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Erschienen in EasyLinux 10/2005

Tipps & Tricks zu KDE 3.3

Besser arbeiten mit KDE

von Andrea Müller und Thomas Hümmler


Organisation ist alles! Mit dem KDE-Adressbuch ist es ein Leichtes, Adressen und Telefonnummern im Blick zu behalten. Wir zeigen, wie Sie den Adressverwalter und andere KDE-Programme ausreizen.

Tipp: Ansichten eines Adressbuchs

Das KDE-Adressbuch enthält Namen, E-Mail-Adressen und weitere Kontaktdaten. Damit Sie genau das im Blick haben, was Sie benötigen, gibt es im KDE-Adressbuch-Betrachter unterschiedliche Ansichten. Welche Sie bevorzugen, stellen Sie im Menü Ansicht ein.

In der Voreinstellung gibt es nur die Standard-Tabellenansicht. In dieser stehen die Einträge tabellarisch untereinander. Klicken Sie in dieser Ansicht auf einen der Spaltenköpfe, sortiert das Programm die Einträge nach der betreffenden Spalte. Welche das KDE-Adressbuch anzeigt und wie es sie anordnet, legen Sie über Ansicht / Ansicht ändern im Menü Felder fest. Klicken Sie dort auf einen Eintrag und dann auf das blaue Pfeilsymbol, um das markierte Feld in die Liste Ausgewählte Einträge zu übernehmen. Die Reihenfolge der Einträge in der Liste bestimmt, was in der Adressbuchansicht zuerst kommt.

Außer der Tabellenansicht können Sie sich auch für die Symbol- oder die Kartenansicht entscheiden (Abbildung 1). In der Symbolansicht zeigt die Anwendung für jeden Kontakt ein Symbol an. Dafür verwendet es entweder eine mitgelieferte Standardgrafik oder ein Foto oder Logo, das Sie auf der Registerkarte Diverses für einen Kontakt ausgewählt haben.

In der Kartenansicht stellt das KDE-Adressbuch jeden Kontakt als symbolische Visitenkarte dar. Der formatierte Name steht als Titel der Karte zuoberst; aus welchen Feldern sich der Inhalt der Karte zusammensetzt, bestimmen Sie genau wie in der Tabellenansicht durch Auswahl der Felder.

Abb. 1: Das KDE-Adressbuch stellt Kontakte wahlweise tabellarisch, in Form von Symbolen oder als Visitenkarten dar.

Tipp: Eigene Ansichten definieren

Mit Hilfe von Kategorien gelingt es, nur ausgewählte Kontakte anzuzeigen. So können Sie beispielsweise eine Ansicht aller geschäftlichen Kontakte, eine für Freunde und eine weitere für Ihre Familienangehörigen erzeugen. Dazu definieren Sie entweder eine neue Ansicht mit Ansicht / Ansicht hinzufügen oder wählen Ansicht / Ansicht ändern, um die aktuelle Darstellung zu modifizieren.

Wechseln Sie im Dialog in das Menü Standard-Filter und schalten Sie die Option Angewendeter Filter ein. Nun wählen Sie aus der Liste auf der rechten Seite einen Filter aus (Abbildung 2). Mit einem Klick auf OK kehren Sie zum Adressbuchbetrachter zurück. Die eben erzeugte Ansicht aktivieren Sie über Ansicht / Ansicht auswählen aus dem Menü.

Abb. 2: Mit Hilfe eines Filters sehen Sie nur Kontakte, auf die das Filterkriterium, wie etwa die Kategorie "Familie", zutrifft.

Tipp: Keine Kontakte in einer Ansicht sichtbar

Arbeiten Sie mit mehreren Ansichten und haben für einige einen Filter definiert? Dann kann es passieren, dass beim Wechsel zurück in die Standardansicht nach wie vor nur die Kontakte zu sehen sind, auf die der Filter zutrifft. Das liegt daran, dass der Filter noch eingeschaltet ist und Sie für die Standardansicht nicht explizit auf die Option Kein Standard-Filter umgeschaltet haben. Wählen Sie dazu Ansicht / Ansicht ändern und wechseln Sie ins Menü Standard-Filter (Abbildung 3). Setzen Sie dort ein Häkchen vor die Option Kein Standard-Filter und schließen Sie den Dialog mit einem Klick auf OK. Künftig listet das Adressbuch in dieser Ansicht wieder alle Kontakte auf.

