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von Heike Jurzik
Manchmal "vergisst" das Live-System die Einstellungen zur seriellen Maus, z. B. wenn Sie einen Handheld-Computer (Palm Pilot & Co.) anschließen und in KPilot die Autoerkennung des Gerätes starten (Abbildung 1).
Mit einem einfachen Trick beheben Sie das Problem: Wechseln Sie mit [Strg-Alt-F1] auf die erste virtuelle Konsole; dort sehen Sie als letzte Meldung Starting X11. Drücken Sie [Eingabe], um den Root-Prompt zu sehen, und geben Sie den Befehl
/etc/init.d/gpm restart
ein Wechseln Sie dann mit [Strg-Alt-F5] zurück in die grafische Umgebung -- die Maus sollte nun wie gewohnt arbeiten.
Besitzen Sie einen etwas betagteren Computer und wollen mit Knoppix arbeiten, müssen Sie nicht in die sehr speicherhungrige KDE-Oberfläche booten: Mit IceWM und Twm stehen zwei schlanke Window Manager als Alternative zur Verfügung. Geben Sie dazu am Boot-Prompt den Cheat-Code
desktop=icewm
bzw.
desktop=twm
ein und freuen sich anschließend über eine performantere grafische Arbeitsoberfläche (Abbildung 2). IceWM ist dabei die komfortablere Variante; Twm ist ein sehr simpler Window Manager.
Wer sich mit den Kommandozeilen-Befehlen wie apt und aptitude nicht anfreunden kann, sollte einen Blick auf Synaptic werfen. Sie starten die Paketverwaltung beispielsweise über [Alt-F2] und Eingabe von gksudo synaptic (unter Gnome) bzw. über kdesu synaptic (unter KDE). Geben Sie ins nächste Feld Ihr eigenes Kennwort ein.
Links sehen Sie die Software nach Themengebieten sortiert, in der rechten Hälfte finden Sie die Pakete. Klicken Sie diese jeweils einmal an, erscheint im unteren Bereich eine Beschreibung. Was die Farben in den kleinen Kästchen vor den Paketnamen bedeuten, erfahren Sie, wenn Sie die Legende aus dem Menü Hilfe / Symbolerläuterung aufrufen. In der Werkzeugleiste gibt es nützliche Funktionen, die den Status der Paketliste aktualisieren (Neu laden), die verfügbaren Aktualisierungen vormerken, Pakete genauer betrachten (Eigenschaften) und eine Suche starten.
Um ein Paket zu installieren, klicken Sie jeweils in die kleine Checkbox vor dem Namen und wählen aus dem Kontextmenü Zum Installieren vormerken. Synaptic erkennt Abhängigkeiten zu anderen Paketen und informiert in einer Dialogbox über die nötigen Änderungen: Wählen Sie hier entweder Vormerken, um diese Vorschläge zu übernehmen, oder klicken Sie auf Abbrechen, um den Vorgang zu beenden (Abbildung 3). Nachdem Sie alles ausgewählt haben, klicken Sie in der Werkzeugleiste auf Anwenden, und Synaptic zeigt eine Zusammenfassung der vorzunehmenden Änderungen an. Neben den zu installierenden sehen Sie auch die zurückgehaltenen Pakete (Unverändert). Klicken Sie auf Anwenden, um die Software einzuspielen.
Als Standardzeichensatz ist unter Ubuntu Linux UTF8 gewählt -- wer diesen nicht benutzen und stattdessen mit ISO-8859-15 arbeiten möchte, stellt die Vorgabe in wenigen Schritten um:
Standardmäßig läuft unter Ubuntu Linux kein SSH-Server, so dass eine Anmeldung von einem entfernten Rechner aus nicht möglich ist. Damit das klappt, spielen Sie das Paket openssh-server nachträglich ein.
sudo aptitude install openssh-server
Jetzt sollten Sie in der Lage sein, über das Kommando
ssh user@server
eine verschlüsselte Verbindung aufzubauen. Anstelle von user geben Sie einen gültigen Benutzernamen für einen Account auf dem Ubuntu-Rechner ein; für server schreiben Sie entweder den Namen oder die IP-Adresse des Ubuntu-Computers. (Mehr zu ssh und scp erfahren Sie auch im Guru-Training dieser Ausgabe ab Seite 84.)
Wer parallel zu Ubuntu Linux ein Windows-System auf der Festplatte hat, muss zum Datenaustausch nicht jedes Mal umbooten. Partitionen mit dem NTFS-Dateisystem (Windows NT, 2000 und XP) können Sie immerhin lesend einbinden, auf Datenträger mit FAT-Dateisystem (Windows 95/98 oder ME) greift Linux sogar lesend und schreibend zu.
mkdir /mnt/windows
# fdisk -l /dev/hda ... /dev/hda1 1 1305 10482381 7 HPFS/NTFS
mount -t ntfs /dev/hda1 /mnt/windows
mount -t vfat dev/hda1 /mnt/windows
Nach einem Rechnerneustart müssen Sie die Windows-Partitionen wieder, wie oben beschrieben, von Hand einbinden. Um das zu vermeiden, fügen Sie einfach einen entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/fstab [2] ein, die verwaltet, welche Datenträger Linux beim Systemstart einbindet.
cp /etc/fstab /etc/fstab.orig
/dev/hda1 /mnt/windows ntfs ro,dmask=0222,fmask=0333 0 0
/dev/hda1 /mnt/windows vfat user,umask=0 0 0
Beachten Sie den Zusatz ro (englisch "read-only" = "nur lesbar") für die NTFS-Partition: Dieser sorgt dafür, dass die Partition nur lesbar ist. (Ohne diese Option beschwert sich der Treiber jedesmal beim Einbinden der Partition.) (hge)
| Infos |
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[1] Artikel zu Festplatten-Partitionen: Carsten Schnober, "Friedliche Koexistenz -- Partitionen und Dateisysteme", EasyLinux 06/2005, S. 54 ff., http://www.easylinux.de/2005/06/054-partitionen/
[2] Artikel zu mount und /etc/fstab: Heike Jurzik und Hans-Georg Eßer, "Bergsteiger -- Dateisysteme mounten", S. 80 ff., http://www.easylinux.de/2004/06/080-guru-mount/ |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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