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von Max Werner
In einem Computer-Netzwerk sprechen sich die Rechner in der Regel über ihre IP-Adressen an. Bei vielen Rechnern oder bei Laptops, die zwischen verschiedenen Netzen (etwa zu Hause und im Büro) wechseln, ist eine feste Vergabe von Adressen aber sehr aufwendig.
Sie müssten stets eine Liste verwalten, welcher Rechner welche Adresse besitzt, um nicht aus Versehen IP-Adressen doppelt zu vergeben. Dieses Problem löst DHCP, das Dynamic Host Configuration Protocol (deutsch: dynamisches Rechner-Konfigurationsprotokoll). Mit ihm weist ein Server im Netzwerk jedem Computer eine IP-Adresse zu. Auf den Clients müssen Sie dann lediglich DHCP einschalten (siehe Kasten "Clients mit DHCP").
Einen Server einzurichten, der die Adressen (Details zu IP-Adressen erfahren Sie im Artikel "Exakte Diagnose" ab Seite 20.) vergibt, ist etwas aufwendiger. Vor allem Suse-Linux-Nutzer müssen auf die korrekten Regeln ihrer Firewall achten, ansonsten blockiert sie alle Anfragen der Clients. Falls Sie das Starter Kit mit Suse Linux 9.2 einsetzen, finden Sie auf der Heft-CD die nötigen Pakete, um einen DHCP-Server zu installieren. Alle anderen Distributionen bringen entsprechende Pakete bereits mit.
Unter Suse Linux 9.2 konfigurieren Sie nach Installation des DHCP-Servers die Firewall mit Yast:
Jetzt beginnt die DHCP-Einrichtung. Dazu müssen Sie Ihrer Netzwerkkarte auf dem Server eine feste IP-Adresse geben. Den Menüpunkt finden Sie unter Netzwerkgeräte / Netzwerkkarte in Yast. Klicken Sie im unteren Feld auf Ändern und dann auf Bearbeiten. Als IP-Adresse wählen Sie eine für private Nutzung geeignete aus, etwa 192.168.1.1.
Im Yast-Untermenü Netzwerkdienste / DHCP-Server klicken Sie auf DHCP-Server beim Systemstart starten und wählen dann den Punkt Kartenauswahl aus, um dort das Häkchen bei Firewall für gewählte Schnittstelle öffnen zu aktivieren. Unter Dynamisches DHCP geben Sie den Adressbereich vor, aus dem sich der DHCP-Server bei der IP-Adressvergabe bedient. Hängen mehr Rechner am Netz als IP-Adressen im Bereich vorhanden sind, weigert sich der Server, weitere Clients zu bedienen.
In kleinen Netzen reicht ein Bereich von 192.168.1.10 bis 192.168.1.20. Benötigen Sie mehr IP-Adressen, setzen Sie den Wert der letzten Adresse höher. Die Leasing-Zeit und die maximale Leasing-Zeit legen fest, wie lange Clients ihre IP-Adresse ohne weitere Nachfrage beim Server nutzen dürfen. Ein Klick auf Beenden schließt die DHCP-Konfiguration ab.
Auch Suse Linux 9.3 legt Ihnen zunächst Steine in den Weg, denn die Firewall verhindert hier ebenfalls den Einsatz von DHCP. Gehen Sie wie folgt vor, um die Firewall für DHCP zu öffnen (alternativ können Sie sie abschalten, was aber ein Sicherheitsrisiko darstellt, falls dieser Rechner direkt mit dem Internet verbunden ist):
Danach gilt es, wie bei Suse Linux 9.2 eine feste IP-Adresse zu vergeben. Erst danach konfigurieren Sie den DHCP-Server mit einem Klick auf DHCP-Server im Menüpunkt Netzwerkdienste. Hier gehen Sie wie bei der Suse-Linux-9.2-Konfiguration vor.
Leider verfügen nicht alle Distributionen über eine grafische Oberfläche für die Konfiguration des DHCP-Servers. Benutzer von Mandrake Linux 10.2 etwa müssen sich durch die Konfigurationsdateien kämpfen. Zum Glück liefert der Distributor eine Beispieldatei mit: Starten Sie eine Root-Konsole, indem Sie [Alt-F2] drücken und kdesu konsole eintippen. Nach Eingabe des Root-Passworts aktivieren Sie die Beispielkonfiguration mit
cp /etc/dhcpd.conf.sample \ /etc/dhcpd.conf
Der Befehl exit beendet die Konsole.
Diese Datei müssen Sie noch anpassen; starten Sie also mit [Alt-F2] sowie der Eingabe von kdesu kwrite und dem Root-Passwort den Editor KWrite. Wie die Datei in etwa aussehen sollte, zeigt Abbildung 2. Passen Sie die erste Option domain-name an den Domainnamen Ihres Netzes an. (Sie können die Einstellung auch auf meinheimnetz belassen.)
Die Zeile, die mit subnet beginnt, müssen Sie ebenfalls an Ihre Gegebenheiten anpassen. Falls Sie unsicher sind, belassen Sie den Wert auf 192.168.1.0, was in der Regel eine sinnvolle Wahl ist. Unter range geben Sie dann wie oben beschrieben den Bereich an, aus dem der Server andere Rechner im LAN mit IP-Adressen versorgt.
Beenden Sie KWrite über Datei / Beenden. Um den DHCP-Server starten zu können, muss eine Datenbankdatei existieren, in der er alle bereits vergebenen IP-Adressen abspeichert. Sie legen diese Datei an, indem Sie wieder [Alt-F2] drücken und dann folgendes Kommando eingeben:
touch /var/lib/dhcp/dhcpd.leases
Nun ist der Server bereit für den ersten Start. Öffnen Sie das Kontrollzentrum, indem Sie auf das entsprechende Symbol in der Symbolleiste klicken. Unter System / Aktivieren oder Deaktivieren der Systemdienste zeigt das Wort gestoppt in der Zeile, die mit dhcpd beginnt, an, dass der Server noch nicht läuft. Mit einem Klick auf Start und einem Häkchen bei Beim Systemstart starten Sie ihn und sorgen gleichzeitig dafür, dass er stets startet, wenn Sie den Rechner einschalten.
Auch Fedora Core bietet keine Möglichkeit, den DHCP-Server grafisch zu konfigurieren. Führen Sie daher wie unter Mandrake Linux KWrite als Root aus: Drücken Sie [Alt-F2] und geben Sie kdesu kwrite /etc/dhcpd.conf ein. Das Dateiformat unterscheidet sich nicht von dem in Abbildung 2 gezeigten.
Den Start des Daemons vereinfacht die Dienstekonfiguration von Fedora Core (Abbildung 3). Sie befindet sich im KDE-Menü unter Systemeinstellungen / Servereinstellungen / Dienste. Suchen Sie in der Liste den Dienst dhcpd und klicken Sie auf Starten. Ein Häkchen vor dem Listeneintrag signalisiert, dass der DHCP-Server auch bei jedem Systemstart hochfährt. (mwe)
| Clients mit DHCP |
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Ist der Server im LAN eingerichtet und gestartet, müssen alle Clients angepasst werden, damit sie zukünftig ihre IP-Adressen von ihm beziehen: Suse LinuxFür beide Suse-Linux-Versionen gehen Sie gleich vor:
Mandrake Linux 10.2
Fedora Core 3
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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