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Erschienen in EasyLinux 07/2005   »   Ausgabe bestellen

Videoschnitt unter Linux

Schnittmeister

von Tim Schürmann


Wer ein Videoschnittprogramm für Linux sucht, trifft schnell auf Kino und MainActor. Das Erste ist kostenlos, während man für das Zweite seine Geldbörse plündern muss. Aber auch sonst sind die beiden Konkurrenten so unterschiedlich wie Tag und Nacht.

In den Glanzzeiten des Zelluloidfilms saß die Dame für den Schnitt vor einer großen Menge Filmschnipsel. Mit einer Schere ging es unerwünschtem Material an den Kragen. Im Zeitalter der digitalen Videokamera übergibt man den Urlaubsfilm dem hauseigenen Computer und spezialisierten Programmen. Auf dem Linux-PC sind für diese Zwecke Kino und MainActor die beliebtesten Werkzeuge. Vergleicht man sie, so liegen ihnen zwei grundsätzlich verschiedene Bedienkonzepte zugrunde. Beiden gemein ist nur das Ausgangsmaterial.

In diesem Artikel stellen wir die beiden Programme in einem aufgabenorientierten Vergleich gegenüber: Wir erklären für jedes der Beiden, wie Sie die einzelnen Schritte von der Videoaufnahme zum geschnittenen Film erledigen und was es dabei zu beachten gilt.

Betrachtet man einen Film, so besteht dieser aus einer Folge von Bildern, die schnell hintereinander abgespielt werden. Die derzeit erhältlichen Videokameras für den Heimbereich arbeiten in Deutschland nach dem so genannten PAL-Standard. Er schreibt vor, dass ein Bild aus 720 Zeilen und 576 Spalten besteht. Um die dabei entstehende Datenmenge zu reduzieren, komprimiert die Kamera jedes Bild und legt es in digitaler Form auf dem Videoband ab. Als Standard hat sich das DV-Format etabliert, mit dem beide Schnittprogramme von Haus aus umgehen können.

Installation und Start

Besitzer von Suse Linux Professional sind fein heraus: Dort gehören Kino [1] und MainActor [2] bereits zum Lieferumfang und lassen sich bequem mit YaST einspielen. Starten Sie das Administrations-Tool über System / YaST aus dem K-Menü und geben Sie in der folgenden Dialogbox das root-Passwort ein. Mit der Eingabe von kino oder mainactor in das Suchfeld fischen Sie das gewünschte Programm heraus. Markieren Sie es mit einem Häkchen zur Installation und spielen Sie die Software über einen Klick auf Übernehmen ein.

Unser Starter Kit 8 bringt weder Kino noch MainActor mit. Sie finden beide Pakete auf unserer Heft-CD; das kommerzielle Programm MainActor allerdings nur in einer Demo-Version. Binden Sie die Heft-CD als Installationsquelle in YaST ein, damit Sie die Videoschnittprogramme im Software-Modul zur Installation auswählen können.

Fedora-Nutzer finden Kino auf unserer Heft-CD. Um die Schnitt-Software und einige zusätzlich benötigte Pakete einzuspielen, folgen Sie einfach der Anleitung auf der Startseite unserer CD. Auf MainActor müssen Sie unter Fedora Core 3 verzichten, da der Hersteller MainConcept kein Paket für diese Distribution anbietet.

Wer mit Mandrake Linux 10.2 arbeitet, findet ebenfalls nur Kino auf der Heft-CD. MainConcept stellt MainActor bislan nur für Mandrake Linux 10.1 zum Download bereit. Diese Version arbeitet jedoch nicht mit Mandrake Linux 10.2 zusammen. Die Anleitung auf der CD erklärt, wie Sie das Medium als Installationsquelle einbinden und Kino bequem mit RpmDrake einspielen.

Bei dem MainActor-Paket auf der Heft-CD handelt es sich um eine voll funktionsfähige Testversion, die allerdings in jedes Video ein Wasserzeichen einstempelt. Mit einem 199 Euro teuren Lizenzschlüssel vom Hersteller wandeln Sie die Demo- in eine Vollversion um.

Diesen Schlüssel geben Sie in der Dialogbox ein, die sich hinter dem Menüeintrag Hilfe / Seriennummerneingabe verbirgt. Um den einmal eingegebenen Schlüssel auch bei einem Festplattenschaden nicht zu verlieren, sollten Sie die versteckten Textdatei .mactor.key in Ihrem Home-Verzeichnis sichern. Sie enthält die eingegebene Lizenznummer.

