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von Sebastian Holler
Ähnlich wie Windows startet auch der KDE-Desktop mit einer Leiste am unteren Bildschirmrand. Dort finden Sie Schaltflächen für die geöffneten Programme, die Uhrzeit, das Startmenü und Buttons für besonders wichtige Programme. Die grundlegende Konfiguration der KDE-Kontrollleiste Kicker war bereits Thema in Ausgabe 02/2004 [1].
Dieser Artikel erweitert Ihr Wissen um das zentrale Desktop-Element und befasst sich neben dem optischen Finetuning mit der Erhöhung des Nutzwerts.
Die Kontrollleiste gliedert sich in sechs Bereiche (Abbildung 1). Jeder Abschnitt grenzt sich durch einen so genannten Anfasser optisch von seinem Nachbarn ab. Darüber stellen Sie mit gedrückt gehaltener linker Maustaste die Größe des jeweiligen Bereichs ein. Ein Klick der rechten Maustaste auf einen Abschnitt öffnet sein Kontextmenü.

Das Kicker-Konfigurationsprogramm starten Sie über das Kontextmenü eines freien Leitenbereichs. Wählen Sie aus dem aufklappenden Kontextmenü den Eintrag Kontrollleiste einrichten (Abbildung 2). Auf dem Registerreiter Anordnung im Menü Layout bestimmen Sie die Position der Leiste. Neben der Wahl zwischen den vier Grundpositionen Oben,Unten, Rechts und Links lässt sich hier auch die Ausrichtung der Leiste festlegen, etwa Unten mittig. Diese Einstellung wirkt sich nur aus, wenn Sie sich unter Länge dafür entschieden haben, dass der Kicker in der Breite weniger als 100% des Bildschirms einnehmen soll. Sobald Sie im Konfigurationsdialog etwas ändern, zeigt der Monitor in der rechten Fensterhälfte eine Vorschau der neuen Einstellung an.
Die Höhe der Leiste stellen Sie im Abschnitt Größe ein. Sie finden dort vier vordefinierten Größen und die Option Benutzerdefiniert, über die sie selbst die Höhe in Bildpunkten festlegen.
Haben Sie Ihren Desktop mit mehr als einer Kontrollleiste ausgestattet, legen Sie im zuoberst erscheinenden Auswahlfenster fest, für welche Leiste die Einstellungen gelten sollen.
Auf dem Register Ausblenden verbergen sich eine Reihe von Optionen, mit denen Sie das Ein- und Ausblenden der Kontrollleiste steuern. So können Sie dort unter anderem festlegen, dass der Kicker sich automatisch in den Hintergrund verkrümelt und Ihnen erst dann seine Dienste anbietet, wenn Sie mit der Maus an den Bildschirmrand fahren, an dem sich die Leiste befindet.
Wie sich Ihnen das K-Menü präsentiert, stellen Sie auf dem Registerreiter Menüs ein. Dort können Sie die Optionen in der ersten Menüebene nach Belieben aktivieren und ausschalten. Standardmäßig zeigt KDE nur eine kleine Auswahl der optionalen Untermenüs an. Entscheiden Sie, ob das Menü Ihnen schnellen Zugriff auf die zuletzt geöffneten Dokumente, Ihre Konqueror-Bookmarks und die Suchfunktion bieten soll. Untermenüs, die Sie nicht benötigen, blenden Sie einfach aus, indem Sie das Häkchen vor dem jeweiligen Eintrag entfernen, denn auch auf dem Desktop gilt: "Weniger ist manchmal mehr...", zumindest unter dem Gesichtspunkt der Übersichtlichkeit.
