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Erschienen in EasyLinux 07/2005   »   Ausgabe bestellen

Tipps & Tricks zu KDE 3.3

Besser arbeiten mit KDE

von Elisabeth Bauer und Thomas Hümmler


Wer die versteckten Handgriffe in KDE-Programmen kennt, spart sich viel umständliches Herumsuchen in Menüs. Diesmal zeigen wir unter anderem, wie Sie eigene Tastenkürzel anlegen und KDEs Informations-Manager Kontact effizient nutzen.

Tipp: Tastenkürzel einstellen

Per Tastatur gelingt manches schneller als mit der Maus. Neben den Standardkürzeln [Strg-C] und [Strg-V] fürs Kopieren und Einfügen, die in fast jedem KDE-Programm funktionieren, bietet KDE noch eine ganze Reihe mehr. Im Kontrollzentrum konfigurieren Sie Tastenkürzel nach Ihren Wünschen. Wählen Sie dazu in der Übersichtsleiste den Punkt Regionaleinstellungen & Zugangshilfen / Tastenkürzel. Im Reiter Tastenkombinationen finden Sie eine Liste aller Aktionen mit den voreingestellten Kurzbefehlen. Standardmäßig kommt KDE mit recht wenigen Tastenkürzeln, so dass Sie viel Freiheit haben, eigene zu ergänzen. Eine Übersicht der Vorgabewerte finden Sie in der Tabelle Voreingestellte Tastenkürzel.

Markieren Sie die Aktion, der Sie einen Kurzbefehl zuweisen wollen, und klicken Sie auf Benutzerdefiniert. Im folgenden Dialog drücken Sie die gewünschte Tastenkombination. Ist diese bereits vergeben, warnt KDE Sie und bietet an, die Aktion abzubrechen (Abbildung 1). Es ist zwar möglich, einzelnen Buchstaben eine Aktion zuzuweisen, Sie sollten jedoch immer nur Kombinationen mit so genannten Modifier-Tasten wie [Strg], [Alt] oder [Umschalt] verwenden -- schließlich wollen Sie am Computer in Ruhe Texte eingeben, ohne bei jedem Tastendruck eine Aktion auszulösen. Um Konflikten mit existierenden Tastenkürzeln vorzubeugen, empfiehlt es sich, eigene Aktionen auf eine Kategorie, zum Beispiel [Strg-Umschalt] in Kombination mit einem Buchstaben, zu beschränken.

Wer mehrere Arbeitsflächen nutzt, spart viel Zeit, wenn er der Aktion Um eine Arbeitsfläche nach rechts wechseln die Kombination [Strg-Pfeil nach rechts] und dem Arbeitsflächenwechsel nach links entsprechend [Strg-Pfeil nach links] zuweist.

Abb. 1: Ist eine Tastenkombination bereits vergeben, zeigt KDE eine Warnung an.

Tipp: Programm per Tastenkürzel starten

Für häufig benutzte Programme lohnt es sich, ein Tastenkürzel zu definieren. Dies erledigen Sie im Kontrollzentrum unter Regionaleinstellungen & Zugangshilfen / Tastenkürzel im Reiter Befehlskürzel. Markieren Sie das gewünschte Programm, zum Beispiel Konqueror, und klicken auf Benutzerdefiniert. Drücken Sie dann die Tastenkombination, mit der Sie das Programm künftig starten wollen, etwa [Strg-Alt-K].

Tipp: Tastenkürzel löschen

Ein zugewiesenes Tastenkürzel löschen Sie, indem Sie die Aktion oder den Befehl markieren und im Feld darunter Keine auswählen. Wenn Sie sich verzettelt haben und sich gar nicht mehr auskennen, setzen Sie mit einem Klick auf Voreinstellung alle Werte wieder auf die Vorgaben des Systems zurück.