Abb. 3: Nur wenn die Option "Kein Standard-Filter" eingeschaltet ist, zeigt das Adressbuch alle Kontakte an.

Tipp: Filter schnell wechseln

Unterhalb der Werkzeugleisten befindet sich ganz rechts im Adressbuchbetrachter die Filter-Liste. Mit einem Klick darauf wechseln Sie besonders rasch zu einem anderen vordefinierten Filter, etwa von Familie zu Geschäft. Wählen Sie den ersten Eintrag Kein, zeigt der KDE-Adressverwalter alle Kontakte an.

Tipp: Neuen Filter für Kontakte definieren

Mit dem Befehl Einstellungen / Filter bearbeiten erzeugen Sie einen eigenen Filter, mit dessen Hilfe Sie nur ausgewählte Einträge einblenden. Klicken Sie im Dialog Adressbuchfilter bearbeiten auf Hinzufügen und tragen Sie einen Namen für den Filter ein (zum Beispiel Verwandte und Freunde). Wählen Sie nun alle Kategorien aus, die der Filter erfassen soll, beispielsweise Familie und Freund. Über die OK-Schaltfläche legen Sie den Filter an, der sofort in der Filterliste auftaucht.

Tipp: Alle Kontakte ohne Kategorie anzeigen

Möchten Sie alle Kontakte des Adressbuchs sehen, die Sie noch keiner Kategorie zugeordnet haben, gelingt auch das mit einem Filter, den Sie allerdings zuerst wie im vorigen Tipp beschrieben anlegen müssen. Geben Sie dem neuen Filter den Namen Ohne Kategorie. Markieren Sie danach alle Kategorien und aktivieren Sie die Option Nur Kontakte anzeigen, die nicht den ausgewählten Kategorien angehören (Abbildung 4). Nach einem Klick auf OK bewirkt die Auswahl des neuen Filters, dass das Adressbuch nur die Kontakte anzeigt, die Sie noch keiner Kategorie zugeordnet haben.

Abb. 4: Wählen Sie alle Kategorien und die untere Option, sehen Sie alle Kontakte, die zu keiner Kategorie gehören.

Tipp: Kontakt mit einer Kategorie verbinden

Einen Adressbucheintrag ordnen Sie mit nur wenigen Mausklicks einer Kategorie zu. Öffnen Sie den Eintrag per Doppelklick und klicken Sie im Register Allgemein auf die Schaltfläche Kategorien festlegen (Abbildung 5). Im folgenden Dialog wählen Sie eine oder mehrere aus, die Sie dem Kontakt über die Schaltfläche OK zuordnen. Erscheint Ihnen die Kategorieauswahl des Adressbuchs zu mager, definieren Sie über Kategorien bearbeiten einfach weitere.

Abb. 5: Durch das Anlegen eigener Kategorien und die Option, einem Kontakt mehrere Kategorien zuzuordnen, können Sie die Einträge im KDE-Adressbuch gezielt filtern.

Tipp: Layout einer Kartenansicht ändern

Das Layout von Tabellen- und Kartenansicht passen Sie über Ansicht / Ansicht ändern im Menü Persönliche Einstellungen an. In die Tabellenansicht können Sie beispielsweise ein Hintergrundbild einfügen oder die Zeilentrenner ausschalten.

Weit mehr Optionen bietet die Kartenansicht: So färben Sie auf der Registerkarte Farben Hintergrund, Text, Rahmen und Überschrift nach Ihren Wünschen ein. Auf dem Registerreiter Schriftarten legen Sie einen anderen Font für den Text und die Überschrift fest.

Manchmal ist es sinnvoll, dass das Adressbuch zusätzlich zum Feldinhalt die Feldbezeichner einblendet, etwa wenn Sie mehrere Telefonnummern (privat, geschäftlich und mobil) auf der Visitenkarte eines Kontakts eingetragen haben. Die Anzeige der Bezeichner aktivieren Sie auf der Registerkarte Verhalten: Wählen Sie dort die Option Beschreibung der Felder anzeigen.

