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Erschienen in EasyLinux 09/2005   »   Ausgabe bestellen

Tipps & Tricks zu KDE

Besser arbeiten mit KDE

von Elisabeth Bauer und Thomas Hümmler


KDE hält auch jenseits vom Desktop und Konqueror jede Menge praktischer Helfer bereit. Diese Ausgabe der KDE-Tipps stellt Lernprogramme, Tools zum Nachschlagen und die Mailing-Listen-Verwaltung von KMail vor.

Tipp: Wörter in Kdict nachschlagen

Mit Kdict bringt KDE ein handliches Nachschlagewerk mit. Das Tool basiert auf dem Shell-Befehl dict, der im Internet bei einem so genannten Dict-Server Wörter in frei zugänglichen Datenbanken nachschlägt. Mandrake Linux installiert Kdict standardmäßig, Suse-Linux-Nutzer spielen über YaST das Paket kdenetwork3-query ein. Auf unserem Suse-Linux-9.2-Starter-Kit ist es nicht enthalten, Sie finden es jedoch auf der Heft-CD, die Sie als Installationsquelle in YaST einbinden.

Die Bedienung von Kdict ist denkbar einfach: Geben Sie das Wort, zu dem Sie mehr wissen wollen, in die Suchzeile ein und klicken Sie auf Definieren. Im linken Fenster präsentiert Kdict die Ergebnisse (Abbildung 1). Über den Button Suchen erhalten Sie stattdessen alle Treffer nach Datenbanken sortiert im rechten Fenster. Markieren Sie einen Treffer und klicken Sie auf Auswahl laden, gelangen Sie zum ausführlichen Eintrag. Über Alle laden zeigt Kdict die Einträge in allen Datenbanken an. Mit Hilfe des Drop-down-Menüs legen Sie den Suchmodus fest: Die Option exact sorgt dafür, dass Kdict nur Einträge findet, die mit Ihrem Suchbegriff genau übereinstimmen. Können Sie sich an die Schreibweise eines Wortes nicht mehr erinnern, wählen Sie stattdessen Unscharfe Suche. Eine englischsprachige Erklärung der Optionen im Drop-down-Feld erhalten Sie über den Menüpunkt Server / Informationen zu den Suchstrategien.

Abb. 1: Kdict bietet Zugang zu einer Sammlung von Thesauri und Wörterbüchern und schlägt auf Mausklick Begriffe nach.

Tipp: Deutsches Wörterbuch in Kdict auswählen

Wenn Sie Kdict zum ersten Mal starten, beherrscht das Programm nur das Nachschlagen in englischen Thesauri. Meistens will man doch eher die deutsche Übersetzung eines englischen Worts oder umgekehrt nachschlagen. Damit Kdict auch die Sprachwörterbücher anbietet, aktualisieren Sie über den Punkt Server / Serverdaten ermitteln die Liste der Datenbanken. Im Drop-down-Menü erscheinen nun neben zahlreichen anderen Einträgen deu-eng und eng-deu. Um ein deutsches Wort ins Englische zu übersetzen, wählen Sie deu-eng. Am schnellsten navigieren Sie übrigens im Drop-down-Menü, indem Sie die Anfangsbuchstaben der gewünschten Datenbank eingeben.

Was sich hinter den Kürzeln verbirgt, finden Sie über Server / Informationen zu den Datenbanken / Übersicht heraus. In der Regel sind es ältere Sammlungen, deren Urheberrechtsschutz abgelaufen ist und die deshalb im Netz frei verfügbar sind.

Tipp: Kdict aus der Shell aufrufen

In der Shell verrichtet zwar das Kommando dict gute Dienste, doch auch Kdict hat, von der Kommandozeile aus gestartet, einen netten Trick parat: Rufen Sie es mit

kdict -c

auf, öffnet sich Kdict mit dem aktuellen Inhalt der Zwischenablage als Suchbegriff. Wenn Sie nicht den Inhalt der Zwischenablage, sondern einen anderen Begriff suchen wollen, starten Sie das Wörterbuch mit kdict Suchbegriff.

