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Erschienen in EasyLinux 06/2005   »   Ausgabe bestellen

CD/DVD-Brenner NeroLinux im Test

Brandmeister

von Heike Jurzik


Die Nero AG ist angetreten, den Linux-Markt zu erobern und veröffentlichte vor kurzem eine Linux-Version des beliebten Brennprogramms "Nero Burning ROM". Wir haben NeroLinux unter die Lupe genommen und getestet, was der Brandmeister unter Linux leistet.

Besitzer einer Windows-Vollversion können sich glücklich schätzen -- über die Web-Seite [1] kann man diese registrieren und NeroLinux kostenlos als Debian- oder RPM-Paket herunterladen. Wer nicht erst die Windows-Variante des Programms erwerben möchte, muss sich noch etwas gedulden: Nero denkt im Moment darüber nach, sowohl eine Demo- als auch eine Vollversion von NeroLinux zum Download anzubieten -- eine Box-Version von NeroLinux ist im Moment nicht geplant. Bei Redaktionsschluss stand allerdings noch nicht genau fest, wann es soweit sein wird.

NeroLinux ist bisher nur in englischer Sprache verfügbar -- ob es eine Anpassung an andere Sprachen geben wird, ist bislang noch unklar. Die meisten Menüeinträge sind allerdings selbsterklärend, und auch die Programm-Icons sind gut gewählt, so dass die fehlende Übersetzung zu verschmerzen ist. Auf der Web-Seite gibt es außerdem unter [2] ein englisches Handbuch im PDF-Format, das sehr gut geschrieben ist und viele Informationen liefert.

NeroLinux installieren

Nach dem Download des RPM-Paketes gehen Sie die folgenden Schritte, um NeroLinux unter Suse Linux 9.1 und 9.2 zu installieren:

  1. Starten Sie den Datei-Manager Konqueror und klicken Sie die RPM-Datei nerolinux-2.0.0.0-6-intel.rpm an. Anschließend bestätigen Sie über die Schaltfläche Install Package with YaST, dass Sie die Software einspielen wollen.
  2. Anschließend beginnt der Paket-Manager mit der Arbeit, überprüft die Abhängigkeiten und spielt das Programm ein.
  3. NeroLinux integriert sich nahtlos ins K--Menü; Sie finden die Brenn-Software finden Sie nach der Installation unter Multimedia / CD/DVD brennen / NeroLINUX.

Unter Mandrake Linux 10.1 gehen Sie wie folgt vor:

  1. Starten Sie den Konqueror, navigieren Sie zum RPM-Paket und doppelklicken Sie es.
  2. Geben Sie auf Aufforderung das Root-Passwort ein und bestätigen Sie, dass Sie die Datei installieren wollen. RpmDrake spielt das Paket nun ein.
  3. Unter Mandrake Linux 10.1 taucht NeroLinux leider nicht im K-Menü auf; Sie können das Brennprogramm aber über eine Konsole oder den Schnellstarter [Alt-F2] und Eingabe von nero starten.

Benutzer von Fedora Core 2 spielen NeroLinux ebenfalls mit wenigen Schritten ein:

  1. Navigieren Sie im Konqueror zur RPM-Datei und doppelklicken Sie diese.
  2. In das aufgehende Dialogfenster tragen Sie system-install-packages ein und geben auf Aufforderung das Root-Passwort ein.
  3. Bestätigen Sie über die Schaltfläche Weiter, und der Paket-Manager beginnt mit der Arbeit.
  4. Sie finden das Brennprogramm anschließend im K-Menü unter Sound & Video / NeroLINUX.

Auf los geht's los

Nach dem Start über das K-Menü oder über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2] und Eingabe von nero) sehen Sie eine Dialogbox mit dem End-User License Agreement. Die Nutzungsbestimmungen akzeptieren Sie über Klick auf den Button Yes. Eine Dialogbox informiert, dass dies der erste Start ist und alle Konfigurationen auf Standardwerte gesetzt sind. In das Feld können Sie Ihre Seriennummer eintippen und über den Button OK bestätigen. Alternativ klicken Sie auf Demo, und NeroLinux verrät, wie lange Sie die Version testen können.

Unter Suse Linux 9.1/9.2, Fedora Core 2 und Mandrake Linux 10.1 beschwerte sich das Programm im Test, dass einige der Gerätedateien nicht mit den nötigen Rechten ausgestattet waren. In der Warnmeldung waren dies die SCSI-Gerätedateien (/dev/sgX). Da der Testrechner allerdings einen IDE-Brenner mit korrekt gesetzten Zugriffsrechten hatte, konnte die Warnmeldung ignoriert und sogar dauerhaft ausgeschaltet werden (Abbildung 1).