Auf dem Reiter Menüs stehen noch zwei weitere Funktionen zur Verfügung. Bei aktiviertem Schnell-Anzeiger finden Sie im K-Menü einen Eintrag, der Sie schnell durch die Verzeichnisstruktur Ihres Linux-Systems führt. Im Schnell-Anzeiger öffnen Sie über Untermenüs jeden Ordner im Handumdrehen im Konqueror oder eine Datei mit ihrer verknüpften Anwendung. Damit das praktische Feature zügig und übersichtlich funktioniert, sollten Sie auf die Anzeige versteckter Dateien verzichten: Nahezu jedes Programm legt in Ihrem Home-Verzeichnis eine Konfigurationsdatei ab, deren Name mit einem Punkt beginnt. Wenn der Schnell-Anzeiger auch diese einblendet, ist es schwer, die gesuchten Dokumente und Ordner aufzuspüren.
Der Schnellstarter erscheint im K-Menü unter der Titelzeile Meistbenutzte Programme bzw. Zuletzt benutzte Programme. Den von Ihnen bevorzugten Modus legen Sie im Feld Menü-Elemente für Schnellstarter fest. Im numerischen Feld bestimmen Sie, wie viele Einträge das K-Menü aufnimmt. Wenn Sie diesen Eintrag auf 0 setzen, verschwindet der Schnellstarter aus dem Menü.
Der Registerreiter Erscheinungsbild nimmt Ihre Wünsche zum Aussehen der KDE-Leiste auf. So sorgen Sie durch Aktivieren der Symbolvergrößerung dafür, dass KDE das Icon, über dem sich die Maus befindet, mit einem Lupeneffekt vergrößert. Diese Option ist vor allem dann praktisch, wenn Sie mit einer sehr schmalen Kontrollleiste arbeiten. Über Kurzinfos sorgen Sie dafür, dass der Kicker einen Tooltip einblendet, sobald sich der Mauszeiger über einem Programmsymbol befindet (Abbildung 3).

Um einzelne Bereiche der Leiste farblich hervorzuheben, können Sie den Knopfhintergrund individuell festlegen. Dabei haben Sie die Wahl zwischen Vollfarben und Mustern. Zusätzlich gibt es die Option, eine Grafik als Hintergrund für die KDE-Leiste zu benutzen -- eine Alternative für alle, denen das schlichte Grau oder eine andere Farbe nicht zusagt. Ebenfalls interessant ist die Möglichkeit, den Kicker transparent darzustellen. Die Details für den "vollen Durchblick" wie Einfärbungston und -grad legen Sie im Untermenü Erweiterte Einstellungen fest.
Für zusätzliches Finetuning entscheiden Sie sich unter dem Punkt Erweiterte Optionen auf dem Register Erscheinungsbild, ob und wie KDE die Anfasser und Ausblendknöpfe darstellt. Lassen Sie den Kicker automatisch ausblenden, können Sie die Anzeige der Ausblender ganz deaktivieren.
Neben optischen Spielereien bietet die Kontrollleiste zusätzlich einen nicht zu unterschätzenden Nutzwert, der Ihnen die Arbeit auf dem Linux-Desktop erleichtert: Standardmäßig befindet sich links der Startmenüknopf, rechts daneben folgen, abhängig von der jeweiligen Distribution, einige Programmstartknöpfe, etwa zum Start des Konqueror und einer Konsole. Nicht benötigte Programmstarter entfernen Sie mit einem Rechtsklick auf den jeweiligen Button und Auswahl von x-Knopf entfernen aus dem Kontextmenü. Anstelle des x blendet KDE den Namen des ausgewählten Programm-Icons ein.
Ebenso einfach gelingt es, zusätzliche Programmknöpfe hinzuzufügen: Mit einem Rechtsklick auf einen noch freien Platz in der Leiste rufen Sie das dazu nötige Kontextmenü auf. Wählen Sie den Eintrag Zur Kontrollleiste hinzufügen (Abbildung 4). Dort präsentiert der Kicker eine Auswahl zwischen vier Leistenelementen: Miniprogramm, Anwendung (unter KDE 3.3: Programmknopf), Kontrollleiste und Spezialknopf.

