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von Martin Loschwitz
Über Cheatcodes können Sie diverse Details in Knoppix steuern und dem System damit zu einem Geschwindigkeitsschub verhelfen. Cheatcodes werden schon am Boot-Prompt eingegeben, bevor Knoppix selbst gestartet wird. In dem Moment, in dem Sie beim Start erstmals das Knoppix-Logo sehen, finden Sie im unteren Teil den Boot-Prompt "boot:".
Geben Sie zunächst "knoppix" ein um sicherzustellen, dass auch tatsächlich Knoppix geladen wird. Danach kommen die Cheatcodes: Ist Ihr Monitor zum Beispiel größer als 17 Zoll? Dann reicht Ihnen kaum die Knoppix-typische Auflösung von 1024x768 Pixeln. Über den Cheatcode
screen=Auflösung
bestimmen Sie eine andere Auflösung. Für 19"-Monitore empfiehlt sich zum Beispiel screen=1280x960. Besonders praktisch ist diese Funktion, wenn Sie am PC ein größeres TFT-Panel verwenden, denn deren Funktion, die niedrigere Auflösungen interpoliert, arbeitet meist nur unzureichend.
Wenn Sie die bunten Textmeldungen beim System-Boot nicht leiden können, sollten Sie den Splashscreen aktivieren -- Knoppix bootet dann so wie Suse Linux und Fedora Core es tun; man sieht das Knoppix-Logo, Textmeldungen sind aber verborgen. Der passende Cheatcode lautet splash.
Zum Schluss noch ein Weg, Knoppix massiv zu beschleunigen: Mit dem Cheatcode toram ("to RAM", in den Speicher) kopiert Knoppix beim Booten die komplette CD in den Hauptspeicher. Weil das ständige Nachlesen von der CD-ROM während der Arbeit wegfällt, läuft Knoppix spürbar flotter. Dazu muss der Arbeitsspeicher im Rechner ausreichend groß sein, also größer als 700 MByte.
Sollten Sie beim Start einmal vergessen haben, die richtige Auflösung per Cheatcode zu übergeben, ist das kein Beinbruch. Mit dem grafischen Programm kxconfig (Abbildung 1) können Sie ebenfalls die zu verwendende Auflösung ändern -- und zwar "on the fly", ohne dass Sie das System rebooten müssten. sudo kxconfig auf der Konsole ist das passende Kommando.
Knoppix eignet sich auch als Rettungs-System: Haben Sie zum Beispiel das Root-Passwort Ihrer Suse-, Mandrake- oder Fedora-Installation vergessen, hilft Knoppix aus der Patsche.
Knoppix hängt Linux-Partitionen, die es beim Systemstart findet, von selbst in das Dateisystem ein -- allerdings nur mit Leserechten. Das ist zu ändern: Öffnen Sie mit [Alt-F2] und konsole erst ein Textfenster und führen Sie
sudo mount -o remount,rw /mnt/hda5
aus. Dabei ersetzen Sie hda5 durch den Namen der Partition, die Sie vorher im Hauptsystem herausgefunden haben.
Nun setzen Sie das Passwort zurück: In der Konsole geben Sie
sudo chroot /mnt/hda5
ein. Alle folgenden Befehle wirken sich direkt auf das Linux-System auf der Festplatte aus. Geben Sie dann passwd ein und setzen Sie damit das neue Passwort für root. Fahren Sie Knoppix herunter und booten Sie das Linux-System auf der Platte -- das neue Root-Passwort sollte jetzt funktionieren.
Wenn Sie ein Notebook mit Bluetooth-Chip und ein Bluetooth-fähiges GPRS-Telefon besitzen, bietet Knoppix eine einfache Methode, den Rechner per GPRS mit dem Netz zu verbinden. Achten Sie darauf, dass Ihr Mobiltelefon die Bluetooth-Einstellung "sichtbar" verwendet.