Voreingestellte Tastenkürzel
AktionShortcut
Zum nächsten Fenster wechseln[Alt-Tab]
Zum vorherigen Fenster wechseln[Alt-Umschalt-Tab]
Zum nächsten Eintrag der Arbeitsflächenliste wechseln[Strg-Tab]
Zum vorherigen Eintrag der Arbeitsflächenliste wechseln[Strg-Umschalt-Tab]
Fenster aktivieren, das Aufmerksamkeit verlangt[Alt-Strg-A]
Fenster beseitigen[Alt-Strg-Esc]
Aufklappmenü der Kontrollleiste öffnen[Alt-F1]
Befehl ausführen[Alt-F2]
Fenster-Aktionen-Menü[Alt-F3]
Fenster schließen[Alt-F4]
Fensterliste anzeigen[Alt-F5]
Maus-Emulation[Alt-F12]
Arbeitsfläche anzeigen an/aus[Alt-Strg-D]
Prozess-Manager anzeigen[Strg-Esc]
Sitzung sperren[Alt-Strg-L]
Abmelden[Alt-Strg-Entf]
Bildschirmfoto (Einzelfenster)[Alt-Druck]
Bildschirmfoto (Arbeitsfläche)[Strg-Druck]

Tipp: Maßgeschneidertes Kontrollzentrum

Dem KDE-Kontrollzentrum kann man vieles vorwerfen, ein Mangel an Einstellungsoptionen gehört sicher nicht dazu. Wenn Sie dort den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, ist das "maßgeschneiderte Kontrollzentrum" genau das Richtige für Sie. Mit dem Befehl kcmshell starten Sie die Module des Kontrollzentrums einzeln. Geben Sie zum Beispiel

kcmshell colors background fonts screensaver icons style &

in der Konsole ein, erhalten Sie die wichtigsten Einstellungen zur grafischen Gestaltung der Oberfläche: Schriften, Symbole, Bildschirmschoner, Hintergrundbild und Farben (Abbildung 2). Eine Übersicht der vorhandenen Komponenten liefert das Kommando

kcmshell --list

Da es lästig ist, den ellenlangen Befehl mit den gewünschten Modulen jedes Mal von Hand einzutippen, vereinfachen sich Freunde der Kommandozeile den Aufruf durch einen so genannten Alias [1]. Einen solchen legen Sie in der Datei .bashrc in Ihrem Home-Verzeichnis an. Für unseren Beispielbefehl könnte er folgendermaßen lauten:

alias mycontrol='kcmshell colors background fonts screensaver icons style'

Mit der Eingabe von mycontrol in eine Konsole startet das persönliche Kontrollzentrum. Bevorzugen Sie den Start per Mausklick über ein Desktop-Icon, legen Sie im Text-Editor Ihrer Wahl, z. B. KWrite, eine Desktop-Datei an. Sie hat das folgende Format:

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Exec=kcmshell colors background fonts screensaver icons style
Icon=exec
Name=Mein Kontrollzentrum
StartupNotify=true
Terminal=false
Type=Application

Den Wert hinter Name dürfen Sie frei wählen, in die Zeile Exec tragen Sie den Befehl kcmshell und dahinter Ihre Modulauswahl ein. Speichern Sie die Datei im Verzeichnis Desktop mit der Endung .desktop, zum Beispiel als Mycontrol.desktop. Auf dem Schreibtisch erscheint nun ein neues Symbol, das per Klick Ihr persönliches Kontrollzentrum startet. Nutzen Sie lieber die Programmstarter in der Kontrollleiste, ziehen Sie das Icon mit der Maus dorthin.

Abb. 2: Mit dem Befehl "kcmshell" stellen Sie sich Ihr persönliches Kontrollzentrum mit oft benutzten Modulen zusammen.

Tipp: Adressbucheinträge per Drag & Drop erzeugen

Kontact, der Personal Information Manager von KDE, vereint E-Mail, Adress- und Terminverwaltung unter einer Oberfläche. Die Programme wie etwa KMail lassen sich zwar nach wie vor getrennt verwenden, aber die Integration bietet so manchen Vorteil. Um den Namen und die E-Mail-Adresse aus einer Nachricht ins Adressbuch zu übernehmen, stellt Kontact die Kontextmenüfunktion Zum Adressbuch hinzufügen bereit. Sie erscheint, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine Mail-Adresse klicken. Wesentlich schneller gelingt die Übernahme ins Adressbuch per Drag & Drop: Ziehen Sie einfach eine Nachricht des Absenders auf das Symbol Kontakte in der linksbündigen Leiste und lassen Sie sie dort fallen. Kontact ergänzt so automatisch den Namen und die Absenderadresse in der Kontaktverwaltung. Wenn Sie diese Funktion zum ersten Mal nutzen, zeigt das Programm eine Bestätigung an (Abbildung 3). Markieren Sie in der Dialogbox die Option Diese Meldung nicht mehr anzeigen und klicken Sie auf OK.