Tipp: Schnell Übersetzungen nachschlagen

Besonders rasch gelingt die Suche mit Kdict über die Zwischenablage. Markieren Sie ein Wort in einem anderen Programm, etwa im Text-Editor oder im Browser, und wechseln Sie dann zu Kdict. Wenn Sie mit der mittleren Maustaste ins Ergebnisfenster klicken, ruft Kdict die Einträge zum markierten Wort auf. Klicken Sie stattdessen ins Suchfenster in der rechten Fensterhälfte, startet Kdict eine Suche, so als hätten Sie auf den Button Suchen geklickt. Ist im Drop-down-Menü das von Ihnen favorisierte Wörterbuch voreingestellt, hangeln Sie sich bequem per Markieren und Klicken durch einen fremdsprachigen Text.

Tipp: Adressen im Konqueror auf Mausklick

Was bei Kdict gelingt, beherrscht der Konqueror ebenfalls: Sie können Web-Adressen direkt aus der Zwischenablage aufrufen. Markieren Sie dazu eine URL und klicken Sie anschließend mit der mittleren Maustaste ins Konqueror-Fenster.

Tipp: Übersetzen im Konqueror

Wer Wörter lieber im Browser nachschlägt als ein externes Programm zu starten, erledigt das am einfachsten mit den Konqueror-Web-Kürzeln. Geben Sie in die Adresszeile

leo:kerfuffle

ein, fragt Konqueror die Übersetzung von kerfuffle (Durcheinander) im Online-Wörterbuch Leo ab.

Tipp: Festplatte im Netz

Wahrscheinlich ist es jedem schon einmal passiert: Man sitzt bei einem Freund an dessen Rechner und will ihm nur schnell ein Bild zeigen -- doch leider liegt dieses auf der heimischen Festplatte. Für solche Fälle bietet sich eine Platte im Netz an. Der Freemail-Provider GMX offeriert seinen Kunden Speicherplatz von 1-10 GByte und einen passenden Upload-Client für Windows. Doch auch unter Linux nutzen Sie den Datenspeicher im Netz ganz bequem: Starten Sie den Konqueror und geben Sie

webdav://mediacenter.gmx.net

in die Adresszeile ein. Nachdem Sie im folgenden Dialog Ihre GMX-Adresse und das Passwort eingegeben haben, erscheint der Inhalt Ihres Mediacenters im Konqueror (Abbildung 2).

So praktisch der Netz-Datenspeicher auch ist -- ein wenig Vorsicht ist angesagt: Vertrauliche Daten gehören dort nicht hin, sondern nur auf den eigenen Rechner.

Abb. 2: Unter KDE greifen Sie mit Konqueror bequem auf das GMX-Mediacenter zu.

Tipp: Schriftenübersicht in Konqueror

Wenn Sie in die Konqueror-Adresszeile fonts:/ eingeben, zeigt der Datei-Manager die auf Ihrem System installierten Schriften. Sobald Sie die Maus über einen der Einträge bewegen, sehen Sie eine Schriftprobe mit dem unter Typographen beliebten Satz "The quick brown fox jumps over the lazy dog". Dieser Satz enthält alle Buchstaben des englischen Alphabets und eignet sich daher besonders gut für eine Schriftvorschau.

Tipp: Die Lupe für den Desktop

Bei der Größe mancher Icons haben schon Benutzer mit Adleraugen Probleme, Einzelheiten zu erkennen -- noch schwerer fällt es Sehbehinderten. KDE lässt sich jedoch für Menschen mit Sehschwächen anpassen: So können Sie im Kontrollzentrum größere Schriften einstellen und die Symbole auf dem Desktop und in der Kontrollleiste auf maximale Größe setzen. Wem das nicht ausreicht, der greift auf ein Tool des KDE-Accessibility-Projekts zurück, das Sehbehinderten die Desktop-Navigation erleichert. Um das Werkzeug zu nutzen, installieren Sie unter Suse Linux das Paket kdeaccessibility. Mit der Eingabe von kmag in ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]) starten Sie die Bildschirmlupe KMagnifier.

Die Anwendung vergrößert in ihrem Programmfenster den Bereich des Desktops, über dem sich die Maus befindet (Abbildung 3). Mit einem Klick auf den Knopf ganz links in der Werkzeugleiste stoppen und starten Sie die dynamische Anzeige. Daneben stellen Sie den Zoom-Faktor ein: Standardmäßig zeigt KMagnifier alle Elemente in doppelter Größe an. Über das zweite Drop-down-Menü regeln Sie die Aktualisierungsgeschwindigkeit.

