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von Thomas Hümmler
Sofern die Layout-Ansprüche nicht zu hoch sind, benötigen Sie keinen DTP-Spezialisten wie Scribus, um eine ansprechende Zeitung oder Broschüre zu erstellen. Selbst schwierigere und umfangreichere Aufgaben, wie das Platzieren von grafischen Elementen, bewältigen Sie auch mit der Textverarbeitung von OpenOffice. Hier erfahren Sie, wie Sie mit Writer ein Artikel-Layout anlegen.
Ein Zeitungsartikel besteht meistens aus der Überschrift, einem Vorspann sowie dem so genannten Lauf- oder Fließtext, der durch Zwischenüberschriften logisch oder auch nach gestalterischen Gesichtspunkten gegliedert ist. Oft steht über der Überschrift noch eine Dachzeile, die in kurzen Worten das Thema des Artikels umreißt. Neben diesen Grundelementen kommen für das Layout noch ein paar Punkte hinzu:
Das Erste, worüber es bei einer Zeitung oder Zeitschrift zu entscheiden gilt, ist das Format. Das ist schnell erledigt: Öffnen Sie ein neues Dokument und wählen Sie Format / Seite aus dem Menü. Im Bereich Papierformat stellen Sie das Format ein. Wenn Sie ein nicht aufgeführtes verwenden möchten, geben Sie die gewünschte Breite und Höhe manuell an. Stellen Sie hier zusätzlich noch die Seitenränder ein.
Soll die Zeitschrift im DIN-A4-Format erscheinen, ist A4 die richtige Wahl. Für ein besonders ansprechendes Layout sollten Sie eventuell das doppelt so große A3-Format verwenden und als Ausrichtung das Querformat wählen. Das hat den Vorteil, dass Sie mehr Freiheiten in der Gestaltung haben und beispielsweise auch doppelseitige Aufmacher erstellen können (Abbildung 1).
Als Seitenlayout für ein Hochformat wählen Sie Gespiegelt. Die Option ändert die ersten beiden Optionen im Bereich Seitenränder auf Innen und Außen und zeigt zwei Musterseiten in der Vorschau an. Stellen Sie den inneren Rand so ein, dass zur Mitte immer genügend Platz für das Binden bleibt, sonst laufen Sie Gefahr, dass ein Teil des Textes später im Falz verschwindet.
Außerdem sollten Sie die Option Registerhaltigkeit aktivieren: Sie sorgt dafür, dass Textzeilen auf allen Seiten mit der aktuellen Seitenvorlage immer an derselben vertikalen Position im Seitenraster liegen. Wählen Sie darunter noch die Referenzabsatzvorlage, die für die Zeilenhöhe des Rasters ausschlaggebend ist.
Wechseln Sie im Dialog Seitenvorlage nun zum Registerreiter Kopfzeile und markieren Sie dort die Option Kopfzeile einschalten. Diese nimmt das Leitsystem der Zeitschrift auf. Es enthält zumeist das Thema des Artikels und die aktuelle Rubrik und dient dem Leser so als Orientierungshilfe, da er anhand des Leitsystems auf den ersten Blick erkennt, wo im Heft er sich gerade befindet.
Verwenden Sie ein Querformat, behalten Sie die Option Inhalt links/rechts gleich bei, da das Leitsystem dann über eine Doppelseite geht. Arbeiten Sie stattdessen mit einem Hochformat, schalten Sie die Option aus, sofern die Rubrik nicht auf jeder Seite stehen soll.
Neben Abstand wählen Sie den Abstand zum restlichen Text; eventuell passen Sie zusätzlich auch die Höhe an (Abbildung 2). Über die Schaltfläche Zusätze öffnen Sie den Dialog Umrandung / Hintergrund. Hier entscheiden Sie über die grafische Gestaltung der Kopfzeile. Sie haben die Wahl, diese zu unterstreichen, zu umranden, zu schattieren oder ihr gar eine Hintergrundfarbe oder -grafik zu verpassen.
Damit Ihr Layout "Kopf und Fuß" hat, führt Sie der Weg im Dialog Seitenvorlage nun auf den Registerreiter Fußzeile, die Sie über Fußzeile einschalten aktivieren. In ihr steht später mindestens die Seitenzahl. Sie können auch weitere Informationen, wie den Namen Ihrer Zeitschrift und die Ausgabennummer dort unterbringen. Haben Sie bereits die Einstellungen der Kopfzeile angepasst, finden Sie sich in diesem Dialog schnell zurecht, da die Optionen in den beiden Dialogen identisch sind. Richten Sie also auch für die Fußzeile die gewünschten Abstände und grafischen Vorgaben ein (Abbildung 3).
Je nach Zweckmäßigkeit, Themengebiet und Zielgruppe haben Zeitschriften einen zwei-, drei- oder vierspaltigen Satz. Das hängt unter anderem auch von der Bildern sowie von der gewählten Schrift und deren Größe ab. So kann man zum Beispiel für Neuheiten-Meldungen ein vierspaltiges Layout wählen, während für Reportagen und andere Berichte ein dreispaltiges Layout meistens die passendere Wahl ist.
Haben Sie ein Hochformat eingestellt, erledigen Sie die Spalteneinstellungen im Handumdrehen: Entscheiden Sie sich für zwei, drei oder vier und stellen Sie den Abstand zwischen den Spalten ein. Sie sollten hier keinen zu geringen Wert wählen: Optisch klar voneinander abgesetzte Spalten verbessern den Lesefluss und machen die Lektüre Ihrer Zeitschrift angenehmer.
Haben Sie wegen des Doppelseiten-Layouts ein Querformat eingestellt, ist das Einrichten der Spalten komplizierter, weil Sie zwischen den mittleren beiden Spalten Platz für den Bund lassen müssen.
