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Erschienen in EasyLinux 06/2005   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Linux ist nicht nur als Server-System im Netz zu Hause, sondern auch als Desktop. Das beweisen leistungsstarke Anwendungen wie Firefox und Evolution. Mit unseren Kniffen macht die Arbeit mit diesen beiden und anderen Programmen noch mehr Spaß.

Tipp: Tastenkürzel auf einen Blick

Aktuelle Evolution-Versionen bringen eine (leider nur englischsprachige) Kurzreferenz mit, die die wichtigsten Tastaturkürzel des Programms auflistet. Über den Menüpunkt Hilfe / Kurzreferenz zeigen Sie die Übersicht in einem PDF-Betrachter an (Abbildung 1). Wer mit der englischen Sprache nicht auf Kriegsfuß steht, hat mit der Kurzreferenz die wichtigsten Tastenkombinationen immer im Blick, etwa [Strg-N]. Damit legen Sie im gerade aktiven Evolution-Modul einen neuen Eintrag an. Befinden Sie sich im Kalender, erstellen Sie mit dieser Tastenkombination einen neuen Termin, im E-Mail-Modul öffnet sich bei einem Druck auf [Strg-N] dagegen der Nachrichten-Editor.

Abb. 1: Im "Hilfe"-Menü bietet Evolution Zugriff auf eine Kurzreferenz, die alle Tastenkombinationen auflistet.

Tipp: Desktop-Wechsel unter Gnome

Gnome bringt ebenso wie KDE mehrere virtuelle Arbeitsoberflächen mit. Im Gnome-Panel gibt es einen Arbeitsflächenumschalter, über den Sie auf einen anderen Desktop wechseln. Noch schneller geht es auch unter Gnome mit der Tastatur: Drücken Sie [Strg-Alt-Pfeil nach rechts], um zum nächsten und [Strg-Alt-Pfeil nach links], um zum vorigen Desktop zu gelangen.

Tipp: Inhalt aller Tabs neu laden

Wenn Sie in Firefox häufig mehrere Seiten geöffnet haben, auf denen sich oft etwas ändert, etwa News-Portale, müssen Sie diese regelmäßig neu laden, um auf dem Laufenden zu bleiben. Das gelingt auch, ohne jeden der Reiter zu markieren und auf das Symbol zum Aktualisieren zu klicken: Öffnen Sie das Kontextmenü eines Tabs, indem Sie die Registerlasche des Reiters mit der rechten Maustaste anklicken. Dort wählen Sie Alle Tabs neu laden, damit Firefox die geöffneten Seiten erneut beim Web-Server anfordert.

Über dieses Kontextmenü schaffen Sie ebenfalls Ordnung im Firefox-Fenster. Mit Hilfe des Eintrags Andere Tabs schließen entfernen Sie alle Reiter bis auf einen. Hier lauert eine kleine Stolperfalle: Firefox behält nur den Reiter bei, aus dessen Kontextmenü Sie den Menüeintrag ausgewählt haben. Möchten Sie also noch weiter auf der Seite im aktuellen Tab stöbern, achten Sie darauf, auch dessen Kontextmenü zu öffnen.

Tipp: Firefox-Verlauf sortieren

Die Liste der schon besuchten Seiten öffnen Sie in Firefox mit [Strg-H]. Über das Drop-down-Menü Ansicht sortieren Sie den Verlauf nach fünf Kriterien (Abbildung 2). Das ist praktisch, wenn Sie nach einer Adresse suchen, an deren Namen Sie sich nicht erinnern können, wohl aber an das Datum Ihres letzten Besuchs. In diesem Fall finden Sie den Eintrag am schnellsten, indem Sie sich im Menü für die Sortierreihenfolge Nach Datum entscheiden.

Ebenfalls nützlich ist die Option Nach meistbesuchte. Sie zeigt die Seiten, die Sie am häufigsten ansurfen, ganz oben in der Liste an. Sie können dann direkt aus dem Verlaufsfenster heraus ein Lesezeichen für Ihre Lieblingsseiten setzen. Klicken Sie einfach einen Eintrag mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Lesezeichen für diesen Link hinzufügen aus dem Kontextmenü. Die Option sollten Sie so oft wie möglich nutzen, denn standardmäßig reicht der Verlauf nur eine Woche zurück: Danach löscht Firefox die dort gespeicherten Adressen automatisch.

Abb. 2: Über dieses Menü sortieren Sie die Einträge im Firefox-Verlauf.

Tipp: Suche im Verlauf

Links neben dem Drop-down-Menü Ansicht liegt im Verlaufsfenster das Eingabefeld für eine Suche im Verlauf. Erinnern Sie sich nur noch an einen Teil einer Internet-Adresse, geben Sie ihn in dieses Feld ein und drücken [Eingabe]. Firefox fischt alle schon besuchten Seiten heraus, in deren Name die eingegebene Zeichenkette vorkommt.

Das Suchfeld ist in der Standardeinstellung sehr schmal -- Sie vergrößern es, indem Sie den Verlaufsbereich mit gedrückt gehaltener linker Maustaste nach rechts ziehen. Bewegen Sie dazu die Maus über die Trennlinie zwischen den beiden Fensterbereichen. Sobald Sie die Maus richtig positioniert haben, ändert der Zeiger seine Form und präsentiert sich als Doppelpfeil.

