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von Marcel Hilzinger
Aktuelle Distributionen richten die grafische Oberfläche bereits während der Installation perfekt ein. In einigen Fällen muss der Benutzer zwar noch die gewünschte Auflösung einstellen, doch Probleme mit dem für die Grafik zuständigen X-Server -- früher eher die Regel als die Ausnahme -- gehören der Vergangenheit an. Viele Benutzer kennen deshalb das Suse-Tool SaX2 überhaupt nicht. Es hilft, die grafische Oberfläche, Maus und Bildschirm einzurichten.
Sie starten das Programm über [Alt-F2] und die Eingabe von kdesu sax2. Alternativ wählen Sie System / Konfiguration / SaX2 aus dem Hauptmenü. Nach der Eingabe des Root-Passwortes sehen Sie das Hauptfenster von SaX2 (Abbildung 1). Hier sollten Sie zunächst unter Monitor überprüfen, ob SaX2 Ihren Bildschirm korrekt erkannt hat.
Ist dies nicht der Fall, wählen Sie Monitor / Eigenschaften. Im neuen Fenster (Abbildung 2) wählen Sie in der linken Spalte den Hersteller und in der rechten das Modell. Besitzen Sie eine Treiberdisktte für den Bildschirm, legen Sie diese ins Floppy-Laufwerk ein und klicken anschließend auf Diskette. Befindet sich Ihr Monitor nicht in der Liste, wählen Sie --> VESA und anschließend einen VESA-Modus. Welchen VESA-Modus Ihr Bildschirm unterstützt, hängt vom Druchmesser der Bildröhre und von der Qualität des Monitors ab. Einige Richtwerte finden Sie in der Tabelle VESA-Modi. Alternativ wechseln Sie auf den Reiter Frequenzen und geben die technischen Parameter Ihres Monitors von Hand ein -- sofern bekannt.
| VESA-Modi | ||
| Bildschirmdiagonale | Preisklasse | VESA-Modus |
|---|---|---|
| 15" | untere | 800x600@75Hz |
| 15" | obere | 800x600@85Hz, 1024@768@75Hz |
| 17" | untere | 1024@768@75Hz |
| 17" | obere | 1024@768@85Hz, 1280x1024@75Hz |
| 19" | untere | 1280@1024@75Hz |
| 19" | obere | 1280@1024@85Hz, 1600x1200@75Hz |
Bei Laptops wählen Sie anstelle des VESA-Modus den Eintrag --> LCD. Hier müssen Sie wissen, welche Auflösung Ihr Display unterstützt. Da bei LCD-Monitoren die Bildwiederholrate nicht so relevant ist, sollten Sie für Tests zunächst immer den Eintrag mit 60 Hz wählen. Passen Sie bei LCD-Monitoren zudem auch die Werte für Bilddiagonale und Seitenverhältnis an. Nach Klicks auf OK und Fertig zeigt SaX2 die gewählten Werte an.
Nach der Auswahl des Monitortyps teilen Sie SaX2 noch mit, in welcher Auflösung Sie den Bildschirm betreiben möchten. Wählen Sie dazu den Punkt Farben/Auflösung(en) und stellen Sie die gewünschten Werte ein. Beginnen Sie bei Problemen mit einer niedrigen Auflösung. Sie können diese immer noch höher stellen. Per Klick auf OK und Fertig kommen Sie zum Anfangsbildschirm zurück. Klicken Sie im Hauptdialog auf Abschließen, haben Sie die Möglichkeit, die Einstellungen zu speichern oder zu testen. Wählen Sie hier unbedingt Test. Die Einstellungen des Testbilds können Sie über die Pfeilsymbole noch verändern. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, wählen Sie Speichern. Sie können nun SaX2 beenden. Damit KDE die neuen Einstellungen übernimmt, müssen Sie sich neu einloggen.
Bleibt nach dem Klick auf den Test-Knopf der Bildschirm schwarz, drücken Sie gleichzeitig [Strg], [Alt] und die [+]-Taste auf dem Nummernblock. Mit dieser Tastenkombination schaltet Linux zur nächsthöheren Auflösung. Den Vorgang müssen Sie eventuell mehrmals wiederholen, um die passenden Werte zu finden. Erscheint auch so kein Bild, warten Sie 30 Sekunden, ohne die Tastatur oder die Maus anzufassen. SaX2 bricht dann den Test automatisch ab, und Sie können Ihre Einstellungen ändern. Erscheint trotzdem kein Bild mehr, müssen Sie den Test mit [Strg-Alt-Rücktaste] beenden. Dabei gehen allerdings sämtliche nicht gespeicherten Daten von grafischen Anwendungen verloren.
In einigen Fällen darf beim Start von SaX2 die grafische Oberfläche nicht aktiv sein. Linux kennt dazu einen speziellen Betriebszustand (engl. Runlevel). Im Gegensatz zu Windows behandelt Linux die grafische Oberfläche vom System getrennt. Das bedeutet, dass Linux auch ohne Grafik voll funktionsfähig ist. Einen eingeschränkten Modus, wie ihn Windows verwendet, kennt Linux nicht.
Arbeitet Suse Linux im Runlevel 3, ist der für die grafische Oberfläche zuständige X-Server nicht aktiv. Um aus dem laufenden System in diesen Runlevel zu wechseln, gehen Sie folgendermaßen vor:
Diese Vorgehensweise müssen Sie auch wählen, wenn Sie die grafische Oberfläche nach der Installation der binären nVidia-Treiber einrichten möchten. Hier rufen Sie SaX2 mit folgendem Befehl auf:
sax2 -m 0=nvidia
Ganz selten können Probleme mit der Grafikkarte auch zum Absturz des Systems führen. Der Rechner bleibt dann bei jedem Start hängen, da Suse Linux automatisch die grafische Oberfläche startet, die den Absturz verursacht. Um das Problem zu umgehen, starten Sie den Rechner im Runlevel 3. Drücken Sie dazu nach dem Einschalten des Rechners beim Startbildschirm (Auswahl des zu startenden Betriebssystems) die Taste [3].
Sie sehen dann nach dem Start von Linux lediglich den Prompt
linux login:
Hier melden Sie sich als Benutzer root mit dem dazugehörigen Passwort an. Das Passwort müssen Sie dabei blind eintippen, Linux zeigt keine Sternchen oder ähnliches an. Nach dem Login starten Sie SaX2 über den Befehl sax2. Gelingt der Start auch so nicht, versuchen Sie es mit dem Befehl
sax2 -l
Das Programm startet dann mit der kleinstmöglichen Auflösung.
Um den Mauszeiger zu bewegen, benötigen Sie keine Maus. Er lässt sich mit Hilfe des Programms AccessX auch über die Cursor-Tasten steuern. Sitzen Sie vor einem Rechner ohne Maus oder funktioniert diese nicht, starten Sie SaX2 über [Alt-F2] und die Eingabe des Befehls kdesu sax2. Nach dem Start drücken Sie die Tabulatortaste, bis der Cursor auf die Komponente Anzeige springt. Bewegen Sie diesen nun mit [PfeilAb] auf Zugriffskontrolle und betätigen Sie erneut die Tabulatortaste, bis der Eintrag AccessX markiert ist. Starten Sie nun das Modul über die Eingabetaste.
Im neuen Dialogfenster springen Sie mit der Tabulatortaste auf den Knopf Anwenden und drücken die Eingabetaste. Die selbe Funktion erreichen Sie auch über die Tastenkombination [Alt-A]. Sie können nun den Mauszeiger über den Nummernblock steuern. (mhi)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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