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Erschienen in EasyLinux 07/2005   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Zugriff auf Access-Datenbanken

Mit einer neuen Testversion von Knoda (http://www.knoda.org) kündigt sich eine große Veränderung in der Open-Source-Datenbankwelt an: Diese Release erlaubt erstmals den lesenden Zugriff auf Archive im MDB-Format, das Microsoft Access als Standard verwendet. Sollte das Feature in die stabile Version einfließen, eröffnet sich so für Linux-Anwender die Möglichkeit, ihre Daten zu migrieren.

Für den Zugriff auf die Access-Datenbanken verwendet das KDE-Programm Software aus dem Projekt MDB-Tools (http://mdbtools.sourceforge.net). Dieses macht es sich zur Aufgabe, das Format von MDB-Dateien zu dokumentieren und freie Treiber nach dieser Spezifikation zu schreiben.

Im Augenblick erlaubt Knoda nur einen lesenden Zugriff auf die Dateien des Microsoft-Produkts. Und dieser ist zudem nur mit der neusten Version der MDB-Tools möglich. Daher bietet sich eine Installation der Software zum jetzigen Zeitpunkt nicht nicht unbedingt an.

Abb. 1: Mithilfe einer zusätzlichen Bibliothek greift Knoda in einer experimentellen Version lesend auf MS-Access-Datenbanken zu.

Sicherheitslöcher gestopft

Die aktuelle Version 1.3.0 des Instant Messengers Gaim (http://gaim.sourceforge.net) stopft vor allem einige gravierende Sicherheitslöcher in der Software. So behandelte das Programm unter anderem Nachrichten im MSN-Messaging-Format nicht richtig, so dass diese in verschiedener Weise als Einfallstor auf den lokalen Rechner fungierten.

Auch über spezielle HTML-Nachrichten ließ sich der Instant Messenger missbrauchen. Mittlerweile erklärte sich jedoch einer der Maintainer der Software speziell für diese und andere Sicherheitsprobleme zuständig, und damit besteht für die Zukunft die Hoffnung, dass solche Bugs schneller behoben werden.

Gaim ermöglicht die Kommunikation über die bekanntesten Instant-Messaging-Protokolle sowie über das IRC. Es unterstützt den Einsatz mehrerer Accounts gleichzeitig und lässt sich über eine Vielzahl von Plug-ins erweitern.

Abb. 2: Mit der aktuellen Version 1.3.0 des Instant Messengers Gaim stopften die Entwickler zahlreiche Sicherheitslöcher.

Neues Desktop-Konzept

Die Distribution Symphony möchte Linux-Einsteiger mit einem neuen Desktop-Konzept überzeugen: Basierend auf einer abgespeckten HTML-Rendering-Engine besteht der Desktop aus einer Art interaktiven Oberfläche ohne Startleiste, jedoch mit Symbolen für die wichtigsten Standardfunktionen (Mülleimer, Computer, Programme und Dokumente), in den vier Ecken.

Bestimmte Desktop-Bereiche sperrt das System für den Anwender, um Platz Platz für minimierte Programme zu reservieren. Diese bleiben dadurch allzeit im Blickfeld. Anfasser und Rahmen von inaktiven Anwendungen verschwinden, bis der Benutzer diese wieder in den Vordergrund holt. Das gesamte Desktop-Enviroment nennen die Entwickler Mezzo, der interaktive Schreibtisch heißt Orchestra.

Die Oberfläche baut auf dem Window Manager Icewm (http://www.icewm.org) auf und bietet neben einem OpenOffice den Firefox als Browser sowie Rox-Filer als Dateimanager. In welchen Versionen die Programme jeweils integriert werden, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Das System ist als Live-CD konzipiert, wenngleich eine Installation auf der Festplatte möglich ist. Grundlage bildet das Debian-basierte Knoppix. Allerdings entfernten die Entwickler zahlreiche Anwendungen, um ein schlankes Grundsystem zu erhalten.

Die gesamte Entwicklung befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium, so dass noch keine stabile Release vorliegt.

Abb. 3: Die Distribution Symphony versucht mit einem neuen Desktop-Konzept, den Zugang zum Computer zu vereinfachen.

Distributions-Hitparade

Mit einer Umfrage unter rund 3 800 Besuchern ermittelten die Betreiber der amerikanischen Web-Seite Desktoplinux (http://www.desktoplinux.com) vergangenen Jahr die Beliebtheit einzelner Linux-Distributionen. Bei der nun präsentierten Auswertung stellte sich heraus, dass Debian (15 Prozent) seinen Spitzenplatz einbüßte und von Mandrake (18 Prozent), Suse (17 Prozent) und Gentoo (15 Prozent) überrundet wurde.

