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Erschienen in EasyLinux 11/2005

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

von Heike Jurzik


Knoppix und Ubuntu Linux basieren auf Debian -- wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Von UTF8 zu ISO-8859-15

Als Standardzeichensatz arbeitet Ubuntu Linux mit UTF8 -- wer diesen nicht benutzen und stattdessen mit ISO-8859-15 arbeiten möchte, stellt die Vorgabe in wenigen Schritten um:

  1. Starten Sie eine Konsole (z. B. über Eingabe von [Alt-F2] und konsole oder xterm) und werden Sie über den Aufruf sudo -s zum Administrator. Am Passwort-Prompt geben Sie das eigene Kennwort ein.
  2. Konfigurieren Sie das Paket locales noch einmal, indem Sie den Befehl dpkg-reconfigure locales eingeben. Die einzelnen Einträge in der Liste wählen Sie durch Drücken der Leertaste an und ab. Entfernen Sie auf diese Weise alle Einträge im Bereich de_, die UTF8 im Namen haben.
  3. Anschließend wählen Sie als neue locales beispielsweise de_DE@euro ISO-8859-1 aus, springen mit [Tab] auf OK und drücken [Eingabe] (Abbildung 1).
  4. Als Letztes wählen Sie eine Standardeinstellung für Ihre eigene Umgebung aus und bestätigen wieder mit [Eingabe]. Melden Sie sich ab und starten Sie KDE oder Gnome neu, damit die Änderungen greifen.

Abb. 1: Konfigurieren Sie das Paket "locales" neu, um Ubuntu Linux von UTF8 auf ISO-8859-15 umzustellen.

Tipp: Ubuntu: SSH-Server

Standardmäßig läuft unter Ubuntu Linux kein SSH-Server, so dass keine Anmeldung von einem entfernten Rechner aus möglich ist. Um das zu ändern, spielen Sie das Paket openssh-server nachträglich ein.

  1. Starten Sie ein Terminal, z. B. über [Alt-F2] und Eingabe von konsole oder xterm, und tippen Sie
    sudo aptitude install openssh-server
  2. Am Passwort-Prompt geben Sie Ihr eigenes Kennwort ein. Das System beginnt nun mit der Arbeit, lädt das Paket herunter, richtet es ein und startet den Server.

Danach sollten Sie in der Lage sein, über das (auf einem anderen Rechner eingegebene) Kommando

ssh user@server

eine verschlüsselte Verbindung zum Ubuntu-Computer aufzubauen. Anstelle von user geben Sie einen gültigen Benutzernamen für einen Account auf dem Ubuntu-Rechner ein; für server schreiben Sie entweder den Namen oder die IP-Adresse des Ubuntu-Computers. Den Benutzernamen brauchen Sie übrigens nicht extra anzugeben, wenn beide Accounts gleich lauten. Am Passwort-Prompt

password:

geben Sie das passende Kennwort ein. Beachten Sie, dass bei der Eingabe keine Sternchen auftauchen, Sie das Passwort also "blind" eingeben.

Tipp: Knoppix: Flott mit Swap

Hat Ihr PC nicht genügend Arbeitsspeicher unter der Haube und laufen Anwendungen der Live-CD nicht flüssig genug, tunen Sie das System mit wenigen Klicks, indem Sie eine so genannte Auslagerungsdatei (Swap-Datei) anlegen. Das richtige Werkzeug finden Sie im Knoppix-Menü (mit dem Pinguin) unter Konfiguration / SWAP-Datei konfigurieren. Der nächste Dialog zeigt eine Übersicht aller Festplatten-Partitionen an. In Klammern dahinter finden Sie Informationen zum Dateisystem und zur Größe des jeweiligen Abschnitts (Abbildung 2).

Abb. 2: Mit einer Auslagerungsdatei läuft das Live-System gleich viel flotter.

Aktivieren Sie die Checkbox vor der Partition, auf der die Swap-Datei landen soll. Im nächsten Dialog tragen Sie die Größe (in MByte) der Auslagerungsdatei ein -- praktischerweise verrät Knoppix direkt, wie viel Platz eigentlich frei ist. Schießen Sie hier übers Ziel hinaus und geben einen Wert ein, der größer als der freie Platz ist, müssen Sie aber nicht befürchten, dass Knoppix Daten überschreibt: Die Distribution geht nur bis zur Maximalgrenze. Ob alles geklappt hat und Knoppix die neue Swap-Datei verwendet, überprüfen Sie mit einem einzigen Befehl auf der Kommandozeile. Dazu starten Sie ein Terminal und tippen:

$ swapon -s
Filename                 Type   Size    Used   Priority
/mnt/hdb11/knoppix.swp   file   127992  0      -2

Praktischerweise findet Knoppix den zusätzlichen Swap-Bereich auch beim nächsten Booten und meldet beim Start:

Using KNOPPIX swapfile /mnt/hdb11/knoppix.swp.