Nachdem die Installation geklappt hat, finden Sie beide Programme im Startmenü -- in der Regel unter dem Punkt Multimedia. Um bei MainActor mit einer deutschsprachigen Oberfläche zu arbeiten, wählen Sie im Hauptmenü Preferences. Im sich öffnenden Fenster aktivieren Sie unter Miscellaneous / Language den Eintrag DE. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit einem Klick auf Ok. MainActor informiert Sie, dass die Änderung sich erst nach einem Neustart des Programms auswirkt. Sobald Sie das Programm das nächste Mal starten, präsentiert sich MainActor mit deutschen Menüs.

Abb. 1: Mit diesen Einstellungen erhalten Sie deutsche Menüs und Dialoge.

Aufnahme

Um den Urlaubsfilm von lästigem Ballast zu befreien und so Freunde und Verwandte bei der Vorführung zu beeindrucken, übertragen Sie den Film zunächst auf die Festplatte. Beachten Sie, dass eine Minute Videomaterial im DV-Format ca. 200 MByte Plattenplatz verschlingt. Möchten Sie Ihre Videos später auch unter einem Windows-System bearbeiten, wird diese Datenmenge zum Problem. Älteren Windows-Versionen können nur mit Dateien von maximal 2 GByte umgehen. Aus diesem Grund spalten beide Videobearbeitungen den Film auf Wunsch bereits bei der Aufnahme in Dateistücke passender Größe. Auch das Format ist wichtig für den Datenaustausch: Alternativ zum direkten Speichern der von der Kamera gelieferten Daten im so genannten Raw-DV-Format, verpacken beide Programme die Daten auf Wunsch auch in eine AVI-Datei. Hierbei unterscheidet man zwischen Typ 1 und 2. Die Wahl des richtigen Formats hängt davon ab, in welcher Videoanwendung Sie die Videos später weiterverarbeitet wollen. Im Zweifelsfall wählen Sie Typ 1.

Kino: Um Bilder von der Videokamera auf den Rechner zu übertragen, nutzen Sie das Aufnahmemodul von Kino.

  1. Öffnen Sie zunächst unter Edit / Preferences den Einstellungsdialog (Abbildung 2).

Abb. 2: Im Einstellungsdialog von Kino stellen Sie unter anderem das Dateiformat für die Aufnahme ein.
  1. Wechseln Sie dort auf das Register Capture. Hier befinden sich alle Basiseinstellungen rund um die Aufnahme. Stellen Sie sicher, dass der Punkt Auto Split Files aktiviert ist. Damit spaltet Kino das Video automatisch in mehrere Dateien auf. Unter File Type wählen Sie das Dateiformat. Im Zweifelsfall greifen Sie zum DV AVI Type 1.
  1. Wechseln Sie im Hauptfenster auf das Register Capture am rechten Bildschirmrand.

  1. In das Feld File geben Sie den Namen ein, den die Videodatei später tragen soll. Mit einem Klick auf AV/C wechseln Sie das Steuerungsprotokoll. Es regelt, mit welchen Befehlen Kino die Kamera anspricht.
  1. Nun können Sie die Videokamera mit den entsprechenden Tasten unter dem Eingabefeld zu steuern. Ein Klick auf Capture startet die Aufnahme. Standardmäßig zeigt Kino dabei kein Kontrollbild an. Möchten Sie während der Aufzeichnung eine Vorschau sehen, wählen Sie Edit/Preferences, wechseln auf das Register Display und kreuzen dort Enable preview during capture an.
  1. Mit einem Klick auf OK übernimmt Kino die Änderung und stellt ab sofort die gerade übertragene Szene bildlich da.
    MainActor: Wählen Sie aus dem Menü Tools / MainConcept / DV Capture (Abbildung 3) und aktivieren Sie im folgenden Dialog unter Capture Driver einen passenden Treiber. Sie haben den richtigen erwischt, wenn Sie die Kamera über die Knöpfe links unten fernsteuern können. In das Eingabefenster Capture File kommt der Dateiname, unter File Format wählen Sie das Dateiformat. Der richtige Eintrag für die maximale Dateigröße (File Split Size) ist 2 GB. Mit einem Klick auf den roten Knopf starten Sie die Aufnahme.

Abb. 3: Das Aufnahmemodul von MainActor bietet ähnliche Optionen wie das von Kino.