Die Umfrageergebnisse waren bereits im Januar das erste Mal veröffentlicht worden. Damals siegte mit überragender Mehrheit die neue Distribution Yoper (http://www.yoper.com). Es stellte sich aber heraus, dass die Betreiber der Yoper-Website ihre Besucher dazu aufgerufen hatten, an der Umfrage teilzunehmen, und das Ergebnis so nicht verwertbar war. Die nun vorliegenden Daten sind um die Stimmen für Yoper bereinigt.

Die Desktoplinux-Crew wollte von den Besuchern auch wissen, welche Desktop-Umgebung sie favorisierten. Hier legte KDE richtig zu und ließ mit rund 60 Prozent den Konkurrenten Gnome (21 Prozent) weit hinter sich.

Countdown zu Fedora Core 4

Rund ein halbes Jahr nach Version 3 und nach drei Test-Releases erschient dieser Tage Fedora Core 4 (http://fedora.redhat.com). Da die neue Version der Distribution außer Intel-Prozessoren erstmals auch die PowerPC-Architektur unterstützt, ist sie auch für Mac-Benutzer interessant, die Linux auf ihrem Apple-Computer installieren möchten.

Neben den aktuellen Desktop-Umgebungen Gnome 2.10 und KDE 3.4 bietet Fedora Core viele Neuerungen, die eher für den Einsatz im Unternehmen relevant sind. Dazu gehören das verteilte Dateisystem GFS von Red Hat und das System Xen 2, mit dem sich mehrere Betriebssysteme gleichzeitg auf einer einzigen Maschine betreiben lassen.

Mit dem Erscheinen von Version 4 geht Fedora Core 2 in den Ruhestand und wird vom Fedora Legacy Project (http://fedoralegacy.org/) weiter betreut. Am 24. und 25. Juni halten die Fedora-Benutzer und -Entwickler übrigens im Rahmen des Linuxtags in Karlsruhe ihre Konferenz FUDCON (http://fedoraproject.org/fudcon/) ab.

Ark Linux mit komplettem Kontrollzentrum

Ark Linux (http://www.arklinux.org) ist eine Distribution, die sich vor allem an umstiegswillige Windows-Anwender richtet. Nach drei Jahren Entwicklung und einer langen Testphase veröffentlichte das Ark-Team im März die erste stabile Release, nun behebt die aktuelle Version Ark Linux 2005.1 zahlreiche Bugs.

Die Distribution verwendet KDE 3.4 als Desktop-Umgebung. Mit Thunderbird 1.0, Firefox 1.0.2 und Gimp 2.2.4 liefert Ark aktuelle Versionen beliebter Anwendungen. Als Office-Paket kommt OpenOffice 1.1.4 zum Einsatz.

Eine Besonderheit der Distribution ist die zentrale Systemsteuerung nach dem Windows-Vorbild. Sie trägt den Namen "Mission Control" und vereint das KDE-Kontrollzentrum mit weiteren Werkzeugen wie dem Paketmanager Kynaptic und dem Festplatten-Editor Qtparted.

Abb. 4: Nicht nur KDE 3.4, auch viele andere aktuelle Softwarepakete liefert Ark Linux mit.

Zum zehnten Mal: Linuxtag

Der Linuxtag feiert Jubiläum. Was vor zehn Jahren als kleine studentische Veranstaltung begann, ist heute mit rund 15 000 Besuchern das größte Linux-Ereignis in Europa. Vom 22. bis 25. Juni trifft sich die Community dieses Jahr wieder im Kongresszentrum Karlsruhe. Im Ausstellungsbereich präsentieren sich freie Projekte genauso wie kommerzielle Anbieter. Daneben gibt es ein umfangreiches Programm mit über 100 Vorträgen, die sich unter anderem mit der Zukunft des Desktops und professioneller E-Mail-Nutzung beschäftigen. Einen weiteren Schwerpunkt stellt Video und Multimedia unter Linux dar.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Linuxtags wird der Eintritt jedoch nicht kostenlos sein. Die Veranstalter begründeten ihre Entscheidung mit den Aufwendungen für Miete und Organisation sowie den Reisekosten für die Referenten. Daneben stellt der Linuxtag freien Software-Projekten die Messestände kostenlos zur Verfügung. Ein Tagesticket kostet in diesem Jahr 15 Euro, eine Karte für alle vier Tage 35 Euro. Schüler und Studenten erhalten auf alle Tickets 5 Euro Ermäßigung. Weitere Informationen gibt es unter http://www.linuxtag.org. (Andreas Bohle, Mathias Huber/mhu).

Abb. 5: Hier trifft man auf Gleichgesinnte und lernt die neuesten Linux-Trends kennen: Mit zehn Jahren Tradition ist der Linuxtag mittlerweile eine Institution.

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