Haben Sie alles an Ihre Bedürfnisse angepasst, blenden Sie am besten die Werkzeug- und Menüleisten aus, so dass nur noch der Fensterinhalt zu sehen ist. Das erreichen Sie über das Menü Einstellungen: Wählen Sie dort Menü ausblenden / Werkzeugleiste "Ansichten" ausblenden und Werkzeugleiste Einstellungen ausblenden. Um die verschwundenen Elemente wieder hervorzuzaubern, klicken Sie mit der rechten Maustaste ins KMagnifier-Fenster und blenden die Werkzeugleisten übers Kontextmenü wieder ein.

Abraten müssen wir vom Vollbildmodus, in den Sie über eines der Symbole rechts in der Werkzeugleiste wechseln: Dieser zeigt in KMagnifier den kompletten Desktop, verlangsamt jedoch das System so sehr, dass man damit nicht mehr flüssig arbeiten kann.

Abb. 3: Das KDE-Accessibility-Projekt erleichtert Sehbehinderten mit der Schreibtischlupe KMagnifier die Arbeit.

Tipp: Lern-Software für KDE

Die KDE-Programmierer liefern zu ihrem Desktop einen ganzen Stapel Lern-Software mit. Um diese zu nutzen, installieren Sie das Paket kdeedu. Nutzer unserer Mandrake- und Suse-Linux-Starter-Kits spielen die Software von der EasyLinux-Heft-CD ein. Wer mit Suse Linux Professional arbeitet, erledigt die Installation von den Distributionsmedien im Software-Modul von YaST.

Tipp: Zeit des Sonnenauf- und Untergangs herausfinden

Eines der eindrucksvollsten Programme aus dem kdeedu-Paket ist KStars. Mit kstars im Schnellstartdialog ([Alt-F2]) aufgerufen, präsentiert es Ihnen den Sternenhimmel über einem von Ihnen gewählten Ort der Erde. Die Zeiten für den Sonnenauf- und Untergang finden Sie unter Extras / Was ist los heute nacht (Abbildung 4).

Abb. 4: KStars verrät, wann am von Ihnen gewählten Ort die Sonne aufgeht.

Tipp: Informationen zu Sternen und Planeten

Im Dialog Extras / Was ist los heute nacht erhalten Sie auch genaue Informationen zu den einzelnen Himmelskörpern. Wählen Sie in der unteren Fensterhälfte das gewünschte Objekt, zum Beispiel den Planeten Jupiter. Über den Button Object Details öffnen Sie den Info-Dialog. Der Reiter Verknüpfungen enthält eine ganze Reihe externer Informationsquellen und Bilder. Markieren Sie die gewünschte Verknüpfung, etwa den Wikipedia-Artikel, und klicken Sie auf Ansicht, um den Konqueror mit der entsprechenden Adresse zu starten. Über Verknüpfung hinzufügen können Sie selbst Links mit Bildern und Hintergrundinformationen ergänzen.

Tipp: Die Zeitumstellung nicht verschlafen

Neben der Sternguckerei lässt sich KStars auch zu ganz profanen Zwecken nutzen: Wer sich noch nie merken konnte, an welchem Tag die Uhren in Deutschland umgestellt werden, und regelmäßig einmal im Jahr eine Stunde zu spät im Büro erscheint, findet in KStars die Sommerzeitregeln. Rufen Sie dazu Einstellungen / Ort einstellen aus dem Menü auf. Der Button Sommerzeitregeln präsentiert eine Liste mit den genauen Tagen der Zeitumstellung, nicht nur für alle EU-Länder (EU), sondern auch für andere Regionen der Welt (Abbildung 5). Nicht alle Abkürzungen sind selbsterklärend, doch wenn Sie im Ortsdialog eine Stadt anwählen, schaltet KStars automatisch auf die passende Sommerzeitregel um, die Abkürzungen lassen sich so gut den einzelnen Ländern zuordnen.

Abb. 5: Wer öfters die Zeitumstellung verschläft, findet in KStars eine Tabelle, wann in welchen Ländern die Uhren umgestellt werden.

Tipp: Worte raten in KHangman

Das Programm KHangman eignet sich als kleine Unterhaltung zwischendurch oder für Kinder zum Buchstabieren lernen. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als das gute alte Galgenmännchenspiel. Sie starten es mit der Eingabe von khangman im Schnellstartdialog (Abbildung 6). Über Sprachen wechseln Sie zwischen Deutsch und Englisch. Tippen Sie einen Buchstaben ein und drücken Sie [Eingabe]. Buchstaben, die nicht im zu erratenden Wort vorkommen, notiert das Programm links oben und ergänzt ein Stück des Galgens auf der rechten Seite. Mit etwas Kombinationsgabe finden Sie alle Buchstaben des gesuchten Begriffs, bevor der Galgen komplett ist.

