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Erschienen in EasyLinux 11/2005

Tipps & Tricks zu KDE 3.3

Besser arbeiten mit KDE

von Andrea Müller und Thomas Hümmler


Sich auf dem KDE-Desktop zurechtzufinden ist nicht schwer. Doch mit dem richtigen Tastenkürzel oder einer gut versteckten Option geht die Arbeit noch leichter von der Hand.

Tipp: Programm im Vordergrund starten

Manche Anwendungen, wie etwa einen Systemmonitor, hat man am liebsten immer im Blick, um auch bei der Arbeit mit anderen Programmen die CPU- und Speicherauslastung beobachten zu können. Dass ein Fenster nicht versehentlich von einer anderen Applikation verdeckt wird, stellen Sie im Kontextmenü der Fensterleiste ein, das sie mit einem Klick der rechten Maustaste öffnen. Markieren Sie dort den Eintrag Erweitert / Immer im Vordergrund, damit dieses Fenster sich immer im Vordergrund befindet (Abbildung 1).

Abb. 1: Über "Erweitert / Immer im Vordergrund" im Fenstermenü verhindern Sie, das ein Fenster von anderen verdeckt wird.

Wenn Ihnen die zusätzlichen zwei Mausklicks zu lästig sind, erreichen Sie das selbe Verhalten auch direkt beim Aufruf des Programms aus einem mit [Alt-F2] geöffneten Schnellstartfenster. Geben Sie dort

kstart --ontop Programmname

ein. Anstelle von Programmname setzen Sie den Befehl mit dem Sie die gewünschte Anwendung aufrufen, also etwa ksysguard für den KDE-Systemmonitor.

Bei kstart handelt es sich um ein Hilfsprogramm des KDE-Desktops, mit dem Sie das Arbeitsflächenverhalten einer zu startenden Applikation festlegen. Der Parameter --ontop bewirkt, dass sich das KDE das Fenster der gestarteten Anwendung immer im Vordergrund hält. kstart beeinflusst nicht nur das Verhalten von KDE-Anwendungen, sondern Sie können damit beispielsweise auch die Systemüberwachung des Gnome-Desktops namens gnome-system-monitor dauerhaft in den Vordergrund zwingen.

Tipp: Anwendung auf allen Desktops starten

Die virtuellen Desktops, die Sie über den Umschalter in der KDE-Leiste erreichen, schaffen Ordnung im Fensterchaos. So können Sie eine Arbeitsfläche für Internet-Anwendungen nutzen, während auf einer anderen ein Office-Programm läuft. Möchten Sie eine Anwendung wie etwa den KDE-Systemmonitor auf allen Arbeitsflächen im Blick haben, ist es nicht nötig, das Tool mehrmals zu starten. Mit dem Hilfsprogramm kstart und dem Aufrufparameter --alldesktops sorgen Sie dafür, dass das Fenster der gewünschten Anwendung auf jeder Arbeitsfläche erscheint. Der richtige Aufruf für die KDE-Systemüberwachung lautet

kstart --alldesktops ksysguard

und Sie geben ihn entweder in ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster oder in einer KDE-Konsole ein. Der Systemmonitor ist nun auf allen virtuellen Desktops sichtbar. Sobald Sie das Anwendungsfenster auf der einen Arbeitsfläche verschieben oder minimieren, gelten diese Änderungen auch für die Ksysguard-Fenster der anderen Desktops.

Tipp: Programm auf einem Desktop starten

Mit kstart rufen Sie eine Anwendung nicht nur auf allen KDE-Arbeitsflächen auf, sondern es ist ebenfalls möglich, ein Programm auf einem bestimmten Desktop zu starten. So rufen Sie mit dem Befehl kstart --desktop 2 mozilla den Browser auf der zweiten Arbeitsfläche auf. kstart startet das Programm wunschgemäß, allerdings ohne auf die angegebene Arbeitsfläche zu springen. Sie können also zunächst in Ruhe auf einem Desktop weiterarbeiten und erst später zu der Anwendung auf dem anderen Desktop wechseln. Um direkt mit einem so gestarteten Programm zu arbeiten, auch wenn Sie es auf einer anderen Arbeitsfläche starten, bedienen Sie sich des Aufrufparameters --activate. Das Kommando

kstart --activate --desktop 2 mozilla

startet Mozilla auf dem zweiten Desktop und aktiviert dessen Fenster.

