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Erschienen in EasyLinux 08/2005   »   Ausgabe bestellen

Mit Smb4K in Windows-Netzen stöbern

Über dem Zaun

von Marcel Hilzinger


Für Einsteiger gestaltet sich der Zugriff von Linux auf Windows-Rechner oft schwieriger als notwendig. Das KDE-Tool Smb4K hilft Ihnen, auf Windows-Netzwerken zu grasen.

Mit den Schritten Start / Arbeitsplatz / Netzwerkumgebung durchforscht Windows das eigene Netzwerk und zeigt Ihnen freigegebene Verzeichnisse anderer Rechner an. Was unter Windows lediglich drei Mausklicks benötigt, lässt sich unter Linux oft gar nicht so leicht lösen: Wie finde ich Windows-Rechner und Freigaben im Netz?

Das Netzwerk-Tool Smb4K stopft diese Wissenslücke mit einer übersichtlichen und leicht zu bedienenden KDE-Oberfläche (Abbildung 1). Das Programm erlaubt dabei nicht nur den Zugriff auf Windows-Freigaben -- so genannte Shares --, sondern auch auf Drucker.

Abb. 1: Das KDE-Tool Smb4K zeigt Windows-Arbeitsgruppen, -Rechner und deren Freigaben an.

Schnellstart

Bei Mandrake Linux gehört Smb4K zum Umfang der Standardinstallation. RPM-Pakete für Fedora Core 3 und die von EasyLinux unterstützten Versionen von Suse Linux bringt die Heft-CD mit. Die neueste Version von Smb4K finden Sie jeweils auf der Homepage des Projekts [1].

Zum Starten des Programms drücken Sie [Alt-F2] und geben den Befehl smb4k ein. Smb4K durchsucht dann das gesamte Netzwerk nach Windows-Arbeitsgruppen und zeigt diese an. Ein Klick auf das Plus-Zeichen vor der Arbeitsgruppe öffnet eine Baumstruktur. Sie sehen dann die zur Arbeitsgruppe gehörenden Rechner und Freigaben. Um das Programm wieder zu beenden, wählen Sie Datei / Beenden. Schließen Sie lediglich das Fenster, läuft Smb4K minimiert im Systemabschnitt des KDE-Panels weiter.

Auf Abbildung 1 zeigt Smb4K die Arbeitsgruppen ARBEITSGRUPPE und EASYLINUX an. Zur Arbeitsgruppe EASYLINUX gehören die Rechner UBUNTU und WINXP-TEST. Beide Rechner stellen jeweils zwei Freigaben (grüne Symbole) zur Verfügung.

Ein Klick auf das gewünschte Verzeichnis hängt dieses in den Linux-Dateisystembaum ein. Die Freigabe erscheint dann in der rechten oberen Fensterhälfte von Smb4K unter den eingehängten Laufwerken. Zusätzlich markiert Smb4K den Namen mit kursiver Schrift. Um das Verzeichnis im KDE-Dateimanager zu öffnen, klicken Sie auf das Freigaben-Symbol. Alternativ markieren Sie die Freigabe mit gedrückter Strg-Taste und wählen Freigaben / Konqueror. Auch um eine Freigabe auszuhängen, müssen Sie diese zunächst im Freigabenfenster rechts oben mit gedrückter Strg-Taste markieren. Anschließend drücken Sie [Strg-U] oder wählen Freigaben / Aushängen.

Die Reiter Netzwerk und Freigabe liefern detaillierte Informationen zum ausgewählten Rechner und zu den einzelnen Freigaben. Der Reiter Suche hilft Ihnen in großen Netzwerken, über den Rechnernamen bestimmte Maschinen zu finden. Dazu müssen Sie die IP-Adresse oder den vollständigen Namen des gesuchten Rechners kennen. Eine Suche nach Freigaben ist nicht möglich.

Zugangsrechte

Der Schnellstart von Smb4K funktioniert nur selten so reibungslos, wie eben beschrieben. Firewalls und fehlende Zugriffsrechte machen Ihnen das Leben im Netzwerk oft schwer. Unter Fedora Core und Suse Linux blockiert die distributionseigene Firewall sämtliche Suchläufe von Smb4K. Sie müssen deshalb die Schutzmauer zuerst deaktivieren. Benutzer von Suse Linux starten dazu YaST / Sicherheit und Benutzer / Firewall und wählen die Option zum Stoppen der Firewall. Alternativ geben Sie auf der Kommandozeile als Benutzer root folgenden Befehl ein:

rcSuSEfirewall2 stop

Bei Fedora Core stoppen Sie die Firewall (wiederum mit Root-Rechten) mit dem Befehl