Zwischen den einzelnen Spalten der Kartenansicht zeigt das KDE-Adressbuch standardmäßig einen Trennstrich an. Dieser grenzt nicht nur die einzelnen Spalten voneinander ab: Per Drag & Drop ändern Sie über diesen Trenner auch die Spaltenbreite. Benötigen Sie diese Funktion nicht und stört Sie der Trennstrich, schalten Sie ihn einfach ab: Wechseln Sie dazu auf die Registerkarte Layout. Im Bereich Allgemein deaktivieren Sie die Option Trenner zeichnen (Abbildung 6). Mit OK bestätigen Sie die Änderungen der Kartenansicht.

Abb. 6: Die Farben, Schriftarten und andere gestalterische Merkmale der Kartenansicht lassen sich frei anpassen.

Tipp: Ansicht über die Symbolleiste wechseln

Der Menüeintrag Ansicht / Ansicht auswählen öffnet ein Untermenü, aus dem Sie auswählen, wie das Adressbuch die Kontakte darstellt. Wesentlich schneller gelangen Sie zum Ziel, wenn Sie dieses Untermenü in eine der beiden Symbolleisten ( die Haupt-Werkzeugleiste und die Kontakt-Leiste) des Adressbuchs integrieren.

Das erledigen Sie über den Menüpunkt Einstellungen / Werkzeugleisten einrichten.

  1. Wählen Sie dort die Leiste aus, in die Sie das Untermenü aufnehmen wollen.
  1. Markieren Sie danach in der Liste Verfügbare Aktionen den Eintrag Ansicht auswählen und klicken Sie auf das blaue Pfeilsymbol, um den Befehl in die rechte Liste namens Angezeigte Aktionen zu verschieben.
  1. Mit den Pfeiltasten bewegen Sie den Eintrag nach oben oder unten. Der zuoberst stehende Befehl erscheint links in der Symbolleiste, der unterste rechts.
  1. Mit einem Klick auf OK schließen Sie den Dialog und können Ansichten sofort über die Symbolleiste auswählen.

Tipp: Kontakte mit Foto versehen

Die Option, jedem Eintrag im KDE-Adressbuch eine Grafik zuzuweisen, ist sowohl bei Firmen als auch bei Personen praktisch: Firmeneinträge schmücken Sie mit dem Logo des Unternehmens, bei Personen bietet sich ein Foto als Grafik an. Von Kollegen oder Vereinskameraden besitzt man jedoch oft nur Bilder, in denen diese inmitten einer Gruppe anderer Menschen stehen. Sofern Sie mit Suse Linux 9.3 arbeiten, müssen Sie jetzt nicht etwa eine ausgewachsene Bildbearbeitung wie Gimp zur Hilfe nehmen, um nur das Konterfei Ihres Bekannten auszuschneiden. Für diese Aufgabe liefert das KDE-Adressbuch von KDE 3.4 das passende Werkzeug schon mit:

Öffnen Sie den Dialog des gewünschten Kontakts per Doppelklick und wechseln Sie auf den Registerreiter Diverses. Klicken Sie dort unter Photo auf die Schaltfläche mit dem Ordnersymbol. Im Dateiauswahldialog markieren Sie das gewünschte Foto und öffnen es mit einem Klick auf OK im Bildausschnittwähler. Markieren Sie mit gedrückt gehaltener linker Maustaste den Bereich, den das Adressbuch als Bild zu dem Kontakt anzeigen soll (Abbildung 7). Haben Sie sich beim Aufziehen des Markierungsrechtsecks verschätzt, ziehen Sie einfach ein neues auf oder verschieben das falsch platzierte an die gewünschte Position.

Abb. 7: Wenn Sie im Bildausschnittwähler einen rechteckigen Rahmen aufziehen, verwendet das Adressbuch nur diesen Teil des Bilds als Foto für den Kontakt.

Über einen Klick auf OK weisen Sie den markierten Bereich dem Kontakt als Grafik zu. Möchten Sie nicht nur einen Ausschnitt, sondern das ganze Bild einblenden, klicken Sie auf OK, ohne einen Bereich zu markieren.