Tipp: Hilfe zu "kstart" anzeigen

Das Hilfsprogramm kstart bietet noch weitere Möglichkeiten, schon beim Aufruf von Anwendungen Einfluss auf deren Position auf dem Desktop und ihr Verhalten zu nehmen. So können Sie beispielsweise festlegen, dass einzelne Anwendungen keinen Eintrag in der Fensterliste oder im Arbeitsflächenumschalter erhalten. Um alle Optionen von kstart anzuzeigen, öffnen Sie eine KDE-Konsole und geben dort kstart --help ein. In der deutschsprachigen Kurzhilfe erfahren Sie, welche Parameter das Programm kennt und was sie bewirken (Abbildung 2).

Abb. 2: Die Kurzhilfe zu "kstart" verrät, mit welchen Optionen Sie den Start von Programmen unter KDE beeinflussen.

Tipp: Abgestürzte Kontrollleiste neu starten

Dass Linux als ausgesprochen stabil gilt bedeutet nicht, dass nicht doch einmal ein Programm abstürzt. Anwendungen wie Mozilla oder KMail starten Sie dann einfach neu, doch was ist zu tun, wenn die KDE-Kontrollleiste (Abbildung 3) auf einmal vom Bildschirm verschwindet? Bei der Leiste handelt es sich um ein gewöhnliches Programm, dass genau wie andere Anwendungen abstürzen kann. Danach haben Sie jedoch keinen Zugriff mehr auf das K-Menü oder die Anwendungsstarter in der Leiste. Um das zentrale Steuerelement des KDE-Desktops zu reaktivieren, öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben dort kicker ein, um die Kontrollleiste neu zu starten.

Abb. 3: Die KDE-Leiste mit der Uhr und dem Startmenü starten Sie manuell mit dem Kommando "kicker".

Tipp: Spalten in Kwrite markieren

Wenn Sie eine Textdatei bearbeiten, die aus mehreren Spalten besteht, ist es manchmal notwendig nur eine davon zu kopieren und an anderer Stelle einzufügen. Wenn Sie versuchen, einen solchen Abschnitt mit der Maus zu markieren, erwischen Sie im Text-Editor KWrite jedoch immer die kompletten Zeilen. Sie müssten also später die nicht benötigten Spalten manuell aus der kopierten Textpassage löschen. Diese zeitraubende Arbeit erspart Ihnen Kwrite mit dem Blockauswahl-Modus. Sie aktivieren ihn über das Menü Bearbeiten oder mit [Strg-Umschalt-B].

Danach können Sie mit gedrückt gehaltener linker Maustaste auch einzelne Spalten oder Blöcke eines Textes markieren (Abbildung 4).

Abb. 4: Der Blockauswahl-Modus von Kwrite erlaubt es, Text spaltenweise zu markieren.

Tipp: Text in Groß- oder Kleinbuchstaben umwandeln

Kwrite bietet ein praktisches Tastenkürzel, um das Zeichen hinter dem Cursor in einen Groß- oder Kleinbuchstaben umzuwandeln. So berichtigen Sie Tippfehler besonders schnell. Drücken Sie [Strg-U] um von Klein- auf Großschreibung zu wechseln oder [Strg-Umschalt-U] um einen Zeichen in einen Kleinbuchstaben zu verwandeln. Steht hinter dem Cursor eine Zahl oder ein Sonderzeichen, bewirken die beiden Tastenkombinationen nichts, ein ß wird also nicht in ein Fragezeichen umgewandelt.

Das Umschalten zwischen Groß- und Kleinbuchstaben funktioniert nicht nur bei einzelnen Zeichen: Sie können auch einen Abschnitt markieren, um ganze Textpassagen in Klein- oder Großbuchstaben umzuwandeln. Auch dabei ignoriert KWrite Zahlen und Sonderzeichen.

