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Erschienen in EasyLinux 11/2005

Gut gewählt ist halb gewonnen

Liebe Leserinnen und Leser,

mit Erscheinen des Heftes ist in Deutschland der Wahlkampf zur Bundestagswahl vorbei, die letzten Plakate werden abgehängt, und die Anzahl der Polit-Talkshows geht auf ein gesundes Normalniveau zurück. Doch auch jenseits der Politik sind wir regelmäßig zur Wahl aufgerufen: beispielsweise beim Einkauf von Geräten, bei der Installation eines neuen Betriebssystems oder dazu passender Anwendungen.

Die Auswahl beispielsweise eines Druckers ist ein ganz aktiver Urnengang, bei dem Sie Linux-feindliche Hersteller für deren Ignoranz abstrafen können. Ähnlich wie bei einer politischen Wahl gilt auch hier: Die einzelne "Stimme" (also Kaufentscheidung) ist zwar nicht spürbar, aber die Masse macht's.

Die alte Leier

EasyLinux greift dieses Thema wieder und wieder auf -- denn in den Linux-bezogenen Diskussionsforen und auch in Leser-E-Mails spüren wir immer wieder die Frustration, die entsteht, wenn ein Gerät unter Linux nicht mitspielen will. Damit verbunden ist dann oft der Satz: "Naja, wenn ich mit Linux nicht ins Internet kann, dann bleibe ich halt bei Windows." (Hier ist der Satzteil "ins Internet" auswechselbar, zum Beispiel gegen "drucken", "scannen", "Musik hören" usw.) Drum will ich es hier noch einmal ganz deutlich formulieren:

Wenn Ihr Drucker / Scanner / Modem / XYZ-Gerät nicht unter Linux läuft, dann ist das in den meisten Fällen vom Hersteller des Geräts so gewollt, weil er der Linux-Entwicklergemeinde die Informationen verweigert, die zum Schreiben eines Gerätetreibers notwendig sind.

Und es gibt wirklich nur einen einzigen Ausweg aus der Misere: Vor dem Kauf neuer Hardware immer über eine Internet-Recherche prüfen, welches Gerät Linux-kompatibel ist. Eine erste Anlaufstelle ist dabei unsere Hardware-Ecke, die wir in jeder Ausgabe auf S. 97 abdrucken. Wer schon einen kompletten Gerätepark hat und auf Linux umsteigen will, muss wohl oder übel die inkompatiblen Geräte aussortieren und durch Linux-gerechte ersetzen; daran führt kein Weg vorbei. GDI-Drucker, WinModems und ähnliche billige Windows-only-Geräte sind aus Sicht des Linux-Benutzers leider einfach nur Computer-Schrott. (Die Web-Seite www.linuxprinting.org nennt Drucker aus dieser Kategorie liebevoll "Briefbeschwerer".)

Wenn man dann noch bedenkt, dass es im Windows-Lager die Aufgabe der Gerätehersteller ist, funktionsfähige Windows-Treiber für ihre Geräte zu schreiben (und auf Treiber-CDs mitzuliefern), dann nötigt die schiere Masse der Geräte, die unter Linux sofort, out of the box, funktionieren, schon großen Respekt vor den Entwicklern ab. Also: Nicht nörgeln, sondern clever kaufen und damit die vernünftigen Hersteller fördern, die den Trend erkannt haben und Linux als gleichberechtigte Plattform wahrnehmen -- dann klappt's auch mit der Hardware.

Hans-Georg Eßer
Chefredakteur

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