Abb. 6: Hinter KHangman verbirgt sich das altbekannte Galgenmännchenspiel, bei dem es einen Begriff zu erraten gilt.

Tipp: Lateinische Vokabeln pauken

Kaum ein Schulfach sorgt für so viele Tränen bei der Zeugnisausgabe wie. Wer seine Noten aufbessern will, findet in Klatin aus dem kdeedu-Paket eine praktische Lernhilfe. Gestartet mit klatin im Schnellstartdialog, präsentiert es jeweils ein Wort mit vier lateinischen Antwortmöglichkeiten. Deutsche Schüler können damit auch gleich ihre Englischkenntnisse auffrischen, denn die Oberfläche des Programms ist zwar in Deutsch, die abgefragten Wörter sind jedoch englisch. Nachdem Sie zehn Fragen beantwortet haben, zeigt Klatin die Resultate an (Abbildung 7).

Abb. 7: Klatin fragt lateinische Vokabeln ab.

Tipp: Vokabeltests mit Kwordquiz

Wer mit dem Lateinwortschatz durch ist oder eine andere Sprache lernen will, kann mit kwordquiz selbst Vokabellisten anlegen. Nach dem Start öffnet das Programm ein zweispaltiges Editor-Fenster, in das Sie Wörter und deren Übersetzungen eintragen. Über Datei / Speichern sichern Sie Ihre Liste als kvtml-Datei. Abfragefunktionen bringt Kwordquiz selbst mit: Im Menü Go To wählen Sie zwischen den Modi Flashcard, Multiple Choice und Question & Answer. Der Flashcard-Modus funktioniert wie die klassischen Vokabelkärtchen: Er präsentiert das Wort, und über einen Klick auf Check drehen Sie die Karte um, um die Übersetzung zu lesen. Mit I know ("Ich weiß") und I don't know ("Ich weiß nicht") navigieren Sie durch den Test. Der Multiple-Choice-Modus zeigt jeweils mehrere mögliche Antworten aus der zweiten Spalte, von denen Sie die richtige ankreuzen müssen. Im dritten Modus, Questions & Answers, geben Sie die Antwort per Tastatur ein (Abbildung 8). Unter Mode drehen Sie die Abfragerichtung um und bestimmen, ob die Fragen geordnet oder in zufälliger Reihenfolge angezeigt werden. Ihren aktuellen Punktestand lesen Sie unter den Fragen.

Abb. 8: In Kwordquiz erstellen Sie Vokabeltests für beliebige Sprachen.

Tipp: Allgemeinwissen aufbessern mit Keduca

Eine weitere KDE-Lern-Software ist das Allzweck-Quizprogramm Keduca. Nach dem Start macht es nicht viel her, sondern zeigt nur ein großes Fragezeichen an. Über Datei / Gallerie öffnen füllen Sie es mit Inhalt. Klicken Sie im folgenden Dialog auf den Eintrag KEduca Main Server, um eine Liste der vorhandenen Quiz-Sets aus dem Internet zu beziehen. Markieren Sie das gewünschte Quiz und laden Sie es per Klick auf Öffnen. Im Hauptfenster erscheinen nun Multiple-Choice-Fragen, die Sie mit dem Ankreuzen der hoffentlich richtigen Checkbox beantworten. Nach Abschluss des Fragespiels zeigt Keduca die korrekten Antworten und Ihre Ergebnisse an. Dauert Ihnen das zu lange und möchten Sie sofort die Antwort erfahren, aktivieren Sie über Einstellungen / Keduca einrichten die Option Resultate der Antwort nach dem Drücken von "Nächste" anzeigen.

Tipp: Eigenes Quiz für Keduca erstellen

Wem die vorgefertigten Fragen zu langweilig sind, der kann mit keducabuilder selbst kreativ werden. Mit diesem Programm erstellen Sie eigene Quiz-Sets für Keduca. Nach dem Start bietet die Anwendung Ihnen an, ein neues Quiz anzulegen, und fragt den Titel und weitere Daten ab. Haben Sie das Quiz erstellt, verweist keducabuilder im Hauptfenster auf ein unter Suse Linux nicht vorhandenes Bearbeiten-Menü, um Fragen einzugeben.

