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Erschienen in EasyLinux 07/2005   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Nicht nur Linux und Windows sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht -- auch die verschiedenen Distributionen haben so ihre Eigenheiten. Diesen Monat erfahren Sie unter anderem, wie Sie bei Fedora Core 3 KDE starten und unter Mandrake Linux den Gnome-Desktop nachinstallieren.

Tipp: Automatischer Einzug in gedit

Unter Gnome übernimmt gedit die Rolle als Standard-Text-Editor. Es ist dort denkbar unkomfortabel, einen Text mit einer eingerückten Liste zu schreiben: Sobald Sie nach einem Listenpunkt einen Zeilenumbruch einfügen, steht der Cursor wieder am Anfang der Zeile. Sie müssen für jeden Unterpunkt erneut auf die Tabulatortaste drücken. Das geht auch einfacher: Öffnen Sie über Bearbeiten / Einstellungen das Konfigurationsmenü und setzen Sie auf der Registerkarte Editor ein Häkchen vor Auto-Einzug aktivieren (Abbildung 1). Wenn Sie nun einen Zeilenumbruch nach eingerücktem Text einfügen, setzt gedit den Cursor an den Beginn der vorherigen Zeile.

Abb. 1: In diesem Dialog schalten Sie den automatischen Einzug bei "gedit" ein.

Tipp: Änderungen in gedit rückgängig machen

Der Text-Editor gedit speichert die letzten 25 Aktionen, so dass Sie sie über [Strg-Z] rückgängig machen können. Erscheint Ihnen der Vorgabewert als zu gering, erhöhen Sie ihn unter Bearbeiten / Einstellungen / Editor. Tragen Sie im Abschnitt Rückgängig eine andere Zahl in das Eingabefeld hinter Begrenzen auf ein. Möchten Sie alle Aktionen der laufenden Sitzung zurücknehmen können, setzen Sie stattdessen ein Häkchen vor Unbegrenzt.

Tipp: Kalender im Gnome-Panel

Wenn Sie mit dem Gnome-Desktop arbeiten, ist der Kalender des aktuellen Monats nur einen Mausklick entfernt: Klicken Sie auf das Datumsfeld im Gnome-Panel, um den Kalender auszuklappen (Abbildung 2). Über die Pfeilschaltflächen wechseln Sie zu einem anderen Monat oder Jahr.

Eine besonders praktische Funktion erreichen Sie über das Kontextmenü des Datumsfelds: Klicken Sie es mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Datum kopieren oder Uhrzeit kopieren, um diese Angaben in die Zwischenablage zu verfrachten. Danach können Sie das so kopierte Datum oder die Uhrzeit mit einem Klick auf [Strg-V] in einer anderen Anwendung, wie etwa dem Text-Editor KWrite, einfügen.

Abb. 2: Ein Klick auf das Datumsfeld im Panel öffnet den Kalender.

Tipp: Neue Fenster mit Firefox

Nutzen Sie in Firefox keine Tabs, um mehrere Web-Seiten zu betrachten, können Sie auch in dem schlanken Mozilla-Abkömmling jederzeit ein neues Fenster öffnen: Am schnellsten gelingt das mit einem Druck auf [Strg-N], alternativ wählen Sie den Weg über den Menüeintrag Datei / Neues Fenster.

Tipp: Links in Firefox per Tastatur ansteuern

Mit der Tabulatortaste navigieren Sie in Firefox der Reihe nach durch alle Links einer Web-Seite. Welcher gerade aktiv ist, erkennen Sie am schnellsten in der Statuszeile am unteren Fensterrand. Zusätzlich markiert der Browser den aktiven Link mit einem kaum sichtbaren gestrichelten Rahmen. Wenn Sie beim letzten Link einer Seite angekommen sind und erneut [Tab] drücken, wechselt Firefox wieder zum ersten Link.

Tipp: Express-Suche per Tastatur

Bei Firefox müssen Sie nicht erst die Google-Seite aufrufen, um das Internet nach einem Suchbegriff zu durchforsten. Der Browser bringt ein Eingabefeld für die Google-Suche mit, in das Sie den gewünschten Begriff eingeben (Abbildung 3). Ein Druck auf [Eingabe] startet die Suche. Firefox schickt daraufhin eine Anfrage an die Suchmaschiene und präsentiert Ihnen die Ergebnisse.

Wenn Sie lieber mit der Tastatur als mit der Maus arbeiten, beschleunigen Sie die Suche mit der Tastenkombination [Strg-K]: Damit platzieren Sie den Cursor im Suchfeld und können gleich den gewünschten Begriff eingeben.

Abb. 3: Neben der Adresszeile bietet Firefox ein Eingabefeld für die Google-Suche.

Tipp: Dia-Show mit zufälliger Bildfolge

Mit dem Bildbetrachter gThumb zeigen Sie eine Dia-Show Ihrer Fotos am Monitor an. Wechseln Sie dazu in der linksbündigen Verzeichnisansicht zu dem Ordner mit den Bildern und starten Sie die Vorführung mit einem Klick auf Ansicht / Diashow oder über das Tastenkürzel [Strg-S]. Standardmäßig zeigt das Programm jedes Bild vier Sekunden lang an, doch über die Pfeilschaltflächen der Steuerleiste springen Sie schon früher zum nächsten Bild. Ein Klick auf Bild-Info blendet unter den Fotos Informationen wie die Größe und den Dateinamen des aktuellen Bildes ein.

