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von Marcel Hilzinger
Über die Schönheit von Symbolen lässt sich streiten. Manche mögen sie groß und bunt, andere bevorzugen Minibilder mit wenig Farben und klarer Form. Neue Symbole bringen immer auch neues Leben auf den KDE-Desktop. Der Icon-Wechsel gehört deshalb zu KDE wie der neue Anstrich zur Wohnung: Wird es zu langweilig, muss etwas neues her.
Je nach Distribution benutzt KDE ein anderes Symbol-Theme. Suse und Mandrake Linux liefern ihre KDE-Desktops zum Beispiel mit dem Theme crystalsvg aus, bringen aber auch einige weitere Symbolsammlungen mit. Sie finden diese im KDE-Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild / Symbole (Suse Linux) respektive Look & Feel / Symbole (Mandrake Linux). Hier wählen Sie auf dem Reiter Design ein Theme aus und klicken auf Anwenden.
Auf der Heft-CD finden Sie im Ordner programme/andere/icon-themes/ über 20 Symbolsammlungen (so genannte Icon Sets). Die Themes liegen nicht als RPM-Pakete, sondern als komprimierte Tar-Archive vor. Dies hat den Vorteil, dass Sie die Themes auch unter anderen Distributionen wie Knoppix oder Kanotix benutzen können. Um ohne Installation einen Vorgeschmack auf die Symbole zu bekommen, finden Sie im Unterverzeichnis screenshots ein Bild von Konqueror mit dem jeweiligen Icon Set. Die Themes befinden sich im Unterverzeichnis themes.
Um eines dieser Themes zu installieren, starten Sie über [Alt-F2] und die Eingabe von kcmshell icons direkt das entsprechende Kontrollzentrum-Modul von KDE (Abbildung 1). Klicken Sie hier auf den Knopf Neues Design installieren und geben Sie unter Adresse den Pfad zum Theme an. Alternativ klicken Sie auf das Symbol Datei öffnen rechts vom Eingabefeld Adresse und suchen sich im Dateimanager ein Theme von der Heft-CD aus.
Um ein Icon Set zu löschen, müssen Sie zunächst ein anderes Theme anwenden. Erst dann lässt sich die Symbolsammlung löschen. Möchten Sie die vorinstallierten Themes von Suse oder Mandrake Linux entfernen, müssen Sie dies über den Paket-Manager der Distribution tun.
Die Wahl für eine Symbolsammlubng kann das Aussehen des KDE-Desktops grundlegend verändern. Meistens benötigen Sie dazu allerdings nicht nur ein neues Icon Set, sondern auch eine neue Fensterdekoration und einen neuen Stil (siehe dazu den Artikel "Kleider machen Leute" auf Seite 20). Abbildung 2 zeigt zum Beispiel das Icon Set Crystal Clear mit der Fensterdekoration AKDC Soft Crystal und dem Stil Lipstik. Als Vergleich sehen Sie auf Abbildung 3 das Icon Set Exquisite mit der Fensterdekoration Smooth-Blend und dem Stil Baghira Brushed Metal. Auch die Systemfarben tragen wesentlich zum Aussehen des Desktops bei. Sie richten diese im KDE-Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild / Farben (Suse Linux) respektive Look & Feel / Farben (Mandrake Linux) ein.
Wählen Sie zum Beispiel das auf Abbildung 4 zu sehende Symbol-Theme lila, sollten Sie auf einen Stil verzichten, der die Laufleiste blau einfärbt.
Abbildung 4 bringt ein weiteres Problem ans Licht: Viele Symbolsammlungen sind nicht vollständig. Bei sehr einheitlichen Themes sticht deshalb ein fremdes Symbol sehr leicht hervor. Wie Sie diese Fehler nachträglich ausbessern, zeigt der nächste Abschnitt.
Gefällt Ihnen ein Symbol nicht, können Sie dieses ohne Probleme durch ein anderes ersetzen. Sie verwenden dazu entweder eines der zahlreichen vorhandenen Symbole oder entwerfen ein eigenes. Möchten Sie selber kreativ tätig werden, starten Sie entweder das Icon-Malprogramm kiconedit oder das Bildbearbeitungsprogramm gimp. Gimp gehört bei allen EasyLinux-Distributionen zur Standardinstallation. Kiconedit finden Sie unter Suse Linux im Paket kdegraphics3-imaging. Für Mandrake Linux steht ein Paket auf der Heft-CD bereit.
Möchten Sie zum Beispiel für das Icon Set lila ein Symbol public_html anlegen, das zum gleichnamigen Verzeichnis passt, gehen Sie folgendermaßen vor:
Sind Sie mit Ihrer Arbeit zufrieden, speichern Sie das neue Symbol unter dem Namen public_html.png im Ordner filesystems. Leider kann Kiconedit keine Arbeitsschritte rückgängig machen. Sollten Sie also die Erdkugel bei ersten Versuchen falsch platziert haben, öffnen Sie einfach die Datei folder.png erneut. Kiconedit fragt Sie dann, ob Sie die Änderungen speichern möchten. Antworten Sie hier mit Nein. Das Resultat der Arbeit sehen Sie in Abbildung 5.
Um das störende Minibild auszutauschen, starten Sie Konqueror und klicken mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis public_html. Hier wählen Sie Eigenschaften und klicken auf das bestehende Symbol. Wählen Sie unter System-Symbole den Eintrag Dateisysteme aus, dann finden Sie das neue Symbol in der Liste (Abbildung 6).
