![]() |
|
||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
von Sebastian Holler
WLAN-Hardware und Linux spielen nicht immer problemlos zusammen: Sogar bei den als unterstützt geltenden Karten kann es passieren, dass der Hersteller innerhalb der Produktionsreihe einen anderen Chipsatz einbaut, der die Zusammenarbeit mit dem freien Betriebssystem verweigert. Selbst wer das Glück hat, eine unterstützte WLAN-Komponente zu besitzen, ist damit noch nicht am Ziel: Je nach Gerät erfordern die Treiberinstallation und die Einrichtung oft fundierte Linux-Kenntnisse. Das ist gerade dann der Fall, wenn die Hardware neuer ist als die verwendete Distribution, so dass die grafischen Tools noch keine Option bieten, die WLAN-Karte zu konfigurieren. Wer als Einsteiger schnell den PC mit dem DSL-Router per Funk verbinden will, scheitert deshalb nicht selten an seinem Vorhaben.
Eine Lösung fern von derartigen Treiberproblemen bieten so genannte WLAN-Bridges. Eine solche "Brücke" verbindet ein klassisches Kabelnetzwerk mit einem Funknetz. Das externe Gerät wird dabei mit der Netzwerkkarte des Rechners verbunden und setzt deren Datenstrom in Funksignale um. Die Gegenstelle, etwa ein WLAN-DSL-Router, wie ihn viele Internet-Provider als Vertragsbeigabe ausliefern, kommuniziert also nur indirekt mit dem PC. Die WLAN-Bridge fungiert als zwischengeschalteter Konverter. Der Vorteil daran ist, dass Sie zwar einen eventuell vorhandenen WLAN-Router nutzen können, es sich aber ersparen, Ihre Rechner mit entsprechender Funk-Hardware auszustatten und diese einzurichten. Im Gegensatz zu WLAN-Hardware hat Linux mit klassischen Netzwerkkarten nahezu niemals Probleme und richtet diese schon bei der Installation automatisch ein.
Dieser Artikel erklärt, wie Sie eine Verbindung zwischen einem Linux-Rechner und einem DSL-Router mit integriertem Access Point über eine solche WLAN-Bridge aufbauen. Als Testgerät dient die Linksys-WLAN-Bridge WET54G [1], die mit 80 bis 90 Euro zu Buche schlägt.
Sofern in Ihrem Rechner eine unterstützte Netzwerkkarte steckt und die Distribution diese erkannt hat, können Sie sofort loslegen. Alle Fragen zur Konfiguration beantwortet die Anleitung unter [2], die Sie auch auf der Heft-CD finden. Dort erwerben Sie das notwendige Basiswissen zum Thema Netzwerke unter Linux.
Ist die LAN-Karte eingerichtet, verbinden Sie diese mit der WET54G-WLAN-Bridge. Ihre Konfiguration nehmen Sie unabhängig vom Betriebssystem über einen Web Browser Ihrer Wahl vor. Damit Rechner und WLAN-Bridge in Kontakt treten können, müssen sich die IP-Adressen der beiden Geräte im gleichen Adressraum befinden. Dies ist der Fall, wenn sich beide Adressen nur durch das letzte Byte unterscheiden und die Subnetzmaske auf 255.255.255.0 gesetzt ist. Linksys liefert seine WLAN-Bridge mit der voreingestellten IP-Adresse 192.168.1.226 aus. Somit kann die Adresse der LAN-Karte im Bereich 192.168.1.[1 bis 225 / 227 bis 255] liegen. Die Adresse 192.168.1.226 dürfen Sie Ihrem Rechner nicht zuweisen, da schon die WET54G darauf hört. Um in den Einrichtungsdialog der WLAN-Bridge zu gelangen, geben Sie http://192.168.1.226 in die Adresszeile eines Web Browsers ein.
Bevor sich die Konfigurationsoberfläche öffnet, gilt es, sich mit einem Passwort auszuweisen. In der Voreinstellung lautet es bei der WET54G-WLAN-Bridge admin. Das Feld für den Benutzernamen lassen Sie frei. Arbeiten Sie mit der WLAN-Bridge eines anderen Herstellers, erfahren Sie das Standardpasswort und einen eventuell gesetzten Benutzernamen aus der beiliegenden Dokumentation. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie die voreingestellten Werte bei der Erstkonfiguration ändern, damit nicht der freundliche Nachbar zum Administrator Ihres Funknetzwerks wird.
