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Erschienen in EasyLinux 09/2005   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Dank der Programmvielfalt und den fleißigen Entwicklern gibt es selbst für alte Linux-Hasen immer noch etwas Neues zu entdecken. Wir verraten, wie Sie gut versteckte Optionen finden und helfen bei der Arbeit mit Distributions-Tools.

Tipp: Seite schnell neu laden

Navigieren Sie im Web Browser Firefox hauptsächlich mit der Tastatur, ist es lästig, für bestimmte Aufgaben doch zur Maus greifen zu müssen. Das ist meistens auch gar nicht nötig, denn für die Standardaufgaben bringt der flinke Mozilla-Abkömmling passende Tastenkombinationen mit. Um eine Seite neu zu laden, existiert nicht nur das Icon in der Symbolleiste: Wesentlich schneller sorgen Tastaturliebhaber mit [Strg-R] dafür, dass Firefox die gerade angezeigte Seite aktualisiert.

Tipp: Shortcuts auf einen Blick

Die praktischsten Tastenkürzel in Firefox sind kein Geheimwissen: Am schnellsten bekommen Sie diese über einen Blick ins Menü heraus. Hinter Einträgen, denen ein Shortcut zugeordnet ist, blendet Firefox die jeweilige Tastenkombination ein (Abbildung 1).

Reichen Ihnen die Menüs als Spickzettel nicht aus, wartet eventuell in der Hilfedatei genau das Richtige für Sie. Öffnen Sie diese über Hilfe / Hilfethemen oder einen Druck auf [F1] und markieren Sie in der Navigationsspalte auf der linken Seite den Eintrag Tastaturkürzel. In der rechten Fensterhälfte blendet das Programm nun eine übersichtliche Tabelle ein, die nicht nur die Firefox-eigenen Shortcuts, sondern auch die des Internet Explorers und von Opera zum Vergleich auflistet (Abbildung 2).

Über das Drucker-Icon rechts in der Symbolleiste bringen Sie die Kurzhilfe zu Papier. Dieser Ausdruck, griffbereit neben der Tastatur, hilft vor allem Umsteigern von einem der Vergleichs-Browser, die neuen Tastenkürzel schnell zu erlernen.

Abb. 1: Firefox zeigt hinter den Menüpunkten die richtige Tastenkombination an.

Abb. 2: Diese Tabelle in der Hilfedatei listet alle Firefox-Tastenkürzel auf.

Tipp: XMMS mit Audio-Dateien starten

Dem Musik-Player XMMS können Sie schon beim Start die gewünschten Dateien übergeben. Öffnen Sie dazu eine KDE-Konsole oder ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]) und geben Sie dort

xmms /pfad/zu/lied1 /pfad/zu/lied2

ein. Hinter dem Namen des Programms, können Sie beliebig viele Dateien angeben. XMMS nimmt diese beim Start in die Playlist auf und beginnt sofort, sie abzuspielen.

Das ist jedoch recht viel Tipparbeit, die Sie sich ersparen, wenn alle Titel, die Sie hören wollen, in einem Verzeichnis liegen. Mit der Eingabe von

xmms /pfad/zum/musikordner

laden Sie alle Audio-Dateien im Verzeichnis musikordner in die Playlist. Enthält dieser Ordner weitere Unterverzeichnisse, landen auch die dort liegenden Audio-Dateien in der Liste. Der Aufruf bewirkt dasselbe wie der XMMS-Menüpunkt Spiele Verzeichnis.

Abb. 3: Übergibt man XMMS beim Aufruf einen Pfad zu einem Ordner mit Audio-Dateien, nimmt das Programm alle dort gespeicherten Titel in die Playlist auf.

Tipp: Dateiinformationen in XMMS

Wenn Sie eine Audio-Datei in XMMS abspielen, können Sie sich die gesetzten ID3-Tags [1] anzeigen lassen und sie sogar ändern. Markieren Sie dazu die Datei, über die Sie mehr erfahren wollen, und öffnen Sie mit einem Klick in die linke obere Ecke des Hauptfensters das Menü.

Der Eintrag Zeige Datei-Info öffnet einen Dialog der nicht nur Informationen zum Dateinamen und -format enthält, sondern auch alle gesetzten ID3-Tags, wie den Titel und den Künstler, anzeigt. Um einen der Tags zu ändern oder zu ergänzen, klicken Sie in das Eingabefeld und geben den gewünschten Inhalt ein. Ein Klick auf Speichern schließt den Dialog und schreibt die geänderten Werte in die Audio-Datei.

Möchten Sie alle gesetzten Tags eines Titels löschen, erreichen Sie das am schnellsten über die Schaltfläche ID3 entfernen im Datei-Info-Dialog.

Tipp: Mails in Evolution löschen

Wenn Sie im Gnome-Mail-Programm Evolution eine Nachricht über Bearbeiten / Löschen entfernen, zeigt Evolution diese durchgestrichen an. Falls Sie die Option Ansicht / Gelöschte Nachrichten verbergen aktiviert haben, blendet Evolution die gelöschten Mails zwar aus, sie benötigen jedoch immer noch Platz auf der Festplatte. Um alle gelöschten Nachrichten eines Ordners dauerhaft zu entfernen, markieren Sie diesen und wählen Aktionen / Säubern. Bestätigen Sie die folgende Sicherheitsabfrage mit einem Klick auf Säubern, damit Evolution die Mails dauerhaft löscht. (amü)

Mandrake-Tipp: Hardware auf einen Blick

Das Kontrollzentrum von Mandrake Linux bringt ein Modul mit, im dem Sie sich über die im Rechner steckende Hardware informieren. Um es aufzurufen, starten Sie zunächst das zentrale Konfigurations-Tool über System / Einstellungen / Den Computer konfigurieren aus dem K-Menü. Weisen Sie sich mit dem root-Passwort als Administrator aus und wechseln Sie zum Eintrag Hardware. Die Übersicht starten Sie mit einem Klick auf Betrachten und konfigurieren der Hardware in der rechten Fensterhälfte.

