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von Heike Jurzik
Besitzen Sie mehrere PCs, die Sie in einem eigenen Netzwerk zu Hause miteinander verbinden wollen, müssen Sie Knoppix erst fit für den Datenaustausch machen. Dazu richten Sie zunächst die Netzwerkkarte dieses Rechners ein:
Damit Sie von einem anderen Computer aus mit dem verschlüsselten SSH-Protokoll [1] ("Secure Shell") auf den Knoppix-Rechner zugreifen können, starten Sie den SSH-Server. Gehen Sie dazu im Knoppix-Menü auf Server-Dienste / SSH Server starten. Das System fordert Sie nun auf, ein Kennwort für den Benutzer knoppix zu setzen. Geben Sie das Passwort am Prompt blind ein (es erscheinen weder Buchstaben noch Sternchen) und wiederholen Sie es auf Aufforderung. Um zu testen, ob der SSH-Server läuft, geben Sie auf einer Konsole ([Alt-F2] und Eingabe von konsole)
ssh localhost
ein. Von einem anderen Linux-Rechner aus verbinden Sie sich zum Knoppix-System unter Angabe des Benutzernamens knoppix und der IP-Adresse, die Sie bei der Einrichtung der Netzwerkkarte festgelegt haben, also beispielsweise mit diesem Kommando:
ssh knoppix@192.168.0.1
Als Passwort geben Sie das vorher festgelegte Kennwort für den Benutzer knoppix ein. Wollen Sie nicht nur auf der Konsole arbeiten, sondern auch grafische Programme des Knoppix-Systems nutzen, schalten Sie beim ssh-Aufruf das so genannte X-Forwarding [2] ein:
ssh -X knoppix@192.168.0.1
Nach der erfolgreichen Anmeldung können Sie nun auch grafische Programme wie Konqueror starten:
konqueror &
Achten Sie auf das kaufmännische Und-Zeichen hinter dem Namen der ausführbaren Programmdatei: Damit schieben Sie den Prozess direkt beim Start in den Hintergrund. Die Eingabeaufforderung wird anschließend wieder freigegeben, und Sie können weitere Befehle eintippen.
Daten von anderen Linux-Rechnern übertragen Sie mit dem Kommandozeilenprogramm scp ("Secure Copy"), das ebenfalls zum SSH-Paket gehört und somit standardmäßig jeder Distribution beiliegt. Um eine Datei von einem zum anderen Computer zu kopieren, verwenden Sie beispielsweise diesen Befehl:
scp datei knoppix@192.168.0.1:
Die IP-Adresse entspricht der bei der Netzwerkkartenkonfiguration definierten Adresse (Tipp ##). Beachten Sie den Doppelpunkt am Ende des Kommandos, ohne ihn fertigt Secure Copy lediglich eine lokale Kopie der Datei an. Weitere Tipps und Tricks zur Benutzung von scp auf der Kommandozeile lesen Sie ebenfalls unter [1] nach.
Dank des KIO-Slaves ("KDE-Input/Output") fish tauschen Sie sogar mit dem Konqueror bequem Daten aus. Läuft auf dem Knoppix-Rechner der SSH-Server, starten Sie auf einem anderen Linux-PC den Datei-Manager und geben in die Adresszeile fish://knoppix@<IP-Adresse> ein. Dies funktioniert natürlich auch in die umgekehrte Richtung mit dem Benutzernamen und der IP-Adresse des anderen Linux-Rechners. Anschließend greifen Sie so auf die Daten zu, als befänden sie sich auf dem lokalen Computer. Zum Kopieren teilen Sie das Konqueror-Fenster in zwei Hälften -- eine für den Knoppix- und eine für den anderen Linux-Rechner -- und ziehen Dateien per Drag & Drop hin und her (Abbildung 1).
Nachdem Sie die Netzwerkkarte eingerichtet und den SSH-Server gestartet haben, gibt es auch unter Windows die Möglichkeit, per ssh bzw. scp auf den Knoppix-Rechner zuzugreifen. Mit dem Programm PuTTY bauen Sie eine sichere Verbindung zum Knoppix-Rechner auf und können anschließend auf der Kommandozeile arbeiten. Laden Sie das Programm von [3] herunter und starten Sie es mit einem Doppelklick auf putty.exe.
Ins Feld Host Name (or IP address) tragen Sie wiederum die IP-Adresse des Knoppix-Rechners ein. Unter Port stimmt die Voreinstellung 22. Auch die Checkbox vor SSH im Bereich Protocol brauchen Sie nicht zu verändern. Klicken Sie auf die Schaltfläche Open und bestätigen Sie die nächste Dialogbox über Ja. Am Prompt login as: geben Sie den Benutzernamen knoppix ein; danach authentifizieren Sie sich mit dem dazugehörigen Kennwort, um den bekannten Knoppix-Prompt zu erreichen (Abbildung 2).
