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von Heike Jurzik
Der Wunsch nach gemeinsamem Zugriff auf die elektronische Post ist nicht neu -- viele Foren und Newsgroups im Internet beschäftigen sich mit diesem Thema, und auch im EasyLinux gab es schon einen Artikel zu diesem Thema [1]. Da einige der beschriebenen Anleitungen mitunter lückenhaft sind oder komplizierte Wege beschreiten, ist es an der Zeit, das Thema noch einmal aufzunehmen und eine alternative Lösung vorzustellen.
Wie schon im alten EasyLinux-Artikel beschrieben, benötigen Sie eine Partition, die Sie unter Windows und Linux lesen und beschreiben können, also am besten eine FAT32-Partition. Damit diese unter Linux schon beim Booten mit den richtigen Rechten eingehängt wird, müssen Sie als Administrator zunächst die Datei /etc/fstab anpassen.
cp /etc/fstab /etc/fstab.orig
/dev/hdb5 /dos vfat umask=002,gid=502 0 2
Anschließend erstellen Sie -- ebenfalls als Administrator -- den neuen Einhängepunkt. Dazu starten Sie beispielsweise KDEs Datei-Manager mit Root-Rechten ([Alt-F2], Eingabe von kdesu konqueror), gehen auf die oberste Ebene (file:/) und wählen aus dem Menü Bearbeiten / Neu erstellen / Ordner. Als Namen tragen Sie den in der Datei /etc/fstab gewählten Einhängepunkt (z. B. /dos) ein.
Nun ist es Zeit, zu testen, ob sich die FAT32-Partition unter Linux in den Dateibaum einhängen lässt. Dabei hilft das Kommando mount. (Auch dieses Kommando ist ausführlich im Artikel unter [2] erklärt.) Dazu arbeiten Sie wieder als Administrator auf der Konsole ([Alt-F2], Eingabe von konsole, dann su - und das Root-Passwort) und tippen:
mount /dos
(Dabei ersetzen Sie /dos durch den tatsächlichen Einhängepunkt.) Sollte an dieser Stelle eine Fehlermeldung erscheinen, überprüfen Sie, ob Sie sich bei den Einträgen in der /etc/fstab vertippt haben. Eine Bestätigung, dass alles geklappt hat, erhalten Sie ebenfalls auf der Kommandozeile über den mount-Befehl, der anzeigt, welche Partitionen eingehängt sind:
# mount /dev/hda12 on / type ext3 (rw,acl,user_xattr) /dev/hda7 on /boot type ext2 (rw,acl,user_xattr) /dev/hda13 on /home type ext3 (rw) /dev/hdb5 on /dos type vfat (rw,umask=002,gid=1000) ...
In der Ausgabe sehen Sie, dass die FAT32-Partition wie erwartet unter /dos im Linux-Dateibaum zur Verfügung steht. Beim nächsten Neustart des Rechners wird die DOS-Partition automatisch gemountet, und Sie können auf das manuelle Einhängen verzichten.
| Neue Gruppe für die FAT32-Partition |
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In der Datei /etc/fstab können Sie für die FAT32-Partition gezielt Zugriffsrechte konfigurieren. Am besten legen Sie für diese Zwecke eine neue Gruppe (z. B. mit dem Namen win) an und fügen dieser Benutzer hinzu, die entsprechende Rechte erhalten sollen. Unter Suse Linux erledigt YaST beide Aufgaben für Sie:
Benutzer von Mandrake Linux 10.1 nehmen das Tool userdrake zur Hilfe:
Wer Fedora Core 2 einsetzt, benutzt das Programm system-config-users:
Für alle vier Distributionen gilt: Damit die Änderungen greifen, verlassen Sie am besten KDE und melden sich neu an -- der Benutzer sollte danach als Mitglied der Gruppe win auf die FAT32-Partition zugreifen können. |
Wie im Artikel unter [1] beschrieben, installieren Sie anschließend Thunderbird -- erst unter Windows, dann unter Linux (die aktuelle Version 1.0.2 finden Sie unter [4] und auf der Heft-CD) und richten mindestens ein Konto ein. Sollte der Mailer auf Ihrem System bereits zum Einsatz kommen, ist auch das kein Problem, und Sie können die folgenden Schritte ebenfalls nachvollziehen, um den Thunderbird-Datenbestand unter Linux zur Verfügung zu stellen:

Jetzt sind automatisch alle Pfade richtig gesetzt, so dass Sie weder Änderungen im Thunderbird selbst noch an der Datei prefs.js vornehmen müssen.
Unter Linux legt Thunderbird standardmäßig im eigenen Home-Verzeichnis den versteckten Ordner .thunderbird an, in dem Sie alle wichtigen Einstellungen und die Profile finden. Um das Windows-Profil einzusetzen, das auf der FAT32-Partition liegt, passen Sie die Datei ~/.thunderbird/profiles.ini in einem Text-Editor an; diese sollte anschließend in etwa so aussehen:
[General] StartWithLastProfile=1 [Profile0] Name=default IsRelative=0 Path=/dos/thunder/Profiles/6fs3mpvr.default
Achten Sie darauf, dass Sie den Pfad zum eigenen Profil auf der FAT32-Partition an Ihr eigenes System anpassen. Wenn Sie Thunderbird das nächste Mal starten, arbeiten Sie mit den gleichen Einstellungen -- und natürlich auch allen Mails -- wie auf dem Windows-System (Abbildung 1). (hge)
| Infos |
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[1] Thunderbird-Artikel: Inga Rapp, "Two in one", EasyLinux 09/2004, S. 26 ff., http://www.easylinux.de
[2] Artikel zu mount: Heike Jurzik und Hans-Georg Eßer, "Bergsteiger", EasyLinux 06/2004, S. 80 ff., http://www.easylinux.de/2004/06/080-guru-mount/ [3] Artikel zur Rechtevergabe unter Linux: Elisabeth Bauer, "Alles, was recht ist", EasyLinux 09/2003, S. 71 ff., http://www.easylinux.de/2003/09/071-guru-chmod/ [4] Thunderbird-Download für alle Betriebssysteme: http://www.thunderbird-mail.de/thunderbird/ [5] Profiles-Verzeichnisse von Thunderbird auf den verschiedenen Windows-Versionen: http://www.thunderbird-mail.de/hilfe/dokumentation/profilordner.php |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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