Tipp: Absätze in KWrite einrücken

Um nachträglich einen Absatz im KDE-Texteditor einzurücken, markieren Sie diesen und drücken [Strg-I]. Kwrite setzt dann an den Anfang jeder markierten Zeile einen Tabulator. Wie viele Zeichen ein Tabulator umfasst, legen Sie im Einrichtungsdialog unter Einstellungen / Editor einrichten fest. Wechseln Sie in der linksbündigen Leiste zum Abschnitt Bearbeiten und stellen Sie unter Tabulator-Breite die gewünschte Zahl ein (Abbildung 5). Standardmäßig rückt KWrite beim Druck auf die Tabulatortaste den Text um acht Zeichen nach rechts.

Abb. 5: Im Feld "Tabulator-Breite" bestimmen Sie um wie viele Zeichen KWrite einen Text beim Druck auf die Tabulatortaste einrückt.

Tipp: Lesezeichen für lange Texte

Wenn Sie in Kwrite längere Dokumente verfassen oder HTML-Seiten schreiben, finden Sie bestimmte Textstellen am schnellsten mit einem Lesezeichen wieder. So ähnlich wie Sie im Web Browser Bookmarks für bestimmte Seiten anlegen, können Sie in KWrite einzelne Textstellen markieren und über das Menü Lesezeichen dorthin wechseln. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Text-Edito die Lesezeichen nicht dauerhaft speichert. Wenn Sie eine Datei schließen und sie später erneut öffnen, fehlen die praktischen Markierungen.

Das Setzen eines Bookmarks ist denkbar einfach: Bewegen Sie den Cursor in die gewünschte Zeile und drücken Sie [Strg-B]. Kwrite hinterlegt die Zeile violett. Wenn Sie über [F6] die Symbolspalte auf der linken Seite eingeblendet haben, erscheint dort ein Büroklammer-Icon (Abbildung 6). Sie können auch vor der gewünschten Zeile in die Symbolspalte klicken, um dort ein Lesezeichen zu setzen. Die so erstellten Bookmarks erreichen Sie entweder über das Menü lesezeichen oder Sie wechseln mit [Alt-Bild ab] zum jeweils nächsten Lesezeichen. In die andere Richtung blättern Sie mit [Alt-Bild auf].

Abb. 6: Für jedes Lesezeichen blendet KWrite eine Büroklammer in der Symbolspalte am linken Fensterrand ein.

Tipp: Zweispaltenmodus im Konqueror aktivieren

Wenn es darum geht, viele Dateien zu kopieren oder zu verschieben, erledigen Sie das mit dem Zweispaltenmodus des Konquerors besonders flink. Sie müssen die Dateien dann einfach mit gedrückt gehaltener linker Maustaste in die andere Fensterhälfte ziehen.

Aktivieren Sie über Fenster / Ansicht in linke und rechte Hälfte teilen den Zweispaltenmodus. Der Konqueror teilt sich nun in zwei Teilfenster, die beide den Inhalt des aktuellen Ordners anzeigen. Das aktive Fenster kennzeichnet der Datei-Manager mit einem grünen Punkt links unten in der Statusleiste. Um in einen anderes Verzeichnis zu wechseln, tragen Sie entweder den Pfad in die Adresszeile ein oder Sie nutzen die Navigationsschaltflächen in der Symbolleiste. Aktivieren Sie nun den Ordner in der rechten Fensterhälfte mit einem Mausklick und navigieren Sie dort ins Zielverzeichnis. Die zu kopierenden oder verschiebenden Dateien befördern Sie nun per Drag & Drop von einem Verzeichnis ins andere. Sobald Sie die Maustaste loslassen, erscheint ein Auswahldialog, in dem Sie sich für eine Aktion entscheiden (Abbildung 7).

Abb. 7: Der Zweispaltenmodus von Konqueror vereinfacht das Kopieren und Verschieben von Dateien.

Tipp: Unterschiedliche Hintergründe für Arbeitsflächen

Unter KDE gehört Abwechslung zum Konzept: Mit wenigen Mausklicks weisen Sie jeder virtuellen Arbeitsfläche einen anderen Hintergrund zu. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf eine freie stelle des Desktops und wählen Sie Arbeitsfläche einrichten aus dem Kontextmenü. Im Abschnitt Hintergrund stellen Sie in der Drop-down-Box Einstellung für Arbeitsfläche den Eintrag Arbeitsfläche 1 ein. Suchen Sie nun unter Hintergrund ein Bild oder eine Farbe für den ersten virtuellen Desktop aus und bestätigen Sie die Änderung mit einem Klick auf Anwenden. Danach wechseln Sie in der Drop-down-Box zu Arbeitsfläche 2 und wählen dafür erneut eine Desktop-Tapete aus. Haben Sie so jeden Desktop mit einem anderen Hintergrund ausgestattet, schließen Sie den Konfigurationsdialog über den OK-Button. Danach sehen Sie schon am jeweiligen Desktop-Hintergrund, auf welcher Arbeitsfläche Sie sich befinden.

