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von Kristian Kißling
Es gibt unter Linux nach wie vor Geräte, die selbst nach stundenlangen Versuchen jede Mitarbeit verweigern -- dazu gehören auch WLAN-Karten. Da mittlerweile viele DSL-Anbieter standardmäßig WLAN-fähige Router an die Endkunden ausliefern, ist der Wunsch nach drahtloser Datenübertragung nicht besonders ausgefallen.
Die Probleme beginnen jedoch bereits mit der Hardware. Theoretisch müssten Sie beim Kauf wissen, welchen Chipsatz eine WLAN-Karte verwendet. Das steht aber meist nicht auf der Verpackung des Produkts: Beim hier getesteten USB-Stick DWL-122 ließ selbst das Datenblatt auf der Hersteller-Web-Seite den Chipsatz unerwähnt. Vereinbaren Sie daher beim Kauf einer WLAN-Karte oder eines WLAN-USB-Sticks ein Rückgaberecht.
Ein paar grundsätzliche Informationen entlocken Sie den Geräten schon: Öffnen Sie mit [Alt-F2] das Schnellstartfenster und geben Sie konsole ein. Mit su root und Ihrem Passwort werden Sie Administrator und tippen nun tail -f /var/log/messages. Auf der Konsole erscheint das Systemprotokoll (Abbildung 1), das Sie in Form kryptischer Ausdrücke über systeminterne Vorgänge informiert -- so auch beim Anschluss neuer Hardware. Der getestete Stick verwendet als den Prism2-Chipsatz, was allerdings nur aus der Tabelle des Linux-Wlan-Projekts [1] hervor geht. Diese listet diverse WLAN-Karten auf und überprüft ihre Linux-Kompatibilität. Besitzen Sie eine WLAN-Karte oder einen WLAN-Stick einer anderen Firma, schauen Sie auf der Liste, welchen Chipsatz das Gerät verwendet. Versuchen Sie dann einmal, es auf die hier beschriebene Weise zu installieren. Prism2-Chips unterstützt Linux vergleichsweise gut, im Test soll der USB-Stick mit dem Conceptronic-Router CS4BRS4 Kontakt aufnehmen.
Verbinden Sie den Router über ein gewöhnliches Netzwerkkabel mit der Netzwerkkarte in Ihrem Rechner und deaktivieren Sie die Sicherheitsmechanismen. Das funktioniert bei jedem Router etwas anders: Das zugehörige Handbuch verrät meist, wie Sie das Gerät konfigurieren. Schalten Sie zunächst Verschlüsselungen wie WEP und WPA aus und die Option DHCP ein. Dadurch weist der Router den angeschlossenen Clients automatisch IP-Adressen zu. Entfernen Sie zudem für die Zeit der Experimente das DSL-Kabel, damit kein Unbefugter von außen Ihre Internet-Anbindung nutzt. Stellen Sie den Authentifizierungstyp auf Open und notieren Sie alle Eigenschaften des Routers: welche ESSID er benutzt und auf welchem Kanal er sendet. Abschließend sichern Sie die Einstellungen.
Konfigurieren Sie jetzt den USB-WLAN-Stick. Entfernen Sie das Netzwerkkabel wieder, schließen Sie den USB-Stick an und rufen Sie über den oben beschriebenen Befehl tail das Systemprotokoll auf. Starten Sie Yast, klicken Sie auf den Reiter Sicherheit und Benutzer und wechseln Sie zur Firewall, die Sie besser abschalten, weil sie die Verbindung zum Router stört.
100% packet loss bedeutet, dass Sie keine Rückmeldung vom Router erhalten, lesen Sie auch in diesem Fall Kasten Probleme mit dem DWL-122. Finden Sie die Fehlerquelle nicht, posten Sie den Text, den tail -f /var/log/messages ausgibt, in einem Internet-Forum. Mitunter erhalten Sie dort wertvolle Hinweise.
Die Installation des DWL-122 unter Mandrake Linux 10.2 verläuft recht einfach. Zunächst installieren Sie nach der mitgelieferten Anleitung die prism2-utils von der Heft-CD. Öffnen Sie dann mit [Alt-F2] und kdesu konqueror den Konqueror im Root-Modus, navigieren Sie ins Verzeichnis /etc und öffnen Sie mit dem Editor Kate die Datei modprobe.conf, in die Sie folgende Zeilen einfügen:
alias wlan0 prism2_usb options prism2_usb pri\ sm2_doreset=1
Speichern Sie die Datei: Auf diese Weise konfiguriert Mandrake Linux das WLAN bei jedem Neustart automatisch. Wechseln Sie dann -- in dem Konqueror-Fenster mit Root-Rechten -- in das Verzeichnis /etc/wlan und passen Sie dort die Datei wlan.conf an. Ersetzen Sie an der Stelle WLAN_SCAN=n das n durch ein y und tragen Sie unter SSID_wlan0="" die ESSID Ihres Routers ein. Danach bearbeiten Sie die Datei wlancfg-DEFAULT. Erzeugen Sie im selben Verzeichnis eine Kopie dieser Datei, der Sie den Namen wlancfg-LINUX-AP geben, wobei Sie LINUX-AP durch die ESSID Ihres Routers ersetzen. In diese Datei kommen später die Einstellungen für die WEP-Verschlüsselung.
