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Erschienen in EasyLinux 09/2005   »   Ausgabe bestellen

Animierter Desktop-Hintergrund in KDE

Tapetenwechsel

von Tim Schürmann


Nach der Linux-Installation wirkt der KDE Hintergrund recht eintönig. Doch mit nur ein wenigen Mausklicks haucht man ihm virtuelles Leben ein.

Die meisten Anwender begnügen sich beim Desktop-Hintergrund mit den Voreinstellungen oder binden bestenfalls ein eigenes Bild ein. Doch KDE kann mehr: Etwas versteckt bietet das Kontrollzentrum zusätzliche Funktionen, welche die sterile Fläche mit Animationen beleben. Damit nicht genug: Hilfsprogramme gehen beispielsweise selbständig ins Internet und werfen die aktuellen Börsenkurse auf den Hintergrund. Umsteiger von Windows kennen diese Funktionen unter dem Namen "Active Desktop".

Erste Schritte

Um KDE zum buntem Treiben zu animieren, öffnen Sie zunächst das Kontrollzentrum, das Sie über den gleichnamigen Eintrag im Startmenü erreichen. Wählen Sie auf der linken Seite den Punkt Erscheinungsbild/Hintergrund. Im rechten Fensterteil erscheinen nun die Einstellungen aus Abbildung 1.

Abb. 1: Das Kontrollzentrum. Die Listendarstellungen auf der linken Seite schalten Sie mit "Ansicht/Modus/Baumdarstellung" ein.

Die Schalter im Bereich Hintergrund regeln, was KDE auf dem Desktop anzeigt. Zur Wahl stehen eine Farbe oder ein Farbverlauf, ein Bild und eine Diashow. Bevorzugen Sie die erste Möglichkeit, klicken Sie den etwas irreführenden Punkt Kein Bild an. Im unteren Teil Optionen haben Sie dann Gelegenheit, detailliert die Farbe oder einen Farbverlauf einzustellen. Eine kleine Vorschau in der Bildschirmgrafik rechts neben den Reglern erleichtert die Auswahl.

Entscheiden Sie sich für ein Hintergrundbild, gibt das Kontrollzentrum die Liste Position: frei. Damit bestimmen Sie, wie KDE das Bild auf den Desktop pinselt. Beispielsweise sorgt skaliert dafür, dass auch kleinere Bilder immer exakt die gesamte Bildschirmfläche ausfüllen. Eine erste Animation bringt der letzte Punkt Diashow ins Spiel. Ist er markiert, öffnet das Kontrollzentrum nach einem Klick auf Einstellungen... ein neues Fenster. Dort geben Sie nun alle Dateien an, die später in der Diashow auftauchen sollen (Abbildung 2).

Abb. 2: Im Fenster zu den Diashow-Einstellungen geben Sie gleichzeitig noch die Anzeigedauer für die einzelnen Bilder an und bestimmen, ob das nächste Bilder nach Ablauf dieses Intervalls zufällig ausgewählt werden soll.

Internet-Sauger

Eine Diashow sorgt zwar für Abwechslung, die eingangs versprochenen animierten Börsenkurse sind damit jedoch nicht möglich. Auf der rechten Seite, direkt unter dem Vorschaubildschirm, treffen Sie auf die einsame Schaltfläche Erweiterte Optionen. Sie öffnet das Tor zu einem individuellen Desktop-Hintergrund. Nach einem Klick auf den genannten Knopf erscheint das Fenster aus Abbildung 3.

Abb. 3: Einige Distributionen binden verschiedene Programme bereits standardmäßig mit ein. Hier hat Suse Linux die Weltkugel "xglobe" integriert.

Von Interesse ist im Folgenden nur die obere Tabelle. KDE ruft ein dort eingetragenes Linux-Programm in bestimmten Intervallen immer wieder auf. Standardmäßig findet sich hier der Eintrag von kwebdesktop, einem Programm, das fester Bestandteil von KDE ist. Wie aus der Spalte Neu darstellen hervorgeht, wird es im Abstand von 10 Minuten aufgerufen. Das kleine Werkzeug hat die alleinige Aufgabe, eine Internet-Seite zu laden, sie in eine Grafik umzuwandeln und auf dem Desktop-Hintergrund anzuzeigen. Um das Ergebnis zu begutachten, markieren Sie den Punkt Folgendes Programm im Hintergrund verwenden: und klicken anschließend auf OK. Wieder im Kontrollzentrum schicken Sie die Änderungen per Anwenden ab. Sofern eine Internetverbindung besteht, taucht auf Ihrem Desktop nun die KDE-Seite auf. Dies entspricht natürlich nicht den verlangten Börsenkursen. Kehren Sie deshalb wieder zum Fenster hinter dem Schalter Erweiterte Optionen zurück. Stellen Sie sicher, dass der Eintrag kwebdesktop markiert ist, und klicken auf Ändern.... Es erscheint das Fenster aus Abbildung 4.

Abb. 4: Die Einstellungen in diesem Fenster helfen KDE beim Start eines Programms für den Hintergrund.