Tipp: Arbeitsflächenwechsel per Mausrad

Wenn Sie mit mehreren virtuellen Desktops arbeiten, gibt es die Option mit Drehungen des Mausrads zur nächsten oder vorherigen Arbeitsfläche zu wechseln. Sie schalten sie im Desktop-Konfigurationsdialog ein, den Sie über das Kontextmenü der Arbeitsfläche erreichen. Wählen Sie den Eintrag Arbeitsfläche einrichten und wechseln Sie dort in den Abschnitt Virtuelle Arbeitsflächen. Ganz unten im Fenster setzen Sie ein Häkchen vor die Option Mausrad über fensterfreien Bereich wechselt die Arbeitsfläche und klicken auf OK. Wenn Sie nun das Mausrad von sich weg drehen, gelangen Sie zum nächsten virtuellen Desktop. Eine Drehung nach hinten springt eine Arbeitsfläche zurück. Das Scrollen mit dem Mausrad funktioniert weiterhin, da KDE nur dann die Arbeitsfläche wechselt, wenn Sie am Mausrad drehen sich der Zeiger nicht über einem Anwendungsfenster oder Icon befindet.

Tipp: Menüleiste auf dem Desktop

Wer außer mit Linux auch mit Mac OS arbeitet, schätzt eventuell das Feature, dass das Menü der gerade aktiven Anwendung sich nicht in deren Fenster, sondern in einer separaten Leiste am oberen Bildschirmrand befindet. Zumindest für KDE-Anwendungen steht dieses Verhalten auch unter Linux zur Verfügung. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Desktops und öffnen Sie den Konfigurationsdialog über Arbeitsfläche einrichten. Im Abschnitt Verhalten aktivieren Sie unter Menüleiste am oberen Bildschirmrand die Option Menüleiste für aktuelles Programm (im Stil von Mac OS). Sobald Sie Ihre Auswahl bestätigen, erscheint eine Menüleiste, die die Einträge des Kontextmenüs des KDE-Desktops anzeigt (Abbildung 8). Wenn Sie nun zu einem Konqueror- oder KMail-Fenster wechseln, präsentieren sich deren Fenster ohne Menüleiste. Diese erscheint stattdessen am oberen Bildschirmrand.

Abb. 8: Im Abschnitt "Verhalten" des Einrichtungsdialogs aktivieren Sie eine Menüleiste im Stil von Mac OS.

Ein Schönheitsfehler besteht darin, dass dieses Verhalten nur bei KDE-Programmen funktioniert. Firefox zeigt sich von der Option völlig unbeeindruckt und erscheint weiterhin mit der Menüleiste im Browser-Fenster. Wenn eine Nicht-KDE-Anwendung aktiv ist, zeigt das Menü am oberen Bildschirmrand immer die Einträge des Arbeitsflächenmenüs.

Tipp: Menüleiste der Konsole aus- und einblenden

Unter Einstellungen können Sie in der KDE-Konsole die Menüleiste ausblenden. Wer das schon einmal beim Erkunden der Menüs ausprobiert hat, fragt sich danach, wie er diese wieder anzeigt. Der Menüpunkt Einstellungen / Menüleiste ausblenden ist ohne Menü schließlich nicht mehr erreichbar. Um das Menü wieder einzublenden, klicken Sie mit der rechten Maustaste in das Konsolenfenster und wählen Menüleiste anzeigen aus dem Kontextmenü. Alternativ drücken Sie [Strg-Alt-M]: Diese Tastenkombination ruft das Menü auf den Plan und klappt die Einträge unter Sitzung aus.