Abb. 3: In Kontact legen Sie einen neuen Adressbucheintrag an, indem Sie eine Nachricht auf das Symbol "Kontakte" ziehen.

Tipp: Aufgaben und Ereignisse aus einer Mail erzeugen

Sie haben eine Einladung zu einer Party oder einen neuen Auftrag per Mail erhalten? Wie bei Adressbucheinträgen erzeugen Sie daraus per Drag & Drop eine Aufgabe oder ein Ereignis. Ziehen Sie die Mail dazu auf die Aufgabenliste bzw. den Kalender in der Leiste am linken Fensterrand. Kontact öffnet daraufhin einen Dialog, in dem als Titel der Betreff der E-Mail eingetragen ist. Im Beschreibungstext hat das Programm schon den Absender, den Adressaten und den Betreff eingetragen. Ändern Sie die Beschreibung nach Ihren Vorstellungen ab und tragen Sie die Zeit ein -- schon ist der neue Termin ferig. Der Unterschied zwischen Ereignissen und Aufgaben ist übrigens nur ein zeitlicher: Bei Aufgaben fragt Kontact nach einer Deadline, bis zu der die Aufgabe erledigt sein muss, ein Ereignis dagegen hat ein festes Datum.

Tipp: Meetings organisieren per Drag & Drop

Die Einladungen zu einem Meeting stellen Sie in Kontact schnell zusammen. Halten Sie die [Strg]-Taste gedrückt und markieren Sie mit der linken Maustaste alle Teilnehmer im Adressbuch. Ziehen Sie danach die ausgewählten Einträge auf das Kalendersymbol. Kontact zeigt Ihnen den Ereignisdialog, in dem Sie einen Titel, die Adresse, Start und Ende und eine Beschreibung eingeben (Abbildung 4). Im Reiter Teilnehmer können Sie noch einmal kontrollieren, ob Sie auch niemanden vergessen haben, oder Personen ergänzen, die nicht im Adressbuch stehen. Nach einem Klick auf OK trägt Kontact das Ereignis in Ihren Kalender ein. Um die Teilnehmer zu informieren, klicken Sie in der Kalenderansicht auf das Symbol Veröffentlichen (ein Brief mit grünem, nach oben gerichteten Pfeil). KMail verschickt nun an alle ausgewählten Teilnehmer eine Einladungs-Mail (Abbildung 5). Zusätzlich hängt das Programm eine Datei im Ical-Format an die Nachricht an. Eine solche Datei können Empfänger, die ein anderes Terminverwaltungsprogramm wie Evolution nutzen, importieren. Nutzt der Empfänger KMail und Kontact, reicht es aus, auf Annehmen zu klicken.

Abb. 4: Der Dialog für neue Ereignisse im KDE-Kalender bietet unter anderem die Felder Titel, Ort und Zeit.

Abb. 5: Mit Kontact verschicken Sie Einladungen an die Teilnehmer eines Meetings.

Tipp: Kontakte einblenden

Wenn ein neuer Eintrag nicht sofort im Adressbuch auftaucht, schaffen Sie mit einem Trick Abhilfe: Entfernen Sie unter Adressbücher das Häkchen in der Checkbox vor dem betreffenden Adressbuch und setzen Sie es erneut, damit Kontact die Adressen neu einliest. Danach erscheinen auch die bisher nicht angezeigten Einträge in der Übersicht.

Tipp: Adressbuch umtaufen

Um den Namen des Standardadressbuchs zu ändern, markieren Sie den Eintrag Standard-Adressbuch bzw. resource-name im Feld Adressbücher und klicken auf Bearbeiten. Im folgenden Dialog tragen Sie den gewünschten Namen ein.

Tipp: Schnell zu einer Adresse springen

Wenn die Liste der Einträge im Adressbuch zu lang wird, empfiehlt sich die Sprungleiste, in der Sie alphabetisch navigieren. Sobald Sie im Menü Einstellungen / Sprungleiste anzeigen wählen, erscheint rechts im Fenster eine alphabetische Button-Leiste (Abbildung 6). Ein Klick auf einen Buchstaben beschränkt die Anzeige auf Einträge mit diesem Anfangsbuchstaben. Über die Schaltfläche Alle schalten Sie zur kompletten Liste zurück.

