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Erschienen in EasyLinux 08/2005   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Fedora Core 4 freigegeben

Mit der neuen Fedora Core 4 (http://fedora.redhat.com) erweiterten die Entwickler die Liste der unterstützten Plattformen um die PowerPC-Architektur, fügten dem Paketsystem den von der Community betreuten Zweig Extras hinzu und ermöglichen über die Virtualisierungslösung Xen den Betrieb mehrere Systeme auf einem Rechner.

Da die kommende Version 2.0 von OpenOffice zum Release-Zeitpunkt noch nicht fertig war, verspricht der Distributor ein Update für das Paket, wenn die finale Version vorliegt. Ein Update auf die nächste stabile Version zu einem späteren Zeitpunkt spendiert Red Hat auch dem Kernel -- integriert hat das Unternehmen hier nämlich vorerst 2.6.12-rc5, also einen Release-Kandidaten.

Wie schon bei Fedora Core 3 fehlen auch in der Nummer 4 einige Multimedia- und Dateisystemtreiber. So müssen beispielsweise zum Abspielen von DVDs und MP3-Dateien noch Programme sowie Codecs aus dem Internet heruntergeladen werden. Auch der Zugriff auf NTFS-Partitionen funktioniert nur mit Zusatz-Software.

Red Hat will weiterhin am Community-Prinzip festhalten und einen Großeil der Distribution frei zugänglich machen. Eine Stiftung soll diesen Teil betreuen; gleichzeitig plant der Konzern aber eine bessere Integration externer Entwickler in das Projekt.

Abb. 1: Mit der neuen Fedora Core 4 ändert sich wenig am Design des Desktops, aber die darunter liegende Software ist gründlich aktualisiert.

Erstmals SLI-Treiber für Linux

Das Treiberpaket ForceWare Release 75 des Grafikkartenherstellers NVidia (http://www.nvidia.com) ermöglicht Linux-Anwendern erstmals das Zusammenschalten von zwei Grafikkarten aus dem eigenen Hause via Scalable Link Interface (SLI). Voraussetzung sind zwei baugleiche Karten mit einer SLI-Zertifizierung, die über die PCI-Schnittstelle kommunizieren und somit eine erheblich höhere Gesamtleistung bringen.

Nach Angaben von NVidia sollte ForceWare Release 75 Ende Juni auf den Firmen-Servern verfügbar sein, also mit Erscheinen des Heftes. Ein weiteres Update folgt voraussichtlich Anfang Juli. Mit diesem verbessert sich dann die Kantenglättung in der Darstellung.

Die Installation der Treiber für die NVidia-Grafikkarten gestaltete sich bislang immer recht einfach: Ein Skript untersucht die Systemkonfiguration, lädt das passende Paket vom Server herunter und installiert es. Ist kein fertiges Paket vorhanden, versucht das Programm, einen Treiber aus den Quellen zu übersetzen.

Abb. 2: Mit einem zusätzlichen Software-Paket lassen sich erstmals zwei Grafikkarten mit SLI-Technologie wie hier im Bild zusammenschalten, um die Gesamt-Performance zu erhöhen.

K3b wird modularer

Eine neue Zwischen-Release des beliebten Brennprogramms weist bereits zahlreiche Features der kommenden stabilen Version 1.0 auf. So gestalteten die Entwickler das Programm modularer, verfeinerten das Handling von Audio-CDs und fügten der Software weitere Decoder-Plugins hinzu.

Insgesamt gestaltet sich die Arbeit mit der Software künftig sehr viel komfortabler: So stellen Sie beispielweise Audio-Projekte zusammen, in dem Sie die Tracks direkt von einer Musik-CD via Drag & Drop kopieren. Die Abfragen bei Online-Datenbanken zur Identifizierung der entsprechenden Titel sind besser integriert.

Beendet ein Benutzer seine KDE-Sitzung, ohne alle Dialoge von K3b zu schließen, so stellt das Programm diese beim nächsten Start via Session-Handling wieder her. Über eine Audiovorschau erlaubt die Software zudem das Abspielen von Musikstücke direkt aus K3b heraus. Im Prinzip verwandelt sich das Programm so zusätzlich in einen CD-Player.

Abb. 3: K3b bietet die Möglichkeit, über ein einfach aufgebautes Interface Daten- und Audio-CDs zu erstellen.

KTorrent hilft bei Downloads

Umfangreiche Downloads liegen heute in vielen Fällen als sogenannte Torrent-Dateien vor. Diese enthälten lediglich Informationen über den Namen des eigentlichen Downloads, dessen Größe sowie einige weitere technische Angaben. Das konkrete Datei lädt die Software von anderen Torrent-Clients über das Internet herunter. Gleichzeitig verwandelt sich ein Rechner während des Downloads in einen Anbieter.