Klicken Sie nach der Passworteingabe auf OK, um ins Hauptmenü der Konfigurationsoberfläche zu gelangen. Es gliedert sich in fünf weitere Abschnitte, die Sie über die grün hinterlegten Einträge im rechten oberen Bereich der Seite auswählen (Abbildung 1).
Damit die Kommunikation zwischen Netzwerkkarte, WLAN-Bridge und DSL-Router gelingt, müssen die IP-Adressen aller drei Geräte im selben IP-Bereich liegen.
Ein Beispiel: Trägt der DSL-Router die IP-Adresse 192.168.178.1, wären etwa die Adressen 192.168.178.30 und 192.168.178.100 für WLAN-Bridge und die Netzwerkkarte des Computers verwendbar. Achten Sie dabei nur darauf, keine Adresse doppelt zu vergeben. Zunächst passen Sie die Adresse der WLAN-Bridge so an, dass sie sich im selben Subnetz wie der WLAN-Router befindet. Die dafür nötigen Optionen finden Sie im Untermenü Setup der leider nur englischsprachigen Einrichtungsoberfläche.
Wenn Sie allen Geräten eine IP-Adresse aus demselben Subnetz zugewiesen haben, melden Sie sich erneut im Konfigurationsdialog der WLAN-Bridge an. Anstelle der Standardadresse 192.168.1.226 geben Sie nun schon die neue IP-Adresse des Geräts in die Adresszeile des Browsers ein.
Wie Sie weiter vorgehen, hängt davon ab, wie Ihr WLAN-Netzwerk gesichert ist. Grundlagen hierzu vermittelt der Artikel "Luftschutz im Wohnzimmer" auf Seite 26. Halten Sie im Zweifelsfall die Dokumentation und die entsprechenden Einstellungen Ihres WLAN-Routers bereit. Die WET54G unterstützt sowohl die sehr verbreitete WEP- als auch die als sicherer geltende WPA-Verschlüsselung.
Haben Sie alles korrekt eingerichtet, können Sie sofort lossurfen (Abbildung 4). Sollte es nicht auf Anhieb klappen, finden Sie im Kasten Fehlersuche Hilfestellungen, um dem Problem auf die Spur zu kommen und es zu lösen.
Durch die Verwendung einer externen WLAN-Bridge ersparen Sie sich die Suche nach einer WLAN-Karte und dem passenden Linux-Treiber sowie dessen bisweilen nicht ganz triviale Installation. Geräte, deren Konfiguration Sie im Web Browser vornehmen, sind vom Betriebssystem unabhängig und damit auch Linux-tauglich. Die Hersteller der WLAN-Bridges bewerben die Geräte jedoch kaum, so dass es oft nicht leicht ist, entsprechende Angebote zu finden. Neben unserem Beispielgerät von Linksys ist etwa noch das Modell DWL-G810 von D-Link erhältlich, das Sie genauso leicht in Ihr Netzwerk einbinden.
Nach nur 15 Minuten Konfigurationsarbeit ist die WET54G von Linksys einsatzbereit. Nur wenige WLAN-Komponenten funktionieren auf Anhieb so problemlos unter Linux. Grundkenntnisse zum allgemeinen Aufbau von Netzwerken sowie zur Konfiguration der kabelgebundenen Netzwerkkarte sind dennoch notwendig.