Im vorangehenden Beispiel haben Sie das Symbol eines speziellen Ordners ausgetauscht. Natürlich ist es auch möglich, das Standardsymbol für Verzeichnisse oder Dateien neu festzulegen. Um zum Beispiel das Minibild für Ordner zu ändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Verzeichnis im Konqueror und wählen Eigenschaften. Im folgenden Dialog klicken Sie nicht das Ordnersymbol an, sondern den Werkzeugschlüssel rechts unter dem Eingabefeld. Sie sehen jetzt das Fenster Dateityp inode/directory bearbeiten. Klicken Sie hier auf das Ordnerbildchen und wählen Sie ein anderes Icon aus, dann verändern sich sämtliche Ordner.
Das Ändern von Dateitypen-Symbolen sollten Sie sich allerdings gut überlegen. Ein paar unüberlegte Mausklicks reichen aus, und schon finden Sie sich im Dateimanager nicht mehr zurecht (siehe Abbildung 7) -- von Freunden und Familienmitgliedern ganz zu schweigen.
Suse Linux macht es seinen Benutzern oft schwer, die volle Kontrolle über das System zu behalten -- so auch bei den Symbolen. Typische Problemfälle bei Icon Sets, die nicht für Suse konzipiert wurden, sind die Minibilder für das KDE-Hauptmenü (kmenu.png), das Suse-Helpcenter (susehelcenter.png) sowie für den Arbeitsplatz (mycomp.png), OpenOffice (openoffice.png) und den Suse-Link auf dem Desktop (suse.png).
Die Symbole auf der Arbeitsfläche ändern Sie über das Kontextmenü relativ einfach. Schwieriger ist es, das Chamäleon aus dem Hauptmenü zu eliminieren. Laut diversen Internet-Foren stellt diese Aufgabe so manchen Suse-Benutzer vor größte Hindernisse. Bei der Installation von Icon Sets von der Heft-CD können Sie hingegen feststellen, dass diese den Button des KDE-Startmenüs problemlos austauschen. Um zu verstehen, warum dies einmal gelingt, ein anderes Mal nicht, müssen Sie einige KDE-Interna kennen.
Das Symbol des KDE-Menüs heißt kmenu.png (unter Mandrake Linux menuk-mdk.png). Es befindet sich in der Grundeinstellung in einem Verzeichnis unter /opt/kde3/share/icons (bei Mandrake Linux in einem Unterverzeichnis von /usr/share/icons) oder in Ihrem Home-Verzeichnis unter .kde/share/icons. Um das richtige Symbol anzuzeigen, müssen KDE-Programme wissen, wie ein Symbol heißt und wo sie danach suchen sollen.
In welchen Verzeichnissen KDE auf Ihrem System nach Symbolen sucht, teilt Ihnen der Befehl
kde-config --path icon
mit. Er zeigt -- durch Doppelpunkte voneinander getrennt -- sämtliche Icon-Suchverzeichnisse an.
Unter Suse Linux steht hier zwischen den Verzeichnissen /home/Benutzername/.kde/share/icons/ und /opt/kde/share/icons/ das distributionseigene /etc/opt/kde3/share/icons/. Da die Reihenfolge der Verzeichnisse auch die Suchreihenfolge festlegt, bedeutet dies, dass Suse Linux zunächst in Ihrem Home-Verzeichnis nach Symbolen Ausschau hält. Findet es hier keine, setzt es die Suche unter /etc/opt/kde3/share/icons/ fort. Erst dann überprüft die Distribution auch das globale Verzeichnis /opt/kde/share/icons/ auf passende Minibilder. Installieren Sie also Icon Sets systemweit, überschreibt Suse Linux diese immer mit den Symbolen unter /etc/opt/kde3/share/icons/.
Am einfachsten entledigen Sie sich deshalb des störenden Suchpfades, indem Sie das Verzeichnis /etc/opt/kde3/share/icons/ einfach in icons.suse umbenennen. Theoretisch können Sie auch in der Konfigurationsdatei /etc/kde3rc den Suchpfad /etc/opt/kde3 löschen. Dies wirkt sich jedoch nicht auf die Suche nach Symbolen aus, sondern betrifft auch andere Suse-spezifische Tools. Das Verzeichnis umzubenennen ist deshalb die sicherere Lösung:
Nach dem nächsten Anmeldevorgang zeigt Ihnen nun der Befehl kde-config --path icon nur noch die Standardverzeichnisse der Symbole an.
In den Unterordern der einzelnen Icon Sets finden Sie in der Regel die Verzeichnisse 16x16, 22x22, 32x32, 48x48, 64x64 und 128x128. Diese geben die Größe der Symbole in Bildpunkten an. Um ein Minibild vollständig durch ein anderes zu ersetzen, müssen Sie dieses theoretisch in sämtlichen Formaten neu erstellen. In der Praxis bietet es sich aber an, das Symbol im Format 128x128 zu erstellen und dann zu verkleinern. Dazu öffnen Sie es zum Beispiel in Gimp und wählen Bild / Bild skalieren.
Bei Panel-Symbolen hilft es, das Symbol der aktuellen Größe des Panels anzupassen. Diese finden Sie über einen Klick mit der rechten Maustaste auf das Panel und die Auswahl von Kontrollleiste einrichten respektive Größe (unter Mandrake Linux) heraus. Bei Normal zeigt das Panel Symbole von der Größe 32x32 ab. Mit Groß benutzt es Symbole aus dem Verzeichnis 64x64; bei Klein 22x22 und bei Sehr klein 16x16. Kennen Sie die richtige Symbolgröße, müssen Sie das Minibild nur einmal erstellen.
Das Format der Desktop-Symbole und der Minibilder auf den Werkzeugleisten legen Sie im KDE-Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild / Symbole (Suse Linux) respektive Look & Feel / Symbole (Mandrake Linux) fest. Hier finden Sie auf dem Reiter Erweitert zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. (mhi)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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