/etc/init.d/iptables stop

Einen weiteren Fallstrick unter Fedora Core 3 und Suse Linux stellt das Ein- und Aushängen der Windows-Freigaben dar. Dies ist in der Grundeinstellung nur dem Benutzer root erlaubt. Am einfachsten umgehen Sie das Problem, indem Sie Smb4K mit dem Befehl kdesu smb4k als Systemadministrator starten. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie jedoch folgenden Weg wählen:

  1. Öffnen Sie über [Alt-F2] und die Eingabe von kdesu konsole ein Terminalfenster als root.
  1. Geben Sie folgende zwei Befehle ein, die den Benutzern das Ein- und Aushängen von Windows-Freigaben ermöglichen:
    chmod +s /usr/bin/smbmnt
    chmod +s /usr/bin/smbumount
  1. Schließen Sie das KDE-Terminal über den Befehl exit.

Smb4K sollte mit diesen Einstellungen nun auch unter Fedora Core 3 und Suse Linux problemlos funktionieren.

Einrichtung

Über den Menüpunkt Einstellungen / Smb4K bestimmen Sie die wichtigsten Parameter des KDE-Netzwerk-Tools. Unter Erscheinungsbild / Netzwerkbrowser legen Sie zum Beispiel fest, ob Smb4K auch Drucker-Freigaben anzeigen soll. In der unteren Fensterhälfte nehmen Sie Einstellungen zur Darstellung der Freigaben vor.

Unter Netzwerk / Browseliste bestimmen Sie das Suchverhalten von Smb4K. In der Grundeinstellung (Durchsuche das Netzwerk, um die Browseliste zu erhalten) fragt das Programm das gesamte Netzwerk nach Windows-Rechnern ab. Dazu benutzt Smb4K entweder das Programm smbclient oder nmblookup. In einem großen Netzwerk kann dieser Vorgang unter Umständen ein Weile dauern. Hier bietet sich die zweite Option an, bei der Smb4K bei einem Master Browser die Liste der registrierten Rechner abholt. Wählen Sie diese Option, müssen Sie allerdings den Windows-Rechnernamen (Netbios-Namen) oder die IP-Adresse des Master Browsers kennen.

Abb. 2: In der Standardeinstellung hängt Smb4K sämtliche Windows-Freigaben im Home-Verzeichnis ein.

Ein Klick auf Freigaben zeigt Ihnen den Mount-Punkt für die Freigaben an (Abbildung 2). In der Grundeinstellung benutzt Smb4K dazu das Verzeichnis /home/Benutzername/smb4k. Stört Sie der neue Ordner in Ihrem Home-Verzeichnis, setzen Sie einfach einen Punkt vor smb4k. Konqueror behandelt den Ordner dann als verstecktes Verzeichnis.

Möchten Sie ein Verzeichnis außerhalb Ihres Home-Verzeichnisses wählen, müssen Sie darauf achten, dass Sie dessen Eigentümer sind. Es genügt nicht, wenn Sie im Verzeichnis Schreibrechte besitzen. Die Rechte eines Verzeichnisses zeigt Ihnen Konqueror über das Kontextmenü Eigenschaften / Berechtigungen an. Benutzen Sie Smb4K regelmäßig, sollten Sie einen Blick auf die Optionen unter Ein- und Aushängen werfen. Das Programm erlaubt es, Freigaben beim Start automatisch zu mounten und diese beim Verlassen der Anwendung wieder auszuhängen.

Unter Authentifizierung / Allgemein legen Sie einen Standard-Benutzernamen und das dazugehörige Passwort fest. Diese Daten sollten Sie nur dann angeben, wenn Sie immer den gleichen Login benutzen. Benötigen Sie nur für gewisse Rechner ein Passwort, wechseln Sie auf den Reiter Rechner und Freigaben und füllen hier die benötigten Felder aus. Machen Sie keinerlei Angaben zu Benutzername oder Passwort, erscheint bei Bedarf ein entsprechendes Dialogfenster.

Die Einstellungen unter Samba betreffen erweiterte Samba-Parameter. In der Regel müssen Sie diese Optionen nicht ändern. Sollten Sie jedoch mit den Standard-Settings auf gewisse Freigaben nicht zugreifen können, kreuzen Sie unter mount / Dateisystem anstelle von SMBFS probeweise das neuere CIFS an. Netzwerke mit Unterstützung für Active Directory benötigen eventuell den Parameter für Kerberos-Authentifizierung auf dem Reiter Allgemein.

Über den Punkt Administrator legen Sie fest, ob und wie Smb4K bestimmte Befehle als Systemadministrator ausführen soll. Haben Sie die Zugriffsrechte für smbmnt und smbumount wie beschrieben eingerichtet, müssen Sie hier nichts ändern.