Abb. 1: Damit NeroLinux die Überprüfung der Gerätedateien beim Start nicht jedes Mal vornimmt, aktivieren Sie die Checkbox und bestätigen über OK.

Als Nächstes beklagte sich NeroLinux unter Suse Linux 9.1 und 9.2 darüber, dass die DMA-Beschleunigung für die beiden gefundenen IDE-CD/DVD-Laufwerke deaktiviert war. DMA steht für "Direct Memory Access" (deutsch "direkter Speicherzugriff") und ermöglicht es Laufwerken, Daten direkt in den Arbeitsspeicher zu übertragen, was die Leistungsfähigkeit bzw. die Geschwindigkeit der Datenübertragung deutlich steigern kann. Bei Suse Linux ist der DMA-Modus für IDE-Festplatten automatisch eingeschaltet, für CD/DVD-Laufwerke aber deaktiviert. Sie schalten ihn ein, indem Sie in YaST im Bereich Hardware auf IDE DMA Modus gehen und dort für die Laufwerke aus dem unteren Pull-down-Menü einen passenden Modus auswählen. Unter Fedora Core 2 und Mandrake Linux 10.1 ist die DMA-Beschleunigung für IDE-Geräte automatisch aktiviert. Auch die Überprüfung, ob der DMA-Modus eingeschaltet ist, kann durch Aktivieren der Checkbox Never perform DMA acceleration checks at startup deaktiviert werden.

Unter Suse Linux 9.1 und 9.2 erkannte NeroLinux außerdem, dass der SuSEPlugger und der SuSEWatcher liefen und empfahl, diese Programme zu beenden, da sie den laufenden Brennprozess stören können. Sie beenden die beiden Programme, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das jeweilige Icon im Panel (Abbildung 2) klicken und Beenden aus dem Kontextmenü wählen. Über den KDE Automounter Daemon, der bei Fedora Core 2 zum Einsatz kommt, beschwerte sich NeroLinux im Test ebenfalls -- das Handbuch empfiehlt, die Datei Autorun.desktop im versteckten Verzeichnis .kde/Autostart zu entfernen. Starten Sie KDE danach neu, und die Warnmeldung verschwindet. Unter Mandrake Linux 10.1 tauchte die Warnmeldung auf, dass magicdev aktiviert sei. Sie deaktivieren den Gnome-Automounter über das K-Menü / System / Einstellungen / Hardware / CD Eigenschaften. Im folgenden Dialogfenster deaktivieren Sie alle Checkboxen.

Abb. 2: SuSEWatcher im Panel.

Anpassungsbedürftig?

Über das Menü File / Preferences erreichen Sie den Einrichtungsdialog. Auf dem ersten Reiter (Common) können Sie die Seriennummer eintragen (falls das noch nicht geschehen ist), das Verzeichnis bestimmen, in dem temporäre Daten abgelegt werden (Standard ist /tmp), das so genannte "Precaching" ("Vorladen") für Daten- und Audio-Tracks einstellen, das eigene Home zum Startverzeichnis erklären und aktivieren, dass versteckte Dateien und Ordner angezeigt werden.

Ebenfalls auf dem ersten Reiter finden Sie die Möglichkeit, die diversen Tests, die NeroLinux beim Start durchführt, ein- und auszuschalten. Ganz unten im Fenster konfigurieren Sie die CDDB-Abfrage für Audio-CDs und den entsprechender Server (Standard ist freedb.freedb.org:888).

Auf dem Reiter File Types finden Sie Funktionen und Helfer-Applikationen, die beim Umwandeln von Audiodateien für das Brennen von Musik-CDs helfen. Standardmäßig bringt NeroLinux Funktionen für MP3-, Ogg/Vorbis-, WAV- und Shorten-Dateien mit. Über den Schalter Add Filetype lassen sich darüber hinaus eigene Formate hinzufügen. Das Handbuch bietet ab Kapitel 4 eine ausführliche Erklärung, welche Einstellungen dazu nötig sind: Sie brauchen im Wesentlichen einen Kommandozeilen-Decoder und eine Funktion, die die Track-Größe berechnet. Dieses ist allerdings recht kompliziert und ohne tiefergehende Shell-Kenntnisse nicht zu bewältigen (lesen Sie dazu auch den Kasten Ogg/Vorbis-Dekodierung reparieren).