Diese Technik des verteilten File-Sharings schont die Bandbreite der ursprünglichen Quelle. Mit KTorrent (http://lumumba.uhasselt.be/~joris/ktorrent/) liegt ein Programm vor, das solche gemeinsam genutzten Verbindungen übersichtlich verwaltet. In einer Liste bereitet die Software die wichtigsten Daten auf, wie Übertragungsgeschwindigkeit, Download-Größe und bereits geladene Bytes.

KTorrent beherrscht die Suche in Torrent-Verzeichnissen. So wählen Sie gewünschte Downloads aus dem Frontend heraus bequem an. Die Software befindet sich noch in der Testphase, steht aber kurz vor einer stabilen Version 1.0.

Abb. 4: KTorrent verwaltet Up- und Downloads in einer übersichtlichen Oberfläche.

Nokia-Browser mit KHTML Inside

Der finnische Handy-Produzent Nokia (http://www.nokia.com) will auf Basis der KDE-Rendering-Engine KHTML einen Browser für Mobiltelefone programmieren. KHTML ist die Grundlage des Browsers Konqueror und aller anderen KDE-Programme, die Web-Seiten anzeigen können.

Der neue Browser soll auf Smartphones der Serie 60 mit Symbian-Betriebssystem zum Einsatz kommen und im ersten Halbjahr 2006 verfügbar sein. Nokia bedient sich jedoch nicht direkt beim KDE-Projekt, sondern nutzt den von Apple modifizierten Sourcecode. Auch Apples Safari, der Standard-Browser von Mac OS X, beruht auf KHTML. Die Apple-Entwickler haben jedoch in den Projekten Web Core und Javascript Core die Software stark modifiziert.

Erst in jüngster Zeit gab es deshalb Unstimmigkeiten mit den KDE-Entwicklern, da Apple den Code zwar veröffentlicht, aber nur in einer Form, die es schwer möglich macht, dass auch KDE von den Verbesserungen profitiert.

Abb. 5: Auf Nokia-Smartphones der Serie 60 soll ab 2006 ein KHTML-basierter Browser laufen. Im Bild das für den Herbst angekündigte Nokia 6060.

Gentoo-Gründer geht zu Microsoft

Der Gründer der Linux-Distribution Gentoo (http://www.gentoo.org) wechselt zu Microsoft (http://www.microsoft.com). Daniel Robbins sieht seine Hauptaufgabe dort künftig darin, dem Konzern Zusammenhänge in der Open-Source-Szene zu erläutern. Gentoo erfreut sich vor allem bei Anwendern großer Beliebtheit, die volle Kontrolle über ihr System wünschen und es ständig aktuell halten wollen. Vor allem unter Debian-Fans fand es in den letzten drei Jahren rasch Anhänger.

Der Gentoo-Erfinder Daniel Robbins hatte bereits im April 2004 seine Mitarbeit am Projekt aufgegeben. Inzwischen ist eine Stiftung für die Koordinierung des Projekts verantwortlich. Bevor Robbins seinen Wechsel zu Microsoft perfekt machte, übergab er noch alle Rechte an von ihm mitentwickelter Software an die Gentoo Foundation.

Firefox legt wieder zu

Mehrere Statistiken zeigen in den letzten Monaten, dass die Marktanteile von Firefox wieder leicht zunehmen. Davor hatte die Tatsache, dass auch Browser aus dem Mozilla-Projekt Sicherheitslücken haben, vorübergehend für etwas Skepsis gesorgt. Die neuen Zahlen des Marktbeobachters Net Applications (http://netapplications.com) zeigen einen Anteil von 8,1 Prozent weltweit für Firefox, nach wie vor dominiert aber der Internet Explorer mit über 87 Prozent, auch wenn Microsoft von Monat zu Monat ein paar Zehntel Prozent einbüßt. Opera kommt auf gerade mal ein halbes Prozent.

In Deutschland ergibt sich jedoch ein völlig anderes Bild: Firefox hat laut der französischen Firma XiTi Monitor einen Anteil von 21,6 Prozent. Etwas Explorer-skeptischer sind in Europa nur noch die Finnen, bei denen der freie Browser auf 22,6 Prozent kommt (http://www.xitimonitor.com/etudes/equipement5.asp).

Die Autoren der französischen Studie merkten jedoch an, dass die Zahlen an einem Sonntag erhoben wurden, möglicherweise ist der Firefox bei Heimanwendern verbreiteter als im Büro, so dass bei den Firefox-Anteilen ein oder zwei Prozentpunkte abzuziehen seien. (Andreas Bohle/agr)

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