Schnitt

Kino: Nach der Aufnahme fügt Kino den gespeicherten Film automatisch dem Storyboard hinzu. Dabei handelt es sich um die Liste am linken Fensterrand. Möchten Sie einen bereits vorliegenden Film einfügen, gelingt dies per File / Insert Before, bzw. File / Insert After. Damit platziert Kino die gewählte Datei vor, bzw. nach der aktuellen Szene. In beiden Fällen führt Kino gleichzeitig eine automatische Szenenerkennung durch. Jede erkannte Szene bildet einen neuen Eintrag im Storyboard, wobei das Programm die Originaldatei nicht antastet. Jede dieser Szenen stellt Kino mit dem jeweils ersten Bild dar. Der gesamte Film ergibt sich durch das Abspielen aller Szenen im Storyboard von oben nach unten. Um ein unerwünschtes Stück herauszuschneiden, sind Sie auf dem Register Edit am richtigen Ort (Abbildung 4).

Abb. 4: Auf dem Register "Edit" schneiden Sie unter Kino das Videomaterial.

Fahren Sie dort mit den entsprechenden Knöpfen die Position an, an der die zu löschende Sequenz beginnt. Alternativ können Sie auch das Dreieck darüber mit der Maus verschieben. Wählen Sie nun Edit / Split und beobachten Sie dabei das Storyboard: Dort fügt Kino eine neue Szene hinzu. Wiederholen Sie den Vorgang mit dem Ende der unerwünschten Sequenz. Diese finden Sie anschließend im Storyboard als eigenständige Szene. Markieren Sie diese und wählen Sie Edit / Cut, um sie zu entfernen.

MainActor: MainActor besitzt eine komplexere Projektverwaltung als Kino. Als Schaltzentrale dient der Browser (Abbildung 5). In ihm verwalten Sie alle Mediendateien, wie aufgenommene Filme, Grafiken oder Musik. Zudem bietet er auf dem Register Effekte den Zugriff auf alle Effekte und Übergänge.

  1. Um den aufgenommenen Film zu einem Teil des aktuellen Projekts zu machen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den rechten Bereich (bei den zwei Symbolen) und wählen Multimediadateien hinzufügen. Wechseln Sie mit einem Doppelklick in den so erzeugten Ordner Media, in dem sich die Videodatei befindet.
  1. Ziehen Sie den Film mit gedrückt gehaltener linker Maustaste auf das mit Timeline beschriftete Fenster. Dort befinden sich mehrere horizontale Zeilen, die so genannten Spuren. Sie sind in solche, die nur Videomaterial (V1, V2) und solche, die nur Audiomaterial (A1, A2) aufnehmen, unterteilt.
  1. Fahren Sie mit noch immer gedrückter Maustaste über diese Spuren, zeigt MainActor einen Rahmen an. Wie Sie an der Zeitskala im Timeline-Fenster sehen, ist dieser Rahmen so lang, wie die Laufzeit des Films.
  1. Bewegen Sie den Rahmen an den linken Rand und lassen Sie die Maustaste los. Das Ergebnis sollte dann so ähnlich aussehen wie in Abbildung 5.

Im Gegensatz zu Kino ordnet MainActor alle Szenen maßstabgetreu auf einem Zeitstahl, der so genannten Timeline, an. Diese Darstellungsform erlaubt es, die einzelnen Filmschnipsel wesentlich einfacher zu arrangieren. Zudem sehen Sie nicht nur das erste Bild einer Szene, sondern zusätzlich auch das Letzte. Auf Wunsch blendet das Programm sogar eine Vorschau für Zwischenbilder ein: Markieren Sie den eingefügten Film per Mausklick und öffnen Sie mit der rechten Maustaste sein Kontextmenü. Wählen Sie dort Icon Modus für Clips und aktivieren Sie Viele Icons, damit MainActor auch die Zwischenbilder anzeigt. Dies erleichtert Ihnen das Schneiden des Videomaterials.

Navigieren Sie im Fenster Vorschau mit den Symbolen am unteren Fensterrand zum ersten Bild der unerwünschten Szene. Hilfreich sind dabei das einfache Dreieck (Wiedergabe) und die beiden Dreiecke mit dem einfachen Strich (Einzelbildweiterschaltung). Beobachten Sie, wie der grüne Positionszeiger in der Timeline mitwandert. Klicken Sie nun auf das vierte Symbol von links in der obersten Symbolleiste des Timeline-Fensters, um eine Schnittmarke zu setzen.

