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Erschienen in EasyLinux 08/2005   »   Ausgabe bestellen

Wlassistant hilft bei der Einwahl ins WLAN

Drahtloser Assistent

von Marcel Hilzinger


Der schnellste WLAN-Anschluss nützt nichts, wenn Sie unter Linux nicht darauf zugreifen können. Abhilfe schafft hier das KDE-Tool Wlassistant. Es findet drahtlose Netzwerke und verbindet Ihren Rechner per Mausklick.

Die Einrichtung von WLAN stellt unter keiner der EasyLinux-Distributionen ein Kinderspiel dar. Ist es Ihnen einmal gelungen, drahtlos ins Netz zu kommen, stehen Sie vor dem nächsten Problem: Was geschieht, wenn Sie die Einstellungen ändern, um an einem anderen Ort ebenfalls ins WLAN zu kommen?

In solchen Fällen unterstützt Sie das KDE-Tool Wlassistant. Es durchsucht den Äther nach drahtlosen Netzwerken und listet diese auf. Wählen Sie den gewünschten Accesspoint mit einem Mausklick aus, baut der Wireless Assistant die Verbindung auf -- schon sind Sie im Netz.

Installation und Einrichtung

Als relativ neues Programm findet sich Wlassistant auf keiner der EasyLinux-Distributionen. Sie können das Programm aber bequem als RPM-Paket über die Heft-CD installieren. Die jeweils aktuelle Version finden Sie im Internet unter [1].

Beim ersten Start über [Alt-F2] und die Eingabe von wlassistant weist Sie das Programm in einem Fenster darauf hin, dass Sie als normaler Benutzer die benötigten Programme nicht ausführen können (Abbildung 1). Klicken Sie hier auf Yes, damit Wlassistant nach der Eingabe des Root-Passwortes die Zugriffsrechte automatisch für Sie einrichtet. Die Anwendung setzt dann für die Programme dhcpcd, ifconfig, iwconfig und iwlist das so genannte Setuid-Bit. Dieses erlaubt normalen Benutzern, Programme mit Root-Rechten auszuführen.

Abb. 1: Beim ersten Start erteilt Ihnen Wlassistant auf Wunsch die Rechte an den benötigten Programmen.

Möchten Sie diese Rechte nicht erteilen, starten Sie das Programm über den Befehl kdesu wlassistant als root. Unter Suse Linux erhalten Sie dann die Fehlermeldung, dass Wlassistant nicht alle benötigten Programme gefunden hat (Abbildung 2). Um das Problem zu beheben, wählen Sie Configure / Paths und tragen für iwconfig und iwlist folgende Pfade ein:

Benutzen Sie Fedora Core 3 oder Mandrake Linux 10.2 müssen Sie unter Configure / Paths ebenfalls einen Pfad anpassen, falls Sie das Programm als root starten. Ändern Sie hier den Dhcpcd-Befehl zu /sbin/dhclient. Der von Wlassistant vorgeschlagene Weg ist aber der bequemere. Sie sollten deshalb den Wireless Assistenten die Zugriffsrechte ändern lassen.

Abb. 2: Unter Suse Linux findet Wlassistant nicht alle Befehle für den Verbindungsaufbau.

Suchen und Verbinden

Haben Sie die nötigen Einstellungen vorgenommen, zeigt Ihnen Wlassistant nach einem Klick auf Rescan die gefundenen WLAN-Netze an (Abbildung 3). Findet das Programm mehrere Netze, sollten Sie dasjenige wählen, das die größte Signalstärke aufweist. Wlassistant symbolisiert diese mit gelben Sternen: Je mehr davon ein Eintrag besitzt, desto besser die Qualität des WLAN-Signals.

Ein weiteres Kriterium für die Auswahl des Accesspoints stellt die Verschlüsselung dar. Bei verschlüsselten Verbindungen zeigt das KDE-Programm in der Spalte WEP? ein Schloss an. In die so markierten Netze können Sie sich nur einwählen, wenn Sie den Schlüssel kennen.

Unter Mode sehen Sie, ob es sich bei der Verbindung um eine verwaltete (Managed) oder eine spontane (Ad-Hoc) Verbindung handelt. Hinter verwalteten Verbindungen steht in der Regel ein Accesspoint, der Zugriff auf das Internet gewährt. Auf diesen können gleichzeitig mehrere Rechner zugreifen. Ad-hoc-Verbindungen setzen sich hingegen nur aus zwei Rechnern zusammen.

Abb. 3: Wlassistant zeigt die gefundenen Netzwerke inklusive Signalstärke an. Das Schloss-Symbol informiert Sie über verschlüsselte Verbindungen.

