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von Kristian Kißling
Wie alle Betriebssysteme mit grafischer Oberfläche (graphical user interface, kurz GUI) verfügt auch KDE über Fenster. Das Programm, das sich um die Darstellung der Fenster kümmert, heißt Kwin. Der Fenstermanager bezieht die notwendigen Funktionen und Routinen vom X-Server. Dieser sorgt dafür, dass unter Linux überhaupt ein GUI funktioniert, sei es Gnome, WindowMaker oder eben KDE.
Fenster liegen meist frei über dem Desktop, bei Bedarf bewegen sie sich und verändern ihre Größe. Sie bestehen aus einem Rahmen, einer Titelleiste mit Knöpfen und einem Bereich für die Inhalte (Abbildung 1). Um ein Fenster zu verwenden, muss es aktiv sein. Sie aktivieren ein Fenster, indem Sie darauf klicken. Die Erscheinung und das Verhalten der Fenster passen Sie über das Kontrollzentrum an Ihre individuellen Bedürfnisse an.
Dazu öffnen Sie unter Suse Linux 9.2/9.3 über das K-Menü das Kontrollzentrum und wählen den Eintrag Erscheinungsbild. Klicken Sie auf Fensterdekoration, woraufhin auf der rechten Seite einige Reiter erscheinen (Abbildung 2). Unter Mandrake Linux wählen Sie den Eintrag Einstellungen unter System und suchen unter KDE den Menüpunkt Look and Feel.
Man muss schon genau hinsehen, um die Effekte der zahlreichen Layout-Einstellungen zu bemerken, tatsächlich tragen sie aber positiv zum Gesamteindruck von KDE bei. Über den Knopf Voreinstellungen im unteren linken Bereich stellen Sie die Standardwerte problemlos wieder her.
Über den erwähnten Menüknopf oben links in der Titelleiste erreichen Sie den Eintrag Fensterverhalten. Das KDE-Kontrollmodul startet mit zahlreichen Optionen (Abbildung 3). Unter dem Punkt Aktionen bestimmen Sie, wie Maus und Fenster miteinander interagieren. Im Abschnitt Titelleiste und Rahmen definieren Sie, was passiert, wenn die Maus auf die Titelleiste oder den Rahmen trifft. Wollen Sie Fenster durch einen Klick mit der linken Maustaste aktivieren und nach vorn bringen, machen Sie hier einen Eintrag. Im Pull-down-Menü darüber wählen Sie aus, ob ein Doppelklick auf die Titelleiste das Fenster maximiert oder -- über die Einstellung Fensterheber -- in die Titelleiste zieht.
Im Abschnitt inaktives, inneres Fenster legen Sie fest, was geschieht, wenn Sie in ein Fenster hinein klicken. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, Maus und Tastatur gemeinsam einzusetzen: So bewegen Sie ein Fenster mit der Maus, indem Sie zunächst [Alt] und dann zusätzlich die linken Maustaste drücken und halten. Auf Wunsch richten Sie im Abschnitt Inneres Fenster, Titelleiste und Rahmen eine andere Tastenkombination ein.
Die nächste Option heißt Aktivierung. Dort regeln Sie, wie die Fenster auf die Maus reagieren. Werden sie durch einen Klick aktiviert oder reicht es aus, die Maus einfach über ein Fenster zu ziehen? Der Unterschied zwischen den Optionen Aktivierung bei Mauskontakt und Aktivierung unter Mauszeiger besteht darin, dass im ersten Fall automatisch immer das Fenster im Vordergrund aktiviert wird. Weiter unten stellen Sie ein, ob und mit welcher Verzögerung Fenster nach vorn kommen oder aktiv werden.