Abb. 5: MainActor in Aktion: Links oben befindet sich das Browser-Fenster, rechts unten die Timeline, in die bereits ein Film eingefügt wurde.

Positionswechsel

Das Umstellen einer Szene gelingt in beiden Programmen auf ähnliche Weise. Dazu ziehen Sie den Teil, den Sie umplatzieren wollen, mit der Maustaste an die gewünschte Stelle im Storyboard oder der Timeline. MainActor blendet als Hilfe einen kleinen Rahmen ein, der die Länge des zu verschiebenden Filmschnipsels symbolisiert. Stoßen Sie bei MainActor an den linken oder rechten Rand der Timeline, so bewegt sich diese automatisch nach links, bzw. nach rechts.

Ausgabe

Nachdem die Szenen in der richtigen Reihenfolge stehen, muss man das fertige Video auch irgendwie wieder aus den Schnittprogrammen heraus bekommen: Bei MainActor gelingt das etwas einfacher als bei Kino. In jedem Fall sollten Sie sich zunächst überlegen, in welchem Format Sie den Film abspeichern wollen. Hier gibt es mehrere Optionen: Neben dem direkten Zurückspielen auf die Kamera, können Sie ein Video im DV-Format erzeugen oder das Material in eine MPEG-Datei umkodieren. Letzteres ist die Voraussetzung, um aus dem Film eine Video-DVD zu erstellen, bietet aber eine schlechtere Qualität als das DV-Format. Wollen Sie den Film archivieren, ist das DV-Format daher die bessere Wahl.

Kino: Wechseln Sie im Hauptfenster auf das Register Export. Dort finden Sie für jedes Speicherformat eine eigene Registerkarte. Unter IEEE1394 übertragen Sie das Video wieder auf eine Kamera zurück -- vorausgesetzt das Gerät verfügt über einen entsprechenden Eingang. Auf dem Register DV File speichern Sie den Film als DV-Datei. Geben Sie unter File den Dateinamen ein, wählen Sie unter File Type das Format und entscheiden Sie sich unter Other File Options, ob Sie den Film in mehrere Dateien aufsplitten wollen. Über das Register MPEG erzeugen Sie eine MPEG-Datei aus dem Videomaterial (Abbildung 6).

Abb. 6: Um eine Video-DVD zu erzeugen, müssen Sie den Film im MPEG-Format speichern.

Die MPEG-Ausgabe beherrscht Kino nicht von Haus aus, sondern es greift dabei auf die drei Konvertierungs-Tools mpeg2enc, mp2enc und mplex zurück. Diese gehören zum Paket mjpegtools, das die von uns unterstützten Distributionen jedoch nicht, oder nur in einer funktionsreduzierten Version mitbringen. Um MPEG-Dateien zu erzeugen, installieren Sie daher die mjpegtools von der Heft-CD. Wer mit Suse Linux 9.2 arbeitet, spielt nur das Erweiterungspaket mpeg2enc ein.

Fedora-Nutzer können dagegen gleich loslegen: Wenn Sie bereits Kino von der Heft-CD eingespielt haben, befinden sich die Konvertierungs-Tools schon auf Ihrer Festplatte.

Sind die Werkzeuge installiert, geben Sie unter File einen Dateinamen für den Film ein und wählen unter File Format das Zielformat. Für eine DVD ist hier der gleichnamige Punkt DVD die richtige Wahl. Mit einem Klick auf Export starten Sie die Konvertierung.

MainActor: Bei MainActor benötigen Sie keinerlei zusätzliche Tools, um Filme im MPEG-Format zu speichern. Das Schnittprogramm bringt nämlich den hauseigenen MPEG-Kodierer seines Herstellers MainConcept mit. Dieser kommt auch im professionellen Umfeld zum Einsatz und erzeugt durchweg hervorragende Ergebnisse. Alle Ausgabeoptionen erreichen Sie im Menü unter dem Eintrag Timeline / Exportieren (Abbildung 7).

Abb. 7: Der Exportdialog von MainActor: Mit den Werten im Einstellungsfenster der MPEG-Ausgabe erzeugen Sie eine DVD-konforme Datei.