Abb. 6: Mit der Sprungleiste navigieren Sie alphabetisch durch die Einträge des KDE-Adressbuchs.

Tipp: News in Kontact lesen

Usenet-Freunden wird es aufgefallen sein: Kontact kann zwar mailen, Termine und Adressen verwalten, aber ein wichtiges Programm haben die Programmierer bei der Integration scheinbar vergessen, den KDE-Newsreader KNode [2]. Doch der erste Eindruck täuscht: Der Newsreader ist nur bei der Standardauswahl nicht mit von der Partie. Klicken Sie auf Einstellungen / Komponenten auswählen und markieren Sie im folgenden Dialog die Checkbox News (Abbildung 7), damit auch KNode in der Seitenleiste auftaucht. Haben Sie den Newsreader noch nicht konfiguriert, präsentiert Kontact zuerst den Einrichtungsdialog, in dem Sie unter Konten die Zugangsdaten zum News-Server Ihres Providers eintragen.

Abb. 7: Der Newsreader KNode versteckt sich bei Kontact im Einstellungsdialog für Komponenten.

Tipp: Komponenten in Kontact ausblenden

Über den Dialog Einstellungen / Komponenten auswählen blenden Sie Programme, die Sie nicht verwenden, aus. Wer keinen PDA besitzt, stellt hier zum Beispiel die KPilot-Konfiguration ab. Der Zettelwirtschaft machen Sie den Garaus, indem Sie die Checkbox vor Notizen entfernen. Kümmert es Sie nicht, ob es draußen hagelt oder schneit, weil Sie sowieso die meiste Zeit vor dem Computer sitzen, lassen Sie mit einem Klick vor Wetter auch den Wetterbericht aus der Übersicht verschwinden. Mit einer so entschlackten Oberfläche arbeitet es sich gleich viel entspannter.

Tipp: Kontact mit bestimmtem Modul starten

Standardmäßig startet Kontact immer mit dem Modul, das beim Beenden des Programms aktiv war. Aus der Konsole oder einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]) können Sie jedoch direkt angeben, welche Programmkomponente Kontact beim Start anzeigt. Mit dem Befehl

kontact --module kmailplugin &

starten Sie direkt im Mail-Programm. Das Adressbuch öffnen Sie, indem Sie kaddressbookplugin statt kmailplugin eingeben, die Option korganizerplugin öffnet die Kalenderansicht. todoplugin springt direkt zur Aufgabenliste. Das Kommando

kontact --list

zeigt alle verfügbaren Module an. Praktisch sind diese Befehle in Verbindung mit dem Kommando alias. So definieren Sie in der Datei .bashrc in Ihrem Home-Verzeichnis Kurzbefehle:

alias km="kontact --module kmailplugin"
alias kt="kontact --module todoplugin"

Nachdem Sie diese Zeilen mit einem Text-Editor in der Datei ergänzt und sie gespeichert haben, lesen Sie die .bashrc mit dem Befehl . ~/.bashrc neu ein, damit die Kürzel sofort zur Verfügung stehen. In Zukunft genügt die Eingabe von km, um mit der Mail-, und kt, um mit der Aufgabenansicht zu starten.

Tipp: Mail-Editor aus der Konsole öffnen

Wer viel in der Konsole arbeitet, muss zum Verfassen einer E-Mail nicht erst KMail starten. Mit

kmail emailadresse &

gelangen Sie direkt in den Mail-Editor des Programms. Die angegebene E-Mail-Adresse hat KMail schon eingetragen. Auch die Nachricht selbst können Sie automatisch einfügen: Per

kmail --msg datei &

machen Sie den Inhalt einer Textdatei zum Nachrichtentext. Wer auch den Betreff gleich in der Konsole angeben will, erledigt das mit

kmail -s "Betreff" &

Wenn der Betreff Leerzeichen enthält, müssen Sie den Text in Anführungszeichen setzen. Der Befehl kmail --attach dateiname hängt die angegebene Datei als Anhang an die E-Mail an. Die Optionen lassen sich beliebig kombinieren (Abbildung 8), die E-Mail-Adresse müssen Sie jedoch immer als letztes angeben. Eine vollständige Liste der Aufrufoptionen von KMail erhalten Sie mit dem Befehl kmail --help.

Abb. 8: KMail starten Sie aus der Konsole heraus direkt im Mail-Editor, der Nachrichtentext stammt aus einer Datei.