Es bleibt noch der Bereich Navigation. Die Einstellungen hier beziehen sich vorrangig auf die virtuellen Arbeitsflächen, die KDE im Gegensatz zu Windows zur Verfügung stellt. Auf Wunsch sehen Sie beim Wechsel der jeweiligen Arbeitsfläche ihren Namen. Bekanntlich navigieren Sie mit [Alt-Tab] zwischen den geöffneten Anwendungen hin und her. Über die Option Fenster aller Arbeitsflächen einbeziehen integrieren Sie auch Anwendungen in diesen Zirkel, die auf den übrigen Arbeitsflächen liegen. Eine Box mit den Namen der Programme erscheint, wenn Sie die Option Fensterliste beim Umschalten zwischen Fenstern einbeziehen wählen. Hinter der Option Verschieben verbergen sich einige Einstellungen, die für Nutzer mit älteren Computern interessant sind. Beim Verschieben und Vergrößern von Fenstern genügt es, wenn Sie nur einen Rahmen anstelle des Inhalts sehen. Das schont die Ressourcen und beschleunigt die Oberfläche.
Ein bequemes Feature finden Sie auch im Bereich Erweitert. Verwenden Sie virtuelle Arbeitsflächen, schicken Sie Ihre Anwendungen gewöhnlich über das Menü auf eine andere Arbeitsfläche. Wenn Sie die aktiven Arbeitsflächenränder auswählen, landet ein Fenster automatisch auf der nächsten Arbeitsfläche, sobald Sie es an den Rand des Bildschirms schieben. Ist das Feature Stets aktiviert, gilt das Verhalten auch für die Maus. Das bedeutet, Sie wechseln automatisch zur rechts liegenden Arbeitsfläche, wenn die Maus den rechten Bildschirmrand berührt.
Da es in diesem Heft auch um optische Reize geht, erfahren Sie nun, wie Sie die Konsole mit Hilfe von Pseudotransparenz etwas verschönern (Abbildung 4). Zunächst öffnen Sie dazu die Konsole auf die übliche Weise. Drücken Sie [Alt-F2], geben Sie dann konsole ein und bestätigen Sie mit [Eingabe]. Im Menüpunkt Einstellungen finden Sie die nötigen Einträge für das Modding. Zuerst deaktivieren Sie über die Option Ausblenden die Unterfensterleiste und die Bildlaufleiste, dann verstecken Sie die Menüleiste über Menüleiste ausblenden. Mit einem Klick der rechten Maustaste in das Fenster blenden Sie die Leiste über ein Menü jederzeit wieder ein. Hier finden Sie auch den Menüpunkt Einstellungen, unter dem Sie nun Ihre Änderungen Als Standard speichern. Es bleibt noch die obere blaue Leiste. Wählen Sie dazu aus dem Menü ganz oben links den Eintrag Erweitert und dann Einstellungen für spezielle Fenster. Im KWin-Einstellungsfenster wechseln Sie zum Reiter Persönliche Einstellungen. Setzen Sie ein Kreuzchen bei Ohne Umrandung, suchen Sie aus dem rechts stehenden Pull-down-Menü Erzwingen. Machen Sie anschließend rechts daneben ein weiteres Kreuzchen. Mit OK beenden Sie den Vorgang. Nach dem Neustart verschwinden die Ränder. Daraus ergibt sich aber ein Problem: Wie bewegen Sie nun das Fenster? Halten Sie einfach auf der Fläche [Alt] gedrückt, während Sie zugleich die linke Maustaste bedienen. Das Menü der Titelleiste erhalten Sie alternativ auch mit [Alt-F3].
An der Stelle, wo sie die Fenstereinstellungen abspeichern, gibt es auch die Option Farbschema, über die Sie der Konsole ihre Pseudotransparenz verleihen. Wählen Sie Grünton mit transparentem MC, erhält die transparente Fläche einen leichten Grünstich; wählen Sie Transparent, dunkler Hintergrund, fällt der Farbstich weg. Sie merken schon: Die Transparenz basiert auf einem Trick, ist also -- wie der Name schon andeutet -- nicht echt. Tatsächlich wird einfach der Desktop-Hintergrund in die Konsole kopiert, daher fehlen die Icons. Der Trick wird im Wortsinne durchsichtig, wenn Sie die Konsole vor einer anderen Anwendung öffnen. Speichern Sie die Einstellungen, öffnet sich Ihre Konsole jedes Mal automatisch im neuen Gewand. (kki)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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