Brauchen Sie die Auslagerungsdatei nicht mehr, löschen Sie diese einfach.

Tipp: Ubuntu: Sicherheit geht vor!

Damit Ihr Ubuntu-Linux-System sicher bleibt, sollten Sie regelmäßig Upgrades durchführen. Dazu müssen Sie aber nicht lange auf die Suche gehen und selbst in Erfahrung bringen, von welchen Programmen es neue Versionen im Netz gibt: Die Ubuntu-Entwickler stellen alles für Sie zusammen und bieten die Patches zum Download an. Um ein vollautomatisches Upgrade durchzuführen, braucht es lediglich ein wenig Kosmetik für die apt-Konfigurationsdatei und zwei Befehle auf der Kommandozeile.

Als Administrator bearbeiten Sie die Datei für die Paketquellen, z. B. über [Alt-F2] und Eingabe von

sudo gedit /etc/apt/sources.list

Für die entsprechenden Repositories tragen Sie Quellen ein, die aktualisierte Pakete bereitstellen; die Zeilen dürfen keinen Umbruch enthalten:

deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu hoary-updates main restricted

Weiterhin sollte in der Konfigurationsdatei die Quelle für die Security-Server stehen:

deb http://security.ubuntu.com/ubuntu hoary-security main restricted

Setzen Sie neben den offiziellen Paketquellen auch Software aus dem Bereich universe ein, sollten Sie darüber hinaus eine Zeile

deb http://security.ubuntu.com/ubuntu hoary-security universe

einfügen. Anschließend öffnen Sie ein Terminal-Fenster und bringen mit dem Kommando

sudo aptitude update

und Eingabe des eigenen Passworts die Paketdatenbank des eigenen Rechners auf den neusten Stand. Danach beginnen Sie mit dem Upgrade, wie das Listing "Paket-Upgrade bei Ubuntu" zeigt.

Paket-Upgrade bei Ubuntu
$ sudo aptitude upgrade
Paketlisten werden gelesen... Fertig
...
Die folgenden Pakete werden aktualisiert:
...
67 Pakete aktualisiert, 0 zusätzlich installiert, 0 werden entfernt und 0 nicht aktualisiert.
Muss 91,0MB an Archiven herunterladen.Nach dem Entpacken werden 213kB frei werden.
Wollen Sie fortsetzen? [Y/n/?]

Bestätigen Sie mit Druck auf [Eingabe], erledigt Ubuntu den Rest für Sie. Ein solches Upgrade sollten Sie aus Sicherheitsgründen regelmäßig durchführen, um fehlerhafte Pakete gegen "reparierte" Software auszutauschen.

Tipp: Ubuntu: Acrobat Reader installieren

Um den beliebten PDF-Viewer unter Ubuntu Linux zu installieren, sind ein paar kleine Anpassungen nötig. Zunächst tragen Sie in die Datei /etc/apt/sources.list zusätzliche Paketquellen für Software aus dem Bereich multiverse (Software, die das Ubuntu-Team unabhängig von ihrer Lizenz nicht unterstützt, die aber als fertige Pakete vorhanden sind) ein:

Öffnen Sie eine Konsole und starten Sie mit sudo gedit /etc/apt/sources.list die Konfigurationsdatei in einem Editor; bei der Passwortabfrage geben Sie Ihr eigenes Benutzerkennwort ein. Für die multiverse-Repositories sollten Sie die folgenden drei Zeilen eintragen:

deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu hoary main restricted multiverse
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu/ hoary-updates main restricted multiverse
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu hoary-security main restricted multiverse

Speichern Sie die Änderungen und beenden Sie den Editor. Bleiben Sie auf der Konsole und bringen Sie die eigene Paketdatenbank auf den neuesten Stand:

sudo aptitude update

Anschließend installieren Sie die folgenden drei Pakete:

sudo aptitude install acroread acroread-debian-files acroread-plugin

Damit Sie den Acrobat Reader über das K-Menü (Graphik / Acrobat Reader) starten können, müssen Sie noch eine kleine Anpassung im Startskript des Programms korrigieren. Rufen Sie aus der Konsole heraus sudo gedit /usr/bin/acroread auf. Ändern Sie die letzte Zeile in:

/usr/lib/Acrobat5/bin/acroread.sh "$@"

Als Letztes bearbeiten Sie ebenfalls im Text-Editor die Datei /usr/lib/Acrobat5/bin/acroread.sh. Die fünfte Zeile ändern Sie so ab, dass dort nun

install_dir=/usr/lib/Acrobat5/Reader/

steht. Anschließend starten Sie den Acrobat Reader über das Menü oder den Schnellstarter ([Alt-F2] und Eingabe von acroread). (hge)

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