Tipp: Abmelden-Schaltfläche für die KDE-Leiste

Unter Suse Linux finden Sie in neueren Versionen die beiden Buttons zum Sperren der Arbeitsfläche und dem Abmelden nicht mehr in der KDE-Kontrollleiste. Sie erreichen diese über das Kontextmenü des Desktops. Es ist allerdings auch kein Problem die beiden Schaltflächen wieder in die KDE-Leiste einzubetten. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Startleiste und wählen Sie Hinzufügen / Miniprogramm / Bildschirmsperre und Abmeldung aus KDE. Daraufhin erscheinen der rote und der blaue Knopf links neben dem Systembereich in der KDE-Leiste (Abbildung 9). Mit einem Klick auf die Schaltfläche mit dem Vorhängeschloss aktivieren Sie die Bildschirmsperre, ein Klick auf den roten Button öffnet den Dialog zum Abmelden.

Abb. 9: Über diese Buttons sperren Sie den Bildschirm oder melden sich ab.

Tipp: Alle Fenster Minimieren

Wenn Sie eine Anwendung über ein Desktop-Icon starten und sich die Fenster nur so auf Ihrem Desktop stapeln, müssen Sie nicht alle der Reihe nach minimieren, um an das Symbol zu gelangen. Wesentlich schneller minimieren Sie alle geöffneten Fenster einer Arbeitsfläche mit einem Druck auf [Strg-D].

Tipp: Verteiler im KDE-Adressbuch anlegen

Manche E-Mail schickt man nicht nur an eine, sondern gleich an mehrere Personen. Da bietet es sich an, so genannte Verteilerlisten zu erzeugen. Das hat den Vorteil, dass Sie nicht immer jede Adresse einzeln in die Empfängerzeilen von KMail übertragen müssen.

Eine neue Verteilerliste erzeugen Sie im KDE-Adressbuch über die Schaltfläche Neue Liste. Geben Sie im folgenden Dialog einen Namen für den Verteiler ein. Anschließend fügen Sie Kontakte auf zwei Arten zum Verteiler hinzu: Ziehen Sie einen Kontakt mit gedrückter linker Maustaste in das Fenster mit der Verteilerliste oder klicken Sie auf Kontakt hinzufügen, um den markierten Kontakt zu übernehmen (Abbildung 10).

Wenn Sie für einen Kontakt mehrere E-Mail-Adressen angelegt haben, erscheint in der Verteilerliste zunächst immer die Adresse, die Sie als Standard definiert haben. Das erkennen Sie an dem Ja in der Spalte Bevorzugte Adresse benutzen. Ein Klick auf die Schaltfläche E-Mail ändern listet in einem Dialogfenster alle Adressen des Kontakts auf -- beispielsweise die geschäftliche und die private Adresse. Wählen Sie dort diejenige aus, die Sie in den Verteiler aufnehmen wollen.

Abb. 10: Klicken Sie im KDE-Adressbuch auf die Schaltfläche "Kontakt hinzufügen", um eine Adresse in eine Verteilerliste aufzunehmen.

Tipp: Verteilerlisten in KMail erzeugen

Außer direkt im KDE-Adressbuch können Sie auch auf einem anderen Weg eine Verteilerliste erzeugen: Das gelingt, wenn Sie gerade eine Nachricht an einen bestimmten Empfängerkreis schreiben. Wählen Sie Nachricht / Neue Nachricht und klicken Sie im Mail-Editor auf die Schaltfläche E-Mail-Adresse(n) auswählen hinter einem der Felder Antwort an, An, Kopie an (CC) oder Blindkopie an (BCC). Daraufhin öffnet sich der Dialog Adressenauswahl, der in der linken Liste die Einträge des KDE-Adressbuchs anzeigt.

Markieren Sie einen und klicken Sie dann auf eine der Schaltflächen An >>, CC >> oder BCC >>, damit die Adresse rechts in der Liste Ausgewählte Adressaten erscheint (Abbildung 11). Haben Sie so alle Empfänger zusammengeklickt, drücken Sie auf den Button Als Verteilerliste speichern. Im folgenden Fenster geben Sie der Liste einen Namen. Mit einem Klick auf OK speichern Sie die Verteilerliste im KDE-Adressbuch.

Abb. 11: Im Adressauswahldialog von KMail speichern Sie alle Adressaten in einer Verteilerliste.