Im Bereich Audio System können Sie zwischen dem Open Sound System (OSS) und dem Enlightenment Sound Daemon (ESD) auswählen. Auf dem letzten Reiter (Misc) finden Sie eine Checkbox zum Aktivieren einer Warnmeldung, wenn Sie eine ISO-Datei (also ein Abbild einer CD/DVD) in den File Editor ziehen und zum Brennen auswählen. Dieses ist normalerweise unnötig, da Sie damit ein Image von einem Image generieren würden.

Look & Feel

Das NeroLinux-Hauptfenster (Abbildung 3) ist in mehrere Bereiche aufgeteilt. Unter der Menü- und Werkzeugleiste befinden sich zwei Fenster zur Dateiansicht. Im linken Bereich finden Sie nicht nur die Daten Ihrer Festplatte (My Computer), sondern auch die CD/DVD-Laufwerke des Rechners (Disc Drives). In der linken Ordneransicht können Sie einfach per Mausklick die Verzeichnisse aufklappen, der Inhalt erscheint dann in der rechten Fensterhälfte.

Abb. 3: Übersichtlich: In NeroLinux findet man sich schnell zurecht.

Interessant ist der untere Bereich mit wechselnden Ansichten. Am linken Rand befinden sich vier Symbole:

Ein Statusbalken am unteren Fensterrand informiert über den Füllstand des File und Track Editors -- so behalten Sie im Auge, welche Datenmenge zu verarbeiten ist und ob diese noch auf einen Rohling passt. Ist eine kritische Menge erreicht, verändert sich die Farbe des Balkens. Bei reinen Daten-CD/DVDs sehen Sie hier die Größe in MByte, für Audio-CDs erscheinen hier die Minuten. Um von Minuten zu MByte (und andersherum) umzuschalten, doppelklicken Sie einfach den Statusbalken.

Ebenfalls im unteren Fensterbereich eingeblendet sehen Sie den ausgewählten Brenner; ein Doppelklick auf diesen Bereich startet einen Auswahldialog, so dass Sie -- wenn mehrere Geräte angeschlossen sind -- schnell hin- und herwechseln können. Das kleine Symbol mit der Note ist der eingebaute Audio-Player: Um eine Datei abzuspielen, doppelklicken Sie diese oder ziehen Sie einfach per Drag & Drop auf dieses Icon. Über diesen Button stoppen Sie den Player auch wieder.

Daten von der eigenen Festplatte brennen

Daten von der eigenen Platte brennen Sie, indem Sie diese vorher in den File Editor ziehen. Dabei können Sie direkt ganze Ordner erfassen oder diese vorher aufklappen und einzelne Daten auswählen. Einen zusammenhängenden Block markieren Sie mit zwei Klicks: Zunächst wählen Sie die erste Datei mit der Maus aus, dann klicken Sie die letzte mit gedrückter [Umschalt]-Taste an und markieren so den ganzen Block. Einzelne Dateien erwischen Sie, wenn Sie die [Strg]-Taste gedrückt halten und Ihre Wahl treffen. Praktisch: Das Drag & Drop funktioniert auch aus anderen Anwendungen, wie z. B. dem Konqueror oder Mozilla.

Im unteren Bereich können Sie die Daten nun in einer passenden Struktur anordnen -- diese erscheint dann später genau so auf der CD/DVD. Klappen Sie -- ebenfalls im linken Bereich unter /New die Ordnerhierarchie auf, um den Inhalt im rechten Fensterbereich anzuschauen. Um eine Datei oder einen Ordner zu löschen oder umzubenennen, klicken Sie das Objekt einfach mit der rechten Maustaste an und wählen den entsprechenden Entrag aus dem Kontextmenü (Abbildung 4).

Abb. 4: Im File Editor bringen Sie die Daten in die Struktur, die auch später auf der CD/DVD erscheinen soll.

Übrigens: Wenn Sie im File Editor in der ganz linken Ansicht mit der rechten Maustaste auf den Wurzeleintrag (standardmäßig /New) klicken und aus dem Kontextmenü Rename wählen, können Sie so die Volume ID (also den Namen) Ihrer CD/DVD setzen.

Eine solche Zusammenstellung -- NeroLinux nennt dieses "Compilation" -- können Sie abspeichern (File / Save as, Dateiendung .nlc), zu einem späteren Zeitpunkt neu laden (File / Open) und natürlich brennen (Recorder / Burn Compilation). Um eine neue Datensammlung zu starten, wählen Sie im Menü File / New Compilation.