Möchten Sie, dass gThumb die Fotos in zufälliger Reihenfolge einblendet, erreichen Sie das über den Konfigurationsdialog unter Bearbeiten / Einstellungen. Wechseln Sie dort auf den Registerreiter Diashow. Aktivieren Sie unter Richtung die Option Random, um die Zufallsanzeige einzuschalten (Abbildung 4).

Abb. 4: Im Einrichtungsdialog legen Sie fest, ob gThumb die Bilder bei einer Dia-Show in zufälliger Reihenfolge anzeigt.

Tipp: Mehr Übersicht mit virtuellen Ordnern

Das Mail-Programm Evolution bringt mit virtuellen Ordnern ein Feature mit, das für einen besseren Überblick in der Mailbox sorgt. In diesen Verzeichnissen sind nicht wirklich Nachrichten gespeichert, sondern Evolution zeigt dort nur die Mails an, auf die ein bestimmtes Kriterium zutrifft. So können Sie beispielsweise alle Nachrichten von der Adresse freund@provider.de in einem virtuellen Ordner namens Freund zusammenfassen.

Markieren Sie dazu eine Mail dieses Absenders und wählen Sie Werkzeuge / Virtuellen Ordner aus Nachricht erzeugen aus dem Menü. Im Untermenü dieses Eintrags legen Sie fest, nach welchem Kriterium Sie den virtuellen Ordner anlegen wollen. Dort stehen Betreff, Absender, Empfänger und Mailingliste zur Auswahl. Um alle Nachrichten eines Absenders in einem virtuellen Ordner zu erfassen, entscheiden Sie sich für VOrdner über Absender. In der folgenden Dialogbox geben Sie dem neuen Ordner hinter Regelname einen Namen und definieren auf Wunsch weitere Merkmale. Im Abschnitt vOrdner-Quellen wählen Sie mit allen lokalen und aktiven, entfernten Ordnern aus dem Drop-down-Menü. Damit sorgen Sie dafür, dass Evolution alle Nachrichten des Absenders in dem virtuellen Ordner anzeigt, egal unter welcher Empfängeradresse Sie diese empfangen haben.

Sobald Sie auf OK klicken, legt Evolution das virtuelle Verzeichnis in der Ordnerliste unter VOrdner an. Selbst wenn in Ihrem Posteingang 500 Nachrichten liegen und Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, haben Sie über den virtuellen Ordner alle Nachrichten des jeweiligen Absenders im Blick. (amü)

Mandrake-Tipp: Gnome-Desktop unter Mandrake Linux

Wenn Sie mit unserem Mandrake 10.2 Starter Kit arbeiten und sich bei der Installation auch für den Gnome-Desktop entschieden haben, ist die Enttäuschung groß, sobald Sie die Desktop-Umgebung das erste Mal starten wollen. Der Anmelde-Manager bietet die Gnome-Sitzung nicht in seinem Auswahlmenü an. Schuld daran ist ein Fehler im Mandrake-Installer. Er vergisst, das Paket gnome-session zu installieren, das sich um den Start des Desktops kümmert. Das holen Sie jedoch in RpmDrake schnell nach:

  1. Starten Sie die Paketverwaltung über System / Einstellungen / Paketverwaltung / Software installieren aus dem K-Menü und geben Sie das root-Passwort ein.
  1. Tragen Sie den Suchbegriff "session" hinter Finden ein und drücken Sie [Eingabe].
  1. Unter Suchergebnisse setzen Sie nun ein Häkchen vor das Paket gnome-session. Mit einem Klick auf Installieren spielen Sie es ein. Danach können Sie Gnome schon im Anmeldebildschirm als Arbeitsumgebung auswählen.

Die nächste Enttäuschung erwartet Gnome-Fans beim ersten Start des Desktops. Dieser präsentiert sich ohne Panel und damit auch ohne Startmenü. Die Pakete, die diese unverzichtbaren Programme enthalten, hat Mandriva auf der DVD einfach vergessen. Sie installieren sie bequem von unserer Heft-CD. Binden Sie diese wie dort beschrieben als Installationsquelle ein und markieren Sie in RpmDrake die Pakete gnome-panel, gnome-applets, gnome-utils und libpanel-applet zur Installation. Danach ist Gnome komplett und bietet Ihnen die gewohnte Leiste mit dem Menü.

Fedora-Tipp: KDE starten

Selbst wenn Sie unter Fedora Core 3 schon bei der Installation KDE auswählen, startet nach dem ersten Anmelden automatisch die grafische Oberfläche Gnome. Um mit KDE zu arbeiten, müssen Sie die Oberfläche zunächst in dem Anmeldeprogramm gdm auswählen. Klicken Sie dazu auf den Eintrag Sitzung am unteren Bildschirmrand. Im folgenden Dialog setzen Sie ein Häkchen vor den Eintrag KDE und bestätigen Ihre Auswahl mit einem Klick auf OK. Wenn Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden, startet der KDE-Desktop.

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