Tipp: In der Konsole nach neuen Nachrichten schauen

Über die Kommandozeile steuern Sie KMail in begrenztem Umfang fern. Der Befehl

kmail --check &

weist das Programm an, Ihre Postfächer auf neue Nachrichten zu überprüfen.

Tipp: Zitate in E-Mails einfügen

Beim Klick auf Antworten übernimmt KMail automatisch den Inhalt der Mail und setzt Zitatzeichen davor, so dass Sie sich auf die Originalnachricht beziehen können. Manchmal will man aber auch Texte aus anderen E-Mails oder Dokumenten zitieren. Dazu dient die Funktion Als Zitat einfügen. Kopieren Sie den gewünschten Text mit dem Tastenkürzel [Strg-C] in die Zwischenablage, setzen Sie den Cursor im Nachrichten-Editor an die Stelle, an der sie den Text eingefügen wollen und wählen Sie die genannte Funktion im Menü Bearbeiten aus. KMail setzt nun den ausgewählten Text mit vorangestellten Größerzeichen (>) am Zeilenbeginn ein.

Tipp: E-Mails per Blindkopie verschicken

Viele Leute, vor allem altgediente Netzveteranen, betrachten es als Verletzung ihrer Privatsphäre, wenn ihre Adresse ungefragt an andere Empfänger weitergegeben wird. Das passiert zum Beispiel, wenn Sie eine E-Mail an eine ganze Reihe Empfänger verschicken, die Sie im To-Feld angeben. Jeder, der die Nachricht erhält kann dann sehen, an wen diese noch gegangen ist -- und genau das ist nicht jedermanns Sache. Über das Feld Bcc: lösen Sie das Problem. Wählen Sie im Menü Ansicht die Option Blindkopie, erscheint im E-Mail-Editor das Feld Blindkopie an (BCC). Tragen Sie dort alle Adressaten ein. Im Feld An ergänzen Sie am besten Ihre eigene E-Mail-Adresse. KMail verschickt die Mail nun an alle Adressen. Die Empfänger bekommen jedoch nur die im To-Feld zu sehen. So wahren Sie die Privatsphäre Ihrer Bekannten und beugen Konflikten vor.

Tipp: Zitateinleitung ändern

Über die KMail-Einstellungen legen Sie fest, wie die Einleitungszeile über dem zitierten Text in Antwort-Mails aussehen soll. Klicken Sie dazu in der linken Leiste auf Komposer und öffnen Sie den Reiter Redewendungen (Abbildung 9). In den Feldern Antwort an Absender und Antwort an alle können Sie nun einen anderen Text eintragen, etwa Am %D fühlte %F sich bemüßigt, folgendes mitzuteilen:.

Im Feld Zitatkennzeichnung ändern Sie das Zeichen, das KMail in einer Antwort vor die zitierten Zeilen setzt. Manch einer bevorzugt dort statt des voreingestellten >%_ (>, gefolgt von einem Leerzeichen) einen senkrechten Strich. Dazu geben Sie |%_ ein.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, dort den Namen des Autors einzusetzen. Diese Zitierweise trifft man bisweilen auf Mailing-Listen an. Die Kennzeichnung mit dem Namen des Autors erreichen Sie mit der Zeichenfolge %F>%_. Mit dem Baustein %f>%_ fügt KMail statt des vollen Namens nur die Initialen des Zitierten ein.

Abb. 9: In den KMail-Einstellungen passen Sie die Standardeinleitung Ihrer Mail-Antworten an.

Tipp: Filter in KMail definieren

Mit Hilfe von Filtern untersuchen Sie Nachrichten nach selbst definierbaren Kriterien. Trifft eines oder mehrere davon auf die Mail zu, löst das eine zuvor bestimmte Aktion aus, wie etwa das Verschieben in einen Ordner oder das Löschen der E-Mail.

Die praktischen Sortierhilfen legen Sie im Dialog Filterregeln an. Dort stehen in der Liste auf der linken Seite Vorhandene Filter. Diese arbeitet KMail später in der dort angezeigten Reihenfolge ab. Den ersten Filter, dessen Kriterien auf die gerade bearbeitete Nachricht passen, führt KMail aus. Soll das Programm Nachrichten auch auf weitere Regeln prüfen, müssen Sie beim Definieren eines Filters die Option Bearbeitung hier abbrechen, falls Filterbedingung zutrifft ausschalten.