Dort geben Sie unter Exportieren nach den Namen der zu erstellenden Datei ohne Endung ein. Diese hängt MainActor automatisch an den Dateinamen an. In der Zeile Format finden Sie zwei Auswahlboxen. In der rechten stellen Sie das Format ein. Dies ist entweder eine DV-Variante oder MPEG. Letzteres ist die richtige Wahl, wenn Sie eine Video-DVD aus dem Film erzeugen wollen. Über die Schaltfläche Formatoptionen nehmen Sie Feineinstellungen vor: Wählen Sie im folgenden Dialog unter MPEG Type das gewünschte Format, etwa DVD aus. Überprüfen Sie anschließend, ob unter Frame Size die richtige Videogröße eingestellt ist. Schließen Sie den Dialog mit einem Klick auf Ok und stellen Sie im Exportieren-Fenster sicher, dass der Punkt Nur gelbes In/Aus Segment exportieren deaktiviert ist. Wenn Sie einen Blick auf die Timeline werfen, finden Sie dort die besagte gelbe Linie. Sie markiert normalerweise nur einen Teil des Gesamtfilms. Mit dem Menüeintrag Nur gelbes In/Aus Segment exportieren würde MainActor beim Export nur die Videos unterhalb der gelben Linie berücksichtigen. Die Option ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn Sie nur einen Ausschnitt ausgegeben möchte, um die Qualität zu überprüfen. Ein Klick auf Exportieren startet den Ausgabeprozess.

Fazit

Sind sich Kino und MainActor beim Einlesen und der Ausgabe noch recht ähnlich, unterscheiden sie sich doch extrem beim Videoschnitt, also ihrer Kernaufgabe. Das liegt hauptsächlich am Timeline-Konzept, welches bei Kino durch das Storyboard nur ansatzweise existiert. Die Kino-Entwickler legten ihr Hauptaugenmerk auf eine einfache Bedienung, während MainActor mit vielfältigen Manipulationsmöglichkeiten aufwartet. Ein weiterer Pluspunkt von MainActor ist der eingebaute MPEG-Encoder. In diesem Bereich kann Kino nicht mithalten, ist dafür aber kostenlos.

Im Gegensatz zur kommerziellen Konkurrenz bietet Kino auch nur eine Handvoll Effekte und Szenenübergänge. Diese weisen Sie auf dem Register FX den einzelnen Szenen zu. MainActor arbeitet dagegen mit komplexen Polylinien: Damit steuern Sie den Verlauf eines Effekts bildgenau. Wer mehr zu den Profifunktionen von MainActor wissen möchte, sollte einen Blick in den Artikel unter [3] werfen. (amü)

Fransige Bilder

Wenn Ihnen in einigen Videos merkwürdige Fransen auffallen, haben Sie es mit so genannten Kammartefakten zu tun, die ihre Ursache im PAL Standard haben. Bei der Übertragung der Fernsehbilder griffen die Schöpfer des Standards zu einem Trick: Statt eines vollen Bildes überträgt man zunächst nur alle ungeraden und anschließend alle geraden Zeilen. Pro Sekunde werden 50 dieser Halbbilder übertragen. Die Videoschnittprogramme zeigen standardmäßig zwei zusammengehörende Halbbilder auf einmal an (und arbeiten daher mit 25 Vollbildern pro Sekunde). Besonders bei schnellen Bewegungen hat die auf Halbbilder ausgelegte Kamera jedoch für das zweite Halbbild bereits ein geringfügig anderes Motiv aufgenommen. Das führt dazu, dass bei der gemeinsamen Darstellung die zwei Halbbilder in Form der Kammartefakte sichtbar werden. Es gibt verschiedene Ansätze und Methoden diese unschönen Bildfehler zu eliminieren, zusammengefasst werden sie unter dem Begriff Deinterlace.

Bei MainActor finden Sie entsprechende Optionen beim Export (Timeline / Exportieren) unter den Formatoptionen (Fields, bzw. unter Advanced settings). In Kino haben Sie nur beim MPEG-Export Zugriff auf diese Einstellungen. Der entsprechende Menüpunkt firmiert dort unter dem Namen Deinterlace.

Sie sollten jedoch nur an diesen Werten drehen, sofern es wirklich nötig ist. Im Normalfall wählen die Schnittprogramme automatisch korrekte Einstellungen.

Infos
[1] Kino: http://www.kinodv.org
[2] MainActor: http://www.mainconcept.de
[3] MainActor-Artikel: Tim Schürmann, "Schneidebrett", LinuxUser 09/2004, S. 62 ff

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