Wer zwischen Knoppix und Windows Daten sicher austauschen möchte, kann auf das Programm WinSCP [4] zurückgreifen. Laden Sie es von [5] herunter und starten Sie es durch Doppelklick auf die .exe-Datei.
Ins Feld Hostname tragen Sie auch hier die IP-Adresse des Knoppix-Rechners ein und belassen Sie die Voreinstellung auf Port 22. Unter User name geben Sie knoppix und bei Password das dazugehörige Kennwort ein. Achten Sie darauf, dass Sie im Bereich Protocol ein Häkchen vor SCP setzen. Bauen Sie nun über einen Klick auf Login die Verbindung auf. Bestätigen Sie die nächste Dialogbox über Yes -- jetzt sehen Sie das WinSCP-Hauptfenster (Abbildung 3).
Links befindet sich die Ansicht der eigenen Daten auf dem Windows-Rechner, rechts sehen Sie den Inhalt des Home-Verzeichnisses des Benutzers knoppix. Dateien lassen sich nun per Drag & Drop zwischen den Rechnern hin und her bewegen.
Standardmäßig kommt Ubuntu ohne Root-Passwort; administrative Aufgaben werden (wie auch bei Knoppix) über das Programm sudo ("substitute user, do") [6] erledigt. Mit diesem Tool erhalten Benutzer gezielt Administrationsrechte, ohne das Root-Passwort kennen zu müssen -- der Benutzer erlangt über sudo mit seinem eigenen Passwort für einen begrenzten Zeitraum das Recht, bestimmte Befehle mit Root-Rechten auszuführen.
Wer auch unter Ubuntu ein echtes Administrator-Passwort einrichten will, startet eine Konsole ([Alt-F2] und Eingabe von konsole) und gibt das Kommando
sudo passwd
ein. Tippen Sie zunächst am Passwort-Prompt das eigene Kennwort, geben Sie dann ein Administrator-Passwort ein und wiederholen Sie dieses, um Vertipper auszuschließen.
Wer sich mit den Kommandozeilen-Befehlen wie apt und aptitude nicht so recht anfreunden kann, sollte einen Blick auf Synaptic werfen. Sie starten die Paketverwaltung beispielsweise über [Alt-F2] und Eingabe von gksudo synaptic, wenn Sie Gnome verwenden, bzw. über kdesu synaptic, wenn Sie unter KDE arbeiten. Geben Sie im nächsten Feld Ihr eigenes Kennwort ein.
Links sehen Sie die Software nach Themengebieten sortiert, in der rechten Hälfte finden Sie die entsprechenden Pakete. Klicken Sie einen Eintrag einmal an, erscheint im unteren Fensterbereich die Programmbeschreibung. Was die Farben in den kleinen Kästchen vor den Paketnamen bedeuten, erfahren Sie, wenn Sie die Legende aus dem Menü Hilfe / Symbolerläuterung aufrufen. In der Werkzeugleiste finden Sie die Funktionen, um den Status der Paketliste zu aktualisieren (Neu laden), die verfügbaren Aktualisierungen vorzumerken, die Pakete genauer zu betrachten (Eigenschaften) oder eine Suche zu starten.
Um eines oder mehrere Pakete zu installieren, klicken Sie in die kleinen Checkboxen vor den Namen und wählen aus dem Kontextmenü Zum Installieren vormerken. Synaptic erkennt Abhängigkeiten von anderen Komponenten und informiert in einer Dialogbox über zusätzlich nötige Änderungen: Wählen Sie hier entweder Vormerken, um diese Vorschläge zu übernehmen, oder Abbrechen, um den Vorgang zu beenden (Abbildung 4). Nachdem Sie alles ausgewählt haben, klicken Sie in der Werkzeugleiste auf den Button Anwenden, und Synaptic zeigt eine Zusammenfassung der Änderungen. Neben den zu installierenden erscheinen hier auch die zurückgehaltenen Pakete (Unverändert). Klicken Sie auf die Schaltfläche Anwenden, um mit dem Einspielen zu beginnen. (csc)
| Infos |
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[1] SSH: Elisabeth Bauer, "Remote Control -- ssh und scp", EasyLinux 11/2003, S. 72 ff., http://www.easylinux.de/2003/11/072-guru-ssh/
[2] X-Weiterleitung: Hans-Georg Eßer, "Fenster in der Ferne", EasyLinux 11/2004, S. 53 ff. [3] PuTTY: http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/download.html [4] WinSCP: Heike Jurzik, "Richtig verbunden", EasyLinux 11/2003, S. 18 ff., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/11/018-winscp/ [5] WinSCP-Download: http://winscp.net/eng/download.php [6] Sudo: Heike Jurzik, "Doppelgänger -- su, sudo", EasyLinux 11/2004, S. 77 ff. |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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