Tipp: HTML-Mails in Evolution

Entweder man liebt oder man hasst sie: Wohl kaum jemand steht dem Thema HTML-Mails gleichgültig gegenüber. Während sich manche Nutzer über farbig formatierte Post mit blinkenden Bildchen freuen, packt andere das Grausen, und sie verbannen den Absender solcher Nachrichten in den Spam-Filter. Viele Anwender haben Ihr E-Mail-Programm sogar so konfiguriert, dass HTML-Mails wegen Werbeverdacht erst einmal in einen speziellen Müllordner wandern.

Haben Sie Bekannte, die selbst HTML-Mails verschicken und auch gerne solche erhalten, vermerken Sie das im Adressbuch von Evolution. Wechseln Sie dazu in den Abschnitt Kontakte. Doppelklicken Sie dort auf die gewünschte Visitenkarte und setzen Sie ein Häkchen vor die Option Wünscht HTML-E-Mails.

In der Standardeinstellung fragt Evolution nach, wenn Sie versuchen, eine HTML-Nachricht an einen Kontakt zu schicken, bei dem Sie diese Option nicht aktiviert haben.

Abb. 3: Im Evolution-Adressbuch teilen Sie dem Programm mit, ob bei Ihren Bekannten HTML-Mails erwünscht sind.

Tipp: Suchen unter Gnome

Mit Eingabe von gnome-search-tool in ein Schnellstartfenster starten Sie die grafische Dateisuche des Gnome-Desktops. Fahnden Sie dort nach einer Konfigurationsdatei, von der Sie zumindest den Namen kennen, führt die Suche trotzdem nicht zum Erfolg. Das liegt daran, dass das Programm standardmäßig nicht nach "versteckten" Dateien sucht, deren Namen mit einem Punkt beginnen.

Um trotzdem bei der Suche Erfolg zu haben, aktivieren Sie die Option Weitere Einstellungen anzeigen und wählen im Drop-down-Menü Verfügbare Kriterien den Eintrag Verborgene Dateien und Ordner anzeigen aus. Mit einem Klick auf Hinzufügen übernehmen Sie die Option. Starten Sie die Suche erneut, damit das Tool auch die Dateien findet, deren Name mit einem Punkt beginnt.

Tipp: Automatischer Einzug in gedit

Unter Gnome übernimmt gedit die Rolle als Standard-Text-Editor. Es ist dort denkbar unkomfortabel, einen Text mit einer eingerückten Liste zu schreiben: Sobald Sie nach einem Listenpunkt einen Zeilenumbruch einfügen, steht der Cursor wieder am Anfang der Zeile. Sie müssen für jeden Unterpunkt erneut auf die Tabulatortaste drücken. Das geht auch einfacher: Öffnen Sie über Bearbeiten / Einstellungen das Konfigurationsmenü und setzen Sie auf der Registerkarte Editor ein Häkchen vor Auto-Einzug aktivieren. Wenn Sie nun einen Zeilenumbruch nach eingerücktem Text einfügen, setzt gedit den Cursor an den Beginn der vorherigen Zeile.

Tipp: Änderungen in gedit rückgängig machen

Der Text-Editor gedit speichert die letzten 25 Aktionen, so dass Sie sie über [Strg-Z] rückgängig machen können. Erscheint Ihnen der Vorgabewert als zu gering, erhöhen Sie ihn unter Bearbeiten / Einstellungen / Editor. Tragen Sie im Abschnitt Rückgängig eine andere Zahl in das Eingabefeld hinter Begrenzen auf ein. Möchten Sie alle Aktionen der laufenden Sitzung zurücknehmen können, setzen Sie stattdessen ein Häkchen vor Unbegrenzt. (amü)

Mandrake-Tipp: Mausrad nachträglich einrichten

Mandrake Linux verfügt zwar über eine recht gute Hardware-Erkennung, bisweilen macht es jedoch einen Fehler beim Einrichten der Maus. Das passiert besonders häufig, wenn das Eingabegerät an einem PS/2-Anschluss des Computers hängt. Richtet das System bei der Installation eine Standardmaus mit zwei Tasten ein, können Sie das Rad nicht zum Scrollen in Programmfenstern nutzen. Dieses Problem beheben Sie mit mousedrake, dem Konfigurations-Tool für den Schreibtischnager.

  1. Öffnen Sie über [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort /usr/sbin/mousedrake ein.
  1. In der nächsten Dialogbox weisen Sie sich mit dem root-Passwort als Administrator aus.
  1. Wenn bei Ihnen das Mausrad den Dienst verweigert, ist im Auswahldialog wahrscheinlich das Modell PS/2 / Standard markiert. Wählen Sie stattdessen das Modell PS/2 / Generische PS2 Rad-Maus oder Universell / Einige PS/2 & USB Mäuse aus.
  1. Wenn Sie auf OK klicken, ändert Mandrake Linux die Konfiguration noch nicht, sondern öffnet das Testfenster. Dort sehen Sie eine Maus, deren Bedienelemente ihre Farbe ändern, wenn Sie diese benutzen. Beim Drehen am Scroll-Rad sollte sich das Rad im Testfenster gelb färben und durch einen schwarzen Pfeil anzeigen, in welche Richtung Sie das Mausrad drehen. Testen Sie so ebenfalls die linke und rechte Maustaste.

  1. Stimmen die Einstellungen nicht, gelangen Sie über Abbrechen zurück zur Geräteauswahl. Ist alles in Ordnung, speichern Sie diese Konfiguration über einen Klick auf OK. Melden Sie sich ab und erneut an, damit Linux mit den geänderten Einstellungen arbeitet.

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