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Erschienen in EasyLinux 11/2005

Nachrichten

Ubuntu 5.10 mit neuer Gnome-Version

Im Oktober erscheint Version 5.10 von Ubuntu Linux (http://ubuntulinux.org), Codename "Breezy Badger" ("der freche Dachs"). Das Entwickler-Team hat nach eigenen Angaben die Hardware-Unterstützung verbessert: Breezy soll beispielsweise Drucker-Scanner-Kombigeräte von HP sowie Bluetooth-Tastaturen und -Mäuse von Haus aus unterstützen. Auch der heikle Suspend-Modus für mobile Computer soll nun bei einer größere Zahl an Notebook-Modellen funktionieren.

Die augenfälligste Änderung betrifft aber den Desktop. Ubuntu pflegt eine enge Partnerschaft zum Gnome-Projekt (http://www.gnome.org), das Anfang September Version 2.12 der Desktop-Umgebung freigab. Ubuntu 5.10 wird eine der ersten Distributionen sein, die die neue Gnome-Version mitliefert. Gnome 2.12 verwendet einen neuen Dokumentenbetrachter namens Evince, der ältere Anwendungen zum Anzeigen von PDF- und Postscript-Dateien ablöst. Ebenfalls neu: Der im Gnome-Dateimanager eingebaute CD-Ersteller kann nun auch Audio-CDs kopieren -- bisher mussten Ubuntu-Benutzer zu diesem Zweck Brennprogramme wie K3b nachinstallieren.

Abb. 1: Ubuntu 5.10 enthält als eine der ersten Distributionen die neue Gnome-Version 2.12. Zu den Neuerungen gehört der Dokumentenbetrachter Evince, der Postscript- und PDF-Dateien anzeigt.

Novell zufrieden mit OpenSuse

Auf der alljährlichen Hausmesse von Novell, der so genannten Brainshare, zeigten sich die Konzernleitung zufrieden mit dem Projekt OpenSuse. Das Unternehmen registrierte bereits zahlreiche Downloads sowie rund 5 000 Anmeldungen von freien Entwicklern.

Ab Anfang Oktober steht voraussichtlich das Box-Produkt Suse Linux 10.0 in den Regalen. Zum Preis von 59 Euro erwirbt der Kunde neben den Installationsmedien auch ein Handbuch sowie Installations-Support über einen Zeitraum von 90 Tagen. Der Download der Version 10.0 ist erst nach einiger zeit nach der Markteinführung vorgesehen.

Ein Novum dieser Version: Novell integriert die Unterstützung für MP3-Dateien in den Player Amarok. Bislang trennten sich viele Distributoren aus rechtlichen von diesem Codec oder boten ihn lediglich als Download an.

Daneben kommen Anwender mit KDE 3.5 in den Genuss der neuen Version der bekannten Desktop-Umgebung. Sie wartet mit einigen interessanten Details auf: Ein neues Suchfeld im KDE-Menü erlaubt dem Anwender beispielsweise die Suche nach Einträgen in der verschachtelten Struktur.

Abb. 2: Neu in KDE 3.5: Das Menü enthält ein Suchfeld, über das sich Anwendungen in der verschachtelten Struktur finden lassen.

IFA 2005: Mediacenter für Avantgardisten

Mit der Reelbox Avantgarde bracht das Unternehmen Reel Multimedia ein Linux-basiertes Mediacenter mit vier Tunern für digitalen Fernsehempfang via Satellitenschüssel (DVB-S) zur Internationalen Funkausstellung (IFA) nach Berlin mit. Die Box versteht sich als DVB-Receiver, Videorekorder nebst DVD- und Audio-Player in einem. HDTV-tauglich ist das Gerät ebenfalls, wobei es die Auflösungen 720p, 1080i und 1080p unterstützt.

Damit glaubt sich der Hersteller im derzeit herrschenden Format-Chaos für das hochauflösende Fernsehen auf der sicheren Seite. Der Benutzer braucht aber noch einen kompatiblen Fernseher. Die Box versteht sich auf das Decodieren von MPEG-Codecs 1-4 sowie Windows Media 9. Über Software-Updates lassen sich weitere Codecs optional einspielen.

Mit den vier Tunern entgeht dem Pantoffelkinobesucher keine Sendung mehr und auch den professionellen Anwender sieht der Hersteller als Zielgruppenmitglied: Wahlweise nimmt er gleichzeitig vier Programme auf, oder er schaut sich einen Film auf DVD an, während im Hintergrund Sendungen aufgezeichnet oder ins heimische Netzwerk einspeist.

Als Features stehen Bild-in-Bild-Technologie (PiP), zeitversetztes Abspielen (Timeshift) und der Electronic Programm Guide (EPG) zur Verfügung. Eine Festplatte mit 160 GByte (7200 U/min) und ein RW-Dual-Layer-DVD-Brenner, beide Laufwerke liefert Samsung, bilden den Speicherblock der Box.

Im Format einer Hifi-Komponente mit Maßen von 44x90x33 (BxHxT) Zentimetern, hat der Hersteller zudem eine Flut von Anschlussmöglichkeiten integriert: Scart, DVI-i, HDMI 1.1, S-Video, Composite, S/PDIF (koaxial und optisch), Cinch zählen unter anderem dazu. Gigabit-Netzwerkanschluss, USB 2.0, FireWwire und Smartcard-Reader komplettieren die Verbindungsmöglichkeiten.

Das High-End-Gerät im schwarzen oder silberfarbenen Designer-Gehäuse hat allerdings seinen Preis: Rund 1000 Euro sind für die Reelbox Avantgarde zu berappen. Ende des vierten Quartals steht die Box voraussichtlich in den Regalen, teilte Hersteller Reelmultimedia mit (http://www.reel-multimedia.de).