Unter Befehl und Vorschau-Befehl finden Sie jeweils eine Internet-Adresse. Passen Sie diese an Ihre gewünschte (Börsen-) Seite an. Achten Sie jedoch dabei darauf, wirklich nur diese Adresse zu ändern, wobei der Rest der Eintrags und das http:// erhalten bleiben müssen. Unter Neuanzeige-Intervall stellen Sie noch ein, in welchen Abständen das Hintergrundbild auf den neuesten Stand gebracht werden soll. Klicken Sie auf OK und wenden Sie die Änderungen an. Nun sollten endlich die Börsenkurse auf dem Desktop erscheinen.

Abb. 5: Der Desktop mit der KDE-Seite als Hintergrund.

Frischer Fisch

Auf die gleiche Weise binden Sie auch bewegte Hintergründe ein: Ein beliebtes animiertes Programm ist das Aquarium xfishtank, das auch den meisten Distributionen beiliegt. Um es zu aktivieren, wählen Sie im Kontrollzentrum wieder Erweitere Optionen und dort Hinzufügen. Nun geht es daran, alle Felder auszufüllen. Die beiden Einträge unter Name und Kommentar tauchen später in der Tabelle auf. Unter Befehl geben Sie den Befehl ein, mit dem KDE das Programm startet. Dieser Eintrag ist vom jeweiligen Programm abhängig, so dass hier nur ein Blick in die entsprechende Anleitung weiterhilft. Meist genügt es jedoch, den Programmnamen einzutragen. Im Fall von Xfishtank lautet der Eintrag xfishtank -d. In das Eingabefeld Vorschau kommt der Befehl xfishtank -p %f. Ihn verwendet das Kontrollzentrum, um die kleine Vorschau in der Bildschirmgrafik zu generieren. Unter Ausführbare Datei geben Sie KDE noch bekannt, wie das ausführbare Programm heißt. Im Aquariumbeispiel ist dies xfishtank. Bestätigen Sie Ihre Änderungen mit einem Klick auf Ok.

KDE ruft immer nur das in der Tabelle markierte Programm auf. Dies bedeutet leider auch, dass immer nur ein Programm aktiviert sein darf. Wählen Sie für das Aquarium den neu erstellten Eintrag und klicken Sie anschließend auf Ok. Weisen Sie die Änderungen per Anwenden zu. Wenn Sie Glück haben, erscheinen nun Fische im Hintergrund, normalerweise bleibt dieser jedoch leer. Der Grund hierfür liegt an der Kontrollwut von KDE: Das Desktop-System behält stets die Kontrolle über den Desktop und lässt nur seine eigenen Programme an den Hintergrund. Um dies zu ändern, wählen Sie aus der linken Liste des Kontrollzentrums den Punkt Arbeitsfläche/Verhalten. Dort aktivieren Sie den Schalter Programme im Arbeitsflächenfenster unterstützen. Nach dem Anwenden sollten nun die Fische schwimmen.

Abb. 6: xfishtank hat den KDE-Desktop erfolgreich unter Wasser gesetzt.

Fazit

KDE bietet viele Möglichkeiten, den Desktop-Hintergrund ordentlich aufzupeppen und unter Wasser zu setzen. Die dafür notwendigen Schritte haben die KDE-Entwickler jedoch ziemlich gut versteckt und auch reichlich schlecht dokumentiert. Wer noch weitergehende Manipulationsmöglichkeiten wünscht, muss auf Zusätze zurückgreifen, wie zum Beispiel das auf Seite X vorgestellten SuperKaramba. (ofr)

Geeignete Programme für den Hintergrund 

Nicht jedes Programm eignet sich, um den Desktop zu verschönern. Unter Suse Linux finden Sie passende Software in der Gruppe Unterhaltung/Toys. Neben kfishtank gehören dazu der berühmte kglobe oder die Kakerlaken-Invasion kroach. All diesen Programmen ist gemein, dass sie als Zeichenfläche das so genannte "Root Window" verwenden. Dabei handelt es sich um nichts anderes als den Hintergrund. Technisch gesehen ist er das erste Fenster, das vom X Window System erzeugt wird -- daher die Bezeichnung "Root Window".

Kleines Guru-Training 

Die im Artikel genannten Befehle für den Aufruf von kfishtank sehen recht kryptisch aus. Dies liegt an den angehängten Parametern, die dem Programm automatisch bei seinem Start übergeben werden. Die Option -d weist kfishtank an, auf den Hintergrund zu malen. Beim Befehl für die Vorschau erzeugt -p eine Datei, die unter dem Namen %f abgespeichert wird. %f ist ein Spezialausdruck des Kontrollzentrums und steht stellvertretend für den Vorschaubildschirm. Man speichert also das Bild in die Vorschau. Zwei weitere, durch KDE bereitgestellte Platzhalter sind %x und %y. Beim Programmaufruf ersetzt KDE sie automatisch durch die Bildschirmgröße. Sofern Ihr Programm zwingend Bildschirmabmessungen benötigt, sollten Sie diese nicht als feste Werte eingeben, sondern stattdessen die genannten Zeichenketten verwenden.

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