claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 07/2005   »   Ausgabe bestellen

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

von Claudia Dotterweich


Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie das Programm effektiv zur Bildbearbeitung einsetzen, mit Ebenen arbeiten und Bildeffekte erzeugen.

Tipp: Farbverläufe verwenden, bearbeiten und erstellen

Mit Farbverläufen erzeugen Sie realistische Effekte. Das Werkzeug besitzt eine Vielzahl an Optionen, mit denen Sie diverse Verläufe erstellen und diese auf Ebenen und Fotos anwenden können. Rufen Sie das Werkzeug über sein Icon im Werkzeugkasten oder über das Bildmenü Werkzeuge / Malwerkzeuge / Farbverlauf ([L]) auf.

Ein Doppelklick mit der Maus auf das Werkzeug-Icon öffnet die Werkzeugeinstellungen. In diesem Fenster werden alle Voreinstellungen für die Eigenschaften des Verlaufs definiert: die Deckkraft des Verlaufs auf der Ebene, der Verlaufsmodus (normal, Multiplikation, Abwedeln etc.), die Art des Verlaufs, das Erscheinungsbild sowie Form und Wiederholung.

Farbverlauf anwenden

Gimp kommt bereits mit einigen vordefinierten Verläufen, welche Sie in der Farbverlaufsliste finden.

  1. Um einen der bereits vorhanden Farbverläufe auf das aktuelle Bild bzw. die Ebene anzuwenden, wählen Sie aus der Liste einen Verlauf aus.
  2. Durch Ziehen und Klicken mit der Maus im Bild legen Sie die Anfangs- und Endpunkte fest.

Farbverlauf kopieren

  1. Um einen bestehenden Farbverlauf zu bearbeiten, öffnen Sie über den Menüpunkt Datei / Dialoge / Farbverlauf den Dialog Farbverläufe. (Alternativ verwenden Sie die Tastenkombination [Strg-G].)
  2. Kopieren Sie einen bestehenden Verlauf mit der Schaltfläche Verlauf duplizieren aus der Liste.
  3. Vergeben Sie anschließend einen Namen und verändern Sie die Markerpositionen mit einem Klick auf das kleine Dreieck am unteren Verlaufsrand (Abbildung 1). Durch Betätigen der Schaltfläche Speichern wird die Liste der Farbverläufe aktualisiert. Geschieht das nicht, klicken Sie hierfür im Dialogfenster Farbverläufe einfach auf die Schaltfläche Farbverläufe neu laden.

Eigenen Verlauf erstellen

  1. Um einen neuen Verlauf zu entwerfen, klicken Sie im Dialogfenster Farbverlauf auf Neuer Farbverlauf. Es öffnet sich der Verlaufseditor mit einem einfachen Grautonverlauf.
  2. Vergeben Sie zuerst einen Namen. Zum Bearbeiten der Verlaufsoptionen öffnen Sie via Rechtsklick das Farbverlaufseditormenü.
  3. Über dieses Menü legen Sie nun die Farbe des linken Eckpunktes fest. Zudem definieren Sie die Farbverlaufsfunktion für die Auswahl und geben an, ob Sie die Segmente gleichmäßig aufteilen wollen. Experimentieren Sie ruhig mit den Einstellmöglichkeiten, bevor Sie Ihren eigenen Entwurf in die Farbverlaufsliste sichern.

Abb. 1: Ein Farbverlauf ist ein stufenloser Übergang einer Farbe in eine andere. Gimp kennt schon eine Vielzahl fertiger Verläufe.

Tipp: Ebenen-Vorschaugröße ändern

Die Miniaturansicht der jeweiligen Ebene passen Sie mit ein paar Klicks ganz einfach an Ihre Vorstellungen an. Um etwas Platz im Werkzeugdialog der Ebene zu erhalten, können Sie die Ansicht verkleinern. Öffnen Sie das Reitermenü und wählen Sie bei Vorschaugröße den Punkt Winzig an. Falls Sie eine detailreichere Vorschauansicht bevorzugen, wählen Sie eine andere Größenansicht aus.

Tipp: Perspektive in Fotos richten

Haben Sie schon mal ein Gebäude fotografiert und standen dabei zu dicht am Objekt? Auf dem Bild laufen die Konturen dann spitz zusammen. In Gimp können Sie diesen meist unerwünschten Effekt mit ein paar einfachen Schritten beheben.

  1. Öffnen Sie das zu bearbeitende Bild. Suchen Sie im Bild ein paar markante Punkte, an denen Sie die Perspektive "gerade rücken" können. In Abbildung 2 wären das die Gebäudekanten neben dem Treppenaufgang.
  2. Verwenden Sie die Hilfslinien, um die so genannten Fluchtpunkte zu fixieren. Ziehen Sie dabei mit gehaltener Maustaste aus dem vertikalen Lineal die Hilfslinien heraus und positionieren Sie diese an den entsprechenden Bildstellen.
  3. Zum Richten der Perspektive wählen Sie im Werkzeugkasten das Perspektive-Icon ([Strg-P]) aus. Verändern Sie nun die beiden oberen Eckpunkte im Bild, indem Sie diese jeweils nach außen und oben ziehen und somit entlang der Hilfslinien ausrichten.
  4. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, führen Sie die Perspektivenveränderung im Dialogfenster Perspektive mit Hilfe der Schaltfläche Transformation aus (Abbildung 2).