Abb. 3: Die Linux-basierte Reelbox bringt als Alleskönner Audio und Video in hoher Qualität ins Wohnzimmer.

Freespire heißt jetzt Squiggle

Die Idee, aus der Debian-basierten Distribution Linspire die proprietären Komponenten nebst den Warenzeichen zu entfernen und als Freespire anzubieten, hat in den vergangenen Wochen für Wirbel gesorgt.

Der Name Freespire schien Linspire zu nahe am eigenen Produkt, und die Firma Linspire bringt wahrlich Erfahrung mit, wenn es um Markennamen geht: Über Monate hinweg stritten sich Linspire, damals noch als Lindows firmierend, mit Microsoft um die potenzielle Verwechslungsgefahr zwischen Lindows und Windows. Schließlich einigten sich die Kontrahenten auf eine Namensänderung in Linspire.

Monatelang hat sich auch der Fall Freespire nicht hingezogen, die beiden Parteien einigten sich schließlich darauf, dass Freespire umbenannt wird. Was in ersten Moment nur als Codename für die Übergangszeit gedacht war, Squiggle, bleibt nun als Produktnamen bestehen. Unter der Adresse http://www.squiggleos.org soll es weitere Informationen geben, derzeit steht dort allerdings mehr zu Linspire als zu Squiggle.

Kommerzielles Office-Paket für Linux

Die proprietäre Büro-Suite ThinkFree Office 3 ist nach der Mac-OS- und Windows-Version nun auch für Linux erschienen. Die Anwendungen Write, Calc und Show sind in Java geschrieben und entsprechen einer Textverarbeitung, einer Tabellenkalkulation und einem Präsentationsprogramm.

Optisch versucht ThinkFree, den Look von Microsoft Office zu kopieren. Darüber mag der Linux-Anwender geteilter Meinung sein -- der Hersteller des kommerziellen Programms wendet sich mit der vertrauten Oberfläche an Microsoft-Office-Umsteiger.

Der Anbieter stellt unter (http://www.thinkfree.com/download/dl_linux.jsp) eine Testversion zur Verfügung, die nach 30 Tagen um Deinstallation oder Kauf bittet. Die Download-Datei ist 80 MByte groß und bringt die benötigte Laufzeitumgebung für Java 1.5 gleich mit. Das Paket, das sich über einen eizigen Befehl auf der Kommandozeile installieren lässt, ist nach Angaben des Herstellers für Suse Linux und Fedora Core geeignet.

Wer von den Qualitäten des Programms überzeugt ist, kann für rund 50 US-Dollar einen Lizenzschlüssel erwerben.

Abb. 4: Dreierpack: ThinkFree bringt Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationswerkzeug mit.

Firefox 1.5 Beta 1

Die erste Beta-Version des kommenden großen Updates für den Web-Browser Firefox steht zum Download bereit, allerdings nur in englischer Sprache. Die Testversion bedient aber experimentierfreudige Benutzer von Linux, Mac OS X und Windows. Das Projekt widmet die frühe Ausgabe ausdrücklich den "early adopters" und Entwicklern; Support für Endbenutzer gibt es keinen.

Version 1.5 bringt diverse Neuerungen mit, per Drag-and-Drop sortierbare Browser-Tabs gehören dazu, ein automatisches Update-Programm und ein überarbeitetes Optionsmenü ebenso. Der Browser soll Webseiten zudem flinker aufbauen. Das gelte ebenfalls für die Seiten, die der Anwender mittels Vor- und Zurück-utton ansurft, so die Entwickler.

Eine Übersicht der Neuerungen liefern die Release Notes (http://www.mozilla.org/products/firefox/releases/1.5beta1.html. Eine weitere Beta-Ausgabe folgt nach dem derzeitigen Stand der Dinge im Oktober, die finale Version 1.5 noch in diesem Jahr.

Der Mail-Client Thunderbird, auch ein Abkömmling aus dem Mozilla-Projekt, erschien ebenfalls in einer Version 1.5 Beta 1, die vorderhand zu Testzwecken gedacht ist. Sie gibt einen Ausblick auf kommende Funktionen, wie Rechtschreibprüfung während der Eingabe, Warnung vor Phishin-Mails und noch mal verbesserter Spam-Schutz. Alle Infos unter http://www.mozilla.org/products/thunderbird/releases/1.5beta1.html

Amarok spielt den Deutschlandfunk

Unter dem Motto "Radio zum Mitnehmen" bietet der Deutschlandfunk einen Teil seines Programms als Podcasts zum Herunterladen an. Die als MP3-Datei erhältlichen Radiosendungen stammen aus den Ressorts Nachrichten, politisches Feuilleton, Forschung und Wissenschaft.

Für Linux-Benutzer interessant: Auch die freien Programme Akregator (http://akregator.sourceforge.net) und Amarok listet der Radiosender ausdrücklich auf. Jer nach dem, ob der RSS-Reader Podcast-Funktionalität mitbringt, empfiehlt der Deutschlandfunk jeweils eigene Adressen. Eine Anleitung zum Download der Podcasts und einen Überblick über das Angebot finden Sie hier: http://www.dradio.de/aktuell/398578/.

Amarok (http://amarok.kde.org)versteht sich übrigens ab der neuesten Version 1.3 (Codename Airborne) mit Podcasts. Benutzer finden in der Seitenleiste von Amarok einen Menüpunkt, über den sich neue Podcast-Quellen hinzufügen lassen. (Mathias Huber/mhu)

Abb. 5: Die Jukebox-Software Amarok 1.3 spielt auch aktuelle Podcasts aus dem Internet. Und der Deutschlandfunk weist seine Hörer auf das freie Programm hin.

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