Tipp: Mail-Adressaten schnell finden und eintragen

Wenn Sie eine neue Nachricht in KMail schreiben, tragen Sie den Empfänger entweder direkt in das Adressatenfeld ein oder wählen ihn im Dialog Adressenauswahl aus. Sie erreichen ihn über die Schaltfläche E-Mail-Adresse(n) auswählen. Noch schneller tragen Sie die Adressaten mit Hilfe der Autovervollständigung ein: Geben Sie einfach in eines der Empfängerfelder den Anfang einer Mail-Adresse oder eines Namens ein. KMail blendet daraufhin darunter eine Liste ein, aus der Sie einen einzelnen Empfänger oder eine Verteilerliste per Mausklick oder Tastatur auswählen. KMail zeigt dort alle Einträge an, die mit der von Ihnen eingegebenen Buchstabenkombination beginnen.

Über die Adressauswahl finden Sie sogar eine Zeichenfolge, die an beliebiger Stelle in der Mail-Adresse oder im Namen steht: Markieren Sie dazu das Feld Filtern nach und schreiben Sie die gesuchten Zeichen hinein (Abbildung 12). Die Sache hat allerdings einen Schönheitsfehler: Die Funktion sucht nur in einzelnen Adressbucheinträgen, jedoch nicht in Verteilerlisten.

Abb. 12: Mit Hilfe der Funktion "Filtern nach" finden Sie Zeichenfolgen an beliebigen Stellen innerhalb Ihrer Mail-Kontakte.

Tipp: E-Mail-Adressen nach Kategorien ordnen

Haben Sie mit jemand nur beruflich zu tun? Spielen Sie mit anderen im gleichen Verein Schach oder Golf? Gehört der oder die zur Familie, zum Freundeskreis, zur Bekanntschaft? Wenn Sie viele E-Mail-Adressen im KDE-Adressbuch haben, sollten Sie diese sortieren, um den Überblick zu wahren. Dazu gibt es im KDE-Adressbuch die Funktion der Kategorie. Das, was Sie dort festlegen, gilt nicht nur in KMail, sondern auch in anderen KDE-Anwendungen, die das Adressbuch nutzen, etwa im Terminplaner Korganizer.

In KMail sortiert die Kontakte beispielsweise im Dialog Adressauswahl unter anderem nach den jeweiligen Kategorien.

Um eine Adresse einer Kategorie zuzuordnen, wählen Sie im Adressbuch Kategorien festlegen. Sie finden den Eintrag im Menü Bearbeiten oder öffnen ihn direkt von der Registerkarte eines Kontakts aus. Dort verbirgt sich die entsprechende Schaltfläche auf der Registerkarte Allgemein. Im Dialog Kategorie auswählen entscheiden Sie, wie Sie Ihre Kontakte thematisch einsortieren (Abbildung 13).

Sagt Ihnen keine der vordefinierten Kategorien zu, legen Sie über die Schaltfläche Kategorien bearbeiten einfach eigene an oder löschen bereits vorhandene. Um einen neuen Eintrag aufzunehmen, schreiben Sie den Namen in die Eingabezeile unter der Liste und klicken auf Hinzufügen. Wollen Sie einen Listeneintrag löschen, markieren Sie ihn und klicken auf Entfernen. Soll ein Eintrag umbenannt werden, markieren Sie ihn ebenfalls, schreiben die neue Variante in die Eingabezeile und klicken auf Ändern.

Abb. 13: Um die Kategorien, die für alle Kontakte gelten, zu ändern, müssen Sie zunächst den Dialog zum Bearbeiten eines Kontaktes öffnen und dann unten links auf die Schaltfläche klicken.

Tipp: Probleme beim Löschen von Kategorien

Wenn Sie versuchen eine Kategorie zu löschen und das Adressbuch die Mitarbeit verweigert, oder beim Ändern einer Kategorie eine neue anlegt, liegt das vermutlich daran, dass Sie der Kategorie bereits einen Kontakt zugeordnet haben. Deshalb sollten Sie vor dem Anlegen und Zuordnen genau überlegen, welche Kategorien Sie benötigen. Haben Sie eine Kategorie, die Sie ändern oder löschen wollen, bisher nur dem aktuellen Kontakt zugeordnet, ist das Ändern oder Löschen allerdings kein großer Aufwand. Hier klicken Sie nur vor dem Bearbeiten im Dialog Kategorien auswählen auf Auswahl löschen, um alle Zuordnungen rückgängig zu machen.

