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Erschienen in EasyLinux 10/2005

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

von Claudia Dotterweich


Unsere Tipps und Tricks helfen beim Einsaz des populären Grafikprogramms Gimp. Wir zeigen, wie Sie Ihre Bilder effektiver bearbeiten.

Tipp: Bilder mit Gimp retuschieren

Gimp ist die ideale Software zum nachträglichen Kaschieren "kleiner Schönheitsfehler": Pickel, Sommersprossen oder Leberflecken entfernen Sie einfach mit dem Stempelwerkzeug. Das Klonenwerkzeug rufen Sie im Werkzeugkasten über das entsprechende Bildsymbol oder mit [C] auf. Mit diesem Retouchewerkzeug kopieren Sie beliebige Bildstellen und tragen sie auf die zu korrigierenden Bildbereiche auf.

Bevor Sie mit der Retusche beginnen, überprüfen Sie kurz die Werkzeugeinstellungen (Datei / Dialoge / Werkzeugeinstellungen): Wählen Sie als Erstes einen passenden Pinsel aus und achten Sie darauf, dass als Quelle der Modus Bildquelle aktiviert ist. Diese Option legt fest, dass der zu kopierende Bereich ebenfalls aus einem Bild stammt. Die Ausrichtung sollte auf der Standardeinstellung Nicht ausgerichtet stehen. Nachdem Sie die Grundeinstellungen festgelegt haben, beginnen Sie mit dem eigentlichen Klonen.

  1. Wählen Sie zuerst den Bildbereich aus, welcher als Quelle dient. Halten Sie hierfür [Strg] gedrückt und klicken Sie mit der linken Maustaste auf die Stelle, die Sie kopieren möchten. Das Klonenwerkzeug erscheint als Fadenkreuz und markiert die ausgewählte Stelle.
  2. Lassen Sie [Strg] wieder los und klicken Sie anschließend auf die zu retuschierende Stelle. Wiederholen Sie den Vorgang, bis das gewünschte Ergebnis erzeugt wurde (Abbildung 1).

Achten Sie darauf, dass der kopierte Bereich nicht zu sehr von der Farbe der zu kaschierenden Stelle abweicht. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn sich die Quelle in direkter Nähe des Zielbereichs befindet.

Ein weiteres Manko vieler Personenaufnahmen sind dunkle Augenringe. In wenigen Schritten macht Gimp müde Augen wieder munter:

  1. Legen Sie über das Bildmenü Ebene / Neue Ebene eine neue transparente Ebene an.
  2. Wählen Sie eine weiche Pinselspitze aus und übermalen Sie mit weißer Farbe die dunklen Stellen unterhalb des Auges.
  3. Wenden Sie anschließend den Weichzeichnerfilter (Filter / Weichzeichnen / Weichzeichnen) ein paar Mal an und reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene.

Abb. 1: Mit Hilfe des Stempelwerkzeugs klonen Sie Objekte und beseitigen Defekte und Mängel. Bei der Fotoretusche leistet es gute Dienste. Links das Original, rechts die geänderte Version.

Tipp: Ebenendeckkraft prozentgenau einstellen

Die Deckkraft einer Ebene legen Sie im Normalfall mit dem Schieberegler fest. Wenn es Ihnen nicht gelingt, einen bestimmten Wert per Hand einzustellen, helfen die Pfeiltasten weiter. Bevor Sie die Tastatur verwenden, klicken Sie zuerst auf den Schieberegler. Durch Drücken der Pfeiltasten werden Ihre Einstellungen genauer. Ein Tastendruck entspricht dabei einem Schritt von 1%. Um den Regelbereich zu vergrößern, halten Sie [Alt] gedrückt -- damit erhöhen oder reduzieren Sie die Deckkraft um 10%.

Tipp: Eigene Farben für den Farbauswahldialog

Die Farbpalette im Farbauswahldialog können Sie jederzeit um eigene Farben erweitern:

  1. Rufen Sie das Dialogfenster Farbauswahl mit einem Doppelklick auf die Vordergrundfarbe auf.
  2. Wählen Sie mit Hilfe der Regler für Farbton, Sättigung oder Wert eine Farbe aus. Optional können Sie auch mit der Maus im Farbfenster anhand des Fadenkreuzes eine Farbe definieren (Abbildung 2).
  3. Ein Klick auf die Schaltfläche mit dem kleinen schwarzen Pfeil, Die aktuelle Farbe der Farbliste hinzufügen, gliedert den Farbton in die Farbpalette ein.

Die Farbpalette speichert zwölf Farbtöne. Der älteste wird automatisch durch die neu hinzugefügte Farbe ersetzt.

Abb. 2: In der Farbliste speichern Sie eigene, oft benötigte Farben, die Sie hier bei Bedarf schnell auswählen.

Tipp: Standardbildauflösung fürs Web

Falls Sie Gimp hauptsächlich zum Erstellen von Web-Grafiken einsetzen, empfehlen wir Ihnen, die Standardauflösung für neue Bilder auf 72 dpi (dots per inch) zu setzen -- dann müssen Sie die Auflösung nicht jedesmal manuell ändern. Den Einstellungsdialog finden Sie unter Datei / Einstellungen / Neues Bild und dann Erweiterte Einstellungen.

