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von Marcel Hilzinger
Vielleicht ist Ihnen ja bereits Folgendes schon einmal unter Windows passiert: Sie klicken zum ersten Mal auf eine Datei doppelt -- und es geschieht gar nichts. Oder es öffnet sich lediglich ein Fenster mit einer umfangreichen Fehlermeldung. Vielleicht war Ihr erstes Erlebnis mit Dateizuordnungen aber auch von folgender Art: Sie klicken wie gewohnt doppelt auf Ihre Lieblingsdatei, und auf einmal startet da eine ganz andere Anwendung, die Sie überhaupt nicht erwartet haben. In beiden Fällen heißt die Lösung Dateizuordnung und Linux.
MIME steht für Multipurpose Internet Mail Extensions und sollte ursprünglich als Erweiterung in E-Mail-Programmen zum Einsatz kommen. Heute verwendet quasi jedes Betriebssystem MIME-Typen, um Dateien Programmen zuzuordnen. Wenn Sie also im Konqueror durch einen Klick auf eine Datei mit der Endung .doc in OpenOffice ein Word-Dokument öffnen, klappt das nur, weil Konqueror weiß, dass er Dateien vom Typ msword mit der Writer-Komponente öffnen muss.
Diese Zuordnungen führen Sie unter KDE bequem im Kontrollzentrum durch. Aber keine Angst, eine ganze Reihe solcher Kombinationen finden Sie dort schon vorinstalliert. Rufen Sie das KDE-Kontrollzentrum über [Alt-F2] und die Eingabe von kcontrol auf, und wählen Sie anschließend das Modul KDE-Komponenten / Dateizuordnungen aus.
In diesem Modul entscheiden Sie unter anderem, welches Programm beim Klicken auf eine Datei startet und ob Konqueror die Datei anzeigt oder in einem externen Programm öffnet. Außerdem legen Sie an dieser Stelle fest, welches Symbol Konqueror für die Datei verwendet.
Um zum Beispiel die Dateizuordnung für Microsoft-Office-Dokumente zu ändern, geben Sie unter Dateimuster die entsprechende Dateiendung ein, also doc oder *.doc für Word-Textdateien. Danach zeigt das KDE-Kontrollzentrum Ihnen zwei Dateigruppen an: application und text.
Klicken Sie nun auf das kleine Plus-Zeichen vor der jeweiligen Gruppe, erscheinen darunter die zugehörigen Dateitypen msword und docbook (Abbildung 1). Für Microsoft Word relevant ist in diesem Fall nur der Typ msword.
Wählen Sie diesen Typ aus, sehen Sie rechts unter dem Reiter Allgemein, welches Symbol dem Dateityp zugeordnet ist. Das hier angezeigte Symbol hängt von der verwendeten Distribution und vom eingestellten Icon-Theme ab. Um es zu ändern, klicken Sie einfach mit der Maus auf das Bild und wählen dann im nächsten Fenster ein passendes Symbol aus. Sie können dabei zwischen einem bestehenden MIME-Typ-Symbol und einem anderen Systemsymbol wählen.
Unter dem Symbol finden Sie eine kurze Erläuterung zum Dateityp (in diesem Fall MS-Word-Dokument), sowie die Rangfolge der zugeordneten Programme. Haben Sie die KOffice-Suite installiert, steht bei Ihnen KWord an erster und OpenOffice.org Writer an zweiter Stelle. Das bedeutet, dass KDE bei einem Klick auf eine Datei mit der Endung *.doc oder *.DOC (Linux unterscheidet Groß- und Kleinschreibung) das Programm KWord startet, da es das erste in der Liste ist. Die hier aufgeführten Programme finden Sie auch in Konqueror, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine Microsoft-Word-Datei klicken und Öffnen mit auswählen.
Haben Sie unter Mandrake Linux 10.2 oder Suse Linux 9.2 die OpenOffice-Pakete von der Heft-CD installiert (siehe Artikel zu OpenOffice auf Seite 44), zeigt das KDE-Kontrollzentrum separate Einträge für OpenOffice.org Writer 1.9 an. Sie können somit nach Dateityp festlegen, ob Sie Dokumente mit dem alten oder dem neuen OpenOffice öffnen.
Um zum Beispiel per Klick auf ein Word-Dokument die Textverarbeitung Textmaker zu starten, wählen Sie Hinzufügen... und nächsten Dialogfenster (Abbildung 2) Büroprogramme / Textverarbeitung / Textmaker. Anschließend klicken Sie auf OK. Auf die gleiche Weise verknüpfen Sie auch andere Programme mit dem Dateityp.
Möchten Sie hingegen das Dokument nicht öffnen, sondern gleich in Konqueror betrachten, wechseln Sie auf den Reiter Einbetten. Hier wählen Sie unter Linksklick-Aktion den Punkt Datei in eingebettetem Betrachter anzeigen und stellen als ausführendes Programm Kword (kwordpart) ein (siehe Abbildung 3).
Ist bei Ihnen die Liste leer, überprüfen Sie mit einem Klick auf Hinzufügen..., ob KWord unter den verfügbaren Diensten steht. Ist dies nicht der Fall, haben Sie wahrscheinlich das Paket KOffice nicht auf Ihrem Rechner installiert.
