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von Andrea Müller
Wenn im Heimnetzwerk die Daten nur noch Bit-weise durch die Leitung tröpfeln oder die Internet-Verbindung lahmt, liegt der Griff zu einem Netzwerkmonitor nahe. Diese Tools veranschaulichen den Datenverkehr, so dass Sie einen Anhaltspunkt erhalten, weshalb der Transfer nicht flotter von Statten geht. Eventuell überträgt gerade ein anderer Nutzer im Netzwerk große Datenmengen, oder jemand, der über Ihren PC ins Internet geht, hat einen größeren Download gestartet.
Um nachzuschauen, ob gerade viel Datenverkehr herrscht, müssen Sie weder auf die Kommandozeile noch zusätzliche Software nachinstallieren. Der KDE-Desktop bringt mit Ksysguard einen leistungsfähigen Systemmonitor mit, der unter anderem auch den Netzwerkstatus in einer übersichtlichen grafischen Darstellung präsentiert.
Das Tool gehört bei Suse und Mandrake Linux zur Standardausstattung, bei Fedora Core 3 finden Sie es ebenfalls auf der Festplatte, sofern Sie bei der Installation oder nachträglich KDE eingespielt haben. Sie starten die KDE-Systemüberwachung aus einem mit [Alt-F2] geöffneten Schnellstartfenster, in das Sie ksysguard eingeben.
Der Systemmonitor ist so vorkonfiguriert, dass er zwei Registerkarten öffnet: Auf der ersten sehen Sie vier Diagramme zur Speicher- und CPU-Auslastung (Abbildung 1), die zweite listet in tabellarischer Form alle auf dem System laufenden Programme auf. In der linken Fensterhälfte befindet sich der Eintrag localhost: Sobald Sie auf das Pluszeichen davor klicken, klappt eine Baumansicht aus, in der Sie entscheiden, welche Systemkomponenten Ksysguard überwachen soll.
Um sich den Datenverkehr im Netzwerk anzusehen, öffnen Sie über Datei / Neu eine weitere Registerkarte. Im folgenden Dialog tragen Sie im Feld Titel einen Namen für den Reiter ein und legen fest, wie viele Überwachungsbereiche Ksysguard dort anlegen soll. Standardmäßig erzeugt das Programm nur einen, eine bessere Wahl sind jedoch jeweils zwei Zeilen und Spalten (Abbildung 2), da Sie so mehr relevante Informationen auf einen Blick erhalten. Das voreingestellte Aktualisierungsintervall von zwei Sekunden übernehmen Sie.

Jetzt gilt es, das leere viergeteilte Arbeitsblatt mit so genannten Sensoren zu füllen.
Um zu sehen, wie Ksysguard auf den Empfang von Daten aus dem Netz reagiert, können Sie nun beispielsweise einen größeren Download starten. Spielen Sie dabei auch einmal mit den Anzeigeoptionen herum: So stellen Sie fest, welche für Ihren Geschmack am übersichtlichsten ist.
Auf den drei noch leeren Feldern ist Platz für weitere Sensoren. So will man in den meisten Fällen nicht nur wissen, wie viele Daten an einer Netzwerkschnittstelle ankommen, sondern auch wie viele Pakete den eigenen Rechner verlassen. Um auch diese Information im Blick zu haben, ziehen Sie einfach den Eintrag Transmitter / Pakete der zu überwachenden Schnittstelle auf ein freies Feld des Arbeitsblatts.
Gerade bei Internet-Verbindungen will man wissen, mit wem der eigene Rechner Kontakt aufnimmt. Interessant sind dabei vor allem TCP- und UDP-Pakete. Im Artikel "Exakte Diagnose" auf Seite 18 erklären wir, wie Sie mit dem Befehl netstat offene Verbindungen anzeigen. Ksysguard erspart Ihnen den Umweg über die Shell und blendet solche Informationen übersichtlich in tabellarischer Form ein. Klicken Sie dazu auf Netzwerk / Sockets / tcp / Tabelle und ziehen Sie den Eintrag auf ein freies Feld in der rechten Fensterhälfte. Für UDP-Pakete wählen Sie den Eintrag Tabelle unter Netzwerk / Sockets / udp. Wenn Sie jetzt im Web Browser eine Seite öffnen, zeigt Ksysguard die Verbindung im tcp-Monitor an (Abbildung 3). Unter Local Address steht Ihr Rechnername oder die IP-Adresse, Port zeigt, welchen Port die jeweilige Verbindung geöffnet hat, Foreign Address verrät den entfernten Rechner, mit dem die Verbindung besteht. In Abbildung 3 sehen Sie, was Ksysguard anzeigt, wenn Sie die Seite http://www.linux-magazin.de im Browser öffnen.
Je nachdem, welche Informationen Sie interessieren, stellen Sie mit Ksysguard eine individuelle Übersicht zusammen. Um diese nicht immer wieder erneut einzurichten, speichern Sie die neu angelegte Registerkarte über Datei / Speichern. Mit dem Menüpunkt Öffnen rufen Sie einmal definierte Ansichten auf. (amü)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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