Daten als Image speichern

Wer nach einer Möglichkeit sucht, die Daten nicht direkt auf einen Rohling zu bannen, sondern erst einmal eine Abbilddatei (Image) zu erstellen, findet diese Funktion nicht im Menü oder im Brennerdialog, sondern nimmt einen kleinen Umweg:

  1. Wählen Sie als Brenner nicht das physikalische Gerät, sondern den Image Recorder. Dazu gehen Sie entweder über's Menü Recorder / Choose Recorder oder doppelklicken unten rechts im Fenster den Brenner-Eintrag.
  2. Im aufgehenden Dialogfenster wechseln Sie zum Eintrag Image Recorder und bestätigen über Klick auf OK.
  3. Gehen Sie im Menü anschließend auf Recorder / Burn Compilation und geben Sie anschließend im aufgehenden Dialog einen Namen für das Image ein. Voreingestellt ist die Dateiendung .nrg (Nero Image).

Entgegen einiger Unkenrufe in Web Foren ließ sich in unserem Test das so erstellte Image unter Suse Linux 9.2 problemlos in den Linux-Dateibaum einhängen. (Unter Suse Linux 9.1 klappte dieses leider nicht.) Dieses kann gerade dann sinnvoll sein, wenn Sie die Abbilddatei auf ihre Vollständigkeit hin überprüfen wollen. Um das Nero Image testzumounten, starten Sie einfach eine Konsole ([Alt-F2], Eingabe von konsole) und werden mit dem Befehl su - gefolgt vom Root-Passwort zum Administrator. Legen Sie dann ein temporäres Verzeichnis, beispielsweise unter /mnt, an:

mkdir /mnt/tmp

Nun können Sie das ISO-Image an dieser Stelle einhängen:

mount -o loop backup.nrg /mnt/tmp

Die Option -o loop ist nötig, damit mount sich nicht beschwert, dass Sie eine Datei statt eines Geräts verwenden. Nachdem Sie sich von der Vollständigkeit der Datensammlung überzeugt haben, hängen Sie das Image mit folgendem Kommando wieder aus:

umount /mnt/tmp

Ein fertiges Image brennen

Um ein fertiges ISO-Image zu brennen, gehen Sie im Menü auf Recorder / Burn Image. Im aufgehenden Dialog wählen Sie die richtige Datei aus. Anschließend beginnt Nero zügig mit der Arbeit -- eine Dialogbox und die Ausgabe im Meldungsfenster informieren über den Fortschritt (Abbildung 5).

Abb. 5: NeroLinux informiert im Meldungsfenster über den Fortschritt.

In unseren Tests ließen sich sowohl Nero Images also auch ISO-Dateien problemlos auf CDs und DVDs bringen. Sollte es auf Ihrem System zu Abstürzen kommen, setzen Sie eventuell die Brenngeschwindigkeit für das Laufwerk herunter und probieren es erneut.

Eine Daten-CD/DVD kopieren

Um eine Daten-CD/DVD zu kopieren, können Sie zwei verschiedene Wege gehen: Entweder erstellen Sie vor dem Brennvorgang ein Image oder Sie brennen "on-the-fly" (also ohne den Umweg über ein Image). Wählen Sie letztere Option nur dann, wenn einen Brenner und ein CD-Laufwerk zum Lesen haben -- und einen schnellen Rechner mit ausreichend Speicher.

Klicken Sie entweder auf das Icon mit den zwei Silberscheiben oder gehen Sie im Menü auf Recorder / Copy Disc, um den Vorgang zu starten. Ein Dialogfenster geht auf, in dem Sie weitere Einstellungen vornehmen können. Auf dem ersten Reiter stellen Sie ein, wo ein eventuelles Image abgelegt werden soll und ob dieses nach dem Abschluss des Brennens gelöscht wird. Auf dem Reiter Copy Options können Sie das Quelllaufwerk definieren: Wenn Sie hier die Checkbox On the fly aktivieren, wählen Sie unter Source drive das zweite Laufwerk aus, in dem die Daten-CD liegt. Auf dem letzten Reiter konfigurieren Sie die Read Options, z. B. ob Lesefehler ignoriert werden sollen. Ist alles richtig eingestellt, klicken Sie auf Copy, um den Brennvorgang zu starten (Abbildung 6).

Abb. 6: Das Kopieren von Daten-CDs/DVDs ist mit wenigen Mausklicks erledigt.