Die Auswahl an Spezialknöpfen enthält das K-Menü, dessen optionale Untermenüs, die Fensterliste, einen Startknopf für Nicht-KDE-Programme und einen Button für den Zugriff auf die Arbeitsfläche. Letzterer entspricht der Funktion Desktop anzeigen unter Windows. Sobald Sie einen der Einträge markieren, nistet sich das entsprechende Icon im Kicker ein.
Gerade bei häufig verwendeten Programmen ist das Durchhangeln durch das K-Menü bis zum entsprechenden Eintrag mit der Zeit lästig. Über den Eintrag Anwendung schaffen Sie Abhilfe. Hiermit integrieren Sie beliebige Programmeinträge des K-Menüs in die Kontrollleiste. Möchten Sie ein Programm hinzufügen, das sich bereits als Verknüpfung auf dem Desktop befindet, gibt es einen noch schnelleren Weg: Ziehen Sie das Symbol mit gedrückt gehaltener linker Maustaste vom Desktop auf einen freien Platz in der Leiste. Um die Position des Icons nachträglich zu verändern, wählen Sie entweder x-Knopf verschieben aus dessen Kontextmenü oder befördern das Icon per Drag & Drop mit gedrückter mittlerer Maustaste an die neue Position.
Auch das Hinzufügen einer zusätzlichen Leiste gelingt über den Menüpunkt Kontrollleiste. Wer oft mit mehreren Programmen parallel arbeitet, weiß, wie schnell der Fensterleistenabschnitt mit Einträgen überfüllt ist. Platzieren Sie einfach eine zweite Standard-Kontrollleiste am oberen Bildschirmrand und lagern Sie die Fensterleiste hierhin aus, um den Desktop übersichtlicher zu gestalten (Abbldung 5). Die Anzeigeoptionen der Fensterliste finden Sie im Kicker-Einrichtungsdialog unter dem Eintrag Fensterleiste (Abbildung 2).
Eine weitere praktische Ergänzung zur Kontrollleiste stellen Kicker-Applets dar. Wir haben schon mehrfach über diese Miniprogramme berichtet [2-4]. Einige der Applets, wie etwa die Uhr, der Arbeitsflächenumschalter oder die Lautstärkeregelung KMix verrichten bereits standardmäßig ihren Dienst in der Leiste. Über Hinzufügen / Miniprogramm aus dem Kicker-Kontextmenü erreichen Sie eine Liste aller installierten Programme, die sich in der Kontrollleiste einnisten. Einige davon, wie der KNewsTicker, blenden permanent aktualisierte Informationen ein. Andere zeigen durch wechselnde Icons einen bestimmten Systemstatus an. So wacht KInternet unter Suse Linux über den Status der Internet-Verbindung, und der E-Mail-Monitor KOrn hält Sie über den Füllstand Ihrer Mailboxen auf dem Laufenden.
Nachteilig wirkt sich dabei nur der begrenzte Platz in der Kontrollleiste aus, den sich alle Programme teilen. Gerade Programme wie ein Wettermonitor oder Newsticker, die Informationen präsentieren, nehmen recht viel Raum ein. Wer keine zweite Kontrollleiste für diesen Zweck nutzen will, verlagert diese Funktionen mit einem Tool wie Superkaramba (siehe Artikel auf Seite 25 dieser Ausgabe) auf den Desktop. (amü)
| Infos |
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[1] Kontrollleisten-Artikel: Anja M. Wagner, "Die Super-Leiste", EasyLinux 02/2004, S. 38 f., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/02/038-kontrollleiste/
[2] Artikel über Miniprogramme in der KDE-Leiste: Heike Jurzik, "Klein aber fein", EasyLinux 02/2004, S. 44 f. [3] Artikel über den Mail-Monitor Korn: Elisabeth Bauer, "Aufs Korn genommen", EasyLinux 02/2005, S. 34 [4] KNewsTicker-Artikel: Heike Jurzik, "Tick tack Ticker", EasyLinux 09/2004, S.32 f., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/09/032-rss/ |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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