Mit einem Klick auf OK schließen Sie das Seitenlayout ab.
Nachdem das Spaltenlayout steht, können Sie eigentlich loslegen und mit dem Artikel beginnen. Auf die erste Seite (oder Doppelseite) gehören allerdings noch eine Überschrift und der Vorspann. Diese Elemente sollen nicht im Spaltenraster stehen: Es macht optisch viel mehr her, sie frei über dem Fließtext zu platzieren. Dafür nutzen Sie Textkästen, die Sie über Einfügen / Rahmen auf der Seite positionieren. Wählen Sie im Dialog Rahmen als Verankerung die Option An der Seite, Breite und Höhe des Rahmens ziehen Sie später im Textfenster auf die passende Größe. Mit OK fügen Sie den Rahmen ein, den Sie mit Hilfe der Anfasser am Rand vergrößern oder verkleinern. Der so platzierte Rahmen verdrängt den Lauftext automatisch, so dass Sie sich darum nicht kümmern müssen.
Schreiben Sie nun die Überschrift und den Vorspann. Beachten Sie bei einer Überschrift, die über die ganze Doppelseite geht, im Falz genügend Platz freizulassen -- anderenfalls ist vielleicht einer der Buchstaben in der fertigen Zeitung nicht komplett sichtbar (Abbildung 5).
Tipp: Bei der Überschrift können Sie sich noch weitere DTP-Funktionen von Writer wie Laufweite oder Skalierung der Schrift zu Nutze machen. Dazu markieren Sie den Text und wählen Format / Zeichen. Auf der Registerkarte Position stehen die Optionen Breite skalieren und Laufweite, die Sie auf die Überschrift anwenden können.
In vielen Artikeln beginnt der erste Absatz mit einem Initial. Das dient dazu, dem Leser zu zeigen, dass es hier losgeht. In Writer ist der erste Buchstabe des Textes schnell vergrößert. Klicken Sie in den ersten Absatz, wählen Sie Format / Absatz und wechseln Sie auf den Registerreiter Initialen. Schalten Sie im Bereich Einstellungen die Option Initialen anzeigen ein. In der Voreinstellung erstreckt sich das Initial über drei Zeilen. Bevorzugen Sie eine weniger prominente Darstellung, verringern Sie den Wert im Feld Zeilen (Abbildung 6). Unter Inhalt markieren Sie jetzt noch die Zeichenvorlage Initialenzeichen. Sie können diese später ändern, falls Ihnen die Vorgabewerte zu Schrift, Format und Farbe nicht gefallen. Wenn Sie einen Artikel mit Initial beginnen, sollten Sie es vermeiden, den Text mit dem Buchstaben "I" anzufangen: Das wirkt optisch unschön, da das "I" so schmal ist.
Nun gilt es, die eben vorbereiteten Kopf- und Fußzeilen mit Inhalt zu füllen. Klicken Sie in die Kopfzeile und schreiben Sie dort die Rubriken hinein. Trennen Sie die einzelnen Rubrikennamen mit Leerzeichen oder Tabulatoren. Hinter die Rubrik, in der jeweils ein Artikel steht, können Sie das Thema des Artikels schreiben. So haben Sie schnell ein Leitsystem für Ihre Leser zusammengestellt.
Anschließend wählen Sie die Schriftart und -größe. Um die Zeichen in der Kopfzeile zu zentrieren, markieren Sie mit [Strg-A] die gesamte Zeile und öffnen danach den Optionsdialog über Format / Zeichen. Wechseln Sie ins Register Position und schalten Sie im gleichnamigen Bereich auf die Option Tief um. Anschließend stellen Sie bei Hoch/Tief um die Automatik ab und wählen manuell einen geeigneten Wert. Außerdem setzen Sie den Wert unter Schriftgröße rel. wieder auf 100% (Abbildung 7) und bestätigen Ihre Wahl mit einem Klick auf OK.
In der Fußzeile stehen die Seitenzahl, die Ausgabe und der Name der Zeitung. Leider bietet Writer beim Doppelseiten-Layout nicht die Option, die Seitenzahl mit Hilfe einer Funkion oder eines Feldbefehls automatisch einzusetzen. Daher müssen Sie diese wie auch den Namen der Zeitschrift und die Ausgabennummer manuell einfügen (Abbildung 8).
Wenn Sie mit einem Doppelseiten-Layout arbeite, achten Sie darauf, dass hier eine Seite zwei Seiten in der Zeitung entspricht und Sie deshalb auch zwei Seitenzahlen in die Fußzeile eintragen müssen.
Bilder fügen Sie mit dem Befehl Einfügen / Grafik / Aus Datei oder mit Einfügen / Grafik / Scannen ein. Die Bilder passt Writer automatisch an die Spaltenbreite an (Abbildung 9). Wenn Sie ein Bild in einem anderen Format darstellen wollen, etwa damit der Leser auch Einzelheiten erkennt, klicken Sie auf die Grafik und ziehen sie mit Hilfe der Ziehpunkte auf die gewünschte Größe. Die so eingefügten Bilder sollten Sie immer beschriften, damit der Leser auf den ersten Blick sieht, was das Bild darstellt und was es mit dem Artikel zu tun hat. Eine solche Bildunterschrift formatieren Sie mit der Absatzvorlage Abbildung.
Mit diesem Grundlagenwissen erzielen Sie schon recht ansprechende Ergebnisse. Noch professioneller erscheint das Layout Ihrer Artikel, wenn Sie die Texte mit freigestellten Bilder auflockern. Wie Sie eine Grafik einfügen und freistellen -- also eine Kontur erzeugen -- erfahren Sie in den OpenOffice-Tipps ab Seite 74. (amü)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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