Mit einem Trick helfen Sie dem Problem ab: Wählen Sie im Menü Einstellungen den Eintrag Werkzeugleisten einrichten und bugsieren Sie die drei Aktionen Bearbeiten, Hinzufügen und Entfernen mit dem Rechtspfeil in die rechte Spalte. In der Werkzeugleiste erscheinen nun die notwendigen Symbole, mit denen Sie Fragen bearbeiten. Klicken Sie auf Hinzufügen, um eine neue Frage anzulegen. Im ersten Dialogfeld geben Sie die Frage ein und legen den Typ fest -- alle anderen Felder sind optional. Wenn Sie unter Typ Antwortpunkte wählen, können Sie für die Antworten im nächsten Dialog individuell Punkte vergeben, bei Fragepunkten erhalten Sie für jede Frage dieselbe Punktzahl. Wenn Sie das Quiz besonders schön gestalten wollen, reichern Sie es noch mit passenden Bildern zu den Fragen an. Per Klick auf Speichern sichern Sie Ihr Werk. Das Programm vergibt standardmäßig die Dateiendung .edu. Ein selbst erstelltes Frage-Antwort-Spiel beginnen Sie in keduca über Öffnen und Auswahl der gespeicherten Datei.

Tipp: Empfänger in der Nachrichtenliste anzeigen

In der Nachrichtenliste jedes Postordners zeigt KMail standardmäßig Betreff, Absender und Datum einer Nachricht an. In manchen Ordnern möchten Sie aber vielleicht stattdessen den oder die Empfänger einer Mail sehen. Markieren Sie dazu den Ordner und wählen Sie Ordner / Eigenschaften. Auf der Registerkarte Allgemein öffnen Sie die Aufklappliste im Bereich Absender/Empfänger anzeigen. Aktivieren Sie den Eintrag Empfänger und bestätigen Sie Ihre Auswahl mit einem Klick auf OK. Wenn Sie anschließend in einen anderen Ordner und dann wieder zurück wechseln, zeigt KMail in der Nachrichtenliste statt des Absenders alle Empfänger an (Abbildung 9).

Abb. 9: Wenn Sie im Bereich "Absender/Empfänger anzeigen" den Eintrag "Empfänger" auswählen, zeigt KMail die Adressaten in der Nachrichtenliste des Ordners an.

Tipp: Antwort- und Weiterleitungsmöglichkeiten in KMail

Eine Nachricht können Sie in KMail gleich auf mehrere Arten beantworten oder weiterleiten. Diese finden Sie im Nachricht-Menü aufgelistet:

Tipp: Mails eines Ordners automatisch löschen

Im Eigenschaften-Dialog jedes Postordners finden Sie die Registerkarte Löschen von alten Nachrichten. Wenn Sie hier die Option Alte Nachrichten in diesem Ordner löschen einschalten, entfernt KMail gelesene Nachrichten automatisch nach einem Vierteljahr.

Das Verfallsdatum Ihrer Mails beeinflussen Sie unter Aufbewahrungsfrist für gelesene Nachrichten: Sie können dort zwischen den Einträgen Tag(e), Woche(n) und Monat(e) wählen sowie einen Wert von 1 bis 500 eingeben (Abbildung 10). So löschen Sie gelesene Nachrichten frühestens am nächsten Tag, spätestens nach über 40 Jahren. Möchten Sie verhindern, dass KMail automatisch "alte" Mails entsorgt, stellen Sie die Aufbewahrungsfrist auf Niemals.

Der KDE-Mailer bringt zusätzlich die Option mit, auch ungelesene Nachrichten automatisch zu entfernen. Das bietet sich beispielsweise für einen Ordner an, in den Sie selten gelesene Newsletter einsortieren. Möchten Sie solche Mails auch ungelesen nach einer gewissen Zeit entsorgen, stellen Sie den Eintrag unter Aufbewahrungsfrist für ungelesene Nachrichten auf den gewünschten Wert.

Abb. 10: Mit der Option "Alte Nachrichten in diesem Ordner löschen" löscht KMail Nachrichten, die ein bestimmtes Alter überschritten haben, automatisch.