Die dem Gerät beiliegende Kurzanleitung beschreibt ausschließlich die Verwendung des Setup-Assistenten unter Windows und das Konfigurationsmenü lässt sich nicht auf eine deutschsprachige Oberfläche umstellen. Mit Hilfe dieses Artikels sollte das Einrichten jedoch auch Linux- und WLAN-Einsteigern gelingen. (amü)
| Konqueror und WET54G |
|
Standardmäßig meldet der Konqueror jedes Versenden von unverschlüsselten Informationen. So erscheint beispielsweise beim Absenden eines Suchbegriffes an Google ein Fenster mit entsprechender Warnung. Dieser Mechanismus führt im Konfigurationsdialog der WET54G zu Problemen und verursacht schlimmstenfalls einen Absturz des Browsers. In unserem Test trat dieser Fehler unter Suse Linux 9.3 und Mandrake Linux auf. In einem solchen Fall ist es unumgänglich, zumindest während der Konfiguration der WLAN-Bridge diese Warnfunktion zu deaktivieren. Das erledigen Sie mit wenigen Mausklicks im Einrichtungsdialog unter Einstellungen / Konqueror einrichten. Markieren Sie in der linksbündigen Leiste den Eintrag Verschlüsselung und entfernen sie in der rechten Fensterhälfte das Häkchen vor der Option Warnung beim Versand unverschlüsselter Daten (Abbildung 5). Abb. 5: Damit der Konqueror mit dem Einrichtungs-Interface der WLAN-Bridge zurecht kommt, deaktivieren Sie die Option "Warnung beim Versand unverschlüsselter Daten". |
| Fehlersuche |
|
Kommt keine Verbindung zum DSL-Router zustande, helfen Ihnen diese Tests, die Ursache zu finden: Überprüfen Sie zunächst mit dem Befehl ping [3], ob die Netzwerkkarte betriebsbereit ist. Öffnen Sie dazu eine KDE-Konsole und geben Sie dort ping Adresse_der_Netzwerkkarte ein. Adresse der Netzwerkkarte ersetzen Sie durch die numerische IP-Adresse, die Sie im Konfigurations-Tool Ihrer Distribution vergeben haben. Das Ergebnis sollte ungefähr dem in Abbildung 6 entsprechen. Beenden Sie den laufenden Test mit [Strg-C]. Abb. 6: Wenn beim Pingen keine Pakete verloren gehen ("0% packet loss"), ist die Gegenstelle im Netzwerk erreichbar.Ob Sie über die Netzwerkkarte die WLAN-Bridge erreichen, testen Sie auch mit dem Kommando ping: Als IP-Adresse übergeben Sie dem Befehl dafür die Adresse der WET54G. Gibt es hier ein Problem, etwa, dass keine Pakete von der WLAN-Brücke zurück kommen, liegt das wahrscheinlich daran, dass sich die IP-Adressen der Bridge und der Netzwerkkarte nicht im selben IP-Adressraum befinden. Funktioniert auch bei diesem zweiten Test alles nach Wunsch, geben Sie ping Adresse_des_DSL-Routers ein. Erhalten Sie keine Antwortpakete, liegt das meistens daran, dass Sie bei der WLAN-Bridge die falsche Verschlüsselungsmethode eingestellt haben. Ist bis jetzt kein Fehler aufgetreten, schicken Sie mit ping 62.245.157.216 (dies ist die IP-Adresse von www.easylinux.de) ein Ping-Paket ins Internet. Wenn der Server nicht antwortet, haben Sie wahrscheinlich in den Einstellungen der Netzwerkkarte eine falsche Gateway-IP-Adresse eingetragen, oder der DSL-Router hat keine Verbindung zum Internet. Ob auch die Namensauflösung, also die Zuordnung von etwa www.easylinux.de zur Adresse 62.245.157.216 gelingt, überprüfen Sie mit ping www.easylinux.de. Als Gateway und DNS-Server müssen Sie in den meisten Fällen die IP-Adresse des DSL-Routers eintragen. |
| Infos |
|
[1] Produktbeschreibung der WET54G http://www.linksys.com/international/product.asp?coid=8&ipid=546
[2] Netzwerkgrundlagen: Achim Leitner, "Im Netzwerkwald", EasyLinux 03/2005, S. 11 ff. [3] Kommandozeilenbefehle fürs Netzwerk: Carsten Schnober, "Exakte Diagnose", EasyLinux 08/2005, S. 18 ff. |
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite |
Datenschutz |
© 2012 Linux New Media AG |
Last modified: 2007-04-05 11:10
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[Linux-Community]
[Admin-Magazin]
[Ubuntu User]
[Smart Developer]
[Linux Events]
[Linux Magazine]
[Ubuntu User]
[Admin Magazine]
[Smart Developer]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Community Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[Linux Magazine Spain]
[Linux Technical Review]