Tipp: Andere Zeitzone einstellen

Die Uhr in der KDE-Kontrollleiste zeigt Ihnen nicht nur die lokale Zeit an, sondern auch, wie spät es in anderen Regionen der Welt ist. Nach welcher Zeitzone die KDE-Uhr tickt, entscheiden Sie über ihr Kontextmenü. Bewegen Sie den Mauszeiger über den Eintrag Zeitzone anzeigen und wählen Sie einen der Punkte aus dem Untermenü aus, etwa Asien/Tokio.

Tipp: Zeitzonen zum Kontextmenü hinzufügen

Wenn Sie weder wissen möchten, wie spät es in Tokio, Moskau, Sydney oder New York ist, sondern sich für die Uhrzeit in Antigua interessieren, ist auch das kein Problem: Über den Eintrag Uhr einrichten öffnen Sie den Konfigurationsdialog des KDE-Zeitmessers. Auf dem Registerreiter Zeitzonen finden Sie nach Kontinenten sortiert weitere Städte. Um etwa Antigua in die Auswahlliste im Kontextmenü zu integrieren, setzen Sie ein Häkchen vor Amerika / Antigua (Abbildung 8). Markieren Sie so alle weiteren Zeitzonen, die die Uhr im Kontextmenü unter Zeitzone anzeigen auflisten soll.

Abb. 8: Im Konfigurationsdialog der KDE-Uhr wählen Sie die Zeitzonen aus, die das Programm im Kontextmenü anzeigt.

Tipp: Zeitzone schnell wechseln

Um schnell die Uhrzeit einer anderen Zeitzone einzublenden, gibt es einen schnelleren Weg als über das Kontextmenü: Klicken Sie einfach mit der mittleren Maustaste auf die Uhr, um zur nächsten Zeitzone aus dem Kontextmenü zu wechseln. Haben Sie sehr viele Städte in dieses Menü integriert, ist es schwer, sich zu merken, welche Zeitzone die Uhr gerade anzeigt. Mit ein paar Mausklicks schaffen Sie Abhilfe: Öffnen Sie den Dialog Uhr einrichten aus dem Kontextmenü und aktivieren Sie auf dem Registerreiter Erscheinungsbild die Option Datum im Abschnitt Anzeige. So lange die Uhr die lokale Zeit einblendet, steht nun unter der Uhrzeit das Datum. Schalten Sie auf eine andere Zeitzone um, blendet KDE unter der Uhrzeit den Namen der Stadt ein, etwa Los Angeles oder Tokio.

Tipp: Mehrere Zeitzonen im Blick

Um dauerhaft mehreren Zeitzonen anzuzeigen, starten Sie einfach eine weitere Uhr. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich der KDE-Leiste und wählen Sie Hinzufügen / Miniprogramm / Uhr. Über seinen Anfasser schieben Sie den neuen Zeitmesser an die gewünschte Position in der Kontrollleiste. Stellen Sie jetzt noch die gewünschte Zeitzone ein, so dass Sie auf einen Blick sehen, wie spät es bei Ihren Geschäftspartnern oder reiselustigen Verwandten ist (Abbildung 9).

Abb. 9: Mit mehreren Uhren behalten Sie die Zeit rund um den Erdball im Blick.

Tipp: Konqueror-Vorschau einrichten

Wenn Sie im KDE-Datei-Manager im Menü Ansicht die Vorschau aktivieren, zeigt das Programm für Grafikdateien eine verkleinerte Vorschau an. Das klappt jedoch nicht mit allen Dateien. Gerade bei hoch auflösenden Bildern von der Digitalkamera scheint der Konqueror den Dienst zu verweigern. Das liegt daran, dass die Anwendung standardmäßig nur für die Bilder eine Vorschau erzeugt, deren Größe einen bestimmten Wert nicht überschreitet. Digitale Fotos in hoher Auflösung sind meistens größer, so dass Sie hier keine Vorschau erhalten.