Tipp: Nachrichten eines Ordners automatisch sichern

KMail beherrscht nicht nur das automatische Löschen, sondern auch das Sichern Ihrer Nachrichten, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben. KMail verschiebt diese dann aus dem aktuellen Postordner in ein Sicherungsverzeichnis. Das ist dann sinnvoll, wenn Sie Nachrichten einer Mailing-Liste archivieren wollen. Damit KMail regelmäßige Backups erzeugt, aktivieren Sie auf der Registerkarte Löschen von alten Nachrichten die Option Alte Nachrichten hierhin verschieben und wählen aus der Liste den gewünschten Archivordner.

Tipp: Ordner einer Mailing-Liste zuweisen

Spätestens, wenn Sie eine Mailing-Liste abonniert haben, sollten Sie Filter definieren, mit denen KMail die zahlreichen Nachrichten in die richtigen Postordner verschiebt. Darüber hinaus bietet es sich an, Mailing-Listen-Ordner den entsprechenden Listen zuzuweisen.

Das ist in KMail einfach, sofern der Listen-Administrator seine Arbeit gut gemacht hat und die korrekten Vorspannzeilen zu den Listen-Nachrichten mitliefert. Wechseln Sie in den Ordner mit den Listen-Mails und wählen Sie Ordner / Eigenschaften. Wechseln Sie auf die Registerkarte Mailingliste und schalten Sie die Option Ordner enthält eine Mailingliste ein. Klicken Sie nun auf die Schaltfläche Automatisch feststellen, damit KMail die vorhandenen Listen-Vorspannzeilen zuordnet.

Anschließend können Sie im Feld Adresstyp einen Eintrag wählen und dann mit Hilfe der Schaltfläche Programm aufrufen das Nachrichtenfenster von KMail öffnen oder Konqueror starten (Abbildung 11). Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen dort zur Verfügung:

Abb. 11: Stehen die passenden Vorspannzeilen in einer Mailing-Listen-Mail ein, erreichen Sie in KMail die Funktionen zum Abbestellen oder stöbern im Archiv auf Knopfdruck.

Tipp: Mailing-Listen manuell zuordnen

Manche Mailing-Listen-Administratoren sind faul oder kennen nicht die gesamten Möglichkeiten, die E-Mail bietet -- oder beides. So kann ein Programm wie KMail Vorspannzeilen, die Listen betreffen (wie List-ID, List-Post und andere), interpretieren und entsprechende Befehle ausführen. Sind in einem Postordner Listen-Mails, die diese Vorspannzeilen nicht enthalten, funktioniert das Zuweisen einer Mailing-Liste nicht.

In diesem Fall erledigen Sie das von Hand: Markieren Sie den Ordner mit den Listen-Mails und öffnen Sie über Ordner / Eigenschaften den Einrichtungsdialog. Wechseln Sie zur Registerkarte Mailingliste und schalten Sie die Option Ordner enthält eine Mailingliste ein. Wenn Sie nun nach einem Klick auf die Schaltfläche Automatisch feststellen die Meldung erhalten, dass KMail keine Mailing-Liste gefunden hat, tragen Sie die Daten, wie etwa die Adresse oder den Betreff zum Abonnieren und Abmelden, selbst ein (Abbildung 12).

Als Adresstyp belassen Sie es bei dem voreingestellten Eintrag An Liste posten. In die leere Zeile darunter tragen Sie die E-Mail-Adresse der Liste ein und wählen Hinzufügen. Wollen Sie auch die anderen Adresstypen nutzen, wählen Sie jeweils einen aus dem Ausklappmenü und geben darunter die Adresse samt Betreffzeile ein. Für die Betreffzeile wird meistens das folgende Schema verwendet: Mail-Adresse-der-Liste?subject=help für die Hilfe, Mail-Adresse-der-Liste?subject=subscribe zum Abonnieren, Mail-Adresse-der-Liste?subject=unsubscribe zum Abmelden von der Liste.

Listen-Archive finden Sie meistens im Internet, und deren Adressen erhalten Sie entweder auf der Seite, auf der Sie sich in die Liste eingetragen haben, oder mit einer Willkommens-Mail. Geben Sie für den Adresstyp Archive anzeigen die jeweilige Web-Adresse ein und bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf Hinzufügen. (amü)

Abb. 12: Wenn Sie in einem Listen-Ordner diese Meldung erhalten, müssen Sie die Adressen der Mailing-Liste selbst eintragen.

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