenartige Unschärfeeffekte. Geübte Fotografen erreichen diesen Effekt, indem sie während der Belichtung das Objektiv zoomen. In Gimp erzeugen Sie diesen "Bildsog" über das Bildmenü Filter / Weichzeichnen / Bewegungsschärfe: Im Einstellungsdialog wählen Sie bei Weichzeichnungsart den Punkt Zoom aus und stellen das gewünschte Unschärfezentrum mit Hilfe der Parameter X und Y ein.
Eine weitere Variante der Bewegungsunschärfe ist die Simulation einer Kameradrehung um das Motiv. Dabei entsteht eine kreisförmige Unschärfe. Wählen Sie aus dem Bildmenü abermals den Punkt Filter / Weichzeichnen / Bewegungsschärfe. Diesmal stellen Sie im Dialogfenster Bewegungsunschärfe bei Weichzeichnungsart die Auswahlmöglichkeit Radial ein. Die richtige Einstellung von Winkel und Unschärfezentrum erfordert ein wenig Übung (Abbildung 1).
Mit Gimp verwandeln Sie beliebige Bilder, zum Beispiel Landschaftsaufnahmen, mit wenigen Mausklicks in ein Ölgemälde oder Aquarell. Im Bearbeitungsmenü Filter / Künstlerisch stellt Ihnen Gimp hierfür eine Palette an Filtern der verschiedenen Stilrichtungen zur Verfügung.
Um eine klassische Maltechnik am aktuellen Bild darzustellen, klicken Sie zum Beispiel auf Ölgemälde. Im Dialogfenster des ausgewählten Filters optimieren Sie die vorgegebenen Einstellungen. Je höher Sie den Wert bei Maskengröße einstellen, desto mehr Bilddetails gehen beim Umwandeln verloren.
Über das Bildmenü Filter / Lichtreflexe / Linsenreflexe simulieren Sie Blendenflecken (Abbildung 2): Solche Reflexe werden beim Fotografieren durch die Lichtbrechung des Objektivs bei bestimmten Brennweiten hervorgerufen. Über das Dialogfenster Linsenreflexe lässt sich die Mitte des Reflexes gut positionieren. Wenn Sie das Positionskreuz in der Vorschau irritiert, deaktivieren Sie die Option Zeige Cursor.
Über das Bearbeitungsmenü Bild / Skalieren ändern Sie schnell und einfach die Größe eines Bildes oder Fotos. Tragen Sie im Dialogfenster Bild skalieren die neue Breite und Höhe in Pixeln ein. Verwenden Sie dabei einen absoluten oder prozentualen Wert.
Falls Sie die Größe nicht proportional ändern wollen, klicken Sie auf das Kettensymbol. Zusätzlich können Sie die X- und Y-Auflösung einstellen, die vom Ausgabemedium (z. B. Monitor oder Drucker) abhängig ist. Je mehr Pixel pro Inch Sie verwenden, desto detailreicher wird das Bild.
Besonders bei Schnappschüssen kommt es oft vor, dass sich neben dem gewünschten Objekt auch ein paar störende Elemente im Bild befinden. Diese entfernen Sie mit dem Klonen-Werkzeug. Das Stempelwerkzeug kopiert vorher ausgewählte Bildstellen ([Strg]+Mausklick) und positioniert diese dann an der störenden Stelle. Dabei verwenden Sie das Werkzeug wie einen Pinsel und übermalen die zu retuschierenden Bereiche.
Die Werkzeugeinstellungen (Datei / Dialoge / Werkzeugeinstellungen) informieren Sie über die verschiedenen Retuscheoptionen. Wie Sie diese richtig einsetzen, finden Sie am besten mit ein wenig Probieren heraus. Falls nötig, nehmen Sie Änderungen mit [Strg-Z] zurück.
Die aufzutragenden Bereiche müssen übrigens nicht unbedingt aus dem Bild stammen, in welches sie eingefügt werden -- Sie können jederzeit eine externe Bildquelle verwenden.
Dank der Ebenenverwaltung von Gimp können Sie Bilder überlagern und ineinander überblenden. Der Ebenenmodus Multiplikation hat ungefähr die gleiche Wirkung wie das Übereinanderlegen zweier Dias auf einem Leuchttisch.
Um eine Fotomontage wie in Abbildung 3 zu erstellen, öffnen Sie zuerst das Hintergrundbild und dann mit [Strg-L] den Ebenendialog. Fügen Sie eine neue transparente Ebene ein. Als Nächstes öffnen Sie das Bild, das Sie mit dem Hintergrundbild kombinieren wollen, und passen die Bildgröße an Ihre Bedürfnisse an (siehe Tipp Bildgröße verändern). Anschließend kopieren Sie das Bild und fügen es in die transparente Ebene des Hintergrundbildes ein. Wählen Sie dann den Ebenenmodus Multiplikation aus, um die beiden Bilder zu überlagern.
Optimale Ergebnisse erzielen Sie mit diesem Ebeneneffekt vor allem dann, wenn Sie dunkle Motive mit hellem Hintergrund verwenden.
Um in einem Bild die Ecken abzurunden, hält Gimp im Bildmenü Script-Fu / Dekoration den Punkt Runde Ecken bereit. Im Script-Fu-Einstellungsdialog legen Sie neben dem Eckenradius außerdem fest, ob Sie Schlagschatten hinzufügen wollen und ob Gimp die aktuelle Hintergrundfarbe verwenden soll. Falls Sie diese Option deaktivieren, wird der Hintergrund transparent dargestellt.
Probieren Sie die Einstellungsmöglichkeiten im Script-Fu-Dialogfenster aus. Damit Sie nicht jedesmal das Originalbild aufrufen müssen, wenn Ihnen das Ergebnis nicht zusagt, aktivieren Sie die Option Mit Kopie arbeiten.
Möchten Sie die Anzeige eines Bildes vergrößern, drücken Sie die [+]-Taste. Zum verringern der Anzeigengröße verwenden Sie die Taste [-]. Das geht nur mit den Tasten im regulären Tastaturblock -- die gleich beschrifteten Tasten im Ziffernblock sind wirkungslos.
Um schnell auf die Originalgröße des Bildes (100 %) zurückzuschalten, drücken Sie [1].
Bilder können Sie komplett mit einem Farbton Ihrer Wahl überziehen. So erreichen Sie surreale Bildeffekte -- die Bilder sehen ähnlich aus wie Fotos, die mit einem Farbfilter vor dem Objektiv aufgenommen werden.
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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