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von Andrea Müller
Nicht nur unter Windows ist der Adobe Reader die Standardanwendung zum Betrachten von PDF-Dateien. Kein Wunder: Unterstützt er doch als einziges Programm alle von Adobe in das PDF-Format eingebauten Features. Das fängt bei der Thumbnail-Ansicht an und geht bis zur Darstellung von Notizen und Kommentaren, die Sie sogar selbst bearbeiten können, wenn der Ersteller des Dokuments dies erlaubt.
Den Preis für diese Funktionsvielfalt zahlen Sie mit der langen Wartezeit beim Start des Programms. Selbst auf schnellen Rechnern dauert es bis zu einer Minute, eine PDF-Datei im Acrobat Reader zu öffnen. Wenn Sie einfach nur ein PDF-Dokument lesen und drucken wollen und auf Features wie Navigationsleiste mit Thumbnails und Notizen verzichten können, gibt es unter Linux jedoch eine flinkere Alternative: Das Programm heißt Xpdf, beeindruckt durch Geschwindigkeit und lässt sich gut mit der Tastatur steuern.
Bei keiner der von uns unterstützten Distributionen gehört Xpdf zur Software-Vorauswahl der Distributoren. Nutzer von Suse Linux Professional 9.2 und Suse Linux 9.3 spielen das Paket mit YaST ein.
Starten Sie das Tool über System / YaST aus dem K-Menü und geben Sie das root-Passwort ein. Im Abschnitt Software markieren Sie Software installieren und entfernen. Wählen Sie xpdf als Suchbegriff und drücken Sie [Eingabe]. Setzen Sie in der rechten Fensterhälfte ein Häkchen vor das Suchergebnis und spielen Sie Xpdf mit einem Klick auf Übernehmen ein.
Wer mit Mandrake Linux arbeitet, gibt kdesu rpmdrake in ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster ein. Im Paketverwaltungs-Frontend wählen Sie xpdf als Suchbegriff. Klicken Sie auf Suche, damit der Assistent das richtige Paket herausfischt. Sie finden es in der linken Fensterhälfte unter Suchergebnisse. Setzen Sie ein Häkchen in seine Checkbox. Mit einem Klick auf Installieren starten Sie das Kopieren der Software auf die Festplatte.
Arbeiten Sie mit der Starter-Kit-Version von Suse Linux 9.2, greifen Sie zur aktuellen Heft-CD, um Xpdf zu installieren. Die CD registriert sich als YaST-Installationsquelle, so dass Sie das Paket danach einspielen, wie in der obigen Anleitung beschrieben.
Sie starten Xpdf über ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster, in das Sie xpdf eingeben. Wissen Sie schon, welche Datei Sie betrachten möchten, klicken Sie diese im Konqueror an und wählen aus dem Kontextmenü Öffnen mit. Im folgenden Dialog geben Sie xpdf ein.
Die Oberfläche von Xpdf gibt sich aufgeräumt und eher spartanisch, so gibt es bei dem PDF-Viewer im Gegensatz zu modernen Anwendungen keine Symbolleiste und kein Menü (Abbildung 1). Im oberen Fensterbereich zeigt das Programm die geöffnete PDF-Datei an, im unteren Balken haben Sie Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Weitere finden Sie im Kontextmenü, das aufklappt, sobald Sie mit der rechten Maustaste in das Dokumentfenster klicken. Aus dem englischsprachigen Menü wählen Sie Open (öffnen), um ein anderes Dokument zu betrachten.
Auch der Dateiauswahldialog (Abbildung 2) unterscheidet sich von dem, den Sie beispielsweise von KDE-Anwendungen kennen: Im oberen Feld steht das aktuelle Verzeichnis, gefolgt von *.[Pp] [Dd] [Ff]. Durch diesen Filter zeigt die Anwendung nur Dateien mit der Endung .pdf an und unterscheidet dabei nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Das ist praktisch, wenn Sie Dokumente von einer Windows-Partition öffnen wollen, auf der das keine Rolle spielt.
Darunter liegt das Dateiauswahlfenster: In der linken Hälfte sehen Sie alle Unterordner, rechts daneben die PDF-Dokumente im aktuellen Verzeichnis. Um in einen anderen Ordner zu wechseln, doppelklicken Sie auf die zwei Punkte (..) in der linken Spalte. Diese stehen für das übergeordnete Verzeichnis. Klicken Sie im Ordner /home/ihr_benutzername darauf, befinden Sie sich danach im Verzeichnis /home. Navigieren Sie so bis zum Verzeichnis mit der PDF-Datei. Markieren Sie das Dokument in der rechten Fensterhälfte und öffnen Sie es mit einem Klick auf Open.