Ein Nachteil dieser Vorgehensweise ist, dass an den Rändern unweigerlich Bildinformationen verloren gehen. Sie sollten daher schon beim Fotografieren darauf achten, links und rechts genügend Abstand für die spätere Nachbearbeitung zu lassen.

Abb. 2: Fotos mit falscher Perspektive bessern Sie mit Gimp in wenigen Schritten nach.

Tipp: Zuletzt geöffnete Bilder

Einen schnellen Zugriff auf Bilder, die Sie in Gimp vor kurzem geöffnet hatten, erreichen Sie über den Menüpunkt Datei / Zuletzt geöffnet. In dieser Liste werden die letzten zehn Bilder angezeigt und durch einen Mausklick geöffnet.

Falls das gesuchte Bild nicht dabei sein sollte, klicken Sie einfach am Ende der Liste auf den Dokumentenindex: Dieser enthält neben einer Bildvorschau und dem Bildnamen alle bisher im Programm geöffneten Bilder.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit sollten Sie veraltete Einträge aus dem Dokumentenindex entfernen.

Tipp: Arbeiten mit Filtern: Foto-Puzzle

In diesem Tipp erklären wir Ihnen kurz, wie Sie den Puzzle-Filter einsetzen und Bilder in einfache Puzzles mit hübschem 3D-Effekt verwandeln. Den Filter finden Sie im Bildmenü unter Filter / Render / Muster / Puzzle. Es öffnet sich das Dialogfenster Puzzle mit diversen Einstellungsmöglichkeiten. Geben Sie zuerst die Anzahl der Teilchen sowohl horizontal als auch vertikal an. Anschließend machen Sie noch Angaben zur Rundung der Ecken. Zum Abschluss legen Sie fest, ob die einzelnen Puzzle-Teilchen rund oder quadratisch dargestellt werden.

Wollen Sie diesen Effekt noch erweitern, indem Sie ein paar Puzzle-Teilchen aus dem Bild herauslösen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie das Bild und den zugehörigen Ebenendialog (Datei / Dialoge / Ebenen).
  2. Fügen Sie dem Bild eine neue Ebene in Weiß hinzu und wenden Sie auf diese Ebene den Puzzle-Filter an.
  3. Im Ebenendialog wählen Sie unter Modus die Option Multiplikation aus.
  4. Mit Hilfe des Zauberstabs markieren Sie nun in der weißen Ebene das Puzzle-Teilchen, das Sie herauslösen wollen.
  5. Nachdem Sie das Teilchen markiert haben, wechseln Sie zur eigentlichen Bildebene und entfernen die Auswahl mit [Strg-X]. (Sie landet dadurch in der Zwischenablage.)
  6. Das kopierte Puzzle-Stück fügen Sie nun nun in die neue transparente Ebene ein ([Strg-V]) und drehen es mit Hilfe des Rotationswerkzeugs, [Umschalt-R], in die gewünschte Position.

Zum Abschluss versehen Sie das Puzzle-Stück mit einem Schlagschatten. Hierzu markieren Sie die Ebene des Puzzle-Stücks mit dem Zauberstab, invertieren ([Strg-I]) und rufen den Schattendialog über Script-Fu / Schatten / Schlagschatten auf -- das Ergebnis zeigt Abbildung 3.

Abb. 3: Mit dem Puzzle-Filter machen Sie aus einem Bild ein Puzzle.

Tipp: Werkzeugfenstereinstellung anpassen

Das Erscheinungsbild des Werkzeugfensters können Sie anpassen: Über den Menüpunkt Datei / Einstellungen rufen Sie den Einstellungsdialog auf. Klicken Sie auf Werkzeugfenster, um dort Ihr bevorzugtes Erscheinungsbild zu definieren. Hier legen Sie fest, ob Sie in Gimp die Vorder- und Hintergrundfarbe anzeigen wollen, ob die Werkzeugübersicht für Farbe, Muster und Verlauf dargestellt werden soll und ob das aktuelle Bild im Miniformat angezeigt wird. Bei Platzproblemen können Sie alle drei Ansichten deaktivieren und bei Bedarf über Datei / Dialoge aufrufen.

Tipp: Effekte erzeugen: Nebel

Mit den richtigen Effekten verpassen Sie tristen Fotos eine interessante Note. Dieser Tipp zeigt Ihnen, wie Sie mit ein paar Nebelschleiern einem Landschaftsbild den richtigen Touch verleihen.

Fügen Sie dem Landschaftsbild eine neue transparente Ebene hinzu und öffnen Sie die Werkzeugeinstellungen über Datei / Dialoge. Klicken Sie auf das Freihand-Werkzeug. Aktivieren Sie Kanten ausblenden und geben Sie bei Radius einen Wert zwischen 30 und 40 an. Danach markieren Sie einen beliebigen Bereich im Bild. Wechseln Sie mit einem Mausklick auf das Füllen-Werkzeug. In den Werkzeugeinstellungen legen Sie einen Wert von 30 für die Deckkraft fest und füllen den markierten Bereich mit weißer Farbe.

Wiederholen Sie diese beiden Vorgänge an verschiedenen Bildstellen, bis das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht (Abbildung 4). (hge)

Abb. 4: Ein Bild lässt sich durch stimmungsgeladene, realitätsnahe Umgebungseffekte schnell aufpeppen.

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2007-04-05 11:10

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]