Tipp: Sinnvolle Kategorien im Adressbuch festlegen

So praktisch das Kategorie-Feature auch ist, gilt auch hier, dass Sie es nicht übertreiben sollten. Eine sehr feine Einteilung Ihrer Kontakte in mehrere Dutzend Kategorien sorgt nicht für mehr Übersicht, sondern macht es Ihnen nur noch schwerer eine bestimmte Adresse zu finden. Um die Adressen zu katalogisieren und ein wenig zu ordnen, genügt oft schon eine Zweiteilung: Sinnvoll ist beispielsweise die Unterteilung in Geschäftlich und Privat.

Ein Architekt könnte die Kategorie Geschäftlich noch weiter in Bauherr, Handwerker und Hersteller/Großhandel aufteilen. Arbeitet der Architekt regelmäßig mit mehreren Handwerksbetrieben zusammen, kann er diese abermals in kleinere Einheiten zerlegen wie Bauunternehmen, Dachdecker, Heizung u. Sanitär und Schreiner.

Genauso wie die geschäftlichen Kontakte sind auch für die Privat-Kategorie weitere Unterteilungen denkbar, etwa Familie, Freunde und Sport. Ein Student erachtet vielleicht folgende Kategorien als sinnvoll und ausreichend: Familie, Freunde, Fußball, Tennis, Uni.

Bei jeder Aufteilung einer Kategorie ist auf jeden Fall wichtig: Die jeweilige Oberkategorie sollten Sie löschen, um nicht den Überblick zu verlieren. Beim Beispiel des Architekten wären das die Kategorien Geschäftlich und Handwerker.

Tipp: Zeichen in E-Mails formatieren

Puristen behaupten, eine E-Mail sollte nur aus Text bestehen und lehnen den Versand und Empfang von HTML-Mails ab. Ein Grund dafür ist die Bandbreitenverschwendung (HTML-Mails sind um den HTML-Code größer als reiner Text), ein weiterer das Ausnutzen von Sicherheitslücken, die beispielsweise in Outlook Express unter Windows vorhanden waren, und ein dritter Grund ist die Aussicht auf langfristige und bessere Archivierbarkeit reiner Textnachrichten.

Trotzdem bietet die neue KMail-Version unter Suse Linux 9.3 die Möglichkeit, HTML-Mails zu verfassen. Tabellen und Bilder lassen sich dort allerdings nicht erzeugen und einbetten. Um eine solche Nachricht zu schreiben, gilt es zunächst, die HTML-Werkzeugleiste einzuschalten. Das erledigen Sie im Dialog Nachrichten erstellen über einen der Einträge Optionen / Formatierung (HTML) oder Einstellungen / Werkzeugleiste / HTML-Werkzeugleiste (KMail).

Daraufhin erscheint unter der Hauptwerkzeugleiste eine zweite Leiste mit mehreren Elementen: Links in der Ausklappliste wählen Sie zwischen Standardtext und sechs Listentypen. Daneben ändern Sie den Zeichensatz und die Schriftgröße. Von den acht Symbolen rechts dienen vier der Textauszeichnung (Fett, Kursiv, Unterstrichen und Textfarbe) und drei der Absatzausrichtung (Abbildung 14). Mit dem Radiergummi-Symbol setzen Sie für den markierten Text die Zeichenformatierung zurück -- die Ausrichtung der Absätze bleibt dabei allerdings unverändert.

Auch wenn KMail inzwischen den Versand von HTML-Nachrichten unterstützt, wird das nicht von allen Empfängern gern gesehen. Gerade in Mailing-Listen verstoßen Sie mit solchen Mails gegen die dortigen Gepflogenheiten. Dort sollten Sie grundsätzlich auf HTML-Mails verzichten. Bei privaten Kontakten richten Sie sich am besten nach den Vorlieben des Empfängers. Wissen Sie nicht, ob jemand HTML-Nachrichten erhalten will oder sie gar automatisch ausfiltert und entsorgt, sind Sie mit dem Versand von Textnachrichten immer auf der sicheren Seite. (amü)

Abb. 14: Aktuelle KMail-Versionen unterstützen auch den Versand von HTML-Mails.

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