In einem geöffneten Dokument bewegen Sie sich entweder mit der Tastatur oder den Navigationselementen in der Leiste links unten. Über die Buttons mit den einzelnen schwarzen Dreiecken blättern Sie jeweils eine Seite vor oder zurück. Die Schaltflächen mit zwei Dreiecken, die wie die Schnellvor- und -rückspulknöpfe eines CD-Players aussehen, bringen Sie zehn Seiten weiter nach hinten oder vorne im Dokument. Befinden Sie sich erst auf der sechsten Seite einer Datei, zeigt ein Klick auf den Zehn-Seiten-zurück-Button den Anfang des PDF-Dokuments an.
Wo Sie sich im Dokument befinden, lesen Sie im Feld hinter Page (Seite) ab. Dort können Sie auch von Hand die gewünschte Seitenzahl eingeben und diese mit einem Druck auf [Eingabe] ansteuern.
Haben Sie es mit einem Dokument zu tun, das Xpdf nicht in der korrekten Ausrichtung anzeigt, drehen Sie die Datei über Rotate clockwise und Rotate counterclockwise im Uhrzeigersinn oder in die entgegengesetzte Richtung.
Geht es Ihnen nicht darum, eine Datei komplett zu lesen, sondern suchen Sie nach einer bestimmten Textstelle, hilft Ihnen der Suchdialog weiter: Sie erreichen ihn entweder mit einem Klick auf das Fernglassymbol am unteren Fensterrand oder mit [F]. Geben Sie dort den Suchbegriff ein und klicken Sie auf Find, um zum ersten Treffer zu gelangen. Xpdf springt zu dieser Seite und stellt den gefundenen Text invertiert dar. Den Dialog hält das Programm geöffnet, so dass Sie durch einen erneuten Druck auf Find zum nächsten Treffer wechseln. Hat die Suche das Dokumentende erreicht, beginnt Xpdf wieder am Anfang der Datei.
Wie groß das Programm eine Datei anzeigt, entscheiden Sie im Ausklappmenü hinter dem Eingabefeld für die Seite. Standardmäßig steht dort +1 oder 125%. Mit einem Klick auf 0 bzw. 100% wählen Sie die Originalgröße. Alle höheren Werte (+1 bis +5 oder die jeweiligen Prozentangaben) vergrößern das Dokument stufenweise, die Werte mit einem vorangestellten Minuszeichen oder die, welche unter 100% liegen, bewirken eine verkleinerte Darstellung. Außerdem finden Sie dort noch die Optionen fit width und fit page. Bei Auswahl der erstgenannten Option passt Xpdf die Ansicht an die Fensterbreite an, fit page bewirkt, dass das Programm genau eine Seite im Programmfenster anzeigt.
Besonders flott bedienen Sie Xpdf mit der Tastatur: Die wichtigsten Tastenkürzel listet die Tabelle Xpdf-Shortcuts auf.
| Xpdf-Shortcuts | |
| Tastenkürzel | Funktion |
|---|---|
| [O] | Dokument öffnen |
| [Bild ab] | eine Bildschirmseite weiter blättern |
| [Bild auf] | eine Bildschirmseite zurück blättern |
| [F] | Suchdialog öffnen |
| [N] | eine Seite weiter |
| [P] | eine Seite zurück |
| [B] | in der Seiten-History zurück blättern |
| [V] | in der Seiten-History vorwärts blättern |
| [Z] | genau eine Seite in der Höhe anzeigen |
| [W] | Dokument in der Breite ans Fenster anpassen |
| [G] | Cursor ins Eingabefeld für die Seitenzahl setzen |
| [-] | Ansicht verkleinern |
| [+] | Ansicht vergrößern |
| [Strg-P] | Seite drucken |
| [Q] | Xpdf beenden |
Aus Xpdf heraus zu drucken, gestaltet sich gerade für Einsteiger nicht ganz einfach: Das Programm öffnet beim Klick auf das Druckersymbol einen Dialog, in dem Sie in der Zeile unter Print with command den Druckbefehl eingeben müssen. Um das Dokument mit dem KDE-Druckassistenten zu Papier zu bingen, tragen Sie dort kprinter ein. Nach einem Klick auf Print startet das Programm, aus dem heraus Sie wie gewohnt drucken. Leider merkt sich Xpdf den einmal eingebenen Druckbefehl nicht, so dass ihn jedes Mal erneut eintippen müssen. Das ersparen Sie sich mit einer eigenen Xpdf-Konfigurationsdatei, in der Sie den kprinter-Aufruf fest verankern:
Sobald Sie Xpdf neu starten und den Druckdialog aufrufen, steht in der Befehlszeile schon das richtige Kommando. Ein Druck auf [Eingabe] ruft dann das KDE-Druckprogramm auf den Plan. (amü)
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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