Um sich mit einem Accesspoint oder einem anderen Rechner zu verbinden, klicken Sie auf den Eintrag Ihrer Wahl. Wlassistant baut dann die Verbindung auf. Ob der Kontakt erfolgreich verlief, zeigt Ihnen das Programm mit einer Meldung am unteren Fensterrand an. Bei erfolgreichem Aufbau lautet die Mitteilung Connection with 'Netzwerk' successfully established, wobei 'Netzwerk' durch den ESSID-Namen des ausgewählten Netzwerks ersetzt ist.

Schlüsselverwaltung

Eine der Stärken von Wlassistant ist die Schlüsselverwaltung. Die meisten öffentlichen WLAN-Zugänge (so genannte Hotspots) schützen ihre Netze mit einem WEP-Schlüssel vor unbefugtem Zugriff. Möchten Sie zum Beispiel in München im Englischen Garten über WLAN ins Internet, müssen Sie den richtigen Schlüssel kennen (kaufen).

Klicken Sie in Wlassistant auf eine verschlüsselte Verbindung, erscheint ein Dialog zur Eingabe des WEP-Schlüssels. Geben Sie hier den benötigten Schlüssel ein und klicken Sie auf OK. Wechseln Sie oft zwischen den gleichen Netzen, richten Sie am besten den Schlüssel fest ein. Klicken Sie dazu im Wireless Assistant auf Configure / WEP Keys.

Jedem Schlüssel müssen Sie einen Namen zuordnen. Dazu eignet sich zum Beispiel der Name des WLAN-Netzwerkes (die ESSID). Wlassistant benutzt dann beim Zugriff auf das entsprechende Netzwerk automatisch den gleichnamigen Schlüssel. Zwischen Name und Schlüssel müssen zwei Doppelpunkte stehen (Abbildung 4). Die Angabe des Schlüssels erfolgt normalerweise in hexadezimaler Schreibweise (zum Beispiel HOTSPOT::3BFA1658F26F65BB1015022249 für einen 128-Bit-Schlüssel). Möchten Sie den Schlüssel als normalen ASCII-Text eingeben, müssen Sie den Key mit vorgestelltem s: schreiben, zum Beispiel ZUHAUSE::s:geheim1234567.

Wlassistant überprüft bei der Eingabe von Schlüsseln diese Syntax. Sie können also theoretisch keinen falschen Schlüssel eingeben. Unter Default WEP mode legen Sie die Authentifizierungsmethode fest. In der Regel ist hier Open die richtige Wahl. Bei Restricted erlaubt Ihre Karte nur verschlüsselte Verbindungen mit Authentifizierung. Da diese Methode aber leichter zu knacken ist, sollten Sie am voreingestellten Open nichts ändern.

Abb. 4: Der Wireless Assistant bringt eine komfortable Schlüsselverwaltung mit.

In den Tests kam es leider bei WEP-Schlüsseln zu einigen Problemen, und Wlassistant weigerte sich, die Verbindung aufzubauen. Nachdem aber root mit dem Befehl

iwconfig eth0 enc Schlüssel

die Verschlüsselung einmal eingerichtet hatte, klappte der Aufbau auch über Wireless Assistant. Auch bei hexadezimalen Schlüsseln verhalf der Umweg über die Kommandozeile zum Erfolg. Im obigen Befehl ersetzen Sie eth0 durch den Eintrag, den Ihnen Wlassistant im Hauptfenster unter Device anzeigt. Anstelle von Schlüssel geben Sie den entsprechenden WEP-Schlüssel ein, zum Beispiel s:geheim1234567 für einen ASCII-Schlüssel.

Problemnetze

Wlassistant startet beim Verbindungsaufbau einen DHCP-Client. Dieser versucht, von der Gegenstelle automatisch eine IP-Adresse zu beziehen. Möchten Sie nur mal bei Freunden eine Verbindung zu einem anderen Rechner mit einer WLAN-Karte aufbauen, läuft in der Regel kein DHCP-Server, und Sie benötigen zusätzlich den Ad-hoc-Modus. Der Wireless Assistant zeigt solche Verbindungen in der Grundeinstellung nicht an. Damit Wlassistant auch Ad-hoc-Netze anzeigt, wählen Sie Configure / General und entfernen die Markierung vor der Option Do not list Ad-Hoc networks. IP-Adresse, Netzmaske und Broadcast-Adresse müssen Sie unter Configure / Interface angeben.

Probleme bereiten dem Tool zurzeit auch WLAN-Karten, die die Linux-Wlan-Tools [2] benötigen -- dazu gehören auch die meisten USB-Sticks. Da sich diese Karten nicht über die Iwconfig-Befehle steuern lassen, greift das KDE-Tool hier nicht. Die Unterstützung dieser Karten steht aber auf der Todo-Liste des Programmautors. (mhi)

Infos
[1] Projekt-Homepage: http://wlassistant.sourceforge.net
[2] Wlan-Tools: http://www.linux-wlan.org

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