Auf dem Testrechner (ein AMD Athlon, 700MHz mit 1 GByte RAM) klappte das "on-the-fly"-Brennen allerdings erst nach einigen Versuchen und als die Brenngeschwindigkeit des Plextor PX-W1610A auf 8-fach heruntergeschraubt wurde (das Gerät erreicht mit anderen Brennprogrammen die volle Geschwindigkeit von 16-fach).

Musik liegt in der Luft...

Mit NeroLinux können Sie nicht nur komplette Audio-CDs kopieren, sondern auch aus Sound-Dateien verschiedener Formate eine eigene Sammlung zusammenstellen. Nach dem Einlegen einer Audio-CD fragt NeroLinux (sofern Sie diese Voreinstellung aus den Preferences übernommen und eine laufende Internet-Verbindung haben) die CDDB-Datenbank ab und zeigt nach kurzer Zeit die Titel an (Abbildung 7).

Abb. 7: Dank CDDB-Abfrage erkennt NeroLinux Künstler und Titel der Audio-CD.

Wer einfach nur die komplette Musik-CD kopieren möchte, kann wie im Abschnitt Eine Daten-CD/DVD kopieren vorgehen. Wollen Sie allerdings eine eigene Sammlung zusammenstellen, kommt der schon erwähnte Track Editor zum Einsatz. In diesen ziehen Sie Sound-Dateien in verschiedenen Formaten -- NeroLinux wandelt diese ins passende Format um und berechnet die Track-Länge. Probleme gibt es hier lediglich mit Ogg/Vorbis-Dateien -- lesen Sie in Kasten Ogg/Vorbis-Dekodierung reparieren, wie Sie den Import dieser Sound-Dateien reparieren.

Ogg/Vorbis-Dekodierung reparieren

Im Konfigurationsdialog (File / Preferences) ist im Reiter File Types festgelegt, welche Kommandos eine Audiodatei zum Brennen einer Audio-CD vorbereiten. Für Ogg/Vorbis-Dateien ist im Bereich Detect Size das Kommando oggtst definiert. Standardmäßig ist dieses Tool aber nicht in den Ogg/Vorbis-Tools enthalten und auch nicht als RPM im Netz aufzustöbern.

Ohne dieses Programm beschwert sich NeroLinux aber hartnäckig, wenn Sie eine Ogg/Vorbis-Datei in den Track Editor ziehen:

Verwenden Sie stattdessen das im Ogg/Vorbis-Paket mitgelieferte Programm oggenc, welches Informationen über eine Ogg/Vorbis-Datei auf der Kommandozeile ausliest, stimmt der im letzten Feld definierte Befehl zum Herausfiltern der Track-Länge aber nicht mehr. Mit diesem Trick bringen Sie NeroLinux dazu, die Informationen richtig auszulesen:

  1. Ersetzen Sie im Feld Detect Size den Eintrag
    oggtst "$file"
    durch den Befehl
    ogginfo "$file"
  1. Im folgenden Feld löschen Sie das Kommando
    strval(regexp("^length=([0-9]*)"))*44100*4
    und schreiben stattdessen den Aufruf
    (strval(regexp("Playback length: ([0-9]*)m"))*60+strval(regexp("Playback length: [0-9]*m:([0-9]*)s")))*44100*4
    hinein, um aus den Informationen, die ogginfo ausgibt die korrekte Track-Länge in Bytes zu errechnen. Bestätigen Sie die Änderungen über OK. Wenn Sie jetzt eine Ogg/Vorbis-Datei in den Track Editor ziehen, wird die korrekte Länge berechnet.

Fazit

An seinen großen Bruder unter Windows kommt NeroLinux leider noch nicht ganz heran -- einige Macken sollten noch behoben werden, damit die Software stabil läuft. Andererseits kommt mit diesem Programm Abwechslung in die Brennprogrammlandschaft unter Linux. Wer sich mit K3b nicht anfreunden kann, findet hier eine angenehm zu benutzende Alternative. (hej)

NeroLINUX
Hersteller:Nero AG.
Preis:Gratis, wenn Sie eine Vollversion von Nero Software Version 6.3 oder höher (Retail-Version = 69,99 Euro; Download-Version = 49,99 Euro) registrieren. Die geplante Download-Vollversion von NeroLinux wird vermutlich zwischen 19,90 Euro und 29,90 Euro kosten.
Web-Seite:http://www.nero.com/de/NeroLINUX.html

Infos
[1] NeroLinux-Website: http://www.nero.com/de/NeroLINUX.html
[2] NeroLinux-Handbuch: ftp://ftp6.nero.com/user_guides/nerolinux/NeroLINUX_qs_eng.pdf

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