Auch für Vorlagen benutzen OpenOffice und Microsoft Office unterschiedliche Dateiendungen. Beim OpenOffice-Writer endet die entsprechende Datei auf .stw. Das ist dem KDE Kontrollzentrum bereits bekannt. Die bei Microsoft Word benutzte Endung .dot fehlt jedoch in den Zuordnungen.
Um sie KDE bekannt zu machen, wechseln Sie zurück auf den Reiter Allgemein und klicken unter Dateimuster auf Hinzufügen.... In einem neuen Fenster erscheint daraufhin ein Eingabefeld, das bereits den Eintrag *. enthält. Ergänzen Sie diesen nun um die Endung dot und klicken Sie auf OK.
Wiederholen Sie den Schritt für das großgeschriebene *.DOT. Nun sollten Sie unter Beschreibung noch den Eintrag MS-Word-Dokument auf MS-Word-Vorlage ändern und ein entsprechendes Symbol heraussuchen, damit sich die zwei Dateitypen auch in Konqueror visuell voneinander abheben. Beim Anpassen der übrigen MS Office-Dateitypen hilft Ihnen die Tabelle Office-Dateitypen.
| Office-Dateitypen | |
| Dateiendung | Beschreibung |
|---|---|
| doc | MS-Office Textdatei |
| dot | MS-Office Textvorlage |
| xls | MS-Office Tabelle |
| xlt | MS-Office Tabellenvorlage |
| pps | MS-Office Präsentation |
| ppt | MS-Office Präsentationsvorlage |
| kwd | KOffice Textdatei |
| kwt | KOffice Textvorlage |
| ksp | KOffice Tabelle |
| kst | KOffice Tabellenvorlage |
| kpd | KOffice Präsentation |
| kpt | KOffice Präsentationsvorlage |
| sxw | OpenOffice Textdatei |
| stw | OpenOffice Textvorlage |
| sxc | OpenOffice Tabelle |
| stc | OpenOffice Tabellenvorlage |
| sxi | OpenOffice Präsentation |
| sti | OpenOffice Präsentationsvorlage |
| odt | OpenDocument Textdatei (OpenOffice 2.0, KOffice ab 1.4) |
| ods | OpenDocument Tabelle (OpenOffice 2.0, KOffice ab 1.4) |
| odp | OpenDocument Präsentation (OpenOffice 2.0, KOffice ab 1.4) |
Ähnliche Einstellungen wie bei Office-Dokumenten gelten natürlich auch für Bild- und Videodateien. Linux unterstützt mindestens zwei Dutzend dieser Formate. Eine Übersicht gibt die Tabelle Multimedia Dateitypen. Haben Sie Ihren Lieblings-Player oder -betrachter eingerichtet, möchten Sie natürlich auch, dass er automatisch startet, wenn Sie eine entsprechende Datei anklicken.
| Multimedia Dateitypen | |
| Dateiendung | Beschreibung |
|---|---|
| *.avi | Sammelformat für verschiedene Videodateien, u. A. auch DivX und MPEG4 |
| *.mpeg | MPEG-Videodateien |
| *.mp3 | MPEG3-Audiodateien (komprimiertes Audioformat) |
| *.mov | Sammelformat für verschiedene Videodateien. In erster Linie in der Apple-Welt weit verbreitet |
| *.ogg | Sammelformat für OGG Vorbis Audiodateien und OGG Theora Videodateien. OGG ist eine freie Alternative zu AVI, DivX und MP3. KDE benutzt zum Beispiel dieses Format für sämtliche Klangeffekte. |
| *.wav | Windows Audioformat (unkomprimiert) |
| *.wmv | Windows Media Video (komprimiertes Videoformat ähnlich wie DivX und MPEG4) |
| *.wma | Windows Media Audio (komprimiertes Audioformat ähnlich wie MP3 und OGG) |
Um zum Beispiel Kaffeine als alleinigen Mediaplayer zu benutzen, gehen Sie folgendermaßen vor:
Überprüfen Sie auch die Einstellungen auf dem Reiter Einbetten. Sie sind dafür verantwortlich, welches Programm Konqueror startet, wenn Sie im Internet auf einen Link klicken. Hier sollte an erster Stelle Kaffeine (kaffeine_part) und nicht Eingebettete Multimedia-Komponente (kaboodle_part) stehen. Ändern Sie nun die Zuordnungen für die gewünschten Dateitypen. Nach einem Klick auf Anwenden aktualisiert das KDE-Kontrollzentrum die Systemeinstellungen.
Analog zu den Office- und Multimedia-Dateien richten Sie nun auch die Dateizuordnungen für Bilder ein. Auf dem Rechner des Autors streiten sich zum Beispiel allein um die Gunst des Dateityps JPEG um die zehn Programme. Zeit, hier mal aufzuräumen und das Programm an die erste Stelle zu setzen, das der Konqueror dann künftig aufruft. Ob das Kuickshow, Pixie, Gwenview, Showimg, GQview, Gimp, XNview oder sonst ein Programm ist, steht noch nicht fest. (agr/mhi)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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