Verfügt Ihr Rechner über ausreichend viel Arbeitsspeicher, erhöhen Sie die erlaubte Maximalgröße für die Vorschau: Öffnen Sie über Einstellungen / Konqueror einrichten den Konfigurationsdialog und wechseln Sie in der linken Leiste zum Eintrag Vorschauen & Metadaten. Ziehen Sie den Schieberegler für die Maximale Dateigröße auf den gewünschten Wert, etwa auf 4 MByte und bestätigen Sie die Auswahl mit OK. Damit der Konqueror für alle Grafiken bis zu einer Größe von 4 MByte, ein Vorschaubild erzeugt, müssen Sie eventuell einmal über [F5] die Ansicht aktualisieren.

Tipp: Speicherordner der Vorschaubilder

Wenn Sie die Dateivorschau im Konqueror aktivieren und in ein Verzeichnis mit vielen Bildern wechseln, dauert es kurze Zeit, bis der Datei-Manager für alle Grafiken ein Minibildchen anzeigt. Wechseln Sie später erneut in diesen Ordner, zeigt der Konqueror alle Bilder sofort an. Das liegt daran, dass das Programm die Vorschaugrafiken nur beim ersten Wechsel in ein Verzeichnis erzeugt. Diese speichert es in Unterordnern des Verzeichnisses .thumbnails in Ihrem Home-Verzeichnis. Da der Name des Ordners mit einem Punkt beginnt, behandelt ihn der Konqueror als versteckt und blendet ihn standardmäßig aus. Um zu sehen, was sich im Laufe der Zeit dort an Bildern angesammelt hat, aktivieren Sie die Anzeige versteckter Dateien und Ordner über Ansicht / Versteckte Dateien anzeigen aus dem Menü.

Benötigen Sie einmal dringend freien Speicherplatz auf der Festplatte, ist der Inhalt des .thumbnail-Ordners ein guter Löschkandidat. Der Konqueror erzeugt die Vorschaubilder automatisch neu, sobald Sie in ein Verzeichnis mit Bildern wechseln.

Tipp: Baumansicht per Tastendruck

Über die Seitenleiste des Konquerors öffnen Sie in der linken Fensterhälfte schnell die Baumansicht für das Wurzel- oder Ihr Home-Verzeichnis (Abbildung 10). Nimmt Ihnen der Verzeichnisbaum einmal zu viel Platz weg, blenden Sie ihn am schnellsten über [F9] aus. Ein erneuter Druck auf [F9] zeigt ihn wieder an.

Abb. 10: Ein Klick auf den roten Ordner in der Seitenleiste blendet die Baumansicht auf der linken Seite ein.

Tipp: Nachfragen beim Löschen abschalten

Wenn Sie im Konqueror eine Datei löschen oder in den Mülleimer verschieben, öffnet sich ein Fenster mit einer Sicherheitsabfrage, in dem Sie die Aktion mit einem Klick auf OK bestätigen. Ist Ihnen der zusätzliche Klick lästig, setzen Sie in diesem Fenster einfach ein Häkchen vor Diese Nachfrage nicht mehr anzeigen. Löschen und in den Mülleimer verschieben behandelt der Konqueror unterschiedlich. Sie können also die Sicherheitsabfrage für die nicht rückgängig zu machende Löschaktion beibehalten, sie jedoch für das Verschieben in den Müll abschalten.

Überlegen Sie es sich später anders und möchten Löschaktionen wieder bestätigen, um nicht versehentlich noch benötigte Dateien zu entsorgen, reaktivieren Sie die Sicherheitsabfrage über Einstellungen / Konqueror einrichten: Im Abschnitt Verhalten entscheiden Sie unter Um Bestätigung nachfragen bei, bei welchen Aktionen der Datei-Manager sich rückversichert, bevor er seine Arbeit erledigt.

Tipp: Handbuchseiten komfortabel lesen

Die meisten Kommandozeilenbefehle, aber auch einige grafische Programme, bringen ihre Dokumentation in Form so genannter Manpages mit. Wenn Sie gelegentlich die Shell-Tipps von EasyLinux lesen, wird Ihnen das Kommando man, das Sie zusammen mit dem Namen eines Programms aufrufen, ein Begriff sein. So zeigt man convert die Handbuchseite des Bildkonvertierungs-Tools convert aus dem ImageMagick-Paket [1] an.