Für die abschließenden Einstellungen verlassen Sie die Kommandozeile und begeben sich in das K-Menü. Wählen Sie unter System den Eintrag Einstellungen und dann Den Computer konfigurieren. Geben Sie das Root-Passwort ein und wechseln Sie zum Reiter System, wo Sie die Option Aktivieren und Deaktivieren der Systemdienste aussuchen. Die vorhandenen Dienste erscheinen in einer Liste. Im unteren Bereich finden Sie den Eintragwlan, den Sie ankreuzen, um den Dienst bei jedem Systemstart neu zu laden. Durch einen Klick auf den Knopf Start aktivieren Sie das WLAN. Über OKverlassen Sie das Menü. Während Sie das Systemprotokoll beobachten, schließen Sie den Stick an. Am Symbol in der Kontrollleiste unten rechts (Abbildung 4) erkennen Sie, ob eine Verbindung etabliert ist. Andernfalls öffnen Sie mit einem Klick der rechten Maustaste auf das Symbol das Kontextmenü. Stellen Sie dort die Überwachte Schnittstelle auf Wlan0 und wählen Sie Wlan0 verbinden. Kommt keine Verbindung zustande, schließen Sie den USB-Stick einfach erneut an und warten ein paar Sekunden oder lesen den Kasten Probleme mit dem DWL-122.
Mandrake Linux hat mit dem DWL-122 und seinem Prism2-Chipsatz offenbar deutlich mehr Probleme als Suse Linux.
Die WEP-Verschlüsselung chiffriert die Kommunikation zwischen der WLAN-Karte und dem Router -- besonders sicher ist diese Form der Verschlüsselung aber nicht (siehe Artikel "WEP-Verschlüsselung" auf S. 30). Weniger geduldigen Angreifern genügt jedoch meist, dass es eine Verschlüsselung gibt, um Abstand von einem Einbruch zu nehmen -- schließlich gibt es leichtere Ziele. Richten Sie zuerst die Verschlüsselung auf Ihrem Router ein: Dazu benötigen Sie ein WEP-Passwort. Dieses generieren Sie über die Konsole: Geben Sie einfach /sbin/nwepgen Schlüsselwort 13 ein und ersetzen Sie Schlüsselwort durch ein selbst gewähltes Codewort. Das Programm generiert vier hexadezimale Schlüssel: Schreiben Sie einen davon ab, verbinden Sie Ihren Rechner via Kabel mit dem Router und melden Sie sich an dessen Web-Oberfläche an. Die Stärke des WEP-Schlüssels legen Sie auf 128 Bit fest, den notierten Schlüssel tragen Sie -- meist ohne die Doppelpunkte -- in die Zeile des Router-Interfaces, die nach dem WEP-Passwort verlangt.
Unter Suse Linux funktioniert die WEP-Konfiguration problemlos. Rufen Sie per Yast noch einmal die Einstellungen für die drahtlose Netzwerkkarte auf (Abbildung 2) und schreiben Sie in das Feld Verschlüsselungs-Key den oben erzeugten Schlüssel hinein -- allerdings ohne die trennenden Doppelpunkte. Klicken Sie dann auf Weiter und Beenden, wird der DWL-122 neu konfiguriert. Ein Ping zum Router zeigt, ob das Passwort stimmt.
Unter Mandrake Linux 10.2 bearbeiten Sie als Root die Datei /etc/wlan/wlancfg-LINUX-AP (Abbildung 5). Setzen Sie die Einträge dot11PrivacyInvoked und PRIV_KEY128 von false auf true. Tragen Sie in die Zeilen, die den Begriff dot11WEPDefaultKey enthalten, jeweils denselben WEP-Schlüssel ein -- diesmal mit Doppelpunkten. Speichern Sie die Datei ab und melden Sie den USB-Stick am Router an. Klappt das nicht, versuchen Sie es mit den Lösungen aus dem Kasten Probleme mit dem DWL-122. Und denken Sie daran: Mitunter braucht es eben Nerven aus Stahl. (kki)
| Infos: |
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[1] WLAN-Adapter mit Linux-Unterstützung: http://www.linux-wlan.org/docs/wlan_adapters.html.gz
[2] FAQ des Linux-WLAN-Projekts: ftp://ftp.linux-wlan.org/pub/linux-wlan-ng/FAQ |
| Probleme mit dem DWL-122 |
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Während der Tests mit dem DWL-122 traten verschiedene Probleme auf, die mit unterschiedlichen Methoden gelöst wurden. Häufig sind Flüchtigkeitsfehler: eine falsch eingetragene IP-Adresse, eine aktive Firewall oder ein abgeschalteter DHCP-Server. Überprüfen Sie also minutiös und systematisch Ihre Einträge. Unter Suse Linux 9.2/9.3 wiederholen Sie entweder die Einrichtung der Netzwerkkarte oder deaktivieren die zweite Netzwerkkarte und schließen den Stick erneut an. Die Probleme unter Mandrake Linux 10.2 stammen von der fehlerhaften Prism2-Firmware. Es hilft, den Stick mehrmals abzuziehen und wieder anzuschließen. Im Test meldete Mandrake Linux den Stick manchmal als wlan1 an. Wählen Sie über das Symbol unten rechts (Abbildung 4) die Option Netzwerk konfigurieren und konfigurieren Sie wlan1 -- ohne den Reiter Wireless auszufüllen. Ein Klick auf Anwenden startet den DHCP-Client, der versucht, eine IP-Adresse zu erhalten. Wird der Stick neu angeschlossen, nimmt er Kontakt zum Router auf. Manchmal starten Browser und Konsole erst nach einem erneuten Login. |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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