Der Aufbau des Hardware-Browsers ähnelt dem eines Datei-Managers. In der linksbündigen Baumansicht listet das Programm die Geräteklassen auf, wie etwa Festplatten und Netzwerkkarten. Klicken Sie auf den Pfeil vor einem solchen Eintrag, um die Liste der gefunden Geräte auszuklappen. Sobald Sie eines markieren, zeigt die Hardware-Übersicht in der rechten Fensterhälfte Details zu dem Gerät an (Abbildung 4).

Sie erhalten dort unter anderem Informationen über den Hersteller und den Treiber, mit dem Linux die Hardware ansteuert. Sind Sie sich über die Bedeutung eines Feldes unsicher, hilft der Menüeintrag Hilfe / Felderbeschreibung weiter, der stichpunktartig erklärt, was die Einträge bedeuten.

Abhängig davon, ob Mandrake Linux ein spezielles Konfigurations-Tool für die Hardware mitbringt, bietet die Anwendung unter den Hardware-Informationen die beiden Schaltflächen Modul konfigurieren und Konfigurationswerkzeug starten an. Über den ersten Button legen Sie die Optionen fest, die Linux beim Laden des Treibers benutzt. In der Regel sollten Sie dort nichts ändern, es sei denn Sie haben diesen Ratschlag von einer Support-Seite Ihrer Distribution. Die Angabe falscher Modulparameter kann dazu führen, dass Linux einen Treiber nicht lädt und die von ihm angesprochene Hardware dann nicht funktioniert.

Der richtige Weg, um Hardware einzurichten, führt zumeist über die Schaltfläche Konfigurationswerkzeug starten, die den entsprechenden Assistenten aus dem Kontrollzentrum auf den Plan ruft. So können Sie etwa im Abschnitt Maus die Radfunktion aktivieren, wenn Mandrake Linux bei der Installation nicht erkannt hat, welche Art Schreibtischnager Sie verwenden.

Abb. 4: Der Hardware-Browser im Mandrake-Kontrollzentrum listet alle Geräte auf und bietet die Option, das passende Konfigurationswerkzeug zu starten.

Suse-Tipp: Programmbibliotheken mit YaST finden

Wenn Sie ein RPM-Paket mit dem rpm-Befehl auf der Kommandozeile installieren [2], kann es passieren, dass Sie eine Meldung über nicht erfüllte Abhängigkeiten bekommen. Dabei verrät rpm nicht, welches Paket es benötigt, sondern gibt meistens nur den kryptischen Namen einer Programmbibliothek [3] aus, etwa libncurses.so.5. Manchmal passiert es auch, dass binäre Programmdateien, das Fehlen einer solchen Datei bemängeln -- Sie sehen diese Fehler allerdings nur, wenn Sie eine Anwendung aus einer KDE-Konsole heraus starten und nicht aus dem Menü.

Dass ein Programm eine Bibliothek nicht findet, ist oft kein Beinbruch: Eventuell versteckt sie sich in einem Paket auf den Installationsmedien der Distribution. Mit Hilfe von YaST spüren Sie diese auf: Starten Sie das Konfigurationswerkzeug über System / YaST und geben Sie in der folgenden Dialogbox das Administratorpasswort ein. Klicken Sie danach auf Software / Software installieren oder löschen, um die Paketverwaltung zu starten. Damit YaST nicht nur nach Paketnamen, sondern auch nach Bibliotheken sucht, aktivieren Sie die Option Provides (RPM-Feld) in der linken Fensterhälfte. Beim Erstellen eines RPM-Pakets schreibt das Programm nämlich einige Kopfzeilen in die Datei. Dort steht unter anderem, welche Bibliotheken ein RPM-Paket mitbringt. Geben Sie nun den Namen der Bibliothek in das Suchfeld ein und starten Sie den Suchlauf mit einem Druck auf [Eingabe]. Für unser Beispiel verrät YaST kurz darauf, dass die Datei libncurses.so.5 im Paket ncurses steckt.

Eine Liste der Bibliotheken eines Pakets, finden Sie ebenfalls im Software-Modul von YaST. Markieren Sie dazu ein Paket und wechseln Sie im Fensterbereich rechts unten auf den Registerreiter Abhängigkeiten. Im Abschnitt Beinhaltet listet YaST die Bibliotheken des markierten Pakets auf.

Infos
[1] Artikel über ID3-Tags: Heike Jurzik, "Kosmetik für die Sound-Dateien", EasyLinux 05/2005, S. 82 ff., http://www.easylinux.de/2005/05/082-id3/
[2] RPM-Artikel: Elisabeth Bauer, "Ausgepackt", EasyLinux 12/2004, S. 53 ff.
[3] Artikel über Programmbibliotheken: Marcel Hilzinger, "Wissen teilen", EasyLinux 03/2005, S. 49 ff.

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