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von Martin Loschwitz
Bevor Sie neue Zusatzgeräte für Ihren Computer kaufen, sollten Sie prüfen, ob Linux das Wunschgerät unterstützt. Zwar gibt es Anlaufstellen im Netz wie die Suse-Hardware-Datenbank -- Gewissheit schafft aber nur der Versuch.
Vor allem beim Kauf eines neuen Komplettrechners hilft Knoppix: Bei vielen Händlern finden Sie betriebsbereite PCs zum Ausprobieren. Wenn Sie eine CD mit der aktuellen Knoppix-Version mitnehmen, starten Sie den Rechner beim Händler einfach von dieser CD.
Anhand der Boot-Meldungen stellen Sie in wenigen Sekunden fest, ob Knoppix wichtige Systemteile wie Chipsatz, USB-Controller und Grafikkarte erkennt und korrekt einbindet. Geben Sie vor dem Start am Knoppix-Boot-Prompt außerdem knoppix dma ein, anstatt im Dialog einfach [Eingabe] zu drücken, können Sie prüfen, ob Linux den IDE-Chipsatz ordentlich ansteuert: Wenn Meldungen der Form "Enabling DMA for ..." ausbleiben, obwohl Sie den DMA-Modus ausdrücklich aktiviert haben, können Sie davon ausgehen, dass Linux den IDE-Chipsatz nicht unterstützt.
Wenn Sie Knoppix auf der Festplatte installiert haben, müssen Sie nicht mit dem Standard-Look & Feel Vorlieb nehmen. Das Keramik-Theme, das Knoppix verwendet, hat das KDE-Projekt schon vor einiger Zeit zugunsten schönerer Alternativen ausrangiert.
Um das Standard-Theme zu ändern, öffnen Sie zunächst über das Startmenü das KDE-Kontrollzentrum. Wechseln Sie in den Bereich Erscheinungsbild / Stil und ändern Sie den Stil der Bedienelemente von Keramik auf eines der anderen Themes. Per Klick auf Anwenden übernehmen Sie diese Änderung.
Damit passen Sie jedoch nur das generelle Aussehen der KDE-Widgets an, also zum Beispiel die Knöpfe und Bildlaufleisten. Um auch die Fensterrahmen zu ändern, wechseln Sie zum Punkt Fensterdekorationen und ändern dort die Vorgaben. Unten sehen Sie jeweils eine Vorschau der Dekoration, die gerade ausgewählt ist.
Schließlich können Sie über den Punkt Symbole auch alle Icons des Desktops modifizieren -- über die drei gezeigten Registerreiter passen Sie das äußere Erscheinungsbild des Desktops schnell und unkompliziert an.
Starten Sie Knoppix von CD, anstatt es auf der Platte zu installieren? Dann sind nach jedem Boot-Vorgang die persönlichen Einstellungen aus der letzten Knoppix-Sitzung verschwunden. Dem können Sie entgegenwirken: Mit der Funktion Persönliches Verzeichnis einrichten bringen Sie Knoppix dazu, alle wichtigen Dateien aus dem temporären Verzeichnis auf eine Diskette zu bannen. Die können Sie beim nächsten Knoppix-Boot laden und haben dann wieder Zugriff auf die persönlichen Einstellungen.
Die Funktion versteckt sich im Knoppix-Menü unter Konfiguration / KNOPPIX-Konfiguration speichern. Wählen Sie im sich öffnenden Fenster den Eintrag /mnt/floppy aus und klicken Sie auf Ok. Legen Sie dann eine leere, unformatierte Diskette ein. Danach wird der Vorgang beendet. Beachten Sie, dass Sie diesen Vorgang jedes Mal, bevor Sie das System herunterfahren, ausführen müssen.
Beim nächsten Systemstart genügt es, am Boot-Prompt knoppix floppyconf einzugeben -- dann lädt Knoppix die Einstellungen von der Diskette.
Wenn Sie bis jetzt lediglich von Ubuntu gehört haben und es ausprobieren möchten oder wenn Sie häufig an fremden Rechnern arbeiten müssen, dann könnte ein Ubuntu-Live-Linux sehr nützlich für Sie sein. Als Testsystem bietet Ubuntu auf der Website http://www.ubuntu.org/ eine Live-Version der eigenen Distribution an -- die ähnelt einem Knoppix-Live-System. Die 700 MByte große Datei ist mit einem normalen DSL-Anschluss schnell herunter geladen, man kann die Live-CD zusammen mit einer normalen Ubuntu-CD aber auch unter http://www.shipit.ubuntulinux.org/ bestellen. Neben dem Live-System bietet die CD als Bonus Windows-Versionen von Firefox, AbiWord, Thunderbird und OpenOffice.
Marcus Fischer hat die erste vollständige Dokumentation zu Ubuntu Linux in deutscher Sprache bereitgestellt. Sie erstreckt sich über 72 DIN-A-4-Seiten und kann von Fischers Web-Seite unter http://www.elyps.de/ubuntu.html bezogen werden. Das Handbuch wurde für die Version 5.04 alias "Hoary Hedgehog" geschrieben und behandelt alle wichtigen Themen, angefangen bei der Installation über die Konfiguration der wichtigsten Dienste bis hin zur Installation von KDE (zusätzlich zu Gnome). Auf der Website gibt es außerdem eine deutsche Übersetzung des "Starter Guides".
Viele moderne Websites verwenden Java, um spezielle grafische Effekte zu erzielen. Java ist allerdings keine frei Software, und Firmen, die mit den Herstellern der verschiedenen Java-Versionen keinen Vertrag abschließen, dürfen es auf ihren CDs nicht verteilen. Das bedeutet nicht, dass unter Ubuntu kein Java möglich wäre; so rüsten Sie Java nach:
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu hoary multiverse
Häufig ist es praktisch, Daten über das Netzwerk auf einem anderen Rechner abzulegen. Stellen Sie sich etwa vor, die Windows-Installation auf dem eigenen Desktop-PC ist defekt und startet nicht mehr. Oft hilft dann nur noch, Windows neu zu installieren -- Daten auf der Windows-Partition sollen dabei aber nicht verloren gehen.
Knoppix wird in einem solchen Fall zum Lebensretter. Auch wenn Sie auf einem Rechner Windows und auf dem anderen Knoppix installiert haben, ist die Knoppix-Funktion zum Sichern von Daten über das Netzwerk nützlich.
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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