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Erschienen in EasyLinux 09/2005   »   Ausgabe bestellen

Der nützliche Mini-Editor KEdit

Kleiner Mann ganz groß

von Martin Loschwitz


Wer auf die Schnelle einen Editor benötigt, ist bei OpenOffice sicher an der falschen Adresse -- wir stellen KEdit vor, den kleinen aber feinen Editor von KDE.

Sie sitzen an Ihrem Rechner und möchten schnell etwas notieren -- aber weil die Kiste mit den Bleistiften kürzlich dem Drucker weichen musste, sind Stift und Kugelschreiber unerreichbar. Aber es geht auch ohne: Ein aktueller PC bietet alles, was man braucht. Das passende Programm zum Schreiben vorausgesetzt, wird aus dem Rechner so eine nützliche Hilfe, die ganz nebenei der Zettelwirtschaft auf dem Schreibtisch den Garaus macht.

Nun ist es mühselig, für eine kleine Notiz OpenOffice zu starten -- das Programm lädt sehr viel Programmcode in den Speicher, der für kleine Notizen überflüssig ist: Niemand braucht dafür etwa eine Tabellenkalkulation. Wie immer gilt allerdings auch hier das Linux-Motto: Es gibt mehr als einen Weg, das Problem zu lösen. Wir stellen den kleinen Editor KEdit vor, der zum KDE-Desktop gehört.

Alles schon da

Einer der Vorteile von KEdit ist, dass man das Programm unter KDE sofort benutzen kann. Bei Suse Linux benötigen Sie das Paket kdeutils3-extra, das Sie (wie auf der Seite zur Heft-CD beschrieben) gegebenenfalls nachinstallieren; bei Mandrake Linux heißt das Paket kdeutils-kedit. Starten können Sie KEdit über das K-Menü oder über die Konsole oder den mit [Alt-F2] erreichbaren Schnellstarter und den Befehl kedit. Der Editor präsentiert sich danach wie in Abbildung 1.

Abb. 1: KEdit ist für die einfache Bearbeitung von Textdateien gedacht.

Alte Bekannte

Wenn Sie bereits mit einem Editor unter Linux gearbeitet haben, werden Sie sich in KEdit schnell zurechtfinden -- und selbst, wer einen typischen Unix-Editor noch nie zu Gesicht bekommen hat, wird damit keine größeren Probleme haben. Die Pfeiltasten bewegen den Cursor durch das Dokument; um Text einzugeben, bewegen Sie den Cursor an die entsprechende Stelle und tippen los. Die Symbolleisten am oberen Bildschirmrand dürften von anderen Tools des KDE-Desktops ebenfalls bekannt sein -- sie haben in KEdit die Standardfunktionen.

Einheitsbrei?

Der Menüpunkt Einstellungen / KEdit einrichten ruft den Konfigurationsdialog des Programms auf. Sollten Sie nach einiger Zeit feststellen, dass Sie eine Einstellung stört, beheben Sie das in diesem Dialog.

Unter Schriftart ändern Sie die Schrift, die KEdit standardmäßig benutzt. Achten Sie bei der Auswahl vor allem darauf, dass Sie eine Schrift mit Kantenglättung nehmen: Das erkennen Sie schon im Vorschaudialog daran, ob die Schriftarten "pixelig" (also kantig) oder rund wirken.

Im Feld Farbe ändern Sie die Vorder- und Hintergrundfarbe; es empfiehlt sich, das knallige Weiß als Hintergrundfarbe gegen ein helles Grau auszutauschen, da die Augen beim Betrachten von Grautönen nicht so schnell ermüden.

Rechtschreibung

Eine Besonderheit unterscheidet KEdit von vielen anderen Editoren: Er besitzt eine Rechtschreibprüfung, die das Programm ispell (bzw. aspell) vom Benutzer unbemerkt im Hintergrund aufruft. Diese beiden Kommandozeilen-Rechtschreibprüfer liegen den von EasyLinux unterstützten Distributionen und auch Knoppix bei; sie sind sogar vorinstalliert.

In der Konfiguration von KEdit geben Sie unter Rechtschreibung deshalb nur noch das Wörterbuch an, das KEdit verwenden soll. Der richtige Wert für Encoding ist in diesen Breitengraden immer ISO 8859-15; im Feld Dictionary tragen Sie ndeutsch ("Neudeutsch": Deutsch nach neuer Rechtschreibung) ein. KEdit prüft dann, schon während Sie tippen, die Eingabe. Hat es einen augenscheinlichen Fehler gefunden, markiert KEdit das betroffene Wort in Rot.

Ein Klick auf Anwenden bestätigt die Änderungen, danach schließen Sie den Konfigurationsdialog mit Ok.

Kommunikationsfreude

Eine weitere Funktion ist nicht ganz alltäglich: Über den Button mit dem Briefumschlag öffnen Sie aus KEdit heraus das KDE-Mail-Programm KMail. Wenn Sie KMail eingerichtet haben, können Sie den gerade erstellten Text sofort per Mail verschicken -- das lästige manuelle Starten des Mail-Programms und das anschließende Kopieren und Einfügen fallen damit weg.

Tippfreude

KEdit ist ideal, wenn Sie schnell und ohne Umstände etwas notieren müssen -- nicht zuletzt, weil es ein sehr einfach zu handhabendes Programm ohne die typische Featuritis ausgewachsener Office-Programme ist. Trotz der eingebauten Rechtschreibprüfung müssen für größere Aufgaben aber OpenOffice & Co. ran. (hge)

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