Wählen Sie im Knoppix-Startmenü den Eintrag Netzwerk / Internet / GPRS-Verbindung. Bestätigen Sie die beiden folgenden Meldungen mit Ja und OK. Knoppix sucht nach dem Handy. Wenn es ein passendes Gerät findet, fragt es nach einer PIN; verwenden Sie zum Beispiel 1234, gefolgt von einem Klick auf OK. Das nächste Fenster quittieren Sie ebenso mit Ja. In der Liste der GPRS-Anbieter wählen Sie Andere sowie (INIT-String) aus. internet ersetzen Sie in der Eingabemaske durch den Zugangspunkt Ihres GPRS-Anbieters. (Informationen zu den Zugangspunkten der Hersteller finden Sie auf deren Websites, meist heißt der Zugangspunkt kurz "APN".) Klicks auf Ok in diesem und dem nächsten Fenster bringen Sie zur PIN-Abfrage. Geben Sie erst auf dem Telefon und dann am Rechner den gleichen Code ein, gefolgt von [Eingabe]. Alle weiteren Meldungen quittieren Sie mit Ja. Danach sollte der Rechner per GPRS eine Internet-Verbindung herstellen.
Die Ubuntu-Entwickler pflegen neben der offiziellen Distribution einen Paketzweig, der wesentlich mehr Programme enthält und deshalb als "Universe" bezeichnet wird. Um von den Paketen, die im "Universe" bereitgestellt werden, auf Ihrem Ubuntu-System Gebrauch zu machen, öffnen Sie in KDE mit [Alt-F2] und konsole ein Terminal-Fenster und geben Sie dort
kdesu kate /etc/apt/sources.list
ein, um die Konfigurationsdatei der Paketverwaltung APT zu öffnen. Fügen Sie an alle dort vorhandenen Zeilen, die jeweils ein "main" im Namen tragen, am Ende einfach "universe" an. Speichern Sie die Datei und schließen Sie den Editor. Werden Sie auf der noch geöffneten Konsole mit su zum Administrator und führen Sie
apt-get update
aus. Danach können Sie die zusätzlichen Pakete mit dem gewohnten Programm zur Paketverwaltung installieren.
Ubuntu verfügt noch nicht wie Suse Linux und die anderen Distributionen über eine Funktion, um NTFS-Partitionen von Windows automatisch einzubinden. Der Treiber, der dafür notwendig ist, wird aber mitgeliefert.
Nach dem Öffnen eines Terminal-Fensters mit [Alt-F2], konsole müssen Sie herausfinden, auf welcher Partition Windows installiert ist. In den meisten Fällen liegt das Microsoft-System auf /dev/hda1. Werden Sie im Terminal-Fenster mit su zu Root und probieren Sie folgende Befehle aus:
mkdir /mnt/win mount -t ntfs /dev/hda1 /mnt/win
Wenn alles klappt, sehen Sie im Verzeichnis /mnt/win anschließend die Dateien von Ihrer Windows-Partition.
Der Ziffernblock der Tastatur ist bei Ubuntu standardmäßig nicht für seine Aufgabe aktiviert -- wenn man die Zahlentasten drückt, erscheinen keine Zeichen. Das können Sie ändern:
kdesu kate /etc/X11/gdm/Init/Default
Fügen Sie den folgenden Codeblock ein:
if [ -x /usr/bin/numlockx ]; then /usr/bin/numlockx on fi
Starten Sie danach den Login-Manager durch Aus- und Einloggen neu -- anschließend funktionieren die Zifferntasten gleich nach dem Login.
Sollten Sie mit Ihrem Ubuntu-System einmal vor einem Problem stehen, das Sie nicht alleine in den Griff bekommen, ist das kein Grund zur Panik. Es gibt viele Ubuntu-Mailinglisten, die Anwendern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine Liste der Ubuntu-Mailinglisten finden Sie zum Beispiel auf http://lists.ubuntu.com/mailman/listinfo/ -- dort steht auch, wie Sie an Diskussionen in einer Mailingliste teilnehmen können.
Wer es lieber direkt mag, für den gibt es IRC (Internet Relay Chat): Im Freenode-Netz über den IRC-Server irc.freenode.net erreichen Sie den Kanal #ubuntu, für den allerdings Sprachkenntnisse in Englisch erforderlich sind. Die Mailingliste ubuntu-de steht hingegen auch Deutschsprachigen offen. Ins IRC kommen Sie zum Beispiel mit dem Programm Gaim, das Sie auf der Heft-CD finden. (hge)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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