Windows-Rechner in Konqueror

Existiert in Ihrem Netzwerk eine Windows-Arbeitsgruppe, können Sie auch über Konqueror auf die Freigaben der Arbeitsgruppe zugreifen. Geben Sie dazu im KDE-Dateimanager einfach die URL smb:/ ein. Konqueror zeigt dann die gefundenen Arbeitsgruppen und -- mit einem Klick auf den gewünschten Eintrag -- die zur Gruppe gehörenden Rechner an.

Findet Konqueror keine Windows-Rechner, müssen Sie eventuell die Arbeitsgruppe in der URL explizit angeben, zum Beispiel smb://MSHEIMNETZ. Führt auch diese Lösung den Browser nicht zum richtigen Ziel, hilft die Angabe der IP-Adresse, um direkt auf einen Windows-Rechner zugreifen zu können:

smb://192.168.1.1

Über diese URL können Sie natürlich nicht nur auf Windows-Rechner zugreifen, sondern auch auf Linux-Maschinen, auf denen ein Samba-Server läuft. Wie Sie auf Ihrer Linux-Distribution einen Samba-Server aufsetzen, lesen Sie unter [2].

Besonderheiten

Windows-Rechner zu finden, ist eigentlich keine Kunst. So erstaunt es nicht, dass auch der KDE-Dateimanager Konqueror eine entsprechende Funktion kennt. Details dazu lesen Sie im Kasten "Windows-Rechner in Konqueror". Smb4K besitzt aber einige Features, die Konqueror fehlen:

Während Konqueror Windows-Freigaben über die virtuelle Adresse smb:/ lediglich anzeigt, bindet Smb4K diese auf Wunsch per Mausklick ein. Den Unterschied zwischen den zwei Arbeitsweisen bemerken Sie, wenn Sie auf der Kommandozeile eine Datei auf eine Freigabe kopieren oder mit einem Nicht-KDE-Programm auf die Freigabe zugreifen möchten. Befindet sich zum Beispiel Ihre Musiksammlung auf einem Windows-Share, können Sie diese über xmms nur abspielen, wenn die Freigabe eingehängt ist.

Benötigen Sie eine Freigabe nicht mehr, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Freigabe-Symbol und wählen Aushängen. Um alle Freigaben auszuhängen, drücken Sie [Strg-N] oder wählen Freigaben / Alle aushängen aus dem Hauptmenü von Smb4K. Sämtliche Funktionen des KDE-Tools erreichen Sie auch über die Werkzeugleiste (Abbildung 3).

Abb. 3: Die Werkzeugleiste bietet Zugriff auf alle wichtigen Funktionen von Smb4K.

Wählen Sie in der Netzwerkliste per Mausklick eine Druckerfreigabe an, öffnet sich ein Druckerdialog (Abbildung 4). Hier wählen Sie unter Datei die zu druckende Datei aus und legen über Kopien die Anzahl der Ausdrucke fest. Die meisten Drucker verarbeiten auf diesem Weg allerdings nur Text- und Postscript-Dateien.

Abb. 4: Die Druckfunktion von Smb4K eignet sich, um schnell Text- oder Postscript-Dateien zu drucken.

Möchten Sie nur kurz in eine Freigabe reinschauen, ohne diese zu mounten oder Konqueror zu starten, markieren Sie die Freigabe mit gedrückter Strg-Taste und wählen Netzwerk / Vorschau. Für oft besuchte Freigaben liefert Smb4K auch eine Lesezeichenfunktion. Das Programm stürzte in den Tests mit Lesezeichen allerdings regelmäßig ab.

Fazit

Smb4K unterstützt Linux bei der Arbeit in Windows-Netzwerken. Das KDE-Tool hängt Freigaben per Mausklick ein und bietet direkten Zugriff auf sämtliche Netzwerkdrucker. Eine Besonderheit von Smb4K ist der Vorschaumodus: Er zeigt den Inhalt von Freigaben an, ohne diese zu mounten. Über die Suchfunktion von Smb4K finden Sie zudem schnell Rechner im internen Netz. Mit Ausnahme der Lesezeichenfunktion machte die Anwendung in den Tests einen soliden Eindruck. (mhi)

Infos
[1] Das Programm befindet sich auf der Heft-CD. Informationen zur nächsten Version finden Sie auf der Projektseite: http://smb4k.berlios.de
[2] Artikel zu Samba: Marcel Hilzinger, "Tanzkurs für Einsteiger -- Linux und Windows verknüpfen", EasyLinux 03/2005, S. 22 ff.

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