Wesentlich übersichtlicher und komfortabler ist es jedoch, die klassische Linux-Dokumentation direkt im Konqueror zu lesen: Um dort eine Manpage im HTML-Format aufbereitet zu lesen, geben Sie man: gefolgt vom Programmnamen in die Adresszeile des Datei-Managers ein, also etwa man:convert. Der Doppelpunkt verrät dem Konqueror, dass er nun das interne Protokoll man benutzen soll, das zur Anzeige der Handbuchseiten dient.

Der größte Vorteil des Konquerors beim Lesen der Manpages besteht darin, dass er die Verweise auf weiterführende Dokumentation als anklickbare Links darstellt. Am Ende vieler Handbuchseiten befindet sich der Abschnitt SEE ALSO (siehe auch), der oft auf weitere Manpages verweist. So bietet die convert-Handbuchseite unter anderem Verweise auf die Dokumentation des Bildbetrachters display und der Tool-Sammlung ImageMagick (Abbildung 11). Ein Klick auf einen davon öffnet die passende Handbuchseite.

Abb. 11: So macht Dokumentation lesen Spaß: Konqueror rendert Manpages als HTML-Dateien und stellt die Verweise auf zusätzliche Dokumentation als Links dar.

Tipp: Befehlsfenster im Datei-Manager

Wer gelegentlich auf der Kommandozeile arbeitet, muss dafür nicht extra eine KDE-Konsole starten: Auf Wunsch bietet Ihnen auch der Allrounder Konqueror ein in seine Oberfläche eingebettetes Befehlsfenster. Sie blenden es über Fenster / Terminal-Emulator anzeigen ein und auch wieder aus (Abbildung 12).

Im Gegensatz zu einer eigens geöffneten KDE-Konsole bietet die integrierte Variante sogar einen Vorteil: Sie erspart Ihnen den manuellen Verzeichniswechsel mit dem Befehl cd. Sobald Sie in der Ordneransicht ein Verzeichnis betreten, finden Sie sich auch in der integrierten Konsole dort wieder.

Abb. 12: Über "Fenster / Terminal-Emulator anzeigen" nutzen Sie die Kommandozeile direkt aus dem Datei-Manager heraus.

Tipp: Schneller Verzeichniswechsel

Um auch in der KDE-Konsole schnell durch verschachtelte Ordnerstrukturen zu navigieren, bietet es sich an, für häufig besuchte Verzeichnisse Lesezeichen anzulegen. Wechseln Sie dazu mir dem Befehl cd in den gewünschten Ordner und erstellen Sie über Lesezeichen / Lesezeichen hinzufügen ein Konsolen-Bookmark. Der neue Eintrag erscheint sofort im Lesezeichenmenü und bringt Sie später jederzeit in den dort hinterlegten Ordner.

Tipp: Verlaufsspeicher der Konsole anpassen

Ein besonders praktisches Feature der KDE-Konsole ist der Verlaufsspeicher. Mit den Scroll-Balken auf der rechten Seite des Fensters bewegen Sie sich mühelos auch durch längere Befehlsausgaben und sehen, was Sie vor Stunden eingegeben haben. Wie viele Zeilen die Konsole speichert, legen Sie im Einstellungen-Menü fest: Wählen Sie dort Verlaufsspeicher und tragen Sie in das Eingabefeld hinter Anzahl Zeilen den gewünschten Wert ein (Abbildung 13). Standardmäßig speichert das KDE-Befehlsfenster die letzten 1000 Zeilen.

Damit Sie eine Konsolensitzung komplett nachvollziehen können, klicken Sie auf Unbegrenzt. Wollen Sie den Verlaufsspeicher abschalten, etwa weil Sie nicht wollen, dass andere Personen mit Zugang zu Ihrem Rechner nachvollziehen können, an was sie gerade arbeiten, entfernen Sie einfach das Häkchen vor Aktivieren. (amü)

Abb. 13: In diesem Dialog legen Sie fest, um wie viele Zeilen Sie in der Konsole zurückblättern können.
Infos
[1] ImageMagick-Artikel: Daniel Molkentin, "Landschaftsmaler", EasyLinux 04/2005, S. 83 ff.

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