Sie öffnen den Filterdialog entweder über Einstellungen / Filter einrichten oder Sie rufen ihn direkt von einer markierten Nachricht aus auf. Dazu klicken Sie die Mail an, wählen Extras / Filter anlegen und entscheiden sich im Untermenü für einen der Einträge Nach Betreff filtern, Nach Absender filtern, Nach Empfänger filtern oder Nach Mailingliste filtern.

Die Betreff-Suche übernimmt die Subject-Zeile als Suchkriterium, die Absender-Suche die From-, die Empfänger-Suche die To- und die Listen-Suche eine List-Zeile aus dem Mail-Vorspann, den so genannten Header-Zeilen (Abbildung 10).

Abb. 10: Unter "Extras / Filter anlegen" definieren Sie Filterregeln anhand der gerade geöffneten Nachricht.

Tipp: Filter schneller aufrufen

Um einen bestimmten Filter schneller aufzurufen, fügen Sie ihn ins Nachricht-Menü ein. Dazu öffnen Sie den Filterdialog über Einstellungen / Filter anlegen. Markieren Sie links in der Liste den Filter, der ins Menü soll. Schalten Sie im Bereich Weitere Einstellungen die Option Diesen Filter zum Menü "Filteraktionen anwenden" hinzufügen ein (Abbildung 11). Damit nimmt KMail diesen Filter ins Untermenü Nachricht / Filter anwenden auf. Von dort aus können Sie gezielt diesen Filter auf eine markierte Nachricht anwenden.

Abb. 11: Mit der Option "Diesen Filter zum Menü "Filteraktionen anwenden" hinzufügen" integrieren Sie Filter ins KMail-Menü.

Tipp: Filtern nach Status

Aktuelle KMail-Versionen bringen die Option mit, Nachrichten nach ihrem Status zu filtern. Als Status kennt das Programm die Werte wichtig, neu, ungelesen, gelesen, alt, gelöscht, beantwortet, weitergeleitet, in Postausgang, Versandt, überwacht, ignoriert und Spam. Den Status einer Nachricht legen Sie über den Menüeintrag Nachricht / Nachricht markieren fest.

Tipp: Fingierte Lesebestätigung verschicken

Viele E-Mail-Programme bieten die Option, zusammen mit einer E-Mail eine Lesebestätigung anzufordern. Da diese Funktion aber von einigen E-Mail-Programmen nicht unterstützt wird, verpufft die Anfrage oft. Trotzdem schicken manche Zeitgenossen munter weiter derlei Anforderungen. KMail bietet nun die Möglichkeit, erzieherisch wirkende Antworten zurückzuschicken. Per Filterregel können Sie eine angeforderte Lesebestätigung zum Beispiel damit beantworten, dass Sie eine Meldung über das Löschen der Nachricht zurücksenden -- obwohl das überhaupt nicht der Fall ist. Dazu wählen Sie als Filteraktion im Filterregeln-Dialog Fingierte MDN senden (MDN steht für Message Delivery Notification; Benachrichtigung über die Zustellung einer Mitteilung). Als Rückmeldung für den Absender haben Sie die Wahl zwischen Ignoriert, Angezeigt, Gelöscht, Weitergeleitet, Bearbeitet, Abgelehnt und Fehlgeschlagen (Abbildung 12).

Abb. 12: Wenn jemand ohne Lesebestätigung nicht glücklich ist, schicken Sie ihm eine fingierte.

Tipp: Neue E-Mails mit Musik melden

Möchten Sie Nachrichten eines bestimmten Empfängers mit Fanfarenklängen oder anderem Sound ankündigen lassen, wählen Sie als Filteraktion in KMail Einen Klang abspielen. Sie können nun eine Musikdatei im Format WAV, MP3, Ogg oder PCM aussuchen, die das Programm abspielt, sobald eine Nachricht eintrudelt, auf die das Filterkriterium zutrifft.

Tipp: Ham statt Spam

Der Namenspate von unerwünschten Werbe-Mails, das Frühstücksfleisch Spam, besteht aus gewürztem Schweinefleisch und Schinken (spiced pork and ham). Der "Schinken" ist dabei der bessere Teil vom Spam, weshalb man erwünschte Mails, bei denen es sich auch um erwünschte Werbung handeln kann, gelegentlich als Ham bezeichnet.