Tipp: Farbverlauf zeichnen

Das Pinselwerkzeug verwendet nicht nur Farben aus der Farbauswahl, sondern auch aus dem Farbverlaufs-Browser:

  1. Öffnen Sie mit einem Doppelklick auf das Werkzeug-Icon die Werkzeugeinstellungen.
  2. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Farbe aus Farbverlauf.
  3. Wählen Sie aus den nun sichtbaren Einstellungen einen passenden Farbverlauf aus. Optional passen Sie den Standardwert (100 px) für die Länge der Pinselstriche bis zum Farbwechsel an.
  4. Unter Wiederholung legen Sie unter anderem fest, ob das Farbverlaufsschema von vorne beginnt (Sägezahnwelle) oder seine Richtung beim Zeichnen wechseln soll (Dreieckswelle).

Tipp: Bilder schnell duplizieren

Sie können ein komplettes Bild (inklusive aller Ebenen, Ebenenmasken und Kanäle) schnell duplizieren, indem Sie [Strg-D] drücken.

Tipp: Filter: Blitzschnell manipuliert

Eindrucksvolle Gewitteraufnahmen üben auf viele Menschen einen besonderen Reiz aus. Sie möchten sich diesem Naturschauspiel nicht persönlich aussetzen? Mit Gimp erzeugen Sie einfach und schnell ein Blitzgewitter der besonderen Art.

  1. Öffnen Sie ein Foto, vorzugsweise eines in "Dämmerstimmung".
  2. Legen Sie über das Bildmenü eine neue transparente Ebene an (Ebene / Neue Ebene).
  3. Rufen Sie im Bildmenü den Punkt Filter / Render / Fraktal Explorer auf.
  4. Im Dialogfenster finden Sie unter Fraktale eine Liste mit verschiedenen Fraktalen. Für den Blitz wählen Sie hier das Fraktal Lightning aus.
  5. Bevor Sie den Dialog verlassen, passen Sie die Einstellungen bei Farben an Ihre Bedürfnisse an.
  6. Wählen Sie abschließend den Ebenenmodus Abwedeln aus und reduzieren Sie die Deckkraft (Abbildung 3). Bei Bedarf vergrößern oder verkleinern Sie die Ebene mit dem Fraktalblitz.

Abb. 3: Um es in Gimp blitzen zu lassen, brauchen Sie nur einen Filter und ein paar Einstellungen.

Tipp: Strukturierter Ebenenaufbau

Bei komplexen Grafikprojekten arbeitet man mit vielen Ebenen. Gimp besitzt eine ganz simple Funktion, die Ihnen hilft, stets die Übersicht zu behalten: das Benennen der Ebenen mit aussagekräftigen Namen. Sicher haben Sie schon bemerkt, dass das Programm beim Anlegen neuer Ebenen einen automatischen Namen vergibt. Ein Doppelklick auf die Ebene ermöglicht die Namensänderung. Alternativ rufen Sie über das Kontextmenü der rechten Maus die Ebeneneigenschaften auf.

Der Name sollte immer einen Bezug zum Inhalt der Ebene haben -- das erlaubt dann jederzeit ein schnelles Auffinden der Ebene im Ebenenstapel.

Eine weitere Möglichkeit, Ordnung in den Ebenenaufbau zu bringen, ist das Zusammenführen von Ebenen. Stellen Sie sicher, dass sich die entsprechenden Ebenen untereinander befinden. Alle betreffenden Ebenen müssen eingeblendet sein, d. h., ihre Augensymbole sind aktiv. Wählen Sie die oberste Ebene aus und rufen Sie mit einem Klick auf die rechte Maustaste im Kontextmenü den Eintrag Nach unten vereinen auf.

Tipp: Tipp zum Zoom-Werkzeug

Ein unerlässliches Hilfsmittel für feine Arbeiten mit einem Auswahlwahlwerkzeug ist der Bild-Zoom: Aktivieren Sie das Vergrößern / Verkleinern-Werkzeug mit einem Klick auf das Lupensymbol in der Werkzeugbox. Die Bildansicht vergrößern Sie durch einmaliges Klicken auf die Bildfläche oder indem Sie mit gedrückter Maustaste einen rechteckigen Bereich aufziehen. In der Statusleiste des geöffneten Fotos sehen Sie die Einstellungsoptionen für den Zoom (Abbildung 4). Legen Sie hier die Maßeinheit und die prozentuale Zoom-Vergrößerung fest. Unter dem Bildmenüpunkt Ansicht / Zoom finden Sie weitere Ansichtsmöglichkeiten für das Zoom-Werkzeug.

Die Bildnavigation (Datei / Dialoge / Navigation) ist ebenfalls mit einer Zoom-Funktion ausgestattet. Hier legen Sie die Zoom-Größe über einen Regler fest. Mit dem Verschieben-Werkzeug bewegen Sie sich im Vorschaufenster zum angezoomten Bildbereich.

Mit [F11] aktivieren bzw. deaktivieren Sie den Vollbildmodus des aktuellen Fotos. So verwenden Sie ohne störende Programmfenster den gesamte Desktop zum Zoomen. (hge)

Abb. 4: Der Zoom ist ein nützliches Tool, das besonders beim Ausarbeiten von Bildfeinheiten hilft.

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