In KMail können Sie erwünschte Nachrichten als Ham markieren. Dazu wählen Sie Nachricht / Nachricht markieren / Nachricht als Ham markieren aus dem Menü. Diesen Status zeigt KMail mit einem grünen Häkchen an.

Tipp: Filterregel schnell kopieren

Eine Filterregel kopieren Sie, indem Sie die Regel im Filterdialog von KMail markieren und auf die mittlere Schaltfläche unter der Liste Vorhandene Filter klicken. Bevor Sie nun die Kopie weiter anpassen, sollten Sie ihr erst über die Schaltfläche Umbenennen einen anderen Namen geben.

Tipp: Viren-verseuchte Mails filtern

KMail bringt von Haus aus keine Virenerkennung mit, kann aber mit Hilfe des Anti-Virus-Assistent (Extras / Anti-Virus-Assistent) ein externes Programm als Filter für infizierte Mails einrichten (Abbildung 13). Viren und Würmer sind hauptsächlich ein Windows-Problem und der Empfang derlei infizierter Mitteilungen wirkt sich unter Linux derzeit nicht schädlich aus -- abgesehen von den Kosten und der Zeit, die Sie für das Herunterladen und Löschen solcher Mails verschwenden.

Der KMail-Assistent erkennt automatisch, ob eines der Programme Clam Antivirus, Sophos Antivirus, Fprot Antivirus oder H+B EDV Antivir auf dem Rechner installiert ist. Dafür kann es dann Filterregeln aufstellen und integrieren.

Sie können zwischen mehreren Aktionen wählen, die bei Nachrichten mit Viren erfolgen sollen: Nachrichten automatisch nach Viren durchsuchen lassen, infizierte Mails in einen bestimmten Ordner verschieben und diese außerdem noch als gelesen markieren.

Das Erkennen der Viren geschieht in mehreren Stufen: Zunächst prüft mit Hilfe der Filteraktion Befehl ausführen ein Antiviren-Programm die Nachrichten; eine andere Filterregel markiert als infiziert erkannte Nachrichten und verschiebt diese -- je nach Einstellung im Assistenten -- zum Beispiel in einen speziellen Ordner. Die Prüffilter wendet KMail auf eingehende Nachrichten an, Sie können sie aber auch manuell über Nachricht / Filter anwenden für Mails in anderen Ordnern aufrufen.

Abb. 13: Mit dem Anti-Virus-Assistenten kann KMail Filterregeln anlegen, die infizierte Mails erkennen und aussortieren.

Tipp: Anti-Spam-Assistent von KMail nutzen

KMail verfügt zwar nicht über eine integrierte Spam-Erkennung, greift aber mit Hilfe des Anti-Spam-Assistent auf externe Programme zu, die diese Arbeit erledigen. Als Bollwerk gegen unerwünschte Werbung bietet sich beispielsweise das Programm Spamassassin [3] an. Ist der praktische Helfer installiert, legen Sie mit dem Anti-Spam-Assistenten von KMail automatisch Filterregeln für Werbe-Mails an.

Der Assistent richtet die Filterregeln nur einmal in einer Standardkonfiguration ein, vorhandene Filter passt er nicht an. Ein Spam-Filter, der wie Spamassassin einen Lern-Modus besitzt, kann von der Option profitieren, dass Sie Nachrichten manuell als Spam klassifizieren; Diese Auswahl reicht KMail an Spamassassin weiter, so dass Sie dessen Erkennungsrate verbessern.

Wie auch beim Erkennen von Viren geschieht das Spam-Filtern in mehreren Stufen: Mit Hilfe der Filteraktion Befehl ausführen prüft der Spam-Filter die Nachrichten; eine andere Filterregel markiert sie als Spam und verschiebt sie -- je nach Einstellung im Assistenten -- zum Beispiel in einen speziellen Ordner. (amü)

Infos
[1] Alias-Artikel: Elisabeth Bauer, "Schleichwege", EasyLinux 07/2004, S. 82 f.
[2] KNode-Artikel: Andrea Müller, "Frisch aus dem Netz", EasyLinux 04/2005, S. 39 ff., http://www.easylinux.de/2005/04/039-knode/
[3] Spamassassin-Artikel: Andrea Müller, "Die guten ins Töpfchen", EasyLinux 